Echt und Falsch und anderes

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Diesmal bin ich selbst durcheinander gekommen. Ich wollte das echte Blatt etwas anfeuchten, damit es noch bis zum Foto bei Tageslicht durchhält. Stattdessen habe ich das textile Blatt aus Baumwolle besprüht :-). Mal sehen, ob sich das Paar in ein paar Monaten noch so gleichen wird.

Dann noch der Hinweis, dass Modulor am Moritzplatz hier in Berlin einen großen Weihnachtsbereich eingerichtet hat, dem ich nur mit Mühe ohne Aufkauf des halben Sortiments entkommen konnte. (Einiges davon ist auch im Versand erhältlich).

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Buchstabenstempel, Stempelkissen (Stempelfarbe auch für permanentes Haften auf Stoff, Glas, Metall u.a. gedacht), Streifen in schönen Designs für Fröbelsterne und Weihnachtskarten der Wiener Werkstätte mussten mit.  Zur Erholung danach ist der Kakao bei Colecomp im Hause sehr zu empfehlen.  Das Essen ohnehin, aber dazu kam es diesmal nicht. Ich musste noch weiter, in die Berlinische Galerie zur Ausstellung Wien Berlin. Kunst zweier Metropolen. Dort begegnete mir die Wiener Werkstätte wieder (damals mit Filiale in Berlin), und dieses Gemälde von Klimt, das einzige in der Ausstellung:

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Die zum Gemälde passende Seidenbluse liegt in einer Vitrine vor dem Bild, das hat mir natürlich besonders gefallen. Ansonsten ist in der Ausstellung wirklich eine Menge zu entdecken, nur sollte man nicht auf viel Glamouröses hoffen  – was der Titel der Ausstellung irgendwie suggeriert, finde ich.  Der Untertitel „Von Schiele bis Grosz“ trifft es besser.

Nun denke ich nach, wie ich ein Muster der Wiener Werkstätte auf Stoff stempeln könnte. Und übe weiter Fröbelsternfalten. Das ist fummelig, aber meditativ.

Bastelstunde

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Dreidimensionale Glückwunschkarte für ein Septemberkind.

Geburtstage, Geburtstage, je länger ich lebe, desto mehr Menschen gibt es zu beglückwünschen. Außerdem häufen sich die Geburtstage in manchen Monaten, während in anderen Flaute ist. Ich habe keinen Hang zur Astrologie, aber es ist schon komisch.

Passenderweise bastle ich gern, und freue mich darauf, eine Karte zu machen. Pop Up-Karten liebe ich ja besonders. In meinem 217ten Leben möchte ich Paper-Engineer sein (= die, die Pop-Up entwerfen). Hier kommt nun eine schnelle Version, die sich beliebig abwandeln lässt.

Man braucht festes Papier, z.B. Zeichenkarton oder Blanko-Karteikarten.  Außerdem bunte Bilder. Ich benutze hier Ausschnitte aus einem verwaisten Kinderbuch.

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Man faltet ein großes und ein kleines Stück Papier, Größe beliebig.

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Das kleine Stück gefaltet 2x einschneiden

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nach hinten knicken

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zurückfalten

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und in die andere Richtung drücken.

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Das Stück in die große Karte stellen. Wenn man sich über die Position sicher ist, festkleben.

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An diesen Vorsprung kann man nun Bilder kleben, je nach Lust und Anlass.

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Man muss nur gucken, ob beim Zusammenklappen das angeklebte Bild oben herausschaut. Das ist hinderlich, wenn man die Karte in einem Umschlag verschicken will.

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Die Phantasie kommt beim Basteln, viel mehr ist möglich. Besonders gut auch mit Kindern zu machen. (Wenn man Kinder hat, die mit einem noch was machen wollen.)

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Leider bin ich nicht gut in Schriften. Da kann dann aber auch so ein Buch oder eine Zeitschrift herhalten. Zu dumm, dass ich keine  Mathilde kenne. Ich könnte gleich schon wieder losbasteln.

Hier hatte ich eine andere Pop-Up-Kartenidee gezeigt. Gut, dass ich das damals aufgeschrieben habe, denn die Variante hatte ich schon wieder vergessen. Eigener Blog als Erinnerungsservice, hehe.

Selbermachen im Untergrund

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Vor ein paar Tagen fand ich bei „Das Nuf“ zahlreiche Wortmeldungen  nichtbastelnder Frauen, die sich über ihre selbermachenden Geschlechtsgenossinnen aufregten.

Das hat mich doch schwer ins Grübeln gebracht. Inzwischen bin zu dem Schluss gekommen: Die Behauptung, meine Weihnachtskugeln seien von mir gemacht, ziehe ich zurück. Die Wahrheit ist: Sie stammen von kleinen Jungs eines Selbsthilfeprojekts in Südafrika. Ich habe die Kugeln auf die Schnelle in einem Ein-Welt-Laden gekauft, an dem ich auf dem Weg von meinem mich selbstverständlich total erfüllenden Bürojob zur U-Bahn vorbeikam. In Wirklichkeit hätte ich für SOWAS keine Zeit, was glaubt ihr denn.

Ich kann auch nur allen Deko-Bastelmüttern davon abraten, sich zu outen. Ihr ruft damit nur Aggressionen hervor. Offenbar entsteht bei Nicht-Bastelmüttern dann ein Gefühl der Unzulänglichkeit und der nicht totzukriegende Schuldreigen „Rabenmutter vs Luxusmutter“ setzt sich in Gang.

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Hier also ein paar Tipps zum Undercover-Werkeln:

  • Eure Plätzchen sind nicht selbstgemacht, sondern von Aldi, aber leider auf dem Nachhauseweg einmal runtergefallen. (Ihr könnt auch sagen, sie seien von der Oma, aber das ist evtl. auch wieder uncool, denn fortschrittliche Omas haben selbstverständliches auch BESSERES zu tun).
  • Euren zauseligen Adventskranz habt ihr mit einer Kettensäge direkt im Wald geschnitzt, oder er ist nebenbei entstanden, als ihr dabei wart, die Heizungsrohre im Keller zu isolieren. (Merke: Alle männlich besetzten Selbermachbereiche sind völlig o.k. und dürfen geoutet werden.)

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  • Eine quiltende Ärztin, eine kreuzstickende Journalistin, eine häkelnde Polizistin? Kenne ich zwar, geht aber gar nicht. Haltet bloß die Klappe. Für solche Abnormitäten gibt es Selbsthilfegruppen, in denen ihr über eure vorsintflutlichen Neigungen reden, ja sogar eure Werke bewundern lassen dürft! Hier in Berlin zum Beispiel veranstalten Nähcafés, Stricktreffs und die BMQG konspirative Treffen.
  • Näht ihr Kleidung selbst, könnte ihr sie beim MMM zeigen, aber dann bitte nur unter Pseudonym und ohne Kopf. Sonst ist der Ruf als wertvolles, hart arbeitendes Mitglied der Gesellschaft dahin.
  • Falls ihr Werke eurer bastelnden Kinder aufhebt, solltet ihr sie mit einer Legende versehen:

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Frühwerk Giacomettis

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Baskitische Volkskunst, damals bei der Konferenz in Krkistan gekauft

Mehr fällt mir jetzt gerade nicht ein. Falls ihr noch eine Ausrede für einen selbstgemachten Adventskalender hättet, wäre das schön. Bis dahin hänge ich unseren unter die Kellertreppe.

Und zum Abschluss für alle Zweifler noch der Beweis, dass ich wirklich damals meinem ersten Freund ein Hemd aus Fensterleder genäht habe:

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Er und ich, wir sind nicht mehr zusammen, das ist alles, was ich dazu sagen kann.

(Die Steppdecke unter dem Hemd ist natürlich von Ikea).

Weihnachtsdeko: Papierkugeln

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„Du Übermutter!“ rief ein (natürlich weiblicher) Besuch hier gestern aus. Jaja, der Weihnachtsdekowahnsinn hat wieder zugeschlagen. Der Hit bei mir sind in diesem Jahr Papierkugeln.

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Alles beruht auf demselben Prinzip: Möglichste feste Papierstreifen werden oben und unten fixiert, so dass sie eine Kugel formen.

Man braucht:

  • Festes Papier oder Karton (gut geeignet sind z.B. auch Tapetenreste,  Kataloge und Zeitschriften)
  • Schere, Locher/Lochzange oder spitzen Gegenstand zum Vorlochen
  • Draht und Strohhalmabschnitt, evtl. Perlen/Pappscheibchen, Aufhängeband.

Der Ablauf ist ziemlich einfach, daher hier eine Fotofolge, die hoffentlich für sich spricht. Zuerst eine Variante mit sechs durchgehenden Streifen, danach eine mit 12 einzelnen Streifen in zwei verschiedenen Mustern.

Ein Projekt zum gleich Loslegen. Wenn man keinen Draht hat,  kann man auch Nadel und Faden verwenden.   Statt eines Strohhalms geht auch ein Stück Maccaroni/Rigatoni, eine gerolltes Papier oder eine Perlenreihe. (Nachtrag: Bei How About Orange habe ich nun noch ein schönes ähnliches Tutorial gefunden: Streifenornament)

Am Ende entstand dann nach demselben Prinzip auch noch ein Lampenschirm:

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Einen schönen ersten Advent wünsche ich euch! Und wer es noch nicht gesehen hat: Beim MeMadeMittwoch wird für die Ausbildung von Näherinnen gesammelt. Innerhalb von 24 Stunden sind bereits über 1000 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen. Wahnsinn, was für Möglichkeiten durch eine Gruppe Frauen entstehen, die sich über eine gemeinsame Leidenschaft gefunden haben. Was könnte man da noch alles auf die Beine stellen!  Wer noch mitmachen will: Einfach im MMM-Blog auf den Spendenbutton von betterplace.org klicken, der Ablauf ist wirklich ganz einfach.

Nachtrag: Hier noch ein etwas selbstgebastelter Link zur Spendenseite

Du spendest, wir singen für dich!
Du spendest, wir singen für dich!
Schon gesammelt:
1.215 €
Spender:
67

Grüße…

… an alle, die ich gestern beim Bloggertreffen kennengelernt habe. Vor zwei Jahren waren meine Worte nach dem ersten Treffen:

„Nun bin ich zurück aus Kreuzberg vom Bloggertreffen.  Obwohl wir fast zwanzig Frauen waren, konnte ich doch die meisten kennenlernen.  Ich bin ganz begeistert davon, wie viele interessante, freundliche, offene, ausgewogene Frauen mit wunderbarer Ausstrahlung sich durch diese Blogwelt zusammenfinden können.“

Dieses Jahr kann ich das wieder fast genau so beschreiben. Nur die Zahl, die hat sich geändert: Gestern waren beinah 70 Frauen angereist.  Was für eine Steigerung!  Und natürlich konnte ich nun auch nur noch mit einem kleinen Teil sprechen.  Ein bisschen unsicher war ich ja, ob ich ohne MeMadeMittwoch-Vernetzung nicht ein bisschen dumm herumstehen würde. Aber das war gar kein Problem.

Wir haben ja nicht nur über Schnitte, Abnäher und Romanit gesprochen, sondern zum Beispiel auch über Lampenschirme.  Ich habe von meiner Kinderballlampe  erzählt und liefere nun noch Bilder nach.   (Die geht so: Einen alten Plastikball nehmen, wie ein Frühstücksei mit Messer oder Schere köpfen, umstülpen, für die Leuchte ein Kreuz einschneiden und hochbiegen, Birne durchstecken.)  Tagsüber ist die Lampenkugel weiß, abends dann schön indirekt gemustert.

Für mehr Berichte vom gestrigen Treffen und Fotos verweise ich mal auf   Talentfreischön,   Catherine und Nahtzugabe.  Alles Gute und viel Erholung an die Organisatorinnen!  Ich freue mich sehr, dass ihr so vielen Frauen ermöglicht habt, sich zu treffen.  Tausend Dank dafür.

Kindergeburtstage ade und Blumenkarten

Inzwischen haben wir mit viel Geächze den 11. Kindergeburtstag hinter uns gebracht.  Warum reagieren eigentlich die meistern Eltern  beim Thema Kindergeburtstag genervt? Meine Mutter hatte in den 70er Jahren großen Spaß daran, mit viel Phantasie das Ereignis gleich mehrmals im Jahr zu organisieren. Ich habe sie dazu befragt. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass sie damals im Vergleich 15 Jahre jünger war und viel mehr Energie hatte. Allerdings verklären sich im Laufe der Jahrzehnte auch die Erinnerungen.  Ich wusste zum Beispiel nicht mehr, dass bei meinem Bruder eine Massenschlägerei in den Rhododendren die Geburtstagsfeierlichkeiten beendete.

Für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, nur Dinge zu planen, zu denen ICH Lust habe. Hauptsächlich habe ich Lust, Kuchen zu backen, zu basteln und  zu handarbeiten. Gleich nach der Ankunft allerdings schwärmte die ziemlich große Mädchenschar in den Garten aus. Es wurde deutlich, dass sich der Energieüberschuss nicht durch einen Häkellehrgang abbauen würde. Ich gab ich meine Pläne auf. Zum Glück und zu meiner Verwunderung übernahm das Geburtstagskind sofort das Zepter, hatte einen Haufen Ideen und gab bis zum Abend den Spielleiter.

Nur eine Bastelidee aus meiner Liste ließ sie gnädigerweise durchgehen.  Eine Auswahl der Ergebnisse präsentiere ich hier.  Es geht doch nichts über eine getestete und für gut befundene Beschäftigungsidee. (In diesem Fall frei nach Elsita).

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Man braucht:

Weißes Papier

evtl. Klebestifte

Blätter, Blüten, Beeren, Stiele etc.

Kamera, PC, Drucker

ggf. festeres Papier für den Drucker, z.B. Blanko-Karteikarten

Die Kinder sammeln Naturmaterialien und legen daraus Figuren auf weißes Papier.  Je nach Bedarf  können die Teile etwas mit Klebstoff fixiert werden, damit die Kunstwerke nicht durch Wind oder unachtsame Bewegungen verschoben werden.  Kinder können auch zu mehreren an einem Bild arbeiten.

Man fotografiert die Blätter ab. Ein bisschen muss man die Fotos im PC bearbeiten, damit sie als Kartenmotiv gut aussehen. Also z.B. zurechtschneiden, aufhellen und den Hintergrund ggf. „weißen“.  Dazu habe ich diesen Hinweis gefunden, der hat bei mir gut geklappt. (In Photoshop unter Tonwertkorrektur die Pipette „Weißpunkt setzen“ benutzen).

Für die Karten habe ich eine Word-Datei vorbereitet, in die ich die Bilder einfüge und dann ausdrucke. Man kann Klappkarten drucken oder nur das Motiv allein. Jedes Kind bekommt dann sein Bild als Ausdruck – das kann man auch ein paar Tage später machen.

Bleibt zu hoffen, dass der Drucker nicht plötzlich streikt. Bei mir meldete er einen schweren Gerätefehler und blinkte wie wild. Laut Canon lohnt sich da keine Reparatur, besser neu kaufen, leider leider, tut ihnen ja soooo leid. Vonwegen. Ich kaufe bestimmt keinen Drucker mehr, der kurz nach Ablauf der Garantiefrist Harakiri begeht (vermutlich einprogrammiert). Besonders toll, wenn man kurz vorher noch frische Patronen gekauft hat, und zwar im Doppelpack, weil „billiger“.

Bei der Auswahl in der Galerie ist auch eine Figur von mir dabei – könnt ihr raten, welche?

Nächstes Jahr werde ich mich aus der Geburtstagsplanung heraushalten und nur noch Kuchen und Essen nach Bestellung fertigen. Ich bin ganz froh, dass hier nun eine neue Phase begonnen hat!