Stoffspielerei im April: Plisseeee

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Lucy  von Nahtzugabe hatte für die heutige Stoffspielerei* das Thema Plissee vorgeschlagen.  Dazu war ich erst einmal ratlos. Schließlich braucht man für Plissee eigentlich eine Profimaschine und Profischablonen. Nicht weit von mir liegt eine der wenigen Plisseebrennereien Deutschlands, die Firma Gießmann. Mehrere Zeitungen berichteten bereits darüber, zum Beispiel hier: „In kunstvolle Falten gelegt„.  Die Pappschablonen werden offenbar per per Hand gefaltet – das kommt für mich nicht infrage. Wie kann das regelmäßig werden?

Zum Glück  fand ich in Reclams Mode- und Kostümlexikon beim Eintrag zu „Plissee, das (von frz. pli ‚Falte‘)“:

…. Sehr fein und regelmäßig plissiertes Leinen grub man in Birka, dem schwedischen Handelszentrum (ca. 800-975) der Wikinger, aus. Da die Falten rund sind, wurde wahrscheinlich das Plissee durch Einnähen und Zuziehen von Fäden erreicht, die man nach dem Waschen und Trocknen des Stoffs wieder entfernt hat.

Also machte ich es wie die Wikinger und zog Nähgarn durch einen abgeschnittenen Hemdärmel.

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Natürlich rissen einige dieser Fäden beim Zusammenziehen, was bei solchen Projekten ein SUPERGAU ist. Daher: Für so etwas IMMER festen Zwirn nehmen, auch wenn man gerade zu faul ist, welchen zu suchen.

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Nun hatte ich mein kleines Faltenpaket, aber wie weiter?

Ich fand dieses französische Video über einen Plisseur und  lernte, dass meine Baumwolle nur gefaltet bleiben wird, wenn ich sie niemals wasche. Monsieur Lognon der Plisseur rät zu Kunstfaser wenn das Plissee waschbar sein soll, sonst ist es nach der Wäsche dahin,  sinon, c’est foutu.

Einen Dampfschrank wie die Profis hatte ich natürlich nicht, aber  früher wurde einfach über einem Kochtopf im Wasserdampf fixiert, das versuchte ich dann auch. Das Päckchen eine Stunde im Sieb über leicht köchelndem Wasser durchziehen lassen, dann über Nacht langsam trocknen .

Am nächsten Morgen war ich nach dem Heraustrennen der Fäden angenehm überrascht.

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Das gefällt mir wirklich gut. Ich könnte noch eine zweite Manschette plissieren und beide mit Knöpfen um die Handgelenke herum verschließen (am besten einfach die festen Manschetten von einem Oberhemd abschneiden und das Plissee aufapplizieren).

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Mit Waschbarkeit ist es dann auch nicht so ein Problem, man könnte Flecken vorsichtig per Hand austupfen. Als Kragen oder Jabots könnte ich mir so ein Plissee auch gut vorstellen.

Ein bisschen erinnert mich mein Ergebnis auch an dieses Brillenetui, das ich schon vor ein paar Jahren einmal bezogen habe – das sind unregelmäßig abgenähte Falten.

2016-04-23 22.02.13 Das Innere ist ein Schnappetui mit Werbeaufdruck vom Optiker. Wie das ganz einfach zu beziehen ist habe ich bei diesem Brillenetui  einmal gezeigt.

Nun schnell weiter zu Lucy  von Nahtzugabe von der ich weiß, dass bei ihren Vorbereitungen ein Backofen eine Rolle spielte, das ist spannend!  Vielen Dank an Lucy für das Linksammeln.

Ich werde mir auch alles ansehen, aber das Kommentieren bei Blogspot-Blogs ist inzwischen für Externe so frustierend, daß mein Duchhaltevermögen dafür vielleicht nicht reicht.

NACHTRAG: Christoph hat in den Kommentaren darauf verwiesen, dass Kleidung um 1800 zum Waschen die Falten wieder mit (wenigen) Fäden fixiert hat, das hat gut geklappt.

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Vormerken: Der nächste Termin für die Stoffspielerei ist Sonntag, der 29. Mai 2016 bei Karen mit dem Thema “Schrift im/in/auf Textil”.

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Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Der Plan für die nächsten Monate, kurzfristige Terminänderungen sind möglich:

26. Juni Frifris, Thema „Löcher“

SOMMERPAUSE

Wiederaufnahme voraussichtlich am 25. September bei mir, Thema: Von Gold bis Blech – Metallstickerei

 

 

Ideen vom Runway Teil 2

Hier nun ein verspäteter weiterer Blick in meine kleine Sammlung „Looks von den Laufstegen“.  Looks, die sich mit Gebrauchtkleidung nachahmen ließen.

Bei dieser Schau dachte ich gleich daran, abgelegte Oberhemden umzuarbeiten:

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( Vionnet, SS 2014)

Tücher oder Seidenreste ließen sich so nutzen:

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( Alberta Ferretti, SS 2014)

Angesichts meines riesigen Hemden- und Blusenstapels hatte ich zu beiden Themen große Pläne, bin aber nicht weit gekommen:

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Wobei das geknotete hellblauen Hemd auf jeden Fall schon ein Gewinn ist. Ich habe nämlich einen Weg gefunden, den riesigen Boller zu vermeiden, den man bei einem echten Knoten vor dem Bauch hat. Es braucht nur einen Schere und weniger als eine Minute:

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Schrägen Schlitz einschneiden (bestenfalls natürlich gesäumt, wie ein langes Knopfloch)

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Hemdenzipfel auf der eingeschnittenen Seite nach innen legen und durch den Schlitz nach vorn ziehen.

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Ggf. untersten Knopf nach innen knöpfen, d.h. der Knopf ist innen zu sehen.

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Den Zipfel der anderen Hemdseite durch den Schlitz von Innen nach Außen ziehen. Fertig.

Zum Abschluss noch ein Blick zum sardischen Designer Antonio Marras, der sich gern von Altkleiderverwendung inspirieren lässt. Nastjusha hatte im ersten Teil dieser Ideensammlung schon auf ihn als Meister des ungewöhnlichen Stoffkombinationen und Applikationen hingewiesen. (Vielen Dank für den Link zur Hebst-Winter-Kollektion 13/14) Für den Sommer 2014 sehen seine Material- und Mustermixe so aus:

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( Antonio Marras, Resort 2014)

Antonio Marras in einem Interview mit Spiegel Online 2010

Marras: Mich faszinieren Kleidungsstücke von Anno Dazumal. Ich stell mir immer vor, wer sie einmal getragen hat und warum. Ich kann sie nicht wegwerfen, das wäre so, als würde ich ein Leben auslöschen.

SPIEGEL ONLINE: Sie sollen schon aus alten Fräcken Frauenkleider geschneidert haben.

Marras: Mir waren 100 Stück aus Wien geliefert worden, die habe ich auseinandergetrennt, neu geschnitten und dann in Frauenkleider zurechtgeschneidert. Bei der letzten Modenschau waren es 40 Vintage-Unterröcke. Es macht mir große Freude, diesen in Vergessenheit geratenen Kleidungsstücken neues Leben und ihre Würde zurückzugeben.

 

Neues Leben für alte Kleider – das ist weiterhin mein Ziel. Es muss ja nicht gleich die große Robe sein. Auch kleine Reparaturen und Abänderungen können schon viel bewirken – dazu dann aber ein andermal noch mehr.

Stoffspielerei im März: Pomponborte

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Karen hat in diesem Monat das Motto „Borten“ für die Aktion Stoffspielerei ausgegeben.  Dazu habe ich noch einmal eine Knospenkette versucht. Die Knospen sind eine Weiterentwicklung gehäkelter Pomponborten,  mit denen ich mich vorn den Kauf-Pomponborten unabhängig machen wollte. Die Gekauften kamen nämlich sehr unansehlich wieder aus der Wäsche.

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Mit der Häkelversion ist man frei in Farbe, Form und Länge.

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Sicherlich gibt es online auch Anleitungen für solche Borten. Ich zeige hier mal, wie ich es mache. Es ist nicht schwer. Wenn ihr schon gehäkelt habt, könnt ihr ja vielleicht mit diesen Hinweisen etwas anfangen. (Und wenn jemand einen guten Link dazu hat, füge ich ihn noch ein).

Schwer zu erklären, aber leicht zu machen.

Mit dem Prinzip kann man dann noch andere Knubbelgebilde gestalten. Die Kastanienknospen vor meinem Fenster, die kurz vorm Aufspringen sind, hatten mich inspiriert.

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Danke, Karen, fürs Sammeln diesen Monat. Mal sehen wer noch mit Borten gespielt hat!  Drüben bei Karen läßt sich das rausfinden.

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Schöner Haaretrocknen

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Manche Blogposts lagern ewig als Rudiment herum, bis plötzlich „kling“ der richtige Moment kommt. So ein Moment war heute morgen, als ich Lucy halbfertig in ihrem Blog sah. Es gibt also doch Bedarf für dieses Gadget: Den patenten Handtuch-Haartrockner-Turban.

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So sieht er aus. Und so wird er gemacht:

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Und so wird er getragen: Entweder den Kopf mit den nassen Haaren nach vorn hängen und die runde Seite des Turbans um den Hinterkopf legen. Das dünnere Ende vorn zwirbeln und rückwärts in das Gummiband auf dem Oberkopf stecken.

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Man kann aber auch umgekehrt das lange Ende nach hinten legen und das runde Ende um die Stirn.

(Ursprünglich wollte ich diese Sache mit dem Thema „Haarewaschen ohne Shampoo“ verbinden. Ich bin ja über die us-amerikanischen Kreativblogs zum Bloggen gekommen und daher auch in die dort verbreitete „No-Poo-Bewegung“ geraten. Der Theorie nach brauchen Haare und Kopfhaut gar kein Shampoo, bzw. ist Shampoo schädlich, weil es die Talgdrüsen erst zur Überproduktion anregt. Früher gabs auch kein Shampoo, etc. geht die Argumentation. Weitere Informationen auf deutsch z.B. beim Vegan-Beauty-Blog. Das schien mir nachvollziehbar und ich probierte es, meine Haare nur noch mit Wasser zu waschen. Das geht schon, aber meine Haare wurden nie so toll wie in den anderen Erfahrungsberichten beschrieben. Irgendwann bin ich dann wieder zu Shampoo zurückgekehrt, brauche es aber jetzt viel seltener als früher. Insofern ist an der Theorie wohl schon was dran. Jetzt würde mich interessieren: Hat hier jemand von euch auch solche Versuche gestartet? Mit welchem Ergebnis?)

Bastelstunde

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Dreidimensionale Glückwunschkarte für ein Septemberkind.

Geburtstage, Geburtstage, je länger ich lebe, desto mehr Menschen gibt es zu beglückwünschen. Außerdem häufen sich die Geburtstage in manchen Monaten, während in anderen Flaute ist. Ich habe keinen Hang zur Astrologie, aber es ist schon komisch.

Passenderweise bastle ich gern, und freue mich darauf, eine Karte zu machen. Pop Up-Karten liebe ich ja besonders. In meinem 217ten Leben möchte ich Paper-Engineer sein (= die, die Pop-Up entwerfen). Hier kommt nun eine schnelle Version, die sich beliebig abwandeln lässt.

Man braucht festes Papier, z.B. Zeichenkarton oder Blanko-Karteikarten.  Außerdem bunte Bilder. Ich benutze hier Ausschnitte aus einem verwaisten Kinderbuch.

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Man faltet ein großes und ein kleines Stück Papier, Größe beliebig.

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Das kleine Stück gefaltet 2x einschneiden

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nach hinten knicken

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zurückfalten

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und in die andere Richtung drücken.

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Das Stück in die große Karte stellen. Wenn man sich über die Position sicher ist, festkleben.

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An diesen Vorsprung kann man nun Bilder kleben, je nach Lust und Anlass.

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Man muss nur gucken, ob beim Zusammenklappen das angeklebte Bild oben herausschaut. Das ist hinderlich, wenn man die Karte in einem Umschlag verschicken will.

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Die Phantasie kommt beim Basteln, viel mehr ist möglich. Besonders gut auch mit Kindern zu machen. (Wenn man Kinder hat, die mit einem noch was machen wollen.)

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Leider bin ich nicht gut in Schriften. Da kann dann aber auch so ein Buch oder eine Zeitschrift herhalten. Zu dumm, dass ich keine  Mathilde kenne. Ich könnte gleich schon wieder losbasteln.

Hier hatte ich eine andere Pop-Up-Kartenidee gezeigt. Gut, dass ich das damals aufgeschrieben habe, denn die Variante hatte ich schon wieder vergessen. Eigener Blog als Erinnerungsservice, hehe.

Monogramme und Namen sticken

Erinnert ihr euch an die Sache mit den bestickten Leinenbeuteln aus „Menschen im Hotel“?  Mir fiel sie wieder ein, als wir bei einem Abendessen  bestickte Servietten  neben unseren Tellern fanden. Jede zeigte ein anderes rotes Monogramm.  Der Gastgeber hatte sie auf Flohmärkten gekauft, in allen möglichen Stil- und Buchstabenkombinationen.

Nun hatte dieser Freund Geburtstag, und ich wollte ihm Servietten mit seinen eigenen Initialen schenken. Oben auf dem Foto seht ihr die drei Varianten, die ich gestickt habe. Von links nach rechts wurde die Ausführung mit mehr Übung immer besser. Später habe ich dann weitergemacht, für den eigenen gedeckten Tisch.

1. Monogrammvorlagen

Der Entwurfsschritt ist mit Abstand der aufwendigste, weil selten genau die Kombination zu finden ist, die man braucht. Man muss sie sich aus Vorlagen heraussuchen und selbst zusammenstellen. Ich habe am Ende dann doch mit Photoshop gearbeitet, aber es würde auch „per Hand“ gehen. (Mussten die früher ja auch).

Quellen für Monogramme

„From old Books“, Suche nach Buchstaben möglich

Google-Bilder Suche „Intials“

Oder von Graveuren heraussuchen

2. Vorlage abpausen und auf den Stoff bringen

Die Vorlage habe ich auf Transparentpapier abgepaust.  Dann das Tansparentpapier umgedreht und mit einem Bügelmusterstift nachgezeichnet. Die Vorlage muss dabei spiegelverkehrt erscheinen. Beim Aufbügeln der Zeichnung das Bügeleisen am besten nicht bewegen, sonst verrutscht alles. Ohnehin ist es nicht so einfach, die Vorlage deutlich auf den Stoff zu bekommen.

(Wenn man sich die Vorlage schon im PC spiegelverkehrt macht, ist es noch einfacher. Und wer einen Touchscreen hat, kann auch direkt vom Bildschirm abpausen, muss dann aber eine Glasplatte, Handschuhe o.ä. dazwischen haben, damit der Bildschirm nicht auf die Finger reagiert.)

3. Sticken

Das Sticken macht am meisten Spaß. Am besten ging es für mich mit einem Stickfaden, allenfalls zwei. Vor allem die filigrane Übertragung der „Suzanne“-Vorlage aus einem französischen Stickbogen von 1854 wäre mit mehrfädigem Stickgarn gar nicht machbar gewesen.

Perfekt sind meine Ausführungen nicht. Aber bei den Flohmarkt-Servietten war auch nicht alles 1A sauber gestickt:

Links war eher eine Stickerin auf meinem Niveau am Werk, rechts dafür wohl eine Meisterin. (Ein Meister?)

Als laufendes Projekt arbeite ich nun an einer Gästebuchdecke.  Freunde unterschreiben bei mir auf einer Tischdecke und ich sticke die Signaturen  nach.

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Dieser Beitrag lag nun mindestens ein halbes Jahr in meinem Entwurfsordner.  Und die Gästebuchdecke war in Vergessenheit geraten.  Ein Gutes hat das Bloggen: Man macht Sachen weiter. Gestern abend habe ich Namen gestickt. Dabei denkt man viel  an die Personen und die Art ihrer Unterschriften. Sehr meditativ.

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„All my scattering moments are taken up with my needle.“  ~Ellen Birdseye Wheaton, 1851
(Ungefähr: „All meine verstreuten Momente werden mit meiner Nadel aufgenommen.“)

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Nachtrag: Für das Monogrammsticken mit Kupferschablonen geht es hier weiter, siehe besonders auch dortige HInweise in den Kommentaren.

Weihnachtsdeko: Papierkugeln

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„Du Übermutter!“ rief ein (natürlich weiblicher) Besuch hier gestern aus. Jaja, der Weihnachtsdekowahnsinn hat wieder zugeschlagen. Der Hit bei mir sind in diesem Jahr Papierkugeln.

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Alles beruht auf demselben Prinzip: Möglichste feste Papierstreifen werden oben und unten fixiert, so dass sie eine Kugel formen.

Man braucht:

  • Festes Papier oder Karton (gut geeignet sind z.B. auch Tapetenreste,  Kataloge und Zeitschriften)
  • Schere, Locher/Lochzange oder spitzen Gegenstand zum Vorlochen
  • Draht und Strohhalmabschnitt, evtl. Perlen/Pappscheibchen, Aufhängeband.

Der Ablauf ist ziemlich einfach, daher hier eine Fotofolge, die hoffentlich für sich spricht. Zuerst eine Variante mit sechs durchgehenden Streifen, danach eine mit 12 einzelnen Streifen in zwei verschiedenen Mustern.

Ein Projekt zum gleich Loslegen. Wenn man keinen Draht hat,  kann man auch Nadel und Faden verwenden.   Statt eines Strohhalms geht auch ein Stück Maccaroni/Rigatoni, eine gerolltes Papier oder eine Perlenreihe. (Nachtrag: Bei How About Orange habe ich nun noch ein schönes ähnliches Tutorial gefunden: Streifenornament)

Am Ende entstand dann nach demselben Prinzip auch noch ein Lampenschirm:

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Einen schönen ersten Advent wünsche ich euch! Und wer es noch nicht gesehen hat: Beim MeMadeMittwoch wird für die Ausbildung von Näherinnen gesammelt. Innerhalb von 24 Stunden sind bereits über 1000 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen. Wahnsinn, was für Möglichkeiten durch eine Gruppe Frauen entstehen, die sich über eine gemeinsame Leidenschaft gefunden haben. Was könnte man da noch alles auf die Beine stellen!  Wer noch mitmachen will: Einfach im MMM-Blog auf den Spendenbutton von betterplace.org klicken, der Ablauf ist wirklich ganz einfach.

Nachtrag: Hier noch ein etwas selbstgebastelter Link zur Spendenseite

Du spendest, wir singen für dich!
Du spendest, wir singen für dich!
Schon gesammelt:
1.215 €
Spender:
67

Kindergeburtstage ade und Blumenkarten

Inzwischen haben wir mit viel Geächze den 11. Kindergeburtstag hinter uns gebracht.  Warum reagieren eigentlich die meistern Eltern  beim Thema Kindergeburtstag genervt? Meine Mutter hatte in den 70er Jahren großen Spaß daran, mit viel Phantasie das Ereignis gleich mehrmals im Jahr zu organisieren. Ich habe sie dazu befragt. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass sie damals im Vergleich 15 Jahre jünger war und viel mehr Energie hatte. Allerdings verklären sich im Laufe der Jahrzehnte auch die Erinnerungen.  Ich wusste zum Beispiel nicht mehr, dass bei meinem Bruder eine Massenschlägerei in den Rhododendren die Geburtstagsfeierlichkeiten beendete.

Für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, nur Dinge zu planen, zu denen ICH Lust habe. Hauptsächlich habe ich Lust, Kuchen zu backen, zu basteln und  zu handarbeiten. Gleich nach der Ankunft allerdings schwärmte die ziemlich große Mädchenschar in den Garten aus. Es wurde deutlich, dass sich der Energieüberschuss nicht durch einen Häkellehrgang abbauen würde. Ich gab ich meine Pläne auf. Zum Glück und zu meiner Verwunderung übernahm das Geburtstagskind sofort das Zepter, hatte einen Haufen Ideen und gab bis zum Abend den Spielleiter.

Nur eine Bastelidee aus meiner Liste ließ sie gnädigerweise durchgehen.  Eine Auswahl der Ergebnisse präsentiere ich hier.  Es geht doch nichts über eine getestete und für gut befundene Beschäftigungsidee. (In diesem Fall frei nach Elsita).

Blumenkarten

Man braucht:

Weißes Papier

evtl. Klebestifte

Blätter, Blüten, Beeren, Stiele etc.

Kamera, PC, Drucker

ggf. festeres Papier für den Drucker, z.B. Blanko-Karteikarten

Die Kinder sammeln Naturmaterialien und legen daraus Figuren auf weißes Papier.  Je nach Bedarf  können die Teile etwas mit Klebstoff fixiert werden, damit die Kunstwerke nicht durch Wind oder unachtsame Bewegungen verschoben werden.  Kinder können auch zu mehreren an einem Bild arbeiten.

Man fotografiert die Blätter ab. Ein bisschen muss man die Fotos im PC bearbeiten, damit sie als Kartenmotiv gut aussehen. Also z.B. zurechtschneiden, aufhellen und den Hintergrund ggf. „weißen“.  Dazu habe ich diesen Hinweis gefunden, der hat bei mir gut geklappt. (In Photoshop unter Tonwertkorrektur die Pipette „Weißpunkt setzen“ benutzen).

Für die Karten habe ich eine Word-Datei vorbereitet, in die ich die Bilder einfüge und dann ausdrucke. Man kann Klappkarten drucken oder nur das Motiv allein. Jedes Kind bekommt dann sein Bild als Ausdruck – das kann man auch ein paar Tage später machen.

Bleibt zu hoffen, dass der Drucker nicht plötzlich streikt. Bei mir meldete er einen schweren Gerätefehler und blinkte wie wild. Laut Canon lohnt sich da keine Reparatur, besser neu kaufen, leider leider, tut ihnen ja soooo leid. Vonwegen. Ich kaufe bestimmt keinen Drucker mehr, der kurz nach Ablauf der Garantiefrist Harakiri begeht (vermutlich einprogrammiert). Besonders toll, wenn man kurz vorher noch frische Patronen gekauft hat, und zwar im Doppelpack, weil „billiger“.

Bei der Auswahl in der Galerie ist auch eine Figur von mir dabei – könnt ihr raten, welche?

Nächstes Jahr werde ich mich aus der Geburtstagsplanung heraushalten und nur noch Kuchen und Essen nach Bestellung fertigen. Ich bin ganz froh, dass hier nun eine neue Phase begonnen hat!

Stoffmanipulation August: Dahlie

Nach langer Zeit mal wieder eine selbstgemachte Blume.

Täglich gehe ich an einem Gartenzaun vorbei und bewundere diese schönen Dahlien.

Könnte man gut nachmachen, dachte ich. Zum Glück brauchte ich noch eine Stoffaktion für diesen Sonntagstermin, so ging ich die Aufgabe an.

Es folgt nun eine Fotoserie, der ihr die Arbeitsschritte entnehmen könnt:

Um das Innere herum noch etwas gezupfte gelb-grüne Wolle heften oder kleben.

Fertig!

Mich stören die ausgefransten Röllchen. Mit der Heißluftpistole hatte ich etwas Erfolg, den Kunstfaseranteil des Stoffes zu schmelzen, aber es war wohl nicht sehr viel Plastik im Gewebe.

Bei ihren Schwestern fällt sie kaum auf.

Nun könnte sie Kleider und Taschen schmücken. Vielleicht kommt ja mal jemand vorbei, der so etwas braucht.

Ich eigentlich nicht, aber es hat Spaß gemacht, die Natur zu imitieren.

Und ihr? Mehr Stoffspielereien findet ihr hier:

Griselda ist bei Colette Wolff im Smok-Kapitel angekommen und hat die Geheimnisse dieser schönen Technik für zwei Taschen entschlüsselt.

 Frifris  hat Kekse genäht, die schon ins Kinderzimmer abgewandert sind.

Tinistaschen hat Ölstifte auf Stoff probiert und schraffiert – eine für alle lehrreiche Testreihe.

Lucy hat eine zackige Tasche fertig gestellt und mit der Hand Kordeln eingequiltet.

Augusthimmel war wieder auf den Spuren von „Stitch Magic“ und hat für ihre Kissen einen verbindenden Bettüberwurf genäht.

Kunst und Kleider macht aus dem Seifenblasenkleid ihrer Mutter ein Erinnerungsbild.

ChriStoff zeigt genau, wie er Organza frei mit der Maschine bestickt und  so beschnitten hat, dass ein plastisches Gebilde entstanden ist.

 

Diese Liste erweitere ich gern noch! Die monatliche Aktion ist offen für alle.  Ansonsten habt ihr am Sonntag, dem 30. September 2012 wieder Gelegenheit zum Zeigen eurer Projekte.

Stoffmanipulation im Juni – gefaltete Borte

Mein Junibeitrag für die Stoffe in der 3. Dimension ist eine Borte in der Art, wie sie Griselda bereits im April als „Dirndlrüsche“  gezeigt hat. Ich war auf die interessante Faltung vor einem Jahr im Schuhmuseum in Offenbach aufmerksam geworden.

Dort war ein zeitgenössisches Schuhobjekt mit so einer Borte in himmelblauer Seide ausgestattet – natürlich inspiriert von den vielen Verzierungen der Exponate des Museums.

Die Faltung habe ich mir ungefähr so ausgetüftelt:

Ein Stoffband oder (bei mir) ein plattgebügelter Stoffschlauch wird in 1/3 – 2/3 Abschnitte eingeteilt. Bei mir waren es jeweils 4cm und 8cm Abstände, die ich auf dem Band markierte.

Dann werden die Markierungen zusammengebracht und vertikal zusammengenäht. (Hier z.B. ergibt dann der 8cm-Abschnitt einen Schlauch).

Die „Schläuche“ werden flachgebügelt, so dass die Faltungen aneinander stoßen.

Nun nimmt man mit Nadel und Faden die Faltung hoch, wie auf dem Foto, und fixiert die mittleren Punkt mit ein paar Stichen. Man kann die Faltung hochstehen lassen, oder nochmals alles auf dem Stoffband fixieren.

Die große Borte gefällt mir ganz gut, ich habe sie auf dem Foto ganz oben probeweise an ein T-Shirt gehalten. Eine kleinere, feinere Version aus Voile ist mir ein bisschen zu hübsch – für ein Puppenbettkissen aber ganz passend.

Nun bin ich gespannt, was zum heutigen Tag für Beiträge von euch zusammen kommen.

Tinistaschen experimentiert mit Kreisen im Stoff und zeigt verschiedene Vorgehensweisen.

Nahtzugabe macht Stofforigami – da lag mal wieder was in der Luft.

Frifris hat Freihandbiesen genäht, einfach so schnell mal eben.

KaZe hat einen feinen Knotenbeutel für eine moderne Madame Pompadour genäht.

Machwerk bringt durch spektakuläre Falten unmittelbare Weite in ihre neue Clipbörse.

Augusthimmel legt bestickte Biesen in Wellen – noch eine Faltenspielerei.

Ich hoffe, nun habe ich alle Beiträge gefunden? Wenn nicht, meldet euch.

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Der nächste Termin für die Stoffmanipulation ist der 29. Juli 2012 – dann sind die Sommerferien in Berlin ja schon fast wieder vorbei.