Bastelstunde

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Dreidimensionale Glückwunschkarte für ein Septemberkind.

Geburtstage, Geburtstage, je länger ich lebe, desto mehr Menschen gibt es zu beglückwünschen. Außerdem häufen sich die Geburtstage in manchen Monaten, während in anderen Flaute ist. Ich habe keinen Hang zur Astrologie, aber es ist schon komisch.

Passenderweise bastle ich gern, und freue mich darauf, eine Karte zu machen. Pop Up-Karten liebe ich ja besonders. In meinem 217ten Leben möchte ich Paper-Engineer sein (= die, die Pop-Up entwerfen). Hier kommt nun eine schnelle Version, die sich beliebig abwandeln lässt.

Man braucht festes Papier, z.B. Zeichenkarton oder Blanko-Karteikarten.  Außerdem bunte Bilder. Ich benutze hier Ausschnitte aus einem verwaisten Kinderbuch.

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Man faltet ein großes und ein kleines Stück Papier, Größe beliebig.

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Das kleine Stück gefaltet 2x einschneiden

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nach hinten knicken

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zurückfalten

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und in die andere Richtung drücken.

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Das Stück in die große Karte stellen. Wenn man sich über die Position sicher ist, festkleben.

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An diesen Vorsprung kann man nun Bilder kleben, je nach Lust und Anlass.

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Man muss nur gucken, ob beim Zusammenklappen das angeklebte Bild oben herausschaut. Das ist hinderlich, wenn man die Karte in einem Umschlag verschicken will.

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Die Phantasie kommt beim Basteln, viel mehr ist möglich. Besonders gut auch mit Kindern zu machen. (Wenn man Kinder hat, die mit einem noch was machen wollen.)

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Leider bin ich nicht gut in Schriften. Da kann dann aber auch so ein Buch oder eine Zeitschrift herhalten. Zu dumm, dass ich keine  Mathilde kenne. Ich könnte gleich schon wieder losbasteln.

Hier hatte ich eine andere Pop-Up-Kartenidee gezeigt. Gut, dass ich das damals aufgeschrieben habe, denn die Variante hatte ich schon wieder vergessen. Eigener Blog als Erinnerungsservice, hehe.

Scheinäsen

Lange kannte ich zwar den Begriff der Übersprungshandlung, nicht aber dessen Bedeutung.  Wiebke hat es dann einmal ungefähr so erklärt:

„Übersprungverhalten“ ist ein wissenschaftlicher Begriff und somit nachgewiesenermaßen etwas ganz, ganz Natürliches!!  Kommt auch im Tierreich vor. Frei interpretiert aufs Nähen geht das so: Man ist hin- und hergerissen zwischen zwei sich ausschließenden Handlungen (Instinkten) wie z.B: „Weihnachtsgeschenke  liebevoll  fertig nähen wollen“ (Angriff) und „Absolut keine Lust mehr auf Weihnachtsvorbereitungen“ (Flucht) und steckt dann seine ganze (Trieb-)Energie in ein für den Betrachter völlig irrelevantes drittes Verhalten (bei Rehen z.B. Scheinäsen- so tun, als ob sie fressen würden).

Hier nun also ein bisschen Scheinäsen:

Streichholzschachteln bekleben und sich freuen, dass die Abbildungen aus Buchkatalogen genau auf eine Schachtel passen.

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Im Adventskalender die Lösung des Problems finden: Wohin mit den abgebrannten Hölzern?

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Bei Conrad Elektronik herumlungern und finden, dass Isolierband eigentlich so eine Art Washi Tape ist, nur billiger.

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Handarbeiten im Wirtschaftsteil entdecken.

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Ein bisschen in dem Buch „Von wegen heilige Nacht – Weihnachten in der politischen Propaganda“ stöbern. Letztes Jahr beim Baumfällen in Werder im dortigen Weihnachtsdekoladen gefunden.  Auch echtes Lametta gab es dort im Hofladen – man soll es nur jedes Jahr wieder vom Baum klauben, weil es bleihaltig ist. ( Couturette vermisst echtes Lametta und Miri zeigte gerade unter anderem auch propagandistischen Baumschmuck).

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Mithilfe des Buchs herausfinden, dass die geerbten angekokelten Sternenleuchter und Engel gar nicht, wie immer geglaubt, vom Winterhilfswerk des Dritten Reichs stammen. Christliche Symbolik war damals unerwünscht, man verlegte sich z.B. lieber auf Märchenfiguren.

Mein Holzschmuck kommt eher aus den 20er Jahren. Also nix Nazi, sondern doch „Weihnachten in  Bullerbü“!

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Foto: Filmausschnitt.

Nun habe ich Lust, weiter an einem Fensterstern aus Butterbrotpapier zu falten und Tannenzapfen mit Blattgold zu überziehen.

Euch auch viel Spaß beim Scheinäsen, falls ihr es nötig habt!

Weihnachtsdeko: Papierkugeln

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„Du Übermutter!“ rief ein (natürlich weiblicher) Besuch hier gestern aus. Jaja, der Weihnachtsdekowahnsinn hat wieder zugeschlagen. Der Hit bei mir sind in diesem Jahr Papierkugeln.

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Alles beruht auf demselben Prinzip: Möglichste feste Papierstreifen werden oben und unten fixiert, so dass sie eine Kugel formen.

Man braucht:

  • Festes Papier oder Karton (gut geeignet sind z.B. auch Tapetenreste,  Kataloge und Zeitschriften)
  • Schere, Locher/Lochzange oder spitzen Gegenstand zum Vorlochen
  • Draht und Strohhalmabschnitt, evtl. Perlen/Pappscheibchen, Aufhängeband.

Der Ablauf ist ziemlich einfach, daher hier eine Fotofolge, die hoffentlich für sich spricht. Zuerst eine Variante mit sechs durchgehenden Streifen, danach eine mit 12 einzelnen Streifen in zwei verschiedenen Mustern.

Ein Projekt zum gleich Loslegen. Wenn man keinen Draht hat,  kann man auch Nadel und Faden verwenden.   Statt eines Strohhalms geht auch ein Stück Maccaroni/Rigatoni, eine gerolltes Papier oder eine Perlenreihe. (Nachtrag: Bei How About Orange habe ich nun noch ein schönes ähnliches Tutorial gefunden: Streifenornament)

Am Ende entstand dann nach demselben Prinzip auch noch ein Lampenschirm:

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Einen schönen ersten Advent wünsche ich euch! Und wer es noch nicht gesehen hat: Beim MeMadeMittwoch wird für die Ausbildung von Näherinnen gesammelt. Innerhalb von 24 Stunden sind bereits über 1000 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen. Wahnsinn, was für Möglichkeiten durch eine Gruppe Frauen entstehen, die sich über eine gemeinsame Leidenschaft gefunden haben. Was könnte man da noch alles auf die Beine stellen!  Wer noch mitmachen will: Einfach im MMM-Blog auf den Spendenbutton von betterplace.org klicken, der Ablauf ist wirklich ganz einfach.

Nachtrag: Hier noch ein etwas selbstgebastelter Link zur Spendenseite

Du spendest, wir singen für dich!
Du spendest, wir singen für dich!
Schon gesammelt:
1.215 €
Spender:
67

Papier zu Stoff machen

Rechtzeitig habe ich es nach Potsdam zum Neuen Palais geschafft – in die Ausstellung „Friederisiko„. Ich bin sehr froh, dass ich sie nicht verpasst habe.  Vor allem war mir gar nicht klar, dass Raum um Raum in dem Schloss noch den alten morbiden Charme atmen. Man möchte vor den Restauratoren niederknien und sie bitten, auch doch bitte in Zukunft möglichst wenig daran zu rühren. Alles lebt  die Geschichte, bis hin zu großen roten russischen Lettern, von den Besatzern auf eine Tapete gemalt.

Besonders hatte ich mich auf die Papierkostüme der Belgierin Isabelle de Borchgrave gefreut – und war sehr begeistert. Fotos durfte man nicht machen, aber ich habe auf Flickr Bilder aus einer anderen Ausstellung gefunden, die einen  Eindruck von der Kunstfertigkeit vermitteln:

I medici - Isabelle de Borchgrave

I medici - Isabelle de Borchgrave

I medici - Isabelle de BorchgraveQuelle: fabonthemoon, CC-Linzenz

Seide sieht aus wie Seide, Samt wie Samt, Brokat wie Brokat – und es ist doch nur alles aus Papier.  Viel mehr Bilder gibt es auf der Homepage de Borchgraves, oder über eine Bildersuchmaschine.

Natürlich wollte ich wissen: Wie ist das gemacht? Abends zurück las ich mich durch zig Zeitungsartikel und Interviews, sah mir Filme an. Ein kurzer Beitrag über die Inszenierung im Neuen Palais lief im DW-TV auch auf deutsch.

Eigentlich will de Borchgrave nicht so viel dazu sagen, wie sie und ihre Helfer in ihrem Atelier die Roben herstellen. Sie erzählt mal dies, mal das. Aber ich glaube, es läuft so: Sie nimmt Schnittmusterpapier, streicht es mit weißer Acrylfarbe ein. Dann werden die Bögen bemalt, mit Acryl, Tempera, Tinte und Pigmenten, auch metallischen. Manchmal wird der „Stoff“ noch geknittert und wieder gebügelt. Ich nehme auch an, dass noch andere Oberflächenbehandlungen dazukommen.

Obwohl ich mir eine halbe Nacht um die Ohren geschlagen habe, um nach dieser Vorgehensweise auch Papierstoff zu machen, war ich nicht so recht erfolgreich.

Mein Versuch sieht aus und fühlt sich an wie Tyvek, überhaupt kein antiker Charme. Da das Papier aber nun recht haltbar ist, habe ich es zu einer Buchhülle gefaltet.

Ich hätte nicht mit Acrylbinder über alles drübergehen dürfen. Ein älterer Bucheinband aus gewachstem Kleisterpapier zeigt mir, dass es wohl eher in so eine Richtung gehen sollte. Feiner Glanz, angenehmes Gefühl an den Händen.

Warum sollte man Papier zu Stoff machen wollen? De Borchgrave erklärt es einleuchtend: Sie hat immer historische Kostüme geliebt, hätte aber nie die Mittel und den Mut gehabt, dafür geeignete Stoffe zu kaufen und zu zerschneiden. Also beschloss sie, mit Papier zu arbeiten.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 28. Oktober. Neben den Papierkostümen („Der Modeaffe“) hat mich auch die  Friedrichswohnung (geht vom Muschelsaal ab) beeindruckt. Um Schlangestehen zu vermeiden ist es ratsam, sich die Karten vorher im Internet zu kaufen, man hat dann ein Zeitfenster für den Eintritt.

Passend zum Thema möchte ich noch auf einer andere Künstlerin hinweisen, die mir einmal eine Mail mit ihren Fotos geschickt hat: Susanna Cianfarini macht auch Kleidung aus Papier.

Außerdem bin ich bei meinen Recherchen noch darauf gestoßen, dass es in den 60er Jahren durchaus Mode war, für einen Partyabend ein Papierkleid zu tragen. Hier ist eine Anleitung, falls ihr das vermutlich verregnete Wochenende damit verbringen wollte, euch ein solches Kleid zu basteln.

Bis bald!

Buchumwandlung

Das Tabu Buchzerstörung hatte ich ja hier schon angesprochen. Ich konnte Zeit meines Lebens nicht in ein Buch hineinschreiben, keine Eselsohren knicken oder es aufgeschlagen mit dem Buchrücken nach oben liegen lassen. Dann saß ich vor zwei Jahren für eine Schulaufführung in der hinterletzten Ecke auf dem Boden einer stickigen, völlig überfüllten Aula neben einem Papierkorb. Weil sich das Ganze ziemlich hinzog, inspizierte ich den Inhalt des Mülleimers und fand einige ausrangierte Biologiebücher aus den 70er Jahren. Feinste Illustrationen, botanische Zeichnungen, Blumen, Bäume und so weiter. Ich nahm den ganzen Stapel  mit nach Hause und fühlte mich frei, Seiten herauszureißen. Die Bücher wären ja ohnehin zerstört worden. Erst kostete es Überwindung, aber nun mache ich das mit oft mit ungewollten Büchern, auch vom Verschenk-Tisch in der Bibliothek.

Zum einen nutze ich das Papier als Verpackungsmaterial.

(Kleiner Exkurs dazu: Mir ist ja eine schöne Verpackung schon ganz wichtig, aber die meisten Empfänger beachten sie kaum.

Bei diesem Ring zum Beispiel war ich enorm stolz über meinen Bohne-als-Halterung-Einfall, aber nach der Übergabe fand zwar der Ring, nicht aber die Präsentation freudige Beachtung. Ist eben Geschmackssache.)

Zurück zu den Büchern: Man kann Buchseiten ganz leicht falten und Skulpturen herstellen. Dieser „Fächerigel“  zum Beispiel ist gut geeignet für Notizzettel oder auch CDs, deren Hüllen gerade mal wieder verschwunden sind. Seiten immer schön zur Mitte falten, am besten über einer Tischkante. (Danke an Viola fürs Vormachen!)

  

Dazu passen auch diese Bilder von Buchskulpturen in einem Anthropologie-Schaufenster. In den Kommentaren zum Beitrag regen sich Buchliebhaber über die Behandlung der Bücher auf, so dass sich am Ende der Inhaber des Geschäfts meldet und erklärt, alles stamme von einem Recyclinghof, kein Buch sei angeschnitten worden, die Seiten seien nur gefaltet und am Ende würde alles einer Schule gespendet!

Aus den Einbänden kann man mit neuer Füllung wunderbare Skizzen- oder Notizbücher herstellen. Danyeela macht das immer wieder, hier sind schöne Beispiele.

Vorbildlich geht Carmen vor: Sie lässt aus Bucheinbänden und Blankopapier im Copyshop Ringbücher machen. Die herausgetrennten Buchblöcke liegen als großer Stapel neben ihrem Sofa – sie liest sie dann noch. Lobenswert!

Ab hier schreibt sie selbst noch genauer dazu:

„Meine Idee zu Weihnachten ist – bei einer großen Familie, die auch miteinander Heiligabend feiern will:  ‚Einer für Alle‘. 

Damit mache ich mir auch eine Freude, so kann ich alle Variationen einer Idee in die Tat umsetzen und habe ein VV (Vielfaches Vergnügen). Weihnachten 2009 war es folgende Idee:  Alte Schneider-Taschenbücher besorgen mit Titeln, in denen die Vornamen des zu Beschenkenden vorkommt. Alles klar?

Dann trennte ich die Hardcover-Vorder- und Rückseite voneinander, füllte innen mit Schreibblättern oder –  für die ambitionierten KünstlerInnen – mit Skizzenblättern. Weil aber der gedruckte Inhalt doch spannende oder rührende Geschichten enthält, habe ich die „Inlets“ dann noch mal quasi roh gelesen. Wie schön war es bei ‚Giesel + Ursel‘. Dann habe ich die besten Seiten oder die schönsten Zeichnungen noch ins neu geplante Büchlein dazwischen gemogelt.

 Der größte Lacher gelang mit bei dieser Buchauswahl:

 

Damit war die Beschenkte sehr glücklich, was sicher an dem guten Namen ‚Susanne‘ lag.  Sind bestimmt besonders humorvolle und edle Retter. Oder?!     

Also, das war schon ein operatives Geschäft mit Schere und Skalpell, aber irgendwie kam alles wieder an eine neue Stelle.

Nennt sich das schon Recycel?“

Flower Power aus Papier

Eine verblüffend einfache Methode für eine Pop-Up-Karte. Die Beschreibung sollte eigentlich zu Ellens Kreativtag erscheinen, aber die Widrigkeiten des Lebens haben es verhindert.

Die Fotostrecke unten ist hoffentlich verständlich. Als Material habe ich benutzt:

  • 2 Blanko-Karteikarten (Größe: Halbe DinA4-Seite)
  • Schere und Kleber, egal welcher  (Ich nehme für solche Papiersachen gern Fixogum, weil Kleberreste sich einfach abrubbeln lassen und die Klebeflächen noch eine Weile korrigiert werden können. Der Kleber ist aber nicht alterungsbeständig und auch für Kinder nicht geeignet. Gibt es z.B. bei Boesner)
  • Alte Zeitschriften, Werbung, andere bunte Papiere zum Ausschneiden

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Man könnte die Spirale vorher auch als Schlange bemalen oder einen Urwald machen.  Oder die Spirale mit Bändern und Fähnchen behängen. Darin eine Straße sehen und Autos fahren und Leute darauf laufen lassen.  Oder Fotos drauf kleben. Oder gar nicht nicht verzieren und einfach nur Wünsche drauf schreiben. Und und und.  Kindern fällt bestimmt eine Menge ein.

Die Lorbeeren für die Idee mit der Spirale gehen in meinem Fall an Antje von Stemm und ihr Buch „Die Pop-up-Girls in Papierland“, an dem ich schon länger herumbastle. Danke nachträglich auch noch an Ellen für die Organisation des Kreativtages!

 

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Blaue Lampen

Schon wieder ein Aufwertungsversuch.  Eine Stehlampe von Ikea war umgekippt. Wie es mir bei diesen Lampen so üblich scheint,  konnte sie danach nur noch schief dastehen, ihren eingebeulten Schirm gerade noch so balancierend. Ich wollte sie verschönern, um von ihrem Problem abzulenken. 

 

Ich zeichnete und kolorierte eine Tischszene auf Papier, immer wieder. Die Papierstücke (alle möglichen transparenten Papiere, vom Butterbrot- zum Paus- zum Architektentransparentpapier) klebte ich nebeneinander auf den weißen Stoffschirm. Die Lücke füllte ich dann noch ziemlich frei mit Farbe aus.

Ich finde die Lampe jetzt tatsächlich schöner. Beim nächsten Mal würde ich aber dafür sorgen, dass ich nur eine Papiersorte verwende und der gesamte Schirm abgedeckt wird, damit ein einheitlicheres Bild entsteht.

Man muss auch nicht selbst malen. Dieser schmale Schirm ist ein gerollter DinA4-Transparentbogen, den ich per Computer mit einem Muster bedruckt habe. Man könnte hier alle möglichen Motive zusammenstellen und eigene Fotos verwenden.

Stabile Lampen stellen übrigens die Franzosen her. Wir haben inzwischen eine kleine Sammlung alter Jieldé-Stehlampen aus Frankreich. Zum Teil sind sie auch ein Wiederverwertungswunder: Als Lampenfüße benutzen findige Bastler Autoteile, zum Beispiel  Bremsscheiben oder ein Stück vom Motorblock.  

  

Noch etwas: Zora von Fool Fashion war so freundlich, mich mit einem Award zu bedenken. Ich  freue mich, dass wir gerade im Bereich „Weiterverwertung“ gemeinsame Interessen haben.  Vielen Dank!

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Gut aufgestellt: Adventskalender

Vor ein paar Tagen berichtete ein Kolumnist in unserer Tageszeitung über das Adventskalender-Wettrüsten bei jungbürgerlichen Familien im Prenzlauer Berg. Ich kann nur sagen, da können wir locker mithalten. In unserem Haushalt besorgt im Wesentlichen das Kind die Aufrüstung. Oben sieht man den einzigen von mir geschaffenen Kalender. Die 24 genähten Säckchen und Stiefelchen werden aufgeteilt, jeder ist abwechselnd dran und jeder hat auch ein Teil des Befüllens mit Leckereien übernommen.

Diesen Baum hier mag ich am liebsten.  Hier hat jeder abwechselnd für ein Familienmitglied eine Nettigkeit aufgeschrieben. Den Zettel zu lesen wärmt mehr als Schokolade!  Obwohl wir eine eher unsentimentale Familie sind. Da stehen dann Sachen drin wie: „Ich mag an dir, dass du jetzt nicht mehr einschläfst wenn du mir eine Geschichte vorliest“.      (Den Amerikanern fällt so etwas offenbar leichter. Hier, wo auch die Idee herstammt, hat die Ehefrau gleich 39 nette Bemerkungen für ihren Mann gefunden!)

Noch ein Werk des Kindes aus diesem Jahr, allein für die Eltern.

Alte Kalender aus den Vorjahren hängen wir erneut auf, die Türchen werden so gut es geht wieder verschlossen. Diesen von der Illustratorin Rotraut Susanne Berner mag ich besonders gern. Hinter den Türen geht eine Geschichte immer weiter. Unten sieht man zum Beispiel, wie die Gans kurz vor der Schlachtung steht.

Dann gibt es noch ein gekauftes Stück:

Und, na klar, der Kater hat auch seinen Adventskalender bekommen.

Morgens dauert es immer ziemlich lange, bis alle Türchen, Tütchen und Säckchen geöffnet sind. 

Von unseren Nikolausritualen will ich nun gar nicht erst anfangen. Nur ein Blick sei euch gegönnt, und zwar auf die Karotte, die das Pferd heute Nacht zurückgelassen hat.

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Falter

Spielerei beim Warten auf den Frühling: Schmetterlinge und Motten aus Papier basteln. Man braucht:

1 Stück Draht, an dessen Ende jeweils eine Perle gezwirbelt wird.

2 Stück Papier, eins etwas größer als das andere. (In diesem Beispiel ein Zeitungsausschnitt und das gemusterte Innere  eines Behörden-Briefumschlags).

Man kann sich hier auch gern etwas abreagieren, zum Beispiel wenn der Mann zu viel Sport guckt oder einen Mahnung vom Finanzamt gekommen ist, denn nun wird gefaltet, einmal schräg, einmal gerade:

Dann beide Teile mit dem Draht verbinden,

ausfalten und die Ecken rund schneiden.

Auf einen Schnur ziehen, in Zimmerpflanzen setzen, auf Geschenke stecken oder ans Fenster kleben, fertig.

Die Idee stammt aus einem skandinavischen Buch, das ich bei Dussmann („Medienkaufhaus“ in der Friedrichstraße) durchgeblättert habe. Dort ist das Kreativbücherregal innerhalb von sechs Monaten um das Doppelte angewachsen – der Trend verbreite(r)t sich offensichtlich.  (Wenn jemand das Buch kennt, trage ich die Quelle noch nach).

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Hausbesuch

Nun will ich endlich einmal über meinen Besuch bei einer kreativen Mitstreiterin in Berlin-Moabit berichten. Carmen (sehr irreführendes Pseudonym) ist Fotografin, näht aber auch viel und macht vor allem gern Bücher. Die Riege oben zeigt die jährlichen Erinnerungsalben, die sie bis 2000 angelegt hat. Jedes mit einem anderen Stoff bezogen – wunderschön!  Später  ist sie dazu übergegangen, Ringalben aus selbst erstellten Blättern zusammenzufügen.

Mit dem Aufkommen der Fotobücher nutzt sie nun diese Möglichkeit, um die jährlichen Ereignisse und Bilder festzuhalten. Sie bestellt bei myphotobook.de.

Viel bewundert von den Großfamilien um mich herum ist ihr selbst erstellter Jahresplaner, in dem jedes Familienmitglied eine eigene Spalte für Termine erhält.

Dazwischen legt sie zur Auflockerung Fotos. Sie druckt die Seiten mit ihrem Drucker selbst aus und lässt den Planer dann im Copyshop binden.

Überall in der Wohnung hängen Fotos und Postkarten an Gardinenstangen – gute Idee!

Was das Nähen angeht, ist sie ein Fan von freien Kombinationen ohne langes Fackeln.

Für mich beeindruckend ist ihr Umgang mit Stoffvorräten: Sie hat fast keine. Platzmangel diszipliniert. Sie öffnet eine Schublade – darin ein Schuhkarton mit kleinen Abschnitten von Stoffen, die Erinnerungswert hatten. Den Rest hat sie jeweils weggegeben, es ging nicht anders. Was für ein kostbarer Schuhkarton!

Meinen kleinen Bericht habe ich Carmen vorab zum Lesen gegeben, und sie hat spontan noch ein paar Anmerkungen hinzugefügt.

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Carmen schreibt:

Hier nun für die Frau von Welt: Das Fotoalbum zum Rock! Oder Die Hose passend zum Fotoalbum?

Damit wäre auch wieder eine Antwort zum Thema“ Platzsparende Stoffaufbewahrung“ gegeben. Nein,  in Wirklichkeit habe ich einfach diese tollen Stoffe nochmal verwenden können, zusätzlich als Erinnerung an vergangene schöne Momente: Den Rock nähte ich zur  Hochzeit einer lieben Freundin, ein anderer Stoff war eine Strandhose für meinen kleinen Sohn, der nun schon groß genug ist, um in Göttingen studieren zu können. Seufz,  damit kann ich aber die Zeit etwas anhalten und mich daran weiter erfreuen.   

Zu Fotobüchern: Die Gelegenheit die Fotos in jedwede Größe zu ziehen und anzuordnen ist für eine Fotografin eben ein Eldorado und übertrifft fast  auch den Spaß beim Selbstvergrößern.

Zu Familienkalender: Auch hier schwelge ich gerne in Erinnerungen, wenn es sich auch nur um Gelegenheiten aus dem vergangenen Jahr handelt. Manchesmal scheint einem so viel mehr Zeit dazwischen zu liegen.

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Vielen Dank, Carmen!

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