Der Liselotte-Adventskalender Teil 2

Weihnacht ist ein großes Fest, das der Teufel feiern lässt. 

Hier geht es weiter im Liselotte-Adventskalender und elf weiteren Einblicken in das Leben der deutschen Prinzessin Elisabeth Charlotte, Herzogin von Orléans, am Hof des Sonnenkönigs.   Für Teil I mit den Nummern 1-13 bitte hier klicken.

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Liselotte liebt die Jagd

Ich gehe alle zwei Tage und sehr oft zwei und drei Tage nacheinander mit dem König auf die Jagd…Ich liebe die Jagd ebensosehr wie Ihro Majestät und das ist ein rechter Lust vor ein Rauschenblattenknecht* wie ich bin, denn man darf sich da nicht viel putzen noch rot antun allwie bei den Bällen   4.11.1677

*ungefähr “Rauschende-Blätter-Knecht”, durch die Blätter rauschend, Wildfang

Exercitzien ist eine gesunde Sache; ich habe 30 Jahr zu Pferd und 10 Jahr in Caleschen gejagd.              24.7.1721

1000 Jagden, 27 Stürze vom Pferd hat Liselotte überstanden. Nur, welche Kleidung hat sie dabei getragen? Es gab für die Frauen damals Jagdkostüme als Prunkgewänder, die so wie auf diesen beiden Abbildungen aussahen: Der Männerkleidung entsprechend eine lange Jacke=Justaucorps mit großen Ärmelaufschlägen, Halstuch-Krawatte (cravate à la Steinkerque), Herrenperücke und Hut. Einziges weibliches Attribut war der Rock statt Hosen .  Zum wilden Reiten eignete sich das reichverzierte Gewand und insbesondere so ein Rock mit Schleppe sicherlich nicht besonders. Ob Liselotte darüber schreibt, dazu morgen mehr.

Madame = Liselotte im Jagdkostüm, 1690er. QuelleNYPL

(Welche Kleidung Liselotte zur Jagd trägt ist nicht so leicht zu klären. Aber die Waffe auf diesem Kupferstich ist dank der vielen männlichen Liselotte-Forscher, der “Liselottisten”,  identifiziert: Es handelt sich um ein leichtes französisches Jagdgewehr neuester Bauart, ein Steinschlossgewehr. Der wenig dekorierte Schaft weist auf eine Gebrauchswaffe hin.)

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Liselotte spricht oft von ihren “Jagts-Kleydern”.  Die spielen auch bei einem ihrer Stürze vom Pferd eine Rolle:

Mich däuchte, daß mein Rock nicht recht unter mir war, drum hielt ich stille und bückte mich, um mich zurecht zu setzen, und in dem Augenblick, daß ich in der Postur bin, steht ein Has auf, welchem alle nachjagen, und mein Pferd, welches die andern jagen sieht, will auch hernach undt springt auf eine Seit […]            14.12.1676

Liselotte auf dem Pferd muss also aufpassen, dass ihr Rock “recht unter ihr” ist. Sie reitet offenbar im Damensattel wie, hundert Jahre später, Marie-Antoinette auf diesem Gemälde:

marieantoinette1Quelle (Ausschnitt)

Ich konnte mir bisher nicht vorstellen, wie es möglich ist, galoppierend seitlich auf einem Pferd zu sitzen. Aber mit einem Damensattel wie diesem historischen Modell geht das wohl schon. Dort wird der rechte Oberschenkel zwischen die beiden Hörner gelegt und man sitzt relativ fest im Sattel. Den Rock breitet man über die Beine und den Pferderücken.

Quelle

Quelle

In einen gar heißen Sommertag jagte ich den Hirsch zu St Leger mitt Monsieur le Dauphin, da kam ein starck Wetter, Donner, Blitz undt Hagel; mein Rock war so voller Schloßen, daß es im Schmeltzen durchdrang, undt meine Bottinen wurden voll von dem eißkalten Waß[er].                       28.11.1720
Schloßen = Hagelkörner, Bottinen=Stiefel

Es gibt andere interessante Briefstellen zu dem Thema, die vielleicht noch in eine andere Richtung weisen – morgen wieder mehr.

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Ist Liselotte wirklich immer in Rock und Damensitz geritten? Es könnte auch noch anders gewesen sein. Liselotte schildert, wie sie als 23jährige bei einem Ausflug in einem Kloster von einem “Narren” bedrängt wird. Ein Mönch wirft sich sich vor sie und hält ihre Füße fest:

Ich war in Jagts-Kleyder und zu Pferd hingeritten Er sah mich also für einen Mans-Mensch an …
21.6.1721

Die Jagdkleidung der Frauen damals sah bis auf den Rock wie Herrenkleidung aus, siehe oben. Aber wenn Liselotte bei dieser Szene einen Rock getragen hätte, wäre es sicher nicht zu einer Verwechslung mit einem Mann gekommen. Trug sie beim Reiten also Hosen?

Portrait équestre de la reine, Brun de Versoix, XVIIIe

Königin Marie Antoinette zu Pferde (le Brun), 1783.   Quelle

Durchaus möglich, denn andere Frauen im Barock taten das auch und ließen sich sogar so porträtieren. (Weitere Beispiele Katharina IKatharina II., Maria Luisa – letztere im Herrensitz mit Hosen?-Rock).

Kaiserin Elisabeth Petrowna von Russland zu Pferde (Grooth)

Kaiserin Elisabeth Petrowna von Russland zu Pferde (Grooth), 1749.   Quelle

Eine andere Bemerkung Liselottes deutet darauf hin, dass für die Jagdkleidung kein Schnürleib notwendig war. Liselotte berichtet von einer Entzündung, wegen der sie einen Arm in einer Schlinge (bzw. Schal = Escharpe) tragen muss:

Undt weillen ich kein Leibstück ahnthun konte undt den Arm in Escharpe tragen must, habe ich mich alß die gantze Zeit über in Jagts-Kleyder gekleidt…   17.5.1688

(Leibstück=Schnürleib)

Das finde ich alles sehr spannend! Morgen geht es dann weiter mit der Frage: Trug Liselotte Unterhosen?

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Liselotte und die caleçons, die Unterhosen

Alten Leütten, wie ich bin, kompts nicht zu, jungen Leütten Moden zu folgen. Ich bin so ahn den calsons* gewohnt, daß es mir ohnmöglich were, einen Tag ohne dießelben zu gehen. Vor dießem war es die Moden auch in Franckreich , man hilt es vor modest** . Madame de Durasfort hatt mir verzehlt, daß ihre Mutter sie biß ahn ihr Endt getragen, undt sie hatt sie auch getragen, so lang die Mutter gelebt; es ist gesundt, verhindert die Winde. Hir in Franckreich ist dieße Mode gantz abgangen, kein Mensch außer ich tregt in gantz Franckreich calecons.    27.11.1721

*caleçons, Unterhosen

**sittlich, züchtig

(Der letzt Satz ist natürlich übertrieben. 1777 heißt es in Diderots Enzyklopädie beim Eintrag Caleçons: “In Frankreich tragen derzeit einige Frauen im Winter Caleçons um Krankheiten zu vermeiden; und im Sommer aus Reinlichkeit, fast alle Bürgerinnen, die oft mit dem Pferd aufs Land gehen, tragen auch die Caleçons.” )

≈ 18 ≈

Ich sehe schier nie wie die Leute gekleidet sind und behalt es noch weniger, meine einzige continuirliche Kleydungen sind grand habit* und Jagtkleydt wenn ich reite, sonsten trag ich nichts, auch mein Leben keine robe de chambre noch manteau**,  habe auch in meiner Garderorbe nur einen einzigen Nachtsrock nur damit aufzustehen und zu Bette zu gehen, sonst nichts.      5.3.1695

 

*grand habit = die formelle, offizielle Hofkleidung

**robe de chambre und manteau sind inoffizielle Kleidungsstücke, die auch tagsüber getragen wurden. In etwa: Hauskleid/Hausmantel.
Recueil des modes de la cour de France, 'Femme de Qualite en Robe de Chambre d'Hyuer' LACMA M.2002.57.61Frau in Robe de Chambre, 1685
garsaultManteau de Lit, Garsault, 1751

 

 

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Der Liselotte-Adventskalender Teil 1

Weihnacht ist ein großes Fest, das der Teufel feiern lässt. 

Wer sagt denn so etwas, vor 300 Jahren, als deutsche Prinzessin am französischen Hof? Der Spruch stammt von Liselotte von der Pfalz, oder auch: Elisabeth Charlotte, Herzogin von Orléans, Schwägerin des Sonnenkönigs. Bis zum 24. Dezember gibt es hier nun täglich einen Blick in ihre Briefe. Mit dem Fokus auf Mode- und Lebensfragen, natürlich.

1

Madame sein ist ein ellendes Handwerck

Als 19jährige wird Liselotte 1671 aus politischen Gründen mit dem Bruder Ludwig des XIV.  verheiratet.  In ihrem langen Leben schreibt sie geschätzt 60.0000 Briefe, von denen über 5.000 noch erhalten sind. Darin berichtet sie detailreich auch von dem “elenden Handwerk”, eine Madame am französischen Hofe zu sein. Ich habe gerade erst angefangen, in ihren Berichten zu stöbern und bin ganz fasziniert. Liselottes altertümliches Deutsch hoffe ich beibehalten zu können – der Charme ihrer Sprache geht sonst ein bisschen verloren. Also, schaut mal wieder vorbei, bis zum Fest, das der Teufel feiern lässt.

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2

Ich haße allen schminck, kann kein rodt vor mir selber leyden    28.2.1711

Mitt kein geschmer bin ich mein leben umgangen, werde es nicht im alter ahnfangen  9.4.1711

(Sie mag keine Schmincke, so ein Geschmier)

3

Es ist nur zu wahr, dass sich weiber bleue adern malen lassen, um glauben zu machen, dass sie so zarte häute haben, daß man die adern sieht.   29.9.1718

(Durch helle Haut unterschied sich der Adel vom bäuerlichen Volk. Sowohl Männer als auch Frauen betonten den blassen Teint mit weißer Schmincke.  Die blau nachgezeichnten Adern lassen an den Ausdruck “Blaues Blut”  denken – bei heller Haut scheinen die Blutgefäße blau durch).

≈ 4 ≈

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Bei Hof trägt niemand kein Busentuch, aber die Koiffüren werden täglich höher. Der König hat heute an Tafel verzählt, daß ein Kerl, so gewöhnlich die Leute koiffiert und Allart heißt, in England die Damens so hoch aufgesetzt hat, daß sie nicht mehr in ihrer Sänfte haben sitzen können, und alle Damens dort, um der französischen Mode zu folgen, haben ihre Sänften höher machen lassen.

Queen Mary II, England, 1688 mit Fontange/Frelange (Locken, Draht + Spitzen) Quelle

≈ 5 ≈

Es war eine alte Dame hier, so Madame de Fiennes hieß, die haben wir erschrecklich geplagt; sie hörte nicht gerne schießen und wir warfen ihr immer pétards [Knallfrösche] in den Rock, welches sie verzweifelte, lief uns nach, um uns zu schlagen, das war der größte Spaß.

(Am Hof macht die Jungvermählte  mit anderer Jugend Blödsinn).

≈ 6 ≈

[…] zudem auch so ist man nicht so delicat [zartfühlend] hir im lande, sondern man spricht all frey genung von allerhandt natürliche sachen. Ich weiß ein galand, welchen ich aber nicht nennen will noch darff, welcher alß mitt seiner maitresse auffn kackstul geht undt wan eins von ihnen seine sachen verricht hatt, dan setzt sich das andere drauff, undt entreteniren [unterhalten] einander auff dieße weiße. Undt ein ander par kenne ich auch, die einander alß vertrawen, wenn sie ein clistier nehmen undt von nöhten haben; ich habe solches mitt meinen eygenen ohren gehört undt der liebhaber bekente, daß er solches von nöhten, weillen er den abendt zuvor zu viel gefreßen hette, so ihm ein groß magenwehe verursagte, drumb wolle er ein clistier nehmen, umb desto beßer wider zu mittag zu eßen, ohne desgoust [Widerwille].

Wenn das Teütsche theten, wie solten die Frantzossen lachen, aber weillen sie es selber thun, so ist es gar hofflich.           24.7.1678

MM10567

Abraham Bosse, Das Klistier, 1632-33, MetMuseum  Quelle

≈ 7 ≈

Liselotte und ihre Kinder (Sohn rechts weist auf den Degen), J.G. Murat, Quelle

Monsieur hat nichts in der Welt im Kopff als seine junge Kerls, um da gantze Nächte mitt zu freßen, zu sauffen, und gibt ihnen unerhörte Summen Gelts, nichts kost ihm noch ist zu theuer vor die Bursch, unterdeßen haben seine Kinder und ich kaum was uns nöthig ist.

(Monsieur, Liselottes Ehemann, geht dem “italienischen Laster” nach, ist auf der “Straße nach Sodom” = schwul. Homosexualität wurde in den besseren Kreisen toleriert. Monsieur hatte sich in den ersten Ehejahren mit Liselotte aber dazu durchgerungen, Nachkommen zu zeugen).

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Unterdessen muß ich euch noch sagen, dass ich nun eine alte Mutter bin, denn mein Sohn ist in Hosen und Wams, sieht artlich aus.     10.4.1681

(Die Mutter, Liselotte, ist hier 29 Jahre alt, ihr Sohn Philippe sieben. Etwa in diesem Alter wurden Söhne damals aus der Obhut der Gouvernanten in die Hände männlicher Erzieher übergeben. Ab dann wurden sie auch nicht mehr wie kleine Mädchen gekleidet.)

Philippe noch in Mädchenkleidern, Ausschnitt s.o., Quelle

Régent Rigaud

Philippe 1689, Quelle

 

 

≈ 9 ≈

Noch etwaß muß ich E.L. verzehlen, so mir am Anfang sehr frembt ist vorkommen: man redt hier ohne Scheu von Jungfer Catherine [Jungfer Kattl = Menstruation], und die Königin, so so eine erbare Frau ist, spricht an öffendtlicher Taffel mitt allen Manßleütten davon […]               24.7.1678

 

Sie haben mir mit aller Gewalt wollen aderlaßen und Medicin geben, aber ich hab durchauß nicht gewolt. […] zu allem Glück hat mich einen Jungfer* besucht, welche verursacht, daß man mir nicht [zur Ader] gelaßen (ihr versteht mich woll).        4.2.1672

*Jungfer=volkstümlich für Menstruation

 

≈ 10 ≈

Schreiben ist meine große occupation, denn ich kan und mag nicht arbeytten, finde nichts langweiligers in der welt, alß eine nehennadel einzustecken und wieder herauszuziehen             8.6.1719

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Nicht von Liselotte:   Nadelköcher, spätes 17. Jhd., Frankr. oder Italien.  MetMuseum

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Hier wird geschrieben, nicht genäht. (Ausschnitt Bild Nadelköcher)

 

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Liselotte ist à la Mode

Ich muss sagen, dass der König mir noch täglich mehr Gnade erweist, denn er spricht mir überall zu, wo er mich antrifft, und lässt mich jetzt all Samstag holen, um Medianosche [ médianoche, Mitternachtsschmaus] mit ihm bei Madame de Montespan zu halten. Dieses macht auch, dass ich jetzt sehr à la Mode bin, denn alles, was ich sage und tue, es sei gut oder überzwerch [verkehrt], das admirieren die Hofleute dermaßen, dass, wie ich mich jetzt bei dieser Kälte bedacht, meinen alten Zobel anzutun, um wärmer auf dem Hals zu haben, so lässt jetzt jedermann auch einen nach diesem Patron [Schnitt] machen und es ist jetzt die größte Mode; welches mich wohl lachen macht, denn dieselben, wo jetzt diese Mode admirieren und selber tragen, haben mich vor 5 Jahren dermaßen ausgelacht und so sehr mit meinem Zobel beschrien, dass ich ihn seitdem nicht mehr hab antun dürfen.    14.12.1676

Liselotte (auf französisch “La Palatine”, die Pfälzerin, genannt)  hatte sich aus ihrer Heimat einen Zobelpelz mitgebracht. Neu am Hofe wurde sie mit diesem Pelzkragen zunächst belächelt. Fünf Jahre später steht sie inzwischen hoch in der Gunst Ludwig des XIV.  Er läd sie regelmäßig zu sich und seiner Maitresse Mme de Montespan an den Tisch. Der Hof findet Liselotte und ihren Zobel nun auf einmal sehr chic und lässt sich den Umhang nacharbeiten. Bis heute ist diese Art Pelz nach Liselotte benannt: Der Palatin.

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Der Schnee fällt sobald auf ein Kuhfladen als auf ein Rosenblatt.       2.8.1686

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≈ 13 ≈

Laute Furtze, met verlöff

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Für Teil 2 mit den Türchen 14 bis 24 bitte hier klicken…

 

Stoffspielerei im November: Stecker-Attrappe

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Heute sammle ich hier Beiträge für die monatliche “Stoffspielerei“. Dazu hatte Google einige Mottovorschläge gemacht. Mein November-Projekt fällt unter “Frau macht Handarbeit”, dazu aber später mehr. Zunächst mein Beitrag: Ich habe zwei ausrangierte Stücke gerettet, indem ich einen hauchzarten Seidenschal auf ein langweiliges schwarzes Wollkleid nähte. Das Raffen und Applizieren der Seide war schwieriger als gedacht, den Plan eines regelmäßig plissierten Dreiecks musste ich mangels Kunstfertigkeit aufgeben.  Den eingereihten Schal habe ich direkt auf den Ausschnitt genäht und dann jede einzelne Falte mit feinen Stichen längs festgenäht, eine ziemliche Arbeit. Im Grund habe ich diese Technik aus dem Buch Manipulating Fabric noch einmal benutzt.

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Schwieriges Novemberlicht, schwierige Farben für ein Foto.

Gleichmäßig perfekte Falten hätte ich sicher nur erhalten, wenn ich den Seidenschal vorher sorgfältig in markierten Abständen eingereiht, gestärkt und auf ein festes Dreieck aufgenäht hätte.  So ist es nun ein eher organisches Faltenbild geworden, das mir auch gefällt. Am Ende habe ich als Umrandung noch diese Häkelkette aus alten Münzen aufgenäht. (Nachtrag: Ausruf einer Freundin eben “Oh, da ist mein Ostgeld!”)  Nun ist das Kleid ein bisschen interessanter und wurde schon mehrmals getragen. Es hilft auch sehr, dass der Ausschnittbereich innen nicht mehr kratzt , weil dort nun das andere Ende der Seidenschal noch als Futter dient. Die Tragechancen haben sich wesentlich erhöht.

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Scheint mir auch noch etwas von Mrs. Hughes Look in Dowton Abbey, 4. Staffel, drin zu stecken

Zu den Ideen hinter dieser Verzierung habe ich noch mehr zu erzählen, aber zunächst einmal will ich hier andere Beiträgen verlinken, zu denen hoffentlich – trotz Adventssonntag und naher Weihnacht – einige gekommen sind.

Griselda hat auch etwas Ungeliebtes gerettet und sich mit einem Tarnkleid glücklich genäht! (Und ich sehe gerade, dass da in den Kommentaren auch schon schön philosophiert wird zum Thema Nähglück, schaut mal rein).

Sabine hat mit Stoffdruck experimentiert und denkt über Werkstolz, Schaffensfreude und Kopfarbeit nach.

Frifris schreibt mit einem Wundernähmaschinenteil und zeigt, wie sie die Löchern vom letzten Mal weiterverarbeitet hat.

123-Nadelei hat sich beim Patchen und Quilten von Sonia Delaunay inspirieren lassen.

Falls ich euch nicht finde, meldet euch, ich liste euch auf!  Zum nächsten Termin am 31.12.2014 ist Frifris als Linksammlerin eingeplant, und sie hat auch schon ein Motto: ECKEN!  Sehr gut.

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Und für alle, die nun noch mehr wissen wollen ein bisschen Vorgeschichte zu meiner Kleidverschönerung:

  • Im Schrank habe ich zu viele Kleider und zu viele Tücher, die ich nie trage.
  • Früher wurde ein Kleid manchmal ein ganzes Leben lang genutzt und nur durch Änderungen von schmückenden Bestandteilen immer wieder aufgepeppt.
  • Solch ein auswechselbarer Bestandteil war im 17. und 18. Jahrhundert der “Stecker“, ein dreieckiger Brusteinsatz, der mit Nadeln festgesteckt wurde. MarieLeopoldineAnDesLipDet.jpgWikiCmonsMetmuseum
  • Bei den Trachten gab es ebenfalls Brustlätze. In einer niederländischen Datenbank hatte ich ganz tolle gefältete Trachteneinsätze gesehen.
    Opgelegde Beuk/Brustlatz, Niederlande, 2. Hälfte 19 Jhd., GVNL

Solche feinen Falten gehörten früher zum Handwerk und in diesem Lehrbuch über das Handnähen von 1905 wird auch gezeigt, wie das geht. Da näht man dann auch jede einzelne Falte noch einmal am Beleg fest – auf dem linken Zeigefinger tragen Rechtshänder dafür einen Metallschutz.

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Ausschnitt aus “Hand Sewing Lessons“, das Metallteil links ist ein Zeigefinger-Schutz

Hier noch einmal ein Beispiel von 1840.

Unbenanntscreenshot

 

Ich finde dieses Faltenbild nun noch beeindruckender, nachdem ich erfolglos versucht habe, das nachzumachen.

Was hat das alles jetzt mit dem von Google vorgeschlagenen Motto zu tun? (Das war übrigens im Hinblick auf Geschenkeproduktion mit Absicht ganz weit gewählt).

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Ich frage mich ja immer, warum Handarbeiten mit Frauen verbunden werden. Nachdem doch historisch zunächst die Männer mit ihren Zünften alle Textiljobs besetzt hatten. Dazu habe ich in einem Text über höfische Kleidung im 17. Jahrhundert eine Bemerkung gefunden, die ich sehr interessant finde und der ich in Zukunft noch weiter nachgehen möchte.

Obwohl die Kleidung der Damen wie die der Herren aus prachtvollen, reich dekorierten Stoffen gefertigt wurde, waren Zuschnitt und handwerkliche Ausführung nicht gerade perfekt. Es gab grob verfertigte Nähte und unpräzise Zuschnitte. Perfektion wurde in dieser Hinsicht erst im 19. Jhd. erreicht, nachdem die Schneidergilden verschwunden waren und weiblichen Fachkräften Platz gemacht hatten, die – obwohl schlecht bezahlt – mit größter Sorgfalt zu Werke gingen.

Hier passt nun mein kleines Projekt hin: Die Stecker wurden damals nicht von den Schneidern gefertigt, sondern von den Modehändlerinnen, auch genannt Putzmacherinnen, die die Accessoires zu den Kleider fertigten. Und die feinen Fältelungen waren eine Domäne der Weißnäherin, noch ein historischer Frauenberuf, zu dem es keinen Wikipedia-Eintrag gibt. Aber das führt nun alles zu weit. Ich höre jetzt auf und mache mir einen Kaffee zum 1. Advent. Wünsche allen einen schönen Sonntag!

Hosen an der Heimatfront: Frauenbeinkleider 1914-1918

Fensterputzerinnen in Berlin um 1917

Frauen tragen in der Öffentlichkeit Hosen – das wäre vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs eigentlich ein Skandal gewesen. Hosen an Frauenbeinen gelten damals als unschicklich, ja unsittlich. Dann aber ziehen die Männer 1914 (nur scheinbar euphorisch) in den Krieg. Weil die Arbeit zuhause weitergehen muss, übernehmen die Frauen die Posten der Männer – und auch ihre Kleidung.  So wie die beiden Fensterputzerinnen in Berlin um 1917, deren Auftritt in den “unsittlichen” Hosen aber doch wohl noch ein ein ziemliches Aufsehen erregt.

Dabei sind die beiden damals nicht die einzigen Hosenträgerinnen im Straßenbild, wie ein kurzer Film von 1917 zeigt.  Die Szenen verbreiten ganz gute Laune, denn die Frauen wirken selbstbewusst und genießen ihre Freiheit sichtlich.

laterneScreenshot, Landesfilmsammlung BW

Wie ich bei einem Vortrag im Rahmen der Ausstellung “Krieg und Kleider” beim Kulturforum gelernt habe, waren in Deutschland schon vor dem Ersten Weltkrieg 8 Millionen Frauen erwerbstätig. Der Krieg brachte da keinen neuen Durchbruch, aber er verstärkte den Eintritt der Frauen in die Berufswelt.  Die Frage, was Frauen in Männerberufen tragen sollten, wurde je nach Tätigkeit gelöst.

Diese Mitarbeiterin der Straßenbahn sieht so aus, als ob sie noch im abgelegten Mantel ihres Vorgängers steckt.

Im schlichten Kostüm ist diese Berliner Straßenbahnfahrerin uniformiert. Einig war man sich, dass jegliche Art schmückendes Beiwerk zu unterlassen sei. Das diente Sicherheitsaspekten, sollte der Frau aber auch ein neutrales Erscheinungsbild geben.

Briefträger, Postkutscher, Telegrammbote, Nachtwächter – solche Tätigkeiten übten die Frauen weiterhin in langen Röcken aus.

Auf dieser Postkarte mit fröhlicher Durchhalteparole ist lediglich die Frau mit der Leiter ganz rechts in Hosen zu sehen.

Fotos von Fabrikarbeiterinnen zeigen meist Frauen in Kleidern und Kitteln. Ungefähr so wie bei diesem Plakat  “Deutsche Frauen, arbeitet im Heimatheer!” von 1917, das für die Rüstungsindustrie wirbt. Dort schiebt die Frau dem Mann eine Handgranate zu.

Ging es um schwere körperliche Arbeit, so wurde der Rock aber möglichst mit der Hose vertauscht. Gerade bei den Zehntausenden Frauen, die im Ruhrgebiet in der Schwerindustrie an der sogenannten Heimatfront arbeiteten, gehörten Arbeitshosen und kurzer Kittel zur Ausstattung. Die Frauenhosen hatten hinten eine geknöpfte Gesäßklappe, wie ich ebenfalls auf dem Vortrag gelernt habe. So war ein Toilettengang bei minimaler Entblößung möglich.

Jenseits der Front sah es in den am Krieg beteiligten Ländern nicht anders aus. Die Frauen machten die Arbeit der Männer, wenn nötig auch in Hosen.

Belgierinnen im Kohleabbau

In der Öffentlichkeit wollten sie so aber eher nicht gesehen werden. Es gab daher auch Vorschläge für Verwandlungsmodelle, also Röcke, die man in Hosen umknöpfen konnte oder Hosen, die wie Röcke aussahen. Der Arbeitsanzug auf diesem amerikanischen Plakat war eine Art Pumphose im Rock-Look, genannt “trouserette” oder auch “womanall”.

hosen1screenshot

Oft wäre schon aus Sicherheitsaspekten eine Hose sicher besser gewesen. Diese mit Tischlerarbeiten und Zimmerei beschäftigten Frauen blieben aber lieber im Rock und Kleid. Gut zu sehen ist, dass sich die Rocklängen zugunsten besserer Bewegungsfreiheit verkürzt haben.

Erweiterung einer Holzwerkstatt der Briten an der Westfront in Frankreich ca. 1918

Von Großbritannien aus waren 57.000 Frauen in Hilfscorps für das Militär aktiv. Sie erledigten nicht-kämpfende Aufgaben im Bereich Verpflegung und Versorgung. Eine ganze Fotoserie zeigt britische Frauen in Hilfscorps an der Front. Diese Fahrerinnen laufen zu ihren Krankenwagen, weil ein Zug  mit Verwundeten ankommt:

When a train is signalled they all rush off to their ambulances
Wahrscheinlich waren diese Röcke mithilfe von Knöpfen in eine Art Hose zu verwandeln. Es könnte sein, dass die Helferin auf diesem Foto gerade die Druckknöpfe (die waren zum Glück schon erfunden) an ihrer Rock-Hose schließt:

Kurios: Auf einem anderen Foto tragen einige der Krankenwagenfahrerinnen dicke Pelzmäntel. Viele Frauen der Oberschicht hatten sich freiwillig zum Hilfseinsatz an der Front gemeldet. Diese fünf  Fahrerinnen nahmen aus der Heimat offenbar ihre  Mäntel mit:

Westfront ca. 1918. Krankenwagenfahrerinnen einer britischen Hilfsorganisation.

Andere Engländerin arbeiteten für die Truppenversorgung in der Landwirtschaft (hier: Heu für die Soldatenpferde). Sie tragen, soweit ich sehen kann, alle Hosen.

kosenscreenshot

(Am Rande: Ich wusste nicht, dass der Trenchcoat nach den englischen Militärmänteln im Ersten Weltkrieg benannt ist. Trench = Schützengraben.)

Wer zum Thema Heimatfront und Hosen noch etwas hören möchte: Hier ein  Radiobeitrag beim MDR. Allgemein zu Frauen im Ersten Weltkrieg ein Stück beim BR. Inzwischen gibt es auch ein Buch zum Thema. Man kann die These diskutieren, ob der Erste Weltkrieg wirklich ein Motor für die Gleichberechtigung war.  Abgesehen davon haben sich die Hosen als selbstverständliche Alltagskleidung für Frauen erst Ende der 1960er, Anfang der 70er Jahre durchgesetzt. Aber die Modehistorikerinnen sind sich einig: Der Erste Weltkrieg war der erste Schritt hin zu einer Akzeptanz der Hose als Unisex-Kleidungsstück.

Die Gruppenfotos der Frauen oben wirken ja ein bisschen so, als ob alles ganz vergnüglich war. Das war es nicht, wie man weiß.  Zur Erinnerung daran hier  noch ein Foto von zwei Mitarbeiterinnen des Roten Kreuzes, die Prothesen anfertigen.

Und  ein Bild von Ersatz-Verbandsmaterial aus Torfmoos, Vorhangstreifen, Unterröcken und anderen Baumwollstoffresten. Es gabe einfach keinen Nachschub mehr für die vielen Verwundeten.

Science Museum, Copyrighted work licence CC BY 4.0

Bei den Recherchen zu diesem Beitrag habe ich so viele Bilder von Verbänden, Krankenbetten und Schwesteruniformen gesehen! Die medizinischen Versorgung  im Ersten Weltkrieg wäre noch ein Kapitel Frauengeschichte, das man anhand von Textilien erzählen könnte. Gerade bin ich bei der App “Lost Generation” die Diakonisse Marie und pflege Verwundete im Lazarett. Ziemlich gute App für Jugendliche von heute, die sich die Daten 1914 – 1918 vielleicht allenfalls für die Schule gemerkt haben.
Wie immer freue ich  mich über eure Zusatzinformationen und Gedanken. Letztes Mal waren all die Hinweise und Stimmen ja wirklich sehr hilfreich, Danke!

 

 

 

Textile Codes des Dritten Reichs

Beim Anblick bestimmter Farben, Formen und  Zusammenstellungen an die Nazizeit zu denken oder nicht – das scheint eine Altersfrage zu sein. In letzter Zeit häufen sich die Fälle, in denen Firmen und Institutionen offenbar unbeabsichtigt ungute Assoziationen hervorrufen.

1. Fall

Dieses Foto von den Vorbereitungen zum Mauerfalljubiläum muss ich zeigen, obwohl die Sparkasse in Berlin super reagiert und die Fahne sofort wieder abgenommen hat.

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In den Kommentaren zu der Dekopanne taucht auch  die (ernstgemeinte) Frage auf: “Wieso, was habt ihr denn? Verstehe nicht. Wo ist das Problem?”

Allen, die es nicht wissen: Eine lang herabhängende rote Fahne mit eine weißen Kreis erinnert sofort an die Naziparaden vor dem Brandenburger Tor.

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2. Fall

Das ZDF-Morgenmagazin berichtet am 28. Oktober über die Hooligan-Krawalle in Köln. Offenbar stören sich Zuschauer am braunen Hemd des Moderators. Das ZDF-Morgenmagazin entschuldig sich bei Facebook und Twitter für die Farbe des Hemdes. Daraufhin bricht ein Entrüstungssturm los, weil sich das ZDF für so eine Lappalie überhaupt entschuldigt. Niemand versteht, was das soll. Lächerlich, Kinderkram, darf jetzt niemand mehr braun tragen… Auch Stern und Focus machen sich in Glossen über die Entschuldigung des Morgenmagazins lustig.

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Beim Anblick des Moderators ist mir sofort klar, woran  manche Zuschauer sich da wohl gestoßen haben. Bin ich die einzige, die das erkennt?  Ich habe nicht alle der hunderte Kommentare auf Twitter und Facebook und sonstwo gelesen, aber den Grund für das Unwohlsein scheint keiner zu vestehen. Das Morgenmagazin im übrigen wohl auch nicht:

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Ein olivgründes Hemd hätte natürlich dieselbe ungute Assoziation hervorgerufen, und zwar diese:

WikiCommons

Es ist nicht das Hemd, das stören kann, es ist das Hemd in Kombination mit der langen schwarzen Krawatte. Und in Kombination mit den rechten Krawallen. Ich störe mich nicht an dem Look des Moderators. Ich verstehe aber, dass es Menschen gibt, die beim Anblick eines olivbraunen Hemdes mit schwarzer Krawatte schwer schlucken müssen.

3. Fall

Schockierender war dieses Hemd der Modekette Zara, über das ich hier schon berichtet habe.

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Für alle, denen zu dem Foto vom Zara-T-Shirt nichts einfällt,  füge ich zwei historischen Bilder an.

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Kleidung Konzentrationslager Sachsenhausen, WikiCommons

Auschwitz outerwear distinguish yellow Star of David

Kleidung Konzentrationslager Auschwitz, WikiCommons

Hier bei der Jewish News findet ihr noch eine bessere bildliche Gegenüberstellung.  Im Zuge des Aufruhrs um das Zara-Shirt wurde auch der Verdacht geäußert, der Konzern habe dieses Design absichtlich gewählt. Ein kalkulierter Skandal, um in die Schlagzeilen zu kommen? Ich glaube das nicht. Ich glaube tatsächlich, dass in der Designabteilung einfach niemand mehr diese mit der Nazizeit verbundenen Codes sieht.

Ich frage mich allerdings, warum ich diese Zeichen noch erkenne, obwohl ich zur Enkelgeneration gehöre. Auch meine Eltern haben die Zeit des Nationalsozialismus gar nicht mehr bewusst miterlebt, sie sind erst zu Beginn des Kriegs geboren. Wieso habe ich dieses visuelle Gedächtnis, die nachfolgende Generation aber nicht? Auch bei mir kann das Wissen ja nur aus Filmen, Büchern, Museen und dem Geschichtsunterricht kommen. Die mögliche Erklärung ist, dass das Thema in meiner Jugend eben doch viel präsenter war. Die Zeit war erst halb so weit weg.  Und ich bin zum großen Teil von Lehrern der 68er Generation unterrichtet worden, da zog sich die Aufarbeitung des Dritten Reichs wie ein roter Faden durch die Schulfächer.

Mir ist klar, dass die Zielgruppe für solche “visuellen Übersetzungen”  nicht unbedingt hier mitliest, aber vielleicht ist die Gegenüberstellung der Bilder ja doch jemandem nützlich. Vor einiger Zeit hätte ich noch davor zurückgeschreckt, Hakenkreuze (noch dazu im selben Beitrag mit gelben Sternen) zu zeigen. Aber die Vorfälle zeigen mir, dass ganz andere Zeiten kommen. Aufklärung ist wichtiger als Zurückhaltung. Wird fortgeführt – ich nehme auch gern Anregungen entgegen.

Vielleicht haben ja Marketing- und Designabteilungen bald einen Rat der Erinnerungsweisen, die solche irritierenden Signale noch entdecken können. Geschäftsidee: Beratungsagentur “Visuelles Geschichtswissen”.  Oder vielleicht entwickelt ja jemand eine Bilderkennungsapp “kulturelle Codes”?  Andererseits erledigen sich solche Differenzen auch durch Zeitablauf.  In meiner Jugend waren zum Beispiel Ältere noch von Lasershows am Nachthimmel verstört – es erinnerte sie an Flakscheinwerfer.  Heute dürfte diese Assoziation selten sein.

P.S.  Für die ganz Jungen ist das hier auch nur ein grün-weißes Auto.

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Nachtrag: In den Kommentaren weist Jana noch auf einen weiteren Fall hin. Mango verkauft eine Bluse mit Blitzmuster/Runen-S  und dem Slogan “Ich möchte den total Look”

Noch ein Hinweis, von Frifris: Davidstern mit Totenkopf, hat H&M sofort wieder aus den Geschäften genommen, “Leider waren unsere Kontrollroutinen diesmal nicht ausreichend”.

Und ergänzend:

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Kurznachrichten V

1.

Der nächste Termin für die Stoffspielerei ist Sonntag, der 30. November. Die Beiträge sammle ich dann hier bei mir. Mein Themenvorschlag kommt von Google. Ich hoffe, dass diese Suchanfrage euch inspiriert:

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Ihr könnte euch gern eine der Aussagen als Motto nehmen und loslegen. Werdet von mir aus schlank, aber bitte nicht blind!

2.

Inzwischen war ich in der Ausstellung mit Modegrafiken zur Zeit des Ersten Weltkriegs “Krieg und Kleider” in der Kunstbibliothek hier Berlin.

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“Berlin, Wien, Paris” heißen die drei Bereiche im Ausstellungsraum der Kunstbibliothek beim Kulturforum.  Ausgestellt werden Fotos,  Zeichnungen und Magazinseiten aus den drei Modemetropolen. Im französischen Teil gibt es einige der Grafiken, die ich hier gezeigt habe, im Original zu sehen, da habe ich mich natürlich gefreut.

Bis zum 18. Januar läuft die Ausstellung noch. Einen Berichte dazu könnt ihr bei der FAZ und auch bei Fräulein Julia lesen.  Ihr braucht nicht extra dafür anzureisen, aber wenn ihr sowieso beim Kulturforum seid: Nicht verpassen! Der Katalog zur Ausstellung sah auch sehr gut aus.

3.

Wieder eine Auswahl von textilen Tweets. Mehr noch bei twitter.com/Suschna

 

Stoffspielerei im Oktober: Irische Häkelei

Karen hat im Oktober das Motto “Loch und Löcher” für die Aktion Stoffspielerei ausgegeben.  Zur Illustration hat sie ein Foto von einer Spitzendecke gezeigt, die sehr nach irischer Häkelei aussieht. Da lag es für mich nahe, mich noch einmal mit dieser speziellen Häkeltechnik zu beschäftigen.

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Im Anleitungsbuch “Priscilla Irish Crochet Book No 2”  von 1912 habe ich mir diese Knöpfe herausgesucht und sie – sehr frei – nachgehäkelt.

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Mit viel stärkerem Garn als im Original. Zum Üben der Bouillonmaschen (die gewickelten Elemente) war das auch notwendig, mehr als acht Umschläge habe ich mir noch nicht zugetraut.

In dem Buch habe ich nicht nur die Knöpfe gefunden, sondern auch das Muster für Karens Foto – genannt “Wheels”, Räder.

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Viele Räder zusammgehhäkelt würden die Decke bei Karen ergeben.

Die irischen Spitzenhäkelei, “Irish Crochet”, hat mich schon lange interessiert, weil die Stücke oft unsymmetrisch und wild, offenbar improvisiert zusammengestellt sind.

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Die traditionelle irische Häkelspitze wird meist mit drei verschiedenen Fadenstärken gearbeitet. Ornamente und Motive wie Blüten und Blätter werden zunächst einzeln gehäkelt, teilweise über einen stärkeren Faden, so dass eine reliefartige Oberfläche entsteht. Später werden diese Einzelteile dann mittels einen sehr feinen Häkelnetzes verbunden, das Ergebnis erinnert optisch an Klöppel- oder Nadelspitze.

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Priscilla Irish Crochet Book No 1, Antique Pattern Library

Vor längerer Zeit schon einmal habe ich verschiedene Figuren probiert und dabei dieses Buch als Vorlage genommen. Über einzelne Ornamente und Bortenproben bin ich dabei nicht hinausgekommen, habe die Stücke aber wenigstens zur Ansicht auf Papierbögen genäht.

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Wie fein die Häkelei sein konnte. zeigen diese Details irischer Spitze von ca. 1850 aus der Sammlung des Metropolitan Museums:

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Mit sehr feinen Fäden gehäkelt, sollten diese Arbeiten die kostbaren Nadel- oder Klöppelspitzen imitieren.  Die Häkelei ging schneller voran als die Arbeit mit Nadeln und Klöppeln, so dass die irische Spitze  günstiger angeboten werden konnte.

Diese  Häkelspitzen wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die irische Bevölkerung, die unter Armut und Hungersnöten litt. Mit lediglich einer Häkelnadel und Garn ließen sich die Arbeiten überall, vor allem auch in Heimarbeit ausführen, so dass viele Tausende das Handwerk erlernten und durch die Herstellung und den Verkauf der Spitze zum Einkommen der Familie beitragen konnten.  Die irischen Häkelspitzen wurden in andere Länder exportiert und waren vor allem in Paris, Wien und den USA sehr beliebt. So beliebt, dass man sie in anderen Ländern bald kopierte. 1911 beklagt sich eine irische Firma in einer Anzeige über die billigen Kopien außerhalb Irlands. Ein Yard (90 cm) eines Spitzengewebes sei bei ihnen für 32,50 $ im Angebot. Für die Herstellung dieses Yards brauche es 3 Wochen Arbeit, 8 Stunden täglich.

Diese beiden 1912 in New York fotografierten Mädchen arbeiten gerade an irischer Spitze, für einen Dollar in der Woche:

“Katie, 13 Jahre alt, und Angeline, 11 Jahre alt, machen Ärmelbesätze, Irische Spitze, Einkommen etwa 1 Dollar die Woche. Arbeiten einige Abende bis 8 Uhr. New York City”  1912  Quelle WikiCommons

Mit solcher Handarbeit konnten Familien aber nur noch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts Geld verdienen. Das Aufkommen industriell hergestellter Spitze und der sich ändernde Modegeschmack ließen die Einkommensquelle bald versiegen. Heute ist irische Häkelspitze ein feststehender Begriff. Die Einflüsse dieser Technik wirken auch heute noch vor allem in der Handarbeitstradition  Italiens, Osteuropas und Russlands  fort.

Danke, Karen, für das Thema, dass mir eine Steilvorlage für einen weiteren Ausflug in die Geschichte der Handarbeiten geliefert hat. Danke auch für das Sammeln weiterer Links. Mal sehen zu welchen Ergebnissen das Thema Löcher noch geführt hat!  Drüben bei Karen läßt sich das herausfinden.

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Der heißbegehrte Teppich von Bayeux

Der Teppich von Bayeux. Unesco-Welterbe. Ein sagenumwobener Mittelaltercomic, 70 Meter lang, mit Wolle auf Leinen gestickt.

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Normandie, Frankreich,  im August 2014.  Besuch im Musee de la Tapisserie de Bayeux:

Die deutsche Stimme in meinem Audiguide spricht ohne Punkt und Komma, rast durch den Text. Wir Urlauber müssen uns in einer hastigen Prozession im Dunkeln an einer langen Glasvitrine entlang schieben. Der Herr an meinem Ohr soll mir die gestickten Szenen erklären, aber das Gerät lässt sich nicht stoppen. Er ist schon bei “Wilhelms Leute schlagen Bäume, um die Schiffe für die Invasion der Normannen in England vorzubereiten”, während ich noch drei Meter davor zwischen sonnenverbrannten Touristen in Strandkleidung stecke.

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Bäume für die Schiffe werden geschlagen. (Via WikiCommons, Link = Klick aufs Bild)

Ich verabschiede mich von der lang gehegten Hoffnung, tausend Jahre alte Stickstiche, Wolle und Leinen genau betrachten zu können. Ich gebe den Plan auf, die vielen kleinen Details in der langen Bildergeschichte entdecken zu können. Einer sehr lebendigen Bildergeschichte die davon erzählt, wie Wilhelm der Eroberer von seinem Schwager um Englands Krone betrogen wird. Wie er deshalb von Frankreich nach England übersetzt und sich den Königstitel in einem blutigen Kampf sichert.

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Landung in England. Die Normannen reiten nach Hastings, um Proviant zu besorgen. (Via WikiCommons, Link = Klick aufs Bild)

Es ist es ein Wunder, dass es dieses Werk unbekannter mittelalterlicher Zeichen- und Stickkünstler überhaupt noch gibt. Ob der Teppich in Frankreich oder England hergestellt wurde, von wem er wozu in Auftrag gegeben wurde, dazu gibt es nur Vermutungen. Und in den vielen hundert Jahren seit seiner Entstehung hätte er unzählige Male verloren gehen oder zerstört werden können. Nicht nur Napoleon und Hitler hatten ihr Auge darauf geworfen. Nur durch immer wieder glückliche Umstände ist er noch erhalten.

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Grillfest vor der Schlacht: Hühnchen am Spieß, die Soldaten essen auf ihren Schildern. (Via WikiCommons, Link = Klick aufs Bild.)

Ich werde sehr wütend. Wir sind erst über 1000 Kilometer gefahren, habe ein Hotel in der Nähe gesucht, einen Parkplatz gefunden, 25 Euro Eintritt für die Familie gezahlt, eine Stunde in der Schlange gewartet – und nun müssen wir bloß schnell schnell an dem siebzig Meter langen Leinenbanner entlanglaufen, damit die Bayeuxbesucher hinter uns auch bald dran kommen.

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Die Schlacht ist in vollem Gange. (Via WikiCommons, Link = Klick aufs Bild)

Der Teppich von Bayeux, das ist ganz offensichtlich eine der Touristenattraktionen, die es gilt abzuhaken. So wie das Selfie vor der Mona Lisa. Nur dass wir hier überhaupt nicht fotografieren dürfen. Wir sollen lieber ein paar Postkarten kaufen.

Am Ende pfeffere ich den Audioguide in die Holztruhe, bei der schon die gelangweilten Betreuerinnen der Massenabfertigung mit ihrem Desinfektonsspray warten. Im Museumsshop könnte ich hässliche Industriewebereien mit Motiven des Teppichs erwerben, Tassen oder eine Handvoll Postkarten, die natürlich nicht im geringsten die Details zeigen, die mich interessieren.

Zum Glück gibt es auf einer zweiten Ebene des Museumsgebäudes noch eine Vitrine zu den verwendeten Materialen und den Stickstichen. Ein Film bietet außerdem die Gelegenheit, wirklich etwas über die Geschichte des Teppichs zu erfahren und Details erklärt zu bekommen.
Im Kinosaal ist es leer. Diejenigen, die bloß ein Touristenhighlight abhaken wollten, sind längst am Strand.

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Der Verräter Harald fällt. Im unteren Bereich die Plünderung der Gefallenen – die Rüstungen werden abgezogen. (Via WikiCommons, Link = Klick aufs Bild.)

 

Nachtrag sechs Wochen später:
Wir können uns wirklich glücklich schätzen, den Teppich überhaupt noch sehen zu können.  Wer sich dafür interessiert: Dieses Buch von Carola Hicks über die Geschichte des Teppichs liest sich spannend wie ein Krimi.

Die technischen Details habe ich natürlich auch genau studiert, wenn auch eben leider nicht ausreichend am Original. Vor allem die Füllstiche hatten mich gewundert, sie sahen fast aus wie gewebt. Im Prinzip sind das lange Stiche nebeneinander, die dann quer fixiert werden, diese Querstiche werden wiederum mit kleinen Stichen gesichert. Auf der Rückseite erscheint bei dieser Technik, die aus der Goldstickerei kommt, nur sehr wenig Material.

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Die Flächen sind mit dem “Bayeuxstich” gefüllt. Via WikiCommons, Link = Klick aufs Bild.

Die Wollfäden wurden mit den Pflanzenfarben Resede (gelb), Waid (blau) und Krapp (rot) gefärbt, und zwar so sorgfältig, dass die mittelalterlichen Farben heute weniger ausgeblichen sind als die synthetischen Farben, die im 19. Jahrhundert bei Reparaturen verwendet wurden.  Das alltägliche Material, Leinen und Wolle statt Gold und Silber, hat die Stickerei über die Jahrhunderte auch vor Plünderung bewahrt.

Der technische Aspekt des Teppichs hat mich so interessiert, dass ich Wochen nach dem Besuch in Berlin einen Färbeworkshop mitgemacht habe, in dem wir auch mit Indigo (ähnlich dem Waid) und Krapp gefärbt haben. Gestickt habe ich auch noch.  Dazu dann hoffentlich ein anderes Mal mehr.

Als Fazit freue ich mich darüber, dass das Stickwerk noch existiert und  der Allgemeinheit zugänglich ist. Auch wenn der Andrang dann die Zugeständnisse erfordert, über die ich mich geärgert habe. Ein Traum wären natürlich Extratermine für die WIRKLICH Interessierten – aber wie ließe sich das umsetzen. Eingangstests? Referenzen hätte ich ja nicht groß vorzuweisen gehabt. Am Ende fahre ich vielleicht noch nach Reading in England, wo es eine orignalgetreue Replik des Teppichs gibt.  Die Höhlenmalereien der Grotten in Lascaux gibt es inzwischen ja auch doppelt.  Einmal “in echt” für Fachleute und einmal als Kopie für Touristen.

Sicher hätte man jetzt Ende Oktober in Bayeux auch mehr Chancen, den Teppich in Ruhe anzusehen. Vielleicht war ja noch jemand da und kann berichten?

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Bilder aus Modegazetten des Art déco

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Sonnenschirme, Gazette du Bon Ton 1912

Heute wieder ein gemeinfreier Freitag, mit einigen Bilder aus französischen Modemagazinen vom Anfang des letzten Jahrhunderts.

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“Die Kissen”, Modes et Manières d’Aujourd’hui 1912

Ab 1912 wurden in Paris mehrere Luxus-Modemagazine publiziert.  Das bekannteste war die “Gazette du Bon Ton“,  ein anderes “Modes et Manières d’Aujourd’hui“.   Die sehr hochwertig gestalteten und auf edlem Papier gedruckten Magazine richteten sich an die wohlhabende und kunstinteressierte Oberschicht.  Die Illustrationen in den Magazinen stammten von bekannten Art-Déco-Künstlern (hier z.B. George Lepape, George Barbier). Die Magazinmacher erhoben Mode zu einer weiteren Form der Kunst – ein Teil der gezeigten Kleider waren reine von den Illustratoren erdachte Fantasiemodelle.

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Gazette du Bon Ton 1912

Heute sind die Ausgaben gesuchte Sammlerstücke, weil die farbigen Illustrationen  in einem aufwendigen Prozess einzeln handkoloriert wurden. In Werkstätten trugen die “Coloristes”, meist Frauen, auf jeder einzelnen Farbtafel mithilfe von Schablonen viele Farbschichten übereinander auf. “Pochoir” heißt diese Technik. Das Ergebnis waren besonders leuchtende Farben und eine erhabene, strukturierte Oberfläche.

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« Die Qual der Wahl » G. Lepape — Gazette du Bon Ton,  WikiCommons.

 

Die Auflagen der Magazine  betrugen daher auch nur 300 bis 2000 Stück und die Ausgaben waren entsprechend teuer – im heutigen Gegenwert hätte eine Exemplar mehrere hundert Euro gekostet.

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“Wo bleiben meine Gäste” Gazette du Bon Ton 1913, Wikicommons

Dann brach “La Grande Guerre” aus, der Erste Weltkrieg. Die Edelmagazine mussten sich überlegen, wie sie damit umgehen. Und sie beschlossen zunächst: Wir machen weiter!

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Die Gazette du Bon Ton und der Krieg, 1915

“Jetzt erst recht” war das Motto.

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Den Frontverlauf verfolgen, Gazette du Bon Ton, 1915

Kriegsbedingt wurden die Produktion dann aber doch weitgehend eingestellt.  Nach dem Krieg brachte Modes et Manières d’Aujourd’hui eine Sonderausgabe heraus, in der Gedichte zu Kriegsthemen  illustriert wurden.

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Auch hier wirken die Szenen noch dekorativ – die Texte dazu sind bedrückender.

Der Soldat auf Urlaub spürt schon, dass die Zeit “der alte Geier, mir die Leber ausreißt”.

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Nach Kriegsende ist der Herr wieder im Haus und darf sich zivil kleiden.

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Modes et Manières d’Aujourd’hui 1919

Mir haben es die Bilder, die leuchtenden Farben, die Muster sehr angetan. Ich musste an heutige Zeitschriften wie die Vogue denken – in den Fotostrecken geht es auch nicht darum, Anregungen für Kleidung oder Sonstiges zu bekommen. Es geht allein um schöne Bilder, die vielleicht noch eine poetische Geschichte erzählen.

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« Delapommeauxlevres » G. Barbier — Gazette du Bon Ton, WikiCommons.

Diese Schlangenfrau küsst die Äpfel.

Und ihr,  lasst euch nun schön die Füße küssen.

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Gazette du Bon Ton 1912

Wer ganz genau wissen will, wie “Pochoirs” gemacht wurden, kann hier auf französisch nachlesen: Art au Pochoir, 1925.

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Das Schauspiel ist beendet. Gazette du Bon Ton 1912

Quellen: Gazette du Bon Ton 1912-1913 , Gazette du Bon Ton  1914 Teil 2Modes et Manières d’aujourd’hui, 1912 ,    Modes et Manières d’Aujourd’hui 1914-1919.

Nachtrag: In den Kommentaren hat Karen eine weitere Modeillustratorin aus dieser Epoche empfohlen: Mela Köhler von den Wiener Werkstätten. Hier  zwei ihrer Entwürfe. Beim Metmuseum.org findet ihr noch weitere Werke Mela Köhlers.

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Quelle: Metmuseum.org

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Quelle: Metmuseum.org

Kurznachrichten IV

Für Nicht-Twitterer hier wieder eine Auswahl von Tweets, die ich (weiter)gesendet habe. (Ich hoffe, das klappt technisch. Wenn nicht, bitte Rückmeldung).

Dieses Foto einer Klöppelarbeit aus Italien repräsentiert für mich die große Kunstfertigkeit, die so ein Handwerk erfordert.  Nur wer darüber nichts weiß, spottet über “Klöppeln” oder andere Handarbeiten mit Nadel und Faden als geringwertige Tätigkeit.

Eine Pyramide als visuelle Ermutigung. Von unten nach oben: Benutze, was du hast  –  borge – tausche –  kaufe gebraucht – mach selbst – kaufe neu:

 

Dreimal  Textiles rund um den Ersten Weltkrieg.  Trauerkleidung eines sechsjährigen Mädchens in England, eine Zeitungsanzeige, eine Ausstellung in Berlin:

Und noch ein paar Tipps, Ausstellung, Film, Nähhilfe u.a.

Den letzten Lesetipp empfehle ich als Stärkung,  wenn mal wieder in irgendeinem Medium die Position vertreten wird,  Freude an Handarbeiten vertrüge sich nicht mit einem emanzipierten Frausein.  Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass diese Stimmen bald kleinlauter werden.  Daher zum Abschluss hier noch einmal den strickenden Schäfer, der hat schon die Weitsicht.

sheperdQuelle