Ideen vom Runway Teil 2

Hier nun ein verspäteter weiterer Blick in meine kleine Sammlung „Looks von den Laufstegen“.  Looks, die sich mit Gebrauchtkleidung nachahmen ließen.

Bei dieser Schau dachte ich gleich daran, abgelegte Oberhemden umzuarbeiten:

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( Vionnet, SS 2014)

Tücher oder Seidenreste ließen sich so nutzen:

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( Alberta Ferretti, SS 2014)

Angesichts meines riesigen Hemden- und Blusenstapels hatte ich zu beiden Themen große Pläne, bin aber nicht weit gekommen:

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Wobei das geknotete hellblauen Hemd auf jeden Fall schon ein Gewinn ist. Ich habe nämlich einen Weg gefunden, den riesigen Boller zu vermeiden, den man bei einem echten Knoten vor dem Bauch hat. Es braucht nur einen Schere und weniger als eine Minute:

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Schrägen Schlitz einschneiden (bestenfalls natürlich gesäumt, wie ein langes Knopfloch)
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Hemdenzipfel auf der eingeschnittenen Seite nach innen legen und durch den Schlitz nach vorn ziehen.
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Ggf. untersten Knopf nach innen knöpfen, d.h. der Knopf ist innen zu sehen.
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Den Zipfel der anderen Hemdseite durch den Schlitz von Innen nach Außen ziehen. Fertig.

Zum Abschluss noch ein Blick zum sardischen Designer Antonio Marras, der sich gern von Altkleiderverwendung inspirieren lässt. Nastjusha hatte im ersten Teil dieser Ideensammlung schon auf ihn als Meister des ungewöhnlichen Stoffkombinationen und Applikationen hingewiesen. (Vielen Dank für den Link zur Hebst-Winter-Kollektion 13/14) Für den Sommer 2014 sehen seine Material- und Mustermixe so aus:

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( Antonio Marras, Resort 2014)

Antonio Marras in einem Interview mit Spiegel Online 2010

Marras: Mich faszinieren Kleidungsstücke von Anno Dazumal. Ich stell mir immer vor, wer sie einmal getragen hat und warum. Ich kann sie nicht wegwerfen, das wäre so, als würde ich ein Leben auslöschen.

SPIEGEL ONLINE: Sie sollen schon aus alten Fräcken Frauenkleider geschneidert haben.

Marras: Mir waren 100 Stück aus Wien geliefert worden, die habe ich auseinandergetrennt, neu geschnitten und dann in Frauenkleider zurechtgeschneidert. Bei der letzten Modenschau waren es 40 Vintage-Unterröcke. Es macht mir große Freude, diesen in Vergessenheit geratenen Kleidungsstücken neues Leben und ihre Würde zurückzugeben.

 

Neues Leben für alte Kleider – das ist weiterhin mein Ziel. Es muss ja nicht gleich die große Robe sein. Auch kleine Reparaturen und Abänderungen können schon viel bewirken – dazu dann aber ein andermal noch mehr.

2 Kommentare

  1. Toll, die erste Bluse! Und danke für den Tip mit dem Knoten im Hemd. Ich könnte mir für diesen Sommer so eine Knotenbluse super vorstellen. Ist ja mein Stilplan für die warme Saison: Hemdblusen und Röcke. Ich finde außerdem, dein anderes Pimp-my-blouse-Projekt könntest du fortführen. Sieht nämlich super aus, die Kombination beider Stoffe! Die Sommerkollektion von Marras ist auch wunderschön, für meinen Geschmack ein bisschen zu pastellig, deshalb finde ich die Winterkollektion noch grandioser. Und was für ein schönes Schlußwort von Antonio Marras.
    Liebe Grüße,
    Nastjusha

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