Gut aufgestellt: Adventskalender

Vor ein paar Tagen berichtete ein Kolumnist in unserer Tageszeitung über das Adventskalender-Wettrüsten bei jungbürgerlichen Familien im Prenzlauer Berg. Ich kann nur sagen, da können wir locker mithalten. In unserem Haushalt besorgt im Wesentlichen das Kind die Aufrüstung. Oben sieht man den einzigen von mir geschaffenen Kalender. Die 24 genähten Säckchen und Stiefelchen werden aufgeteilt, jeder ist abwechselnd dran und jeder hat auch ein Teil des Befüllens mit Leckereien übernommen.

Diesen Baum hier mag ich am liebsten.  Hier hat jeder abwechselnd für ein Familienmitglied eine Nettigkeit aufgeschrieben. Den Zettel zu lesen wärmt mehr als Schokolade!  Obwohl wir eine eher unsentimentale Familie sind. Da stehen dann Sachen drin wie: „Ich mag an dir, dass du jetzt nicht mehr einschläfst wenn du mir eine Geschichte vorliest“.      (Den Amerikanern fällt so etwas offenbar leichter. Hier, wo auch die Idee herstammt, hat die Ehefrau gleich 39 nette Bemerkungen für ihren Mann gefunden!)

Noch ein Werk des Kindes aus diesem Jahr, allein für die Eltern.

Alte Kalender aus den Vorjahren hängen wir erneut auf, die Türchen werden so gut es geht wieder verschlossen. Diesen von der Illustratorin Rotraut Susanne Berner mag ich besonders gern. Hinter den Türen geht eine Geschichte immer weiter. Unten sieht man zum Beispiel, wie die Gans kurz vor der Schlachtung steht.

Dann gibt es noch ein gekauftes Stück:

Und, na klar, der Kater hat auch seinen Adventskalender bekommen.

Morgens dauert es immer ziemlich lange, bis alle Türchen, Tütchen und Säckchen geöffnet sind. 

Von unseren Nikolausritualen will ich nun gar nicht erst anfangen. Nur ein Blick sei euch gegönnt, und zwar auf die Karotte, die das Pferd heute Nacht zurückgelassen hat.

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5 Gedanken zu “Gut aufgestellt: Adventskalender

  1. ja ganz toll, was ihr da zelebriert. Ich bin dieses Jahr auch ganz froh, dass der Spaß nicht aufhört, obwohl die Beteiligten schon eine Altershöchstgrenze weit überschreiten? Oder eben doch nicht. Wir streuten immer Haferflocken für den Esel vom Nikolaus ins Treppenhaus, der dann weit verstreut morgens aufgefunden wurde—dieser hübsche Brauch wurde ebenfalls von der „Jugend“ in Erwägung gezogen: Meine gemurmeltes..Großes Staubsaugen von Berlin-Mitte… verhinderte wohl. Dann hat es mich aber noch geritten, unsere vielen kleinen Nachbarskinder (ein Hoch auf eine gelungene altersgemischte Mietshausbesiedelung) mit selbstgenähten, winzigen roten Stiefelchen zu beglücken. Wobei der Spaß heute morgen -eben wie geplant- auf mich zurück fiel, als ich die Treppe runter kam und die Wichte standen mit kauenden, triefenden Mündchen vor mir und warteten auf den Weitertransport in die Kita.

    liebe Grüße vom Selbsthilfe-Nikolaus-Carmen

  2. Ich will auch einen haben und bin gar nicht anspruchsvoll. Mir reicht schon ein gekaufter mit kleinen Schokoladenfiguerchen drin. Frueher habe ich die alle angeknabbert – ha, als merkte man nicht, wenn am 24sten nur ein halber Stern drin ist. Bischen ekelig, so aus der Retrospektive!

  3. Bei uns gibt es auch ein ausgeklügeltes System. Das – teilweise – gegenseitige Befüllen haben wir dieses Jahr auch angefangen. Leider haben wir von den Kindern nicht so schöne selbst gemachte wie du. Bei uns sind die ganz schnöde gekauft.

  4. Ich wollte heuer schon über diese Thema schreiben, habe es mir dann aber verkniffen weil ich meine Tochter nicht vergrämen wollte.
    Ich habe vor gut 20 Jahren bei Eduscho einen Adventkalender (Kordel mit kleinen Filzstiefelchen) gekauft. Hätte ich damals geahnt wie lange uns diser Adventkalender begleiten wird hätte ich mehr Sorgfalt bei der Auswahl walten lassen. :)
    Meine Tochter wünscht sich jeden Advent genau diesen Adventkalender und ich muß ihn immer befüllen. Manchmal war das garnicht so einfach ich denke da an meine schlechtgelaunte Pubertierende mit Punkfrisur – also ehrlich da war alle Kreativität und Fingerspitzengefühl gefragt. Erschwerend kommt dazu das meine Tochter keine Sußigkeiten ißt
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    Letztes Jahr um diese Zeit war meine Tochter auf Auslandssemester in der Schweiz und selbstverständlich reiste der Adventkalender mit ihr.
    Heuer habe ich ihn mit kleinen Zettelchen mit Aphorismen bedruckt, befüllt und mit Gutscheinen von Lebensmittelhändler – meine Tochter kocht gerne und ja fast hätte ich es zu erwähnen vergessen – sie wohnt gar nicht mehr zu Hause. Trotzdem jedes Jahr eine Adventkalender von Mutti muß sein, ich schwanke noch ob ich mich darüber freuen soll oder nicht. :)
    Liebe Grüße
    Teresa

  5. Teresa erinnert mich daran, dass ich mir ja eigentlich vorgenommen hatte, meine Familie aus diesem Blog herauszulassen. Gegen den Vorsatz verstoße ich in letzter Zeit immer öfter. Aber wovon das Herz voll ist….
    Ja, von den Schwierigkeiten mit Pubertierenden und Adventskalendern hatte ich auch schon gehört – ist doch gut zu wissen, dass sie es am Ende dann doch gern haben wollen. Ich würde mich ja sehr freuen, wenn meine Tochter noch ewig einen Adventskalender wünscht, und die Sache mit den Aphorismen finde ich auch gut.

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