9. Türchen – Blick zurück

Genau vor einem Jahr habe ich als Teil von Ellens Adventskalender  diese drei weißen Damen vorgestellt. 

Heute, wieder aus Anlass des 9. Türchens,  zeige ich, wie ich zu ihnen gekommen bin. Sie sind nämlich von einem alten Fotoalbum inspiriert, das ein Freund auf dem Flohmarkt gefunden und mir vermacht hat.

Im Album ist nicht Winter, sondern Sommer, Ende der zwanziger Jahre. Sommer im Seebad Rauschen, Ostpreußen – heute Swetlogorsk bei Kaliningrad. Hauptpersonen sind Frauen in weißen Kleidern. Ich nehme an, das Album hat einer Käthe H. mit Adresse in Tilsit gehört. Ein Briefumschlag und eine Widmung auf einem Foto sind die einzigen Hinweise auf die Herkunft des Albums. Über Google-Books habe ich herausgefunden, dass ihr Mann wahrscheinlich Arzt in Tilsit war.

Ein schönes Dokument, vor allem auch für die damalige Mode.

Und so viele Kopfbedeckungen!

Die Frauen sind eher herbe Typen, ja bei manchen der Fotos frage ich mich, ob dort nicht Männer in Frauenkleidern posieren?

Meine drei Damen hat ein Freund bei mir im Kreativchaos gefunden und mich gebeten, sie verschenkbar zu machen. So kamen sie in Rahmen und haben nun ein neues Zuhause.

Was wohl aus all den Menschen auf den Fotos geworden ist? Mit dem Wissen von heute kann ich die Unbeschwertheit auf den Fotos nur mit Wehmut betrachten. Und setze denen ein kleines Denkmal, die am Ende (wenigstens noch?) auf dem Flohmarkt landen.

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9 Gedanken zu “9. Türchen – Blick zurück

  1. Danke, Danke, Danke für das Teilen!!! Besonders gut gefällt mir ja das 6. Photo mit dem Kopftuch und dem Kleid mit dem grafischen Muster. Deine Klammerdamen sind genial. Bei mir sind mit Inspiration durch marie claire idées PapierDiven draus geworden.
    Einen schöne & inspirierende Adventszeit wünsch ich Dir,
    Ev

  2. Ich wollte gerade sagen, dass die Fotos mich zum Teil an „Manche mögens heiß“ erinnern, aber wie ich sehe, geht das nicht nur mir so. Besonders das Bild mit dem Tennisschläger. Das ist jedenfalls sehr aufregend, so ein Blick in ein fremdes Leben, und gleichzeitig so unbefriedigend, weil man nie genaueres erfahren wird. Mehr Fragen als Antworten. Die Damen im Rahmen sind klasse – hast du die Rahmen irgendwo fertig gekauft?

  3. Die Fotos sind toll. Ich liebe alte Fotos – es hat seinen ganz eigenen Reiz, die Menschen darauf nicht zu kennen. Tolle Mode und interessante Charakter“typen“ ;)
    Die drei Damen sind toll. Der Rahmen passt super dazu (auch ich würde gern wissen, ob gekauft oder gemacht).

    LG

  4. Danke für den Hintergrundbericht. Solch ein Album ist doch ein wahrer Schatz! Toll, wieviele Kopfbedeckungen es doch damals gab. War einfach normal. Man kommt sich heutzutage immer ein bissel verkleidet vor …. auch wenn man es gerne trägt!

    Die „Transvestiten“ find ich zum Brüllen!!!!!!!!

    liebe Grüße von Ellen

  5. Schon im letzten Jahr verzauberten mich die Damen…dass sie nach den Vorbildern aus Rauschen, dort hatte meine Urgrossmutter eine Gastwirtschaft, meine Mutter ( 79 ) macht dort jedes Jahr Urlaub, entstanden sind berührt mich sehr!
    Danke und liebe Grüsse von Hildegard

  6. Mir haben die drei Damen schon letztes Jahr sehr gut gefallen und jetzt die Geschichte dazu – danke. Du konntest Dich von den Damen trennen?

    Ich kann es nicht verstehen wie so ein Fotoalbum auf dem Flohmarkt landen kann, haben die Menschen kein Herz? Ich sehe auch immerwieder Fotos/ Fotoalben auf dem Flohmarkt und habe es mir aber verboten auch noch fremde Fotos zu kaufen, ich bin reichlich ausgestattet mit Fotos aus der eigenen Familie.
    Liebe Grüße
    Teresa

  7. Vielen Dank für eure Rückmeldungen. Die Rahmen, sogenannte Objektrahmen, sind gekauft. Solche gibt es z.B. sowohl bei Boesner als auch bei Ikea. Ich habe mich gern getrennt, denn ohne den Anschub von Außen hätte ich mir die Mühe mit den Rahmen wohl nicht gemacht.
    Mit diesen Nachlassauflösungen beim Trödler stelle ich es mir so vor, dass eben niemand mehr da war, der sich die Einzelheiten in einem Haushalt nochmal genau angeguckt hat. Selbst wenn Kinder/Freunde da sind, sind die wahrscheinlich so gestresst oder haben keinen Platz oder hatten auch kein gutes Verhältnis zu ihren Eltern, dass dann alles kollektiv weggeworfen oder abgeholt wird.
    Nach Rauschen will ich irgendwann auch mal fahren – vielleicht waren die Damen ja sogar in der Gastwirtschaft?

  8. Ein schöner Post! danke! Toll, dass die drei Damen nun so verpackt sicher öfter ein Besucherherz beglücken.
    irgendwie hoffe ich, dass dich deine nächster geschnekfund vielleicht wieder zu so einer Aktion verleitet. Sowohl die damen, asl auch das rätsel waren herrlich.
    Ich hatte eine Tante, die 1901 geboren wurde und nur noch wenige Fotos durch den Angriff in Dresden hatte, aber was sie dann dazu zu erzählen wußte, war immer interessant. Jetzt würde ich sie viel mehr fragen dazu.
    Ob unsere Kinder später zu diesen Bildern überhaupt einen Bezug haben, ich weiß es nicht. Auf diese Weise kommen sicher so einige Dinge zum Trödler.
    Damenhafte Grüße, Karen

  9. Pingback: Sommerkleider selber nähen – MeMadeMittwoch Spezialausgabe | Textile Geschichten

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