Bücher sind besser als Törtchen

Der Faden auf dem Foto soll eigentlich „Kauf“ buchstabieren. Seit Tagen prokrastiniere ich vor mich hin, weil mir schwerfällt, wozu mir alle raten: Nicht so bescheiden sein, die Bücher mehr promoten! Ostern! Pfingsten! Feste! Frühling! Geschenke! Jetzt ist die richtige Zeit, ja, das weiß auch Amazon. Das Geschenkpapier gibt es dort zur Zeit umsonst.

Was gibt es hier umsonst? Zum Beispiel Buchvorstellungen mit mir und Constanze, die genauen Termine folgen noch. Dafür habe ich Fotos gemacht – und festgestellt, dass die drei Bücher farblich harmonieren. Das war wirklich nicht abgesprochen, aber passt für die gemeinsame Präsentation nun um so besser.

Sieht so schön frühlingshaft aus wie der Blick heute in den Sonntagmorgen.  (Meine kleine Sammlung von Vintage-Nähutensilien erfreut mich auch, aber die zeige ich dann ein anderes Mal genauer).

Constanzes und meine erste gemeinsame Lesung fand noch im dunklen Berliner Februar statt. Zum Glück ist Ninas stimmungsvolles Nähkontor eine wunderbare Kulisse für Ausflüge in die textilen Welten der drei Bücher. Auf dem Tablett vor Constanze hat sie sehr interessante Brennproben inszeniert – es zeigte sich, dass man bei der Einschätzung eines Stoffmaterials, z.B. ob Seide oder Kunststoff, ganz schön danebenliegen kann.

©Ralf Steinle

Und wie läuft es so mit den Büchern? Constanzes Materiallexikon ist so beliebt, dass die erste Auflage schon nach drei Monaten vergriffen war – zum Glück ging es mit dem Nachdruck schnell, so dass ihr Werk nun wieder zu haben ist. Mit vereinten Kräften haben wir die neue Lieferung, Tausende Bücher, ein Berliner Treppenhaus hinaufgetragen. Eigentlich ist noch nicht so viel Zeit vergangen seit dem Beginn unserer verlegerischen Unternehmungen, mir kommt es aber schon wie eine Ewigkeit vor.  Wir haben so unglaublich viele Hürden genommen. Als ich vor ziemlich genau zwei Jahren noch ganz am Anfang stand mit der Buchidee, da hatte ich kaum eine Ahnung, wie viel Arbeit das ist. Diese Grafik verdeutlicht den Ablauf eigentlich sehr gut:

© Sylvia Duckworth

Falls ihr irgendetwas erreichen wollt – oder auch irgendjemandem etwas neidet – haltet euch diese Grafik vor Augen.

Trotz des bisherigen Erfolges scheint mir aber die letzte Hürde schwer zu nehmen: Die Bücher auch in die Auslagen der Buchhandlungen zu bekommen. Da sind die großen Verlage klar im Vorteil (und zahlen wohl auch für die besten Plätze). Meine beiden „Pralinenschachteln“ hatte ich ja extra so gestaltet, dass sie schön anzusehen sind und schön in der Hand liegen – das bringt natürlich nichts, wenn man sie sich nur digital anschauen kann. (Zumal z.B. bei Amazon die Farben ganz falsch sind – und alle meine Versuche, das zu korrigieren, dort ignoriert werden). Auf jeden Fall hat Amazon aber festgestellt, dass unsere Werke gern zusammen gekauft werden. Da wünsche ich Constanze noch ganz viel Umsätze, in der Hoffnung, dass ich dann auch hin und wieder mit im Einkaufskorb lande :)

Übrigens habe auch gar nichts dagegen, wenn ihr bei Amazon kauft, denn die Buchhandlungen sind nicht durchweg „die Guten“.  In der Vertriebsgeschichte meiner Bücher haben Buchhandlungen die schlechteste Zahlungsmoral, gerade bin ich kurz davor, meinen ersten Mahnbescheid zu schicken.

Haha, das nimmt ja einen guten Gang, mein Versuch der Bücherpromotion, ich soll doch postive Stimmung verbreiten.

Also nochmal anders: Diese drei sorgfältig erstellte Kostbarkeiten sind die perfekten Mitbringsel.

Sie sind günstiger als eine Ladung Törtchen einer Berliner Konditorei. Sie halten ewig und bieten statt (zugegeben leckerer) Kalorien ganz viel Unterhaltung und Gedankenfutter.

Also los, weitersagen und bestellen bei

Und wenn noch jemand Tipps hat, wie man „Gatekeeper“ am klügsten auf ganz besondere Indie-Bücher aufmerksam machen kann, dann gern her damit. (Anschreiben und Klinkenputzen scheinen bisher nicht so erfolgreich).

Ich bin auf dem Sprung zu Pulse of Europe, meinem sonntäglichen Ausflug gegen Populismus und Nationalismus. Wahrscheinlich gibt es die Demo auch in eurer Stadt, aber da fange ich nun nicht noch eine Promotion an.

Schönen sonnigen Tag noch, egal wo!

Stoffspielerei: Kopfputz (fast) 20er Jahre

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Strass, Federn, Haarreif, Chenille, Silbergarn – das sind die Zutaten für meinen Kopfputz passend zum Thema der heutigen Stoffspielerei* in der Faschingszeit. Gastgeberin ist Gabi von Made with Blümchen aus Graz. In Österreich ist der Faschingsdienstag wichtiger als der Rosenmontag, habe ich von ihr gelernt.

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Weil ich schon länger vom Kopfputzthema wusste, konnte ich es gleich für eine Mottoparty nutzen.  Kleiderordnung waren die 20er Jahre, Boheme. „Federn und Glitzer im Haar!“ dachte ich, ohne groß zu recherchieren, und suchte einen alten Haarreif heraus. Den umwand ich mit fransigen Kreppstoffstreifen, legte ein Stück Strassband und etwas weißes Chenillegarn auf. Die ganze Deko fixierte ich dann mit Silbergarn, in schmalen Abständen um den Reif herumgewickelt.

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Zum Schluss mit drangebunden sind eine antike altrosa Straußenfeder (?) und etwas dunkles Gefieder, das eher an eine Jagdmütze passen würde. Der Reif hielt den ganzen Abend gut. Leider habe ich keine richtigen Tragefotos, alles verwackelt.

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Der Look bestand aus schmalem schwarzen Abendkleid, Federboa und einem echt alten Morgenrock von meiner Großmutter, der so edel aussieht, dass er locker als Abendmantel durchgeht. Das Material ist schon sehr mürbe und reißt bei der kleinsten Belastung, aber das war mir egal. Was sollen all diese Dinge immer in Kisten herumliegen. Ist doch toll, dass meine Oma nun quasi auf einer Party in einem Berliner Restaurant war, auch wenn es ihr wohl etwas zu queer gewesen wäre.

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Mein Look entsprach eher Fantasie-20ern, das war mir auch klar.  Erst nach dem Fest, von dem ich total begeistert war, fing ich richtig an, mich mit der Mode der Zeit zu beschäftigen. Erstes Fazit: Federn sind gar nicht so richtig 20er Jahre – zum Test habe ich die Jahrgänge der Berliner Leben durchgesehen. Federschmuck am Kopf fand ich nur bis 1919 (Revuegirls ausgenommen). Federboas gar nicht.

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An dem Abend hatten sich alle sehr viel Mühe mit ihrer Kleidung gegeben, der Ort war toll dekoriert- man trat ein, sah die weißgedeckten Tische, die geschmückten Menschen, weiße Hemdbrüste leuchteten, Perlenketten und Paillettenkleider glitzerten, viele schräge Boheme-Charaktere dazwischen.  Am Tresen eine Art Theo Lingen im Frack mit Monokel und Champagnerglas. Wie schön ist es doch, wenn sich alle wirklich feingemacht haben, wie viel herausragender wird das Ereignis!

Je mehr ich schaute, desto mehr fielen mir aber auch die auf, die sich (wie ich) in eine Art Klischee-20er gestürzt hatten, mit einer Fransenborte am Kleid und einer Indianerfeder im Stirnband. Dazu las ich bei den Partyveranstaltern Boheme Sauvage, was auf den Vintage-Festen unerwünscht ist: „kitschig glitzernde und geschmacklose Karnevalskostüme, Plastikartikel, schrille Perrücken, pinke Federboas und alles was der Zeit zwischen 1890 und 1930 ganz offensichtlich nicht angemessen ist. Wir apellieren ganz ausdrücklich an Ihren Sinn für Stil und Ästhetik. Auch das Tragen von offenem langem Haar ist leider in den Zwanziger Jahren absolut umodisch.“

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So ein Haarnetz wäre besser als ein Federreif gewesen! Ich finde es ja auch lustig, dass man bei 20er Jahre immer an die Flapper-Girls denkt, junge schicke und vor allem dünne Frauen. Wenn ich mir alte Fotos anschaue, dann finde ich fast nie solche Elfen – im Gegenteil, die meisten Frauen in den 20ern wirken sehr gestanden. Einen Ausdruck für Flapper-Girls gibt es auf Deutsch auch gar nicht.

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Jedenfalls weiß ich jetzt für meine nächste Boheme-Party sehr viel besser Bescheid, was Kleidung, Frisuren und Schminke und Nagellack angeht. Eine Federboa aus Hühnerfedern wie meine (erkennbar an den kleinen kurzen Federn) ist auch nicht so toll. Für Männer ist es ebenfalls nicht einfach. Zum Beispiel heißt eine Fliege nicht Fliege, sondern Schleife und muss auf jeden Fall selbst gebunden sein.

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Das Phänomen der Vintage-Parties erklärt eine Professorin in diesem Zeit-Artikel mit einer Reaktion darauf, dass wir uns inzwischen eher im Netz in Szene setzen. Die Straße ist anders als früher keine Bühne mehr ist. Anonymität und Unauffälligkeit sind wichtig, der Blick des anderen spielt in der Stadt keine Rolle mehr.

Demgegenüber zeichnet sich schon jetzt eine neue Sehnsucht nach geschützten analogen Öffentlichkeiten ab, in denen Mode kein Verstoß gegen den guten Ton ist. In größeren Städten sind historische Kostümfeste en vogue. Man kleidet sich im Stil der Zwanziger und agiert die Höflichkeitsformen und Manierismen versunkener Epochen aus.

Soweit für heute – vielen Dank an Gabi, die heute die Links sammelt. Schaut bei ihr vorbei – ich bin gespannt, was andere aus dem Thema gemacht haben.

Der nächste Termin ist der 26. März bei Karen, mit dem Thema: Shibori.

Schönen Sonntag allen, und ganz schnell noch ein Fund aus der Berliner Leben von 1926 (knüpft an den vorherigen Beitrag über Luises Halsbinde an) – in dieser Theaterszene ist Luise nämlich an ihrem Signature-Style-Kopfputz gut erkennbar:

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Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Ein Transvestit bei E.T.A. Hoffmann und andere Beobachtungen

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In diesen bitterkalten Berliner Januartagen bin ich voller Neugier zum Gendarmenmarkt gefahren – ich wollte den Blick auskundschaften, den der Dichter E.T.A. Hoffmann vor 200 Jahren auf das Markttreiben hatte. Schuld an dem Fangirling waren schöne Kleidungsbeschreibungen, die ich in Hoffmanns Erzählung „Des Vetters Eckfenster“ von 1822 gefunden hatte. Hoffmann wohnte direkt am Gendarmenmarkt, in der Erzählung fabuliert er mit einem Gesprächspartner über die Menschen, die sie aus dem Fenster heraus beobachten, sie dichten ihnen Geschichten an.

Schauspielhaus Berlin um 1825Gendarmenmarkt 1825

Nur einige Beispiele, garniert mit vielleicht ja passenden Bildern:

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Sie hat ein grell zitronenfarbiges Tuch nach französischer Art turbanähnlich um den Kopf gewunden, und ihr Gesicht sowie ihr ganzes Wesen zeigt deutlich die Französin. Wahrscheinlich eine Restantin aus dem letzten Kriege, die ihr Schäfchen hier ins trockne gebracht.

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Ein paar alte Weiber auf niedrigen Stühlen sitzend – ihr ganzer Kram in einem mäßigen Korbe vor sich ausgebreitet – die eine hält bunte Tücher feil, sogenannte Vexierware, auf den Effekt für blöde Augen berechnet – die andere hält eine Niederlage von blauen und grauen Strümpfen, Strickwolle …

Vor wenigen Minuten trat ein junges Mädchen von höchstens sechzehn Jahren, hübsch wie der Tag, deren ganzem Äußern, deren ganzem Betragen man Sitte und verschämte Dürftigkeit ansah, angelockt von der Vexierware, an den Korb. Ihr Sinn war auf ein weißes Tuch mit bunter Borte gerichtet, dessen sie vielleicht eben sehr bedurfte. Sie feilschte darum, die Alte wandte alle Künste merkantilischer Schlauheit an, indem sie das Tuch ausbreitete und die grellen Farben im Sonnenschein schimmern ließ. Sie wurden handelseinig. Als nun aber die Arme aus dem Schnupftuchzipfel die kleine Kasse entwickelte, reichte die Barschaft nicht hin zu solcher Ausgabe. Mit hochglühenden Wangen, helle Tränen in den Augen, entfernte sich das Mädchen, so schnell sie konnte, während die Alte, höhnisch auflachend, das Tuch zusammenfaltete und in den Korb zurückwarf.

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liebeseufzende Jünglinge in blauen Röcken zu Pferde oder in gelben Flauschen mit schwarzen Kragen zu Fuß

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die Mamsell hat gar hübsche Sachen an, der Shawl ist modern – der Hut passend zur Morgentracht, so wie das Kleid von geschmackvollem Muster – alles hübsch und anständig – o weh! was erblicke ich, die Mamsell trägt weißseidene Schuhe. Ausrangierte Ballchaussure auf dem Markt!

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Doch mir leuchten schon seit ein paar Minuten dort jene hohen weißen Schwungfedern in die Augen, die sich aus dem dicksten Gedränge des Volkes emporheben. Endlich tritt die Gestalt dicht bei der Pumpe hervor – ein großes, schlankgewachsenes Frauenzimmer von gar nicht üblem Ansehen – der Überrock von rosarotem schweren Seidenzeuge ist funkelnagelneu – der Hut von der neuesten Fasson, der daran befestigte Schleier von schönen Spitzen – weiße Glacéhandschuhe. –… Die geputzte Dame winkt an der Ecke des Theatergebäudes, um dem erblindeten Landwehrmann, der dort an die Mauer gelehnt steht, ein Almosen zu geben. Sie zieht mit Mühe den Handschuh von der rechten Hand – hilf Himmel! eine blutrote, noch dazu ziemlich mannhaft gebaute Faust kommt zum Vorschein. Doch ohne lange zu suchen und zu wählen, drückt sie dem Blinden rasch ein Stück Geld in die Hand, läuft rasch bis in die Mitte der Charlottenstraße und setzt sich dann in einen majestätischen Promenadenschritt…

Beim ersten Lesen dieses Textabschnittes dachte ich: Ach, das ist dann wohl eine für die Öffentlichkeit fein ausstaffierte Dame, die in Wirklichkeit hart arbeiten muss, daher die roten Hände. In Wirklichkeit schildert Hoffman hier aber einen Mann in Frauenkleidern, als Indiz liefert er dem Leser auch noch den Inhalt des Einkaufskorbs  („ein Paar Pantoffeln – ein Stiefelknecht“) und  nennt die Figur das „leichtsinnige Kind der Verderbnis“.  Männer, die gern Frauenkleider tragen und umgekehrt, Frauen, die als Mann auftreten, gab es durch alle Epochen hindurch. Die Bezeichnung Transvestit stammt dagegen aus dem 20. Jahrhundert, vom Sexualforscher Magnus Hirschfeld.

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Der Vetter in der Erzählung sitzt gelähmt am Fenster – so wie E.T.A. Hoffmann auch, der in seinem letzten Lebensjahr nicht mehr laufen konnte.

etahoffmann1812nachhenselgermanclassicsof05fran_0473E.T.A. Hoffmann

Vielleicht trug er ja auch die Kleidung des Vetters:

Nicht wenig erstaunte ich, als mir aus diesem Fenster das wohlbekannte rote Mützchen entgegenleuchtete, welches mein Vetter in guten Tagen zu tragen pflegte. … Als ich näher kam, gewahrte ich, daß mein Vetter seinen stattlichen Warschauer Schlafrock angelegt und aus der türkischen Sonntagspfeife Tabak rauchte.

Was ein Warschauer Schlafrock war, habe ich noch nicht raus, aber die Bezeichnung war damals verbreitet.

portrait-louis-royerPortrait des Bildhauers Royer

Hoffmann wohnte mit seiner Frau Mischa ab Juli 1815 im Eckhaus Taubenstraße 31/ Charlottenstraße. Das Wohnhaus, von dem er auf den Markt blickte, wurde später durch ein anderes Gebäude ersetzt, heute hätte der Dichter hier im 3. Stock am Fenster gesessen:

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Daran erinnert auch eine Gedenktafel am Haus (heute das Restaurant Lutter und Wegner).

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Hoffmann zeichnete selbst ein Skizze seiner Wohnlage, inklusive seines Kopfes mit Pfeife im Arbeitszimmer und den Blick auf die Gemüsefrauen neben dem Dom. Zur Verdeutlichung und in völligem Nerdtum habe auch ich hier auf einem alten Plan seinen Standort (hellblau) und seinen Blick (gelb) markiert

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und das Areal fotografiert:

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Viel mehr Informationen gibt es im Hoffmann-Portal. Bei den Recherchen wurde mir erst klar, wie viele Fans der als feierfreudig bekannte Dichter auch heute noch hat. So viele, dass sein Denkmal ständig geschmückt wird, hier mit Weihnachtsschmuck, Flaschen und Luftschlangen. (Vom Wohnhaus schräg gegenüber, neben dem Deutschen Dom im Gebüsch).

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Nach all dem Auskundschaften stärkte ich mich in der Cafeteria der Hochschule für Musik (neben Lutter und Wegner) zwischen Cellokästen an einem sehr guten Kuchen.

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Und dachte darüber nach, dass mich die Erzählung nicht nur wegen der Alltagsbeschreibungen angerührt hat: Es geht auch um Leiden und Tod. Hoffmann schrieb die Geschichte, als er schon totkrank war, kurz nach der Veröffentlichung starb er. Sein Alter Ego in der Geschichte, der gelähmte Vetter, hat am Bettschirm ein Bogen Papier befestigt, auf dem mit großen Buchstaben die Worte stehen:

»Et si male nunc, non olim sic erit.«

(„Wenn’s zur Zeit schlecht läuft, wird es nicht auch in der Zukunft so sein“, Horaz)

Das wünsche ich allen, bei denen es zur Zeit schlecht läuft: Einen Blick aus dem Fenster auf buntes Leben und bessere Zeiten.

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Meldung aus dem Ehrenamt

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Pilau-Reis als Dank, Flüchtlinge kochen für die Ehrenamtlichen

Seit Tagen bastelte ich nun an diesem Beitrag herum. Nach über einem Jahr Nähraum in der Flüchtlingshilfe wollte ich eine Zwischenbilanz ziehen, von Erfahrungen berichten und Ratschläge austauschen. Aber, es ist schwer. Bisherige Gespräche zeigen mir, dass momentan kein Platz ist für differenzierte Berichterstattung. Egal welche Seite, ob die mit Wutbürgerpotential oder die eher links-moralisch positionierte, sie hören mir nicht wirklich zu. Ich kann alle Reaktionen inzwischen wie ein Bullshit-Bingo im Schlaf aufsagen.

„Ihr wurdet beklaut? Unverschämt, wie kommen die dazu, wussten wir doch, das klappt nicht, passen nicht zu uns, schnellstmöglichst zurück…“

„Ihr wurdet beklaut? Das muss man verstehen, die waren so lange auf der Flucht, da ist das lebensnotwendig, das darf man nicht so eng sehen, wir haben doch genug…“.

Dieses Pingpong kann ich lustig weitermachen, gern auch zum Thema Rolle der Frau, Deutschlernen, Integrationswille, Anspruchshaltung usw.   Positive Erfahrung werden je nach eigenem Weltbild geglaubt oder heruntergespielt, mit den negativen ist es ebenso. Danach ist keiner einen Schritt weiter. Also plaudere ich nicht aus dem Nähkästchen (wie erfreulicherweise die Runde in diesem Zeit-Artikel ), rede nur allgemein.

Wenn ich eins im letzten Jahr gelernt habe, dann das: Wer Gutes tun will, muss ein wehrhafter Gutmensch sein.  So wie ein strenger, aber gerechter Lehrer besser ist als einer, dessen weiches Herz die Schwachen nicht vor dem Missbrauch der Starken schützen kann. Ich habe ich gelernt, dass unlösbar scheinende Probleme lösbar werden, wenn genügend vernünftige Leute zusammen kommen und überlegen, wie es gehen könnte. Vielleicht ist das sogar die beste Bilanz: Ich werde niemals vergessen, wie wir hier im Sommer 2015 aus unseren Kokons gekommen sind und angepackt haben, als die Not am größten war. Das war nur eine Email-Liste der Willigen, mehr brauchte es nicht. Wir sind alle noch da, eine ganze Schläfer-Armee der Hilfsbereiten, auch wenn es im Moment nicht so aussieht.

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Viele Aufgaben sind inzwischen von bezahlten Stellen übernommen worden, der Helferkreis ist kleiner, dafür beständiger. Die zur Zeit aktiven Ehrenamtlichen sind fast nur Frauen, Frauen in den besten Jahren. Nachbarinnen, Rentnerinnen, Vollzeitmütter, Freiberufler, Arbeitssuchende – sie geben Sprachkurse, betreiben eine Kleiderkammer und einen Nähraum, hüten Kinder, vermitteln Sportvereine, Jobs und Wohnungen, organisieren Ausflüge, Möbel und Umzüge. Wir sind nicht jung und hip und nicht in den Medien. Aber wir sind zusammen ein bisschen wie die Frauentruppe im Tatort vom letzten Sonntag – lebenserfahren, schräg, entschlossen und weise, das mag ich sehr.

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Unser Engagement ersetzt keine bezahlten Stellen. Kein Arbeitsvertrag verpflichtet uns, wir können jederzeit aufhören – ich bin auch schon längere Zeit weggeblieben, als ich nicht mehr konnte. „Warum gehst du da hin?“ wurde ich schon oft gefragt. „Weil ich neugierig bin“ war meine spontane Antwort, „ich will wissen, was los ist“.

Ich weiß nach einem Jahr bloß ein kleines bisschen mehr, aber ich weiß auf jeden Fall mehr als die, die immer alles ganz genau wissen.

An meine Mitstreiterinnen geht jedenfalls ein

chapeau

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Ja, auch wichtig, wie macht man den bunten Reis auf dem Foto?

Der Pilau/Pilaw-Reis war mit gegrilltem Gemüse vermischt und schmeckte hervorragend. Auf Youtube habe ich Al gefunden, der unter anderem auch zeigt, wie ein Teil der Reiskörner mit Lebensmittelfarbe eingefärbt werden.

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Nachtrag: Hier sammle ich mal weiter Fundstellen, die von Erfahrungen an der grauen Basis berichten:

Boris Palmer in der FAZ

Risse im Idyll, Spiegel

Von Putsch bis Badenixe – Neues aus dem Berliner Leben #Gemeinfreitag

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Durch einen Tweet der Berliner ZLB wurd ich darauf aufmerksam, dass die Bibliothek weitere Ausgaben der Berliner Leben – Zeitschrift für Schönheit und Kunst digitalisiert hat. Das freut mich natürlich sehr. Stichprobenhaft habe ich kurz in die 1920er Jahre hineingeschaut und gleich einiges gefunden, das man weiter untersuchen müsste. Warum zum Beispiel wurde die Nr. 11 der Zeitschrift 1920 beschlagnahmt? Vielleicht weil die inhaltliche Ausrichtung auf einmal deutlich erotischer ist?

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1926 gibt es zwei Badenummern.

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Ein mutiges Zweigespann? Wegen der Pose oder der Badeanzüge?

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Parallelen zu heute habe ich auch gefunden. Bei „Militärische Bilder der Putsch-Regierung“ wird man angesichts der Ereignisse in der Türkei natürlich aufmerksam. Im März 1920 versuchten Teile der Reichswehr und andere Kräfte mit dem der Kapp-Putsch die Weimarer Republik zu stürzen – der Versuch dauerte nur 100 Stunden. Anders als die Putschbilder vom letzten Wochenende zeigen die liegenden Soldaten in Berlin nur eine „Mittagsrast auf dem Wilhelmsplatz“.

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Fortschrittliche Bilder aus Istanbul 1928, die Mädchen und Frauen sind ganz modern gekleidet.

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1928 heißt die Zeitschrift nun Frauen-Illustrierte und kümmert sich sehr fortschrittlich um Frauenfragen.

Vorschlag: Entlohnung hausfraulicher Arbeit

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Kinderkrippe „Eines der größten Probleme für die berufstätige Frau ist die Frage, was aus ihrem Kinde wird…“

1928FrauenIllustrierteKrippe 1928

1928FrauenIllustrierteHausfrau

1928FrauenIllustrierteReklamechef

Ohne weiter in das Thema eingestiegen zu sein fällt doch auf, dass die Ausgaben in der 1920er Jahren erstaunlich freie und moderne Haltungen vermitteln. Kaum zu glauben, welch ein Rückschritt kurz darauf dann in der Nazizeit möglich war –  die Parallen zu heute gehen mir leider nicht aus dem Kopf.

Ich habe für diesen Bericht wirklich nur Stichproben aus den Ausgaben, hier noch Funde:

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In der Sammlung gibt es natürlich viel mehr zu sehen. Alle Bilder, auch in ihrer digitalen Form, hat die Bibliothek gemeinfrei gestellt, sie sind in der Public Domain. Danke dafür!

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Für Samstag noch ein TV-Tipp: Um 17:30 kommt als Retrofernsehen wieder ein Folge „Guter Rat am Zuschneidetisch“, das ist auf jeden Fall sehenswert (leider nicht in der Mediathek. Danke an Nahtzugabe/eine Leserin für den Hinweis).

Wer in der Nähe von Potsdam ist, könnte sich noch bis Sonntag in Potsdam die kleine Ausstellung „Uni-Form“ ansehen, mir hat sie sehr gut gefallen, Nahtzugabe hat darüber berichtet.

Allen ein Schönes Wochenende!

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Unter #Gemeinfreitag stelle ich  Fundstücke aus der Public Domain vor.  Blogs wie „Textile Geschichten“ wären ohne historische Bilder nicht machbar. Ich bin davon abhängig, dass Bibliotheken,  Museen und Privatleute ihre Bilder zur Weiternutzung freigeben.  Die Idee stammt von Moritz Hoffmann. Dort kann man auch mehr darüber lesen, welche riesigen Schwierigkeiten das Urheberrecht für Historiker birgt.

Tucholsky besingt Berlin, Familien können Kaffee kochen

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Jetzt im Lenz, wenn alle kleinen Knospen springen,

in Grünau die ersten Finken leise singen:

Zuckt es durch die Großstadt hin,

Tippmamsell und Schneiderin,

jeder Mann hat seine Brautens,

eins, zwei, drei, vier.

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Kleine Mädchen kommen in die Lenzeswochen.

Strohhut raus! Hier können Familien Kaffee kochen.

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Lenchens weiße Fahne

in der Vorortbahne

wird zerknautscht, wie kam das bloß

auf einen fremden Schoß.

Der Chef im Auto, Maxe auf dem Rad,

was eint denn schließlich doch die ganze Stadt?

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Das ist der Herzschlag, der zusammenhält,

süß eingehakt in einer Flammenwelt!

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Steigt der Tarif und steigt der Streuselkuchen und das helle Bier,

die Nase hoch! Denn uns kann keiner. Mensch! Vastehste: wir sind wir!

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Solang der Dampfer puckert zur Abtei,

sich Pärchen knutschen im April und Mai,

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wir Arm in Arm ins Freibad gehn:

Da sag ich nein! Ein‘ solche Stadt, die darf nicht untergehn!

 

Auszug aus: Das ist der Herzschlag,  Theobald Tiger (Kurt Tucholsky)

Schall und Rauch, 1920, Nr. 17.

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Irgendwann möchte ich es einmal schaffen, einen Blogpost so ohne weitere Worte stehen zu lassen. Kann ich aber nicht. Daher drei Anmerkungen.

Zu den Bildern:

Die Vorlagen stammen wieder aus der Zeitschrift Berliner Leben, via ZLB, Jahrgänge 1904 bis 1909. Diesmal habe ich mit Photoshop mehr schlecht als recht ein bisschen Farbe zugegeben. Von solchen nachträglichen Aufhübschungen hielt ich auch nicht viel, bis ich diese wirklich atemberaubenden Colorierungen alter Schwarz-Weiß-Fotos sah. Ich wünschte, das könnte ich auch.  Es tut mir ja schon lange leid, dass die alten Fotos das Leben damals so fremd erscheinen lassen,  obwohl sich die Spaziergänger draußen auch im Mai vor hundert Jahren über das Hellgrün und den duftenden Flieder in weiß und violett freuten.

Das Colorieren ist nicht nur ein technischer Aufwand, man muss auch recherchieren. Welche Farben hatten zum Beispiel die Uniformen der beiden Herren im ersten Bild? Ich bin nur so weit gekommen, dass es wahrscheinlich Ausgehuniformen der preußischen Garde waren, aber das ist ein sehr weites Feld.  Im Männern-sei-Dank-Internet scheinen Uniformfragen im Gegensatz zu den ‚weiblichen‘ Kleidungsthemen sehr gut abgedeckt.

(Andere Beiträge zu den von der ZLB gemeinfrei gestellten Digitalisaten: „Berliner Leben im Mai vor 100 Jahren„, „Parkbilder über den Atlantik„, „Berlin macht Ferien“  und „Runde Schönheiten und ein Kuchenstück“ .)

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Zum Gedicht:

Zwischen Tucholskys „Das ist der Herzschlag“ und den Bildern aus der Kaiserzeit liegen nur etwas mehr als zehn Jahre, aber das „Flammenmeer“(?) des 1. Weltkriegs war ein tiefer Einschnitt.  Nicht zu allen Bildern im Text fiel mir etwas ein. Ideen zu Lenchens zerknautschter weißer Fahne nehme ich gern noch entgegen, da bin ich mir nicht schlüssig. Ihr Kleid, ein Fähnchen? So bin ich überhaupt auch zu dem Text gekommen – beim Recherchieren zu ‚die weiße Fahne hissen‘ für die Redensarten-Sammlung.

Das Gedicht gab es 1920 offenbar auch als Lied, vom Kabarettisten Paul Graetz.

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Zum Kaffeekochen:

„Strohhut raus! Hier können Familien Kaffee kochen“ bezieht sich auf einen sehr interessanten Brauch von dem ich wünschte, es gäbe ihn noch heute.

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Friedrich II. hatte ja viele Ausländer wie Böhmen und Sachsen ins Land gelassen. Die Kolonisten siedelten sich auch in Gegenden rund um Berlin an, in denen es regen Ausflugsverkehr gab. Folgerichtig wollten sie gern Lokale im Grünen eröffnen. Die vor allem aus Sachsen stammenden Kolonisten im heutigen Berlin-Treptow hatten um 1800 eine gute Idee, wie sie die notwendige Getränkekonzession vermeiden konnten. Sie verkauften lediglich heißes Wasser und verliehen Geschirr, die Berliner brachten sich das Kaffeepulver und den Kuchen selbst mit. So umgingen die Gastwirte die Genehmigungspflicht und konnten eine günstige Einkehrvariante anbieten,  die ein voller Erfolg wurde.

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Die Geschäftsidee unter dem Slogan „Hier können Familien Kaffee kochen“ verbreitete sich schnell auch außerhalb Berlins und hielt sich bis ins 20. Jahrhundert. Tucholsky benutzt die Wendung für das Kleinbürgermilieu insgesamt, wenn er in einem Brief 1935 schreibt:

Es ist ein Unglück, daß die SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt. Hieße sie seit dem 1. August 1914 Reformistische Partei oder Partei des kleinern Übels oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas –: vielen Arbeitern hätte der neue Name die Augen geöffnet, und sie wären dahingegangen, wohin sie gehören: zu einer Arbeiterpartei. So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte unter einem ehemals guten Namen.

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Warum ich das auch heute noch gern hätte? Weil mir der Kuchen in den meisten Ausflugslokalen nicht schmeckt, Kaffee und Tee mau und die Bedienungen oft unterbesetzt / überfordert sind.  Da würde ich mir dann lieber gegen eine Gebühr meinen eigenen Kaffee oder Tee aufbrühen und mich in Frieden mit meinem Picknick und dem Leihporzellan an einen Tisch setzen. Wer weiß, vielleicht kommt das ja mal wieder.

Ich schließe mit einem Zitat von Friedrich dem Großen, der im Juni 1740 weiter war als wir jetzt:

„Alle Religionen sind gleich und gut, wenn nur die Leute, die sich zu ihnen bekennen, ehrliche Leute sind. Und wenn Türken und Heiden kämen und wollten das Land bevölkern, dann würden wir ihnen Moscheen und Kirchen bauen.“

In diesem Sinne: Frohe Pfingsten!

Feine Leibwäsche zum Sterben mit Kleist

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Im November 1811 wird hier, in der Nähe des Berliner Wannsees, ein Untersuchungsbericht verfasst. Eine Manns- und eine Weibsperson sind am Ufer tot aufgefunden worden. Der Mann hat offenbar erst die Frau erschossen, dann sich selbst.

Der Bericht vom 22. November 1811 beschreibt die Kleidung der beiden genau.

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Die Mannsperson war mit einem „braun tuchenen Überrock, weißer Battist-Musselin-Weste, grauen, tuchenen Hosen, und runden Schlappstiefeln“ bekleidet. Nur um den Mund herum hatte er ein wenig Blut.

Bei der Frauensperson in einem „weißen Batist-Kleide, blau tuchenen feinen Überrock, und weißen glassé-Handschuhen“ sah man einen blutigen Fleck von der Größe eines Talers unter der linken Brust auf dem Kleid, „welches an dieser Stelle auch verbrannt zu seyn schien.“

Das Paar hatte in einem nahen Gasthaus übernachtet und in ihren Zimmern Abschiedsbriefe hinterlassen. Kein Zweifel: Sie wollten gemeinsam sterben. Der Ehemann der toten Frau eilt herbei. Sie wird obduziert. Das Protokoll beschreibt weitere Details ihrer Kleidung:

„…feine weiße baumwollene Strümpfe, schwarze corduane Schuh mit schwarzen Band um den Fuß gebunden … und blaue seidene schmale Strumpfbänder“.

Dann heißt es noch: „Übrigens war sie mit Unterziehbeinkleidern bekleidet, und hatte sehr feine Leibwäsche.“

Wie sich herausstellt, handelt es sich bei dem Mann um den Dichter Heinrich von Kleist, bei der Frau um die vermutlich schwer an Krebs erkrankte Henriette Vogel. Wohl kein Liebespaar, nein, nur zwei in Todessehnsucht vereinte romantische Seelen. Kleist war schon länger auf der Suche nach einer Partnerin gewesen, die sich mit ihm zusammen das Leben nehmen würde. In Henriette, die verheiratete Mutter einer Tochter, hatte er eine des Lebens überdrüssige Gefährtin gefunden.

Wie könnte die Kleidung nun ausgesehen haben, die sie für ihren letzten Ausflug anlegten?

Der Mann im Überrock aus braunem Tuch, mit weißer Weste, grauen Hosen und Schlappstiefeln* ähnelte vielleicht diesen Herren:

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(* Schlappstiefel, besser Schlaffstiefel, ein Stiefel, dessen Beinleder keine Steife hat, schlapp oder schlaff herabhängt, wie ein nicht aufgebundener Strumpf.     Krünitz, 1827)

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Wie die Französin auf dem Bild unten trug Henriette sicher eines der zu Beginn des 19. Jahrhunderts modernen weißen Kleider in antiken Stil, dazu weiße Glacéhandschuhe. Glacé war ein sehr weiches und glänzendes Ziegenleder, das mit Talkum noch geweißt werden konnte. Wegen seines „glasierten“ Aussehens wurde es Glacé genannt (von frz. glacé = eisig).

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Die „corduanen“ Schuhe waren aus Corduanleder gefertigt, einem ebenfalls durch spezielle Gerbung sehr feinen, weichen Leder, das damals für Taschen oder Damenschuhe verwendet wurde. „Mit schwarzem Band um den Fuß gebunden“ sind auch die Schuhe bei dieser Frau im blauen Mantel aus dem Journal des Dames et des Modes von 1808.

journaldesdamesnov18o8BNF, 1808

Henriettes Überrock aus blauem Tuch könnte ähnlich ausgesehen haben.

Der Bericht findet es erwähnenswert, dass Henriette Unterhosen trug – eben weil das damals noch ungewöhnlich war. Beinkleider galten als männliches Kleidungsstück und waren für Frauen eigentlich gewagt. In einem satirischen Stich von 1810 über Neuerungen in der Mode wird eine Frau in Unterhosen gezeigt, richtig durchsetzen konnten sie sich aber erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts.

gillray1810nach Gillray 1810

Wahrscheinlich hatte besonders Henriette sich für den Tod ausgesucht schön gekleidet. Ihre feine Leibwäsche mag ein Hemd gewesen sein, das sie unter einem Mieder trug, aber Einzelheiten sind schwer zu wissen, weil die Unterwäschefrage bei den Kleidern im Empirestil unklar ist. Die weißen Baumwollstrümpfe könnten wie diese im Metmuseum ausgesehen haben und die blauen Strumpfbänder, mit denen die Strümpfe über oder unter dem Knie festgebunden wurden, ähnelten vielleicht dem Exponat unten aus Schweden. Nur waren sie wohl etwas zierlicher, denn der Untersuchungsbericht erwähnt extra „schmale Strumpfbänder“.

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Wie Zeugen berichten, waren Henriette und Heinrich vor ihrem Tod sehr heiter gestimmt. Sie ließen sich einen Tisch und Stühle ins Freie bringen, bestellten viel Wein und Rum, sprangen gut gelaunt herum.

Heute führt zum Grab am Ort ihres Doppel-Selbstmords ein gut ausgeschilderter Weg, den man vom S-Bahnhof Wannsee aus beginnen kann. Im Sommer gibt es sogar einen Rundgang mit Hörspiel. Ob darin auch die Kleidung der beiden erwähnt wird? Ich habe mir fest vorgenommen, das in diesem Jahr noch herauszufinden.

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Mehr als ein Neun-Tage-Wunder, #bloggerfürflüchtlinge No. 2

„It is but a nine days wonder“, nur ein Neun-Tage-Wunder, heißt es auf englisch, wenn eine Neuigkeit nach kurzer Zeit nicht mehr die Schlagzeilen beherrscht. Diese Regel wende ich schon lange an, wenn mich etwas aufregt oder bewegt. Meist stimmt sie. Sogar die Katastrophe vom Word Trade Center war am zehnten Tag, am 21.9.2001, nicht mehr Thema Nummer 1, ich schwöre es.

Mein letzter Post zum Thema Flüchtlinge und der Aktion #bloggerfürflüchtlinge ist nun schon 14 Tage her und ich gestehe, es fällt mir schwer, mich dem Blogalltag zuzuwenden. Gerade mit Twitter ist kaum möglich, Abstand zu gewinnen. Man kann die ganze Nacht über live mitfiebern, ob es ein Flüchtlingskonvoi über die ungarische Grenze schafft,  wie viele neue Flüchtlinge gerade jetzt in Berlin ankommen und ob sich die Stimmung im Ausland nicht vielleicht doch noch in Richtung #refugeeswelcome wendet.

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Danke allen Journalisten und Aktivisten, die so mutig sind, sich an die Brennpunkte zu begeben!

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Wie das alles wegstecken, so dass man noch schlafen kann? Mit hilft es, mehr Hintergrundinformationen zu sammeln.

Ganz wichtig: Viele Geflüchtete legen großen Wert darauf, gepflegt auszusehen, nicht aufzufallen. Das würde ich sicher ganz genau so halten, wäre ich irgendwo nach langer Flucht gestrandet.

„Unsichtbar bleiben Szenen wie jene auf dem Autobahnrastplatz, an dem auch die Shamos deutschen Boden betraten: Da zieht eines Morgens ein Vater seinen fünf Töchtern die letzten sauberen Sachen an, Jeans mit Pailletten, Pullover mit Schmetterlingsmuster. Er wäscht ihre Gesichter, kämmt ihre Haare, damit sie ordentlich vor die deutschen Behörden treten. Und ihnen etwas Selbstachtung bleibt.“   ( Geschichten aus Deutschlands Lampedusa, Die Zeit 23.8.15)

Die Sache mit den Smartphones – Warum gerade Flüchtlinge ein Smartphone besitzen

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Irre Bilder aus den Messehallen in Hamburg

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Wie das organisiert wird: Logstik? Na logisch! (SPON)

und am Sonntag im NDR eine Doku dazu: 7 Tage helfen

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Kuscheltiere sind als Willkommensgruß nett gemeint, aber in Kleiderkammern nicht so optimal – lassen sich nicht waschen.

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In dem Zusammenhang: Gummibärchen und Co sind nicht halal, weil mit Schweinegelatine. Muss man alles erst lernen.

Es gibt einige „Stricken für Flüchtlinge“-Aktionen. Falls ihr da mitmachen wollt: Es wäre sicher klug, sich mit den Stellen abzustimmen, an die die Stricksachen gehen sollen. Es könnte sein, dass man komplett am Bedarf vorbeistrickt :-) Richtiges Spenden ist nicht nur gutgemeint. Eigentlich gilt das generell. Koordination ist wichtig. Im Moment laufen in Berlin sehr viele Kleiderkammer-Aktonen parallel, jeder scheint das Rad neu erfinden zu wollen. Diejenigen, die sich nur über geschlossene Facebookgruppen und Webseiten mit Registierungspflicht organisieren, schließen alle aus, die nicht internetaffin sind. Wertvolle Erfahrung und Arbeitskraft geht verloren.

Fragen?

Die großen Medien haben  seit etwas mehr als neun Tagen das Thema „Deutschland hilft“ nach vorn gebracht, schon trudeln die ersten Relativierungen ein.

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Zuerst hat mich das gestört, denn die Hetze in sozialen Netzwerken, Gewalt wie in Heidenau und Anja Reschkes Aufruf, dem etwas entgegen zu setzen, ist doch noch ganz frisch. Mit der Gegenoffensive hat es geklappt, gerade die letzte Woche hat noch einmal eine riesige Welle an Hilfsbereitschaft bewirkt. Aber die anderen Stimmen sind ja nicht weg, sie können sich jeder Zeit wieder Bahn brechen.

„Es ist vordergründig Hilfsbereitschaft. Doch es ist viel mehr noch ein Aufstand der Zivilgesellschaft gegen politisches Versagen und die ausländerfeindliche Hetze.“ (Misik/DerStandard)

Andererseits nützt es nichts, wir müssen uns mit allen auch zweifelnden Fragen auseinandersetzen. Seit ich (im bescheidenen Maße) in einer Kleiderkammer helfe, denke ich viel über ehrenamtliches Engagement, Geben und Empfangen nach. Für diejenigen, die da auch einiges bewegt, hier Links:

Tut mir leid für die Gedankenfetzen, mehr ist zur Zeit nicht drain. Zumindest sind Fetzen ja meist textil :) Falls ihr noch Links habt, die beim Verarbeiten der Eindrücke helfen, gern her damit in den Kommentaren.

„This is fashion, not politics“.  „Everything’s politics“ 

(aus dem Film Mahogany)

Bericht aus der Kleiderkammer #BloggerFuerFluechtlinge

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Überlegt ihr, bei einem Flüchtlingsheim Spenden abzugeben? Oder habt ihr schon Sachen vorbeigebracht und fragt euch, wie es danach weiter geht?

Das geht dann so:

Jemand Freiwilliges, vermutlich eine Frau, nimmt sich Tüte/Tasche/Karton, öffnet sie und schaut, was drin ist. Sie durchsucht den Inhalt schnell. Wenn nur Sachen einer Art darin sind, ist das gut, denn der Sack kann gleich in den entsprechenden Bereich zum Weitersortieren. Kinderkleidung in das Lager mit den Kindersachen zum Beispiel,  Spielzeug, Schuhe, Taschen, Schulsachen, Drogeriewaren, Geschirr und so weiter in andere Ecken.  Die Männerkleidung schaut die Freiwillige sofort genauer durch und zieht Hosen, langärmlige T-Shirts und Schuhe heraus, bringt sie nach vorn in den Raum mit der Ausgabe. Da stehen Männer aus Syrien, vom Balkan oder aus Afrika in Flipflops und suchen vergeblich nach Hosen in Größe S und Schuhen in Größe 40, 41, 42, 43.  Das Männerschuhregal ist leergefegt, während daneben Berge von Frauenschuhen noch auf eine Sortierung nach Größen warten.

Als sie gerade dabei ist, den Inhalt eines großen Reisekoffers durchzusehen, gibt ihr ein älterer Mann mit Händen und Füßen zu verstehen, dass er gern den Koffer hätte. Sie weiß schon, sie kann den nicht einfach so vergeben, das wäre ungerecht. Vielleicht ist irgendwo eine Familie, die ihn viel nötiger hat, die kommt dann mit einem Schein und darf einen Koffer oder eine Reisetasche mitnehmen – wenn denn gerade so etwas da sein sollte.

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„Wieso können die Flüchtlinge das denn nicht selbst sortieren? Die haben doch Zeit.“ Das hat sie schon mehrmals gehört. Was soll sie antworten? Dass man hundert Durstigen in der Wüste nicht eine Palette Wasserflaschen hinstellt und sagt: Hier, nehmt euch?

Was toll ist: Wenn die Spender sich auf der Bedarfsliste der Initiative genau durchgelesen haben, was gebraucht wird. Wenn sie vielleicht sogar etwas von der Liste neu gekauft haben. Wenn auf den Spendentüten draußen schon drauf steht, was drin ist, am allerbesten mit Größenangabe. Wenn die Sachen heil und gewaschen sind.

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Während sie die Säcke durchgeht, kommen immer wieder neue Lieferungen an. Sie hatte sich vorgenommen, heute wenigstens die Tüten im Flur zu schaffen, aber innerhalb weniger Stunden hat sich die Menge vervierfacht. In den anderen Räumen lagern noch viel mehr Säcke, die sortiert werden müssen. Es macht sie ganz unruhig, dass da vielleicht irgendwo Sportschuhe drin sind, die die alleinreisenden Minderjährigen mit ihrem Sozialarbeiter vorhin vergeblich gesucht haben. Vielleicht ist da auch Nachschub für das letzte große Langarm-Shirt, über das sich der arabisch aussehende XL-Mann mit mehreren Luftsprüngen so sehr gefreut hat.

Viele hilfsbereite Menschen kommen vorbei und fragen, was sie tun können, das ist beeindruckend. Auf jeden Fall zum Beispiel Sortieren, sagt sie. Die Frauen (und ein Mann) wollen wiederkommen.  Ja, es genügen auch nur mal zwei Stunden, jede Hand wird gebraucht. Toll wäre, wenn sich jemand um den Raum mit den Nähmaschinen kümmern könnte. Sie sind alle funktionstüchtig, Garn, Nadeln, Scheren, Bügelbrett, Stoff ist da. Wolle, Stricknadeln gibt es auch. Die Bewohnerinnen fragen immer wieder nach, wann sie nähen können.  Aber dafür müssten erst all die Säcke aus dem Raum heraus, und jemand müsste es übernehmen, feste Nähzeiten anzubieten. Die Helfer, alle ehrenamtlich, schaffen es mit Ach und Krach, die Ausgabetermine für die Kleidung zu organisieren, mehr ist nicht drin.

Am Abend geht sie nach Hause, völlig kaputt. Sie soll alles so liegenlassen, haben die anderen gesagt, sie soll auf sich aufpassen, nicht zu viel zu machen. Sie soll auch den Kopf abschalten, aber ein Bild lässt sie nicht los: Der kleine Junge, der sich Schulsachen aussuchen durfte, weil er in einer Willkommensklasse eingeschult wird. Wie er da stand da, pfiffig und stolz in seinem Fußballshirt und seinen abgewetzten rosa Crocs. Er konnte schon ein bisschen deutsch und wünschte sich für den Schulweg unbedingt einen „Regenschirm“, das Wort kannte er ganz genau und hielt sich den imaginären Schirm über den Kopf. Wir hatten keinen Regenschirm, nirgends.

Ich hätte ihm sehr gern einen Regenschirm gekauft. Aber dann dachte ich an die anderen Kinder an seiner zukünftigen Schule, die sich untereinander erzählen, „die Flüchtlinge haben alle ein Iphone 6“ und die gespendete Schulranzen, abgewetzte rosa Crocs und einen Regenschirm wahrscheinlich uncool finden werden. Vielleicht wird dieser kleine pfiffige Junge nicht mehr lange so stolz sein, aber vielleicht ist das nicht das Schlimmste, vielleicht holt ihn auch die Polizei aus dem Klassenzimmer, weil er zurück in sein Land soll, obwohl für all diese kleinen wachen Menschen hier genug Platz wäre.

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Ich danke an dieser Stelle einmal all den vielen Helfern, die unbeachtet von allem dem großen Gerede und Geschrei einfach anpacken und etwas tun, in welcher Form auch immer. Ganz besonderes danke ich hier mal den Frauen, die mit ihrer Tatkraft und Lebensklugheit viele solcher gemeinnützigen Einrichtungen und insbesondere die Kleiderkammern am Laufen halten.

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Wenn ihr etwas tun möchtet:  Sucht im Internet nach den Flüchtlings-Initiativen in euer Nähe, vieles läuft auch über Facebook. Oft steht im Internet, was gebraucht wird. Mailt dorthin, oder geht direkt zu den Einrichtungen und fragt nach, was ihr helfen könnt. Wenn sich gerade erst Initiativen bilden, macht mit, jetzt oder später. Tut nicht mehr, als in eurer Kraft steht. Geldspenden helfen auch sehr, denn dann können z.B. die fehlenden Turnschuhe gekauft werden. Und wenn ihr in Berlin im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bei einem Nähraum mithelfen möchtet, meldet euch gern bei mir per Mail: info@textilegeschichten.net

Ein anderer Blick in eine Kleiderkammer in Berlin bei Mareice, sehr beeindruckend.

Ein Bericht mit konkreten Tipps: „Die 4 Tyen von Kleiderspendern„.

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UPDATE

Flagge zeigen und Augen öffnen! Es gibt jetzt eine Internetseite der Aktion #BloggerfuerFluechtlinge mit einer Verknüpfung der teilnehmenden Blogs und einer Spendensammlung bei betterplace.org

Parkbilder über den Atlantik

Dame mit Tasse in Boston, 1895–97

1906 125 Berliner Dame mit Tasse, 1906

Im Mai gab es hier Parkbilder aus Berlin um 1900 zu sehen. Nun bin ich beim MetMuseum auf Aquarelle des us-amerikanischen Postimpressionisten Maurice Prendergast gestoßen, der um die Jahrhundertwende ebenfalls Szenen im Grünen eingefangen hat, nur eben auf der anderen Seite des Atlantiks. Mir gefallen die Aquarelle sehr gut. Ich musste sofort an die Berliner Aufnahmen denken. Die Fotos in Schwarz-Weiß wirken im Vergleich zur Malerei so gedrückt. Freude, frische Luft und Leichtigkeit ist schwer vorstellbar. Die Aquarelle des amerikanischen Malers geben vielleicht eine Ahnung davon, wie bunt und lebendig die sommerlichen Stunden auch in Berlin gewesen sein könnten. Daher nachfolgend eine kleine Gegenüberstellung aus beiden Welten.

Maurice Prendergast, Pedestrians in a Park, 1900-1903

Spiele auf einer Landpartie, Berlin 1901

1902 157

Auf dem Schoß in Boston, 1895–97 (Large Boston Public Garden Sketchbook)

Auf dem Schoß im Berliner Zoo, 1904

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Kinderwagen im Park in Boston, 1895–97

Kinderwagen im Berliner Tiergarten, 1898

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Unterwegs mit dem Dreirad, Boston, 1895–97

Kinderkarre in Berlin 1904

1904 134

Parkbänke mit Mädchen und Frauen. Ob die Dame in den USA mit Sonnenschirm und Handschuhe die Mutter ist? Auf der Berliner Bank im Zoo könnte es auch das Kindermädchen sein, das die Zeit zum Häkeln nutzt.

1904 134 (3)1904

Teiche und Fontänen

1904 halensee

Nach dem Spaziergang im Lokal trinken und rauchen die Herren mit ihren Zylindern auf dem Kopf, hüben wie drüben.

Frau vor einem Café, Boston,  1895–97

In der Holländischen Likörstube, Berlin 1904

1904 bar

Schade, dass sich die Berliner Fotos nicht lebendiger machen lassen. Man könnte sie ja colorieren, aber das sieht eigentlich immer blöd aus. Vielleicht haben ja für heute die Aquarelle aus Übersee ein bisschen abgefärbt.

Alle Aquarelle:

Maurice Brazil Prendergast (American, St. John’s, Newfoundland 1858–1924 New York), via MetMuseum. (Bis auf das erste Bild alle Skizzen aus Large Boston Public Garden Sketchbook, 1895–97, Link=Klick aufs Bild). Derzeit läuft im Museum auch eine Ausstellung mit Prendergasts Bildern.

Alle Fotos:

Zeitschrift Berliner Leben bei der ZLB, die Zentral- und Landesbibliothek Berlin.

P.S.

Ist zum Glück kein Aquarell: Das ganze Foto der Berliner Dame mit Tasse (oben im Beitrag als Ausschnitt). Frau Kammersänger Rothmühl ist in der Sommerfrische in Marienbad. Mit Ehemann, Flock, Flick, Lady und Bijou.

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