Das neue Buch ist da! Gedichte, Geschichten mit Nadel und Faden.

Hübsch liegt sie da in der Oktobersonne, die Sammlung zum stundenlangen Schmökern. Fast 200 Seiten sind es geworden, in denen ihr quer durch die Literaturgeschichte dabei sein könnt, wenn es um Textilherstellung geht.

Kurzbeschreibung

Strickende Frauen? ­Bei Grass werden sie bewundert, bei Bernhard gehasst, bei Dickens machen sie Revolution. Im Mädchenpensionat gibt es Handar­beits­stress und eine Schildkröte näht am Strand ein Seekuh-Gewand. Von der sittsamen Nadel­arbeit bis zur blutigen OP-Naht ist in diesem Lesebuch alles dabei.

Eine großartige Fundgrube für alle, die wissen wollen, wie durch die Jahrhunderte in der Literatur mit Nadel und Faden gearbeitet wurde. Das Buch erinnert an verlorene Frauenberufe ebenso wie an vergessene Autorinnen, die in dieser Sammlung wieder eine Stimme bekommen.

57 Texte, in de­nen mit Wolle, Stoff und Faden gearbeitet wird. Eine literarische Sammlung von der Antike bis heute.

Geschichten und Gedichte von Ringelnatz, Krüss, Dickinson, Fontane, Rilke, Goethe, Gomringer, Benn, Dohm, Ebner-Eschenbach, Droste-Hülshoff und vielen mehr.

ISBN 978-3-9819829-0-9, Verkaufspreis 18 Euro.

Hardcover mit Lesebändchen, 192 Seiten, Größe 13×21 cm.

Das Inhaltsverzeichnis

Gedichte und Fundstellen aus Romanen wechseln sich ab.

12 Illustrationen haben auch ihren Platz gefunden. Es hat mir großen Spaß gemacht, die Collagen aus historischen Vorlagen zusammenzufügen.

Dem Einband liegt ein Stickmustertuch zugrunde, das mit „JH Scholtz, Anno 1875“ signiert ist. Ist das nicht wunderbar, dass JH Scholtz (vermutlich ein junges Mädchen) mit der vermeindlich banalen Arbeit nun 140 Jahre später auf einem Buch verewigt ist?

In der Sammlung ist für jede Lebenslage etwas dabei, für den heutigen strahlenden Oktobertag zum Beispiel ein Herbstgedicht von Emily Dickinson über ein purpurfarbenes Strickstück.

Englische Gedichte habe im Original mit einer deutschen Übersetzung abgedruckt, so bleibt der Vergleich erhalten.

Die Geschichten und Gedichte kümmern sich auch um die schweren und dunklen Seiten der textilen Arbeit. In diesem Gedicht von Nora Gomringer geht es um Fast Fashion und den Blick der Näherinnen in Asien:

Ein weiteres Kapitel widmet sich der Tatsache, dass Handarbeiten auch richtig als abstoßend empfunden werden können.

21 der Beiträge sind von Frauen verfasst. Ihr werdet euch völlig unbekannte Autorinnen entdecken, die aber zu ihren Lebzeiten berühmt waren und einen Bestseller nach dem anderen schrieben. Es gab viele schreibenden Frauen, sie sind nur vergessen.

Ebenso wie die textilen Berufe, die hauptsächlich Frauen ausübten, vergessen sind. Rilke hat sich in seinem Werk mehrmals mit den Spitzenklöpplerinnen in Flandern beschäftigt, voller Bewunderung für das kunstvolle Produkt aber auch in vollem Bewusstsein der harten Arbeitsumstände.

Ganz ehrlich: In dem Buch stecken zwei Jahre Arbeit, aber zu keinem Zeitpunkt habe ich die Lust verloren. Die Recherche war spannend, die Auswahl, das Illustrieren, das Layouten – immer hat mich die Idee angetrieben, dass ich genau so ein Buch liebend gern in einer Buchhandlung finden und kaufen würde.

In Buchhandlungen ausliegen, das klappt für kleine Verlage nur ganz selten, aber zum Glück sind unsere Bücher im Großhandel gelistet und überall innerhalb eines Tages lieferbar. (In jeder Buchhandlung und zum Beispiel bei amazon, buecher.de, Hugendubel, Thalia.) Die Vorbestellungen haben mir schon einen Teil der Auflage abgenommen, das freut mich. Außerdem findet ihr es im Onlineshop „Gemacht mit Liebe  – Häkeln Stricken und Selbermachen“ und bald auch im Schnittmusterkiosk, dem Onlineshop von Crafteln („Kleidung nähen macht glücklich!“).

Wenn ihr Lust habt, von der Autorin persönlich Post zu bekommen: Eine Mail (info@textilegeschichten.net) genügt, ich sende euch das Buch gegen Rechnung versandkostenfrei zu, auf Wunsch natürlich signiert oder als Geschenk verpackt.

Und wenn ihr mir einen Gefallen tun wollt: Besprecht das Buch, egal in welchem Medium. Kundenbewertung bei Amazon, Facebook, Blog, Instagram, privat, Zeitung – all das hilft, bekannter zu werden.

Zum Abschluss noch einen Auszug aus dem Nachwort des Buches:

Ein Lesebuch nur mit textilen Textstellen? Warum? Vielleicht ja, weil der Gleichklang von Text und Textil kein Zufall ist. Er kommt vom lateinischen Wort für Weben: texere. Wichtiger ist aber, dass es eine solche Sammlung in deutscher Sprache noch nicht einmal ansatzweise gibt. Als ich vor Jahren damit begann, in Romanen und Gedichtsammlungen besonders auf Strick- und anderen Handarbeitsszenen zu achten, wurde mir klar, wie wichtig die in der Literatur versteckten Informationen sind. Wir wissen nur sehr wenig über die Geschichte der Herstellung textiler Produkte. Wer hat wann wozu genäht, gestickt, gesponnen, gewebt? Was war dazu nötig, welcher Verdienst möglich? Wie waren Nadelarbeiten angesehen? Was denken die handarbeitenden Frauen über ihre Tätigkeit? Was die Männer?

Zu Beginn der Recherchen hatte ich erwartet, dem Klischee entsprechend viele Schilderungen trauter Handarbeitszenen in bürgerlichen Haushalten zu finden. Aber wohin ich schaute, die Idylle war fast immer gebrochen oder sogar völlig abwesend. Von den 57 Fundstellen im Buch beschreiben ungefähr die Hälfte Situationen, in denen die textilen Tätigkeiten mindestens eine lästige Notwendigkeit, eher aber eine schwere Arbeit sind. Irgendwann gab ich mir besondere Mühe, doch wenigstens ein paar »schöne« Darstellungen zu finden, Beschreibungen, die die Freude am Umgang mit dem stofflichen Material, am Erschaffen, am mühevollen aber auch meditativen Tun schildern. Am ehesten habe ich diese Leidenschaft – wenn auch ebenfalls gebrochen – bei Hazel Hall gefunden, die in den 1920er Jahren in den USA mit ihren Gedichten bekannt wurde. Ein Glücksfall, dass eine Berufsnäherin für einmal gleichzeitig Dichterin war. Wer selbst gern handarbeitet, wird ihre Gedichtzeilen verstehen:

I looked out of a window
Into a glittering night sky.
And instantly
I began to feather-stitch a ring around the moon.

Ich sah aus einem Fenster
in einen glitzernden Nachthimmel
Und begann sogleich,
den Mond mit Federstich zu umsticken.

sicherheitsnadel-deko

 

Alles zu unseren Büchern findet ihr auf unserer Website: Schnatmeyer & Derham. Weitere Bücher sind in Planung. Tragt euch auch gern für den Newsletter auf unserer Seite ein!

Am 24. und 25. 11. 2018 sind wir auf der Buchmesse BUCHBERLIN für unabhängige Verlage und Selfpublisher mit einem Stand vertreten. Ort: Mercure-Hotel MOA Berlin in Moabit (U-Bahnhof Birkenstraße). Zeit: An beiden Tagen von 10-18.00 Uhr.

 

sicherheitsnadel-deko

 

 

6 Kommentare

  1. Da kann ich dir uneingeschränkt zustimmen: Es gibt jede Menge kreativer, fähiger, weltbewegender Frauen, die immer wieder in den Schatten der Männer abgedrängt werden oder zur Fußnote in deren Lebensgeschichte degradiert. Je länger ich sie ausfindig mache ( ich schreibe gerade am 159. Porträt ), um so mehr drängt sich mir diese Erkenntnis auf. Das gilt brigens nicht nur für schreibende Frauen.
    Ich lade dich und deine Leserinnen ein, bei mir jeden Donnerstag eine neue zu entdecken.
    LG
    Astrid
    Dein Buch kommt auf meine Wunschliste.

  2. Eine wunderschöne Idee für ein Buch, habe ich mir gleich mal auf meine literarische Merkliste gesetzt. Ich selbst nähe seit einiger Zeit, schreibe gleichzeitig Gedichte und verwebe auch beides hin und wieder im eigenen Text. Schön, dass es jetzt solch ein Büchlein gibt, so kann ich nun mal anderen beim „Zeilenstricken“ oder „Gedankenweben“ über die Schulter schauen.

    Herzlichst Constanze

  3. Ich freue mich auch schon ganz besonders auf deine Illustrationen! Jetzt sind es schon drei (nein 4 habe ich gesehen bei amazon) Wunderbare Umsätze wünsche ich dir, die mit Sicherheit kommen. Eine solche Zusammenstellung dürfte neu auf dem deutschen Markt sein, oder?
    Liebe Grüße, Karen

  4. Toll, Gratulation! Ich freu mich und bestelle bestimmt! Muss nur noch überlegen, wie viele Exemplare gleich, denn das Buch eignet sich ja auch hervorragend als Weihnachtsgeschenk für textil-affine Freundinnen. Sei lieb gegrüßt, Gabi

  5. Wie schön, dass in jungen Köpfen neue Fragen stecken! Warum bin ich nie ( 80-) auf die Idee gekommen, in der Literatur auf Anmerkungen über Frauen und Handarbeiten zu achten? Es macht Spaß, in diesem kleinen Buch die Quellen zu finden! Gut gemacht! Ein schönes Geschenk für Lesefreunde und Lesefreundinnen. Gruß von Marie Radmann

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