Tambourstickerei: So verbreitet wie unbekannt (Stoffspielerei im April)

Heute sammle ich für die Stoffspielerei* eure Beiträge zum Thema „seltene Techniken“. Zuerst zeige ich meine Idee, dann folgt die Linksammlung.

Meine Technik ist gar nicht so ungewöhnlich, es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass ihr selbst etwas besitzt, das mit der Tambourtechnik bestickt ist. Seit ich mich damit beschäftige, fällt mir der Stich überall auf.

Die Kissen oben sind kein Patchwork, sondern gestickt, ebenso wie die bunten Streifen unten. Eigentlich sind das lauter Reihen in Kettenstich. (Nachtrag: Hier wahrscheinlich maschinell, mit der Kettenstichmaschine).

„Tambour“ hängt mit dem Wort Tamburin zusammen – der Stich erfordert es nämlich, dass man den Stoff stramm in einen Rahmen spannt, straff wie bei einer Trommel. Die Haute-Couture Stickateliers wie Lesage benutzen diese Technik (auf Französisch auch genannt Lunéville). Ebenso gehen die Stickwerkstätten vor, die in Indien und anderswo Stoffe mit Mustern, Perlen und Pailletten versehen (Aari genannt). Dennoch ist es schwer, auf deutsch darüber Informationen zu finden oder im Inland dazu Werkzeuge zu kaufen.

Man braucht nämlich eine spezielle Nadel, eine Tambournadel (eigentlich eine sehr feine und spitze Häkelnadel). Mit der sticht man von oben durch den gespannten Stoff, nimmt unten den Faden auf und zieht ihn nach oben, wiederholt das Ganze in Abständen. Es entsteht eine Schlaufenreihe, ein Kettenstich, man häkelt quasi durch den Stoff hindurch. Idealerweise kommt man mit der Tambournadel sehr viel schneller voran als nur mit einer Sticknadel.

Tja, idealerweise.

Für meine Versuche auf einem improvisierten Rahmen habe ich Ewigkeiten gebraucht. Das einzige, was irgendwann wirklich schneller ging, waren gerade Reihen. Ansonsten blieb die Nadel ständig entweder im Faden oder im Stoff hängen, es war eine einzige Prökelei. Wie ich las, muss man in den Pariser Profiwerkstätten erst einmal 1 – 2 Jahre üben, ehe man an die richtigen Stücke heran darf.

Unten ein Stück Baumwollnessel im Stickrahmen – mit einer Klemme am Tisch befestigt, so dass man beide Hände frei hat, die Nadel und den Faden zu führen. Ich habe schnell aufgegeben, der Stoff war viel zu fest und das Muster zu kompliziert.

Links auf dem Tisch ein Stück, das sich schon vorher mit der Hand bestickt hatte – das dauerte ebenso lang wie mit der Tambournadel und war befriedigender, weil es störungsfreier voranging.

Mein Nadelset ist von Lacis und hat drei auswechselbare Spitzen. #70 (fine) für hauchdünnes Garn und kleine Perlen geeignet. #90 (medium) passte zu normalem Seidennähgarn und Pailletten.

Für dickere Garne war der Nadelaufsatz #120 (large) gedacht, allerdings reichte der auch nur bis hin zu dünnerem Häkelgarn Nr. 50 und 20 (damit sind die Blumen unten gestickt).

Wer es einfach mal ohne große Vorbereitung probieren möchte, nimmt sich eine Häkelnadel und einen locker gewebten oder netzartigen Stoff. Das Grundprinzip, wie man die Schlaufen durch den Stoff häkelt, lernt man so viel leichter.

Ich hätte besser erst einmal auf diese einfache Art angefangen – die beiden Häkelnadeln flutschen leicht durch den Stoff und man kann sich auf die Drehung der Nadel unter dem Rahmen konzentrieren.

Links zu Youtube-Videos, falls ihr es wie die Profis probieren wollt:


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Soweit meine Versuche, nun zu anderen und ihren Ideen!

Ines von den Nähzimmerplaudereien hat Sashiko probiert.

Griselda/Machwerk trägt jetzt Gobelinreste.

Christiane von Schnitt für Schnitt zeigt besondere Smokvarianten, man denkt an Wellen und Origami.

Karen hat mit der Kleistertechnik nicht auf Papier, sondern auf Stoff gedruckt.

Bei Siebensachen zum Selbermachen geht es nach Korea, zum Patchwork genannt Jagakbo oder Pojagi.

Annelies scheitert mit Brettchenweben, was in ihrem Fall durchaus verständlich ist.

123-Nadelei konnte gar nicht mehr aufhören, aus Stoffresten flirrende Chenille-Raupen zu nähen und zu schneiden.

Bei Made with Blümchen geht es um ein Reise-Klöppelkissen – ist doch wunderbar, was man alles so braucht.

In Marys Kitchen ist heute auch noch ein Pojagivorhang entstanden – inklusive Rolltuchelemente.

Nahtzugabe wickelt immer noch an einer Rope-Bowl, nach einer Anleitung von 1960.

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Das sind ja schon wirklich viele interessante Dinge zusammen gekommen, ich freue mich! Meldet euch in den Kommentaren, falls ich euch auch noch verlinken soll.

Das Thema ist eine Wiederholung, ihr könnt hier entlang, auch gern schauen, was damals dabei war.


 

Nächste Termine Stoffspielereien:

28.5. Griselda, Thema: Jeans: Blau in allen Schattierungen
25.6. Nahtzugabe, Thema: Schwarz und Weiß
Juli/August    Sommerpause

 

*Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Mitbringsel aus Japan

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Diesmal bin ich nur eine Lehnstuhlreisende und zeige, was mir der Mann von einer beruflichen Reise mitgebracht hat. Tokio, Osaka und Kyoto im Herbst, das muss wunderschön sein.

Wunderschön finde ich ja auch immer die Stoffsachen aus Japan, wie zum Beispiel diese halblangen Vorhänge in einem Kuchengeschäft.

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Die zweiteiligen Vorhänge vor Türen oder als Raumteiler mochte ich schon immer und habe nun auch ein Exemplar in Dunkelblau bekommen – als Stickpackung mit Sashikozubehör.

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Sashiko-Sticken war hier ja schon öfter Thema und Stickpackungen von der Firma Olympus standen auf meinem Wunschzettel, seit dem Wischtuch damals.

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Katalog Olympus

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Da die (auswaschbaren) Muster schon aufgedruckt sind, geht man nur noch auf- und ab mit der Nadel durch den Stoff ohne groß nachdenken zu müssen, das ist dann so angenehm und beruhigend wie Stricken.

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Süßigkeiten aus Seide – laut Preisschild für angemessene 300 Euro zu haben. Die passen zu diesen mangaartigen Kimonos:

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Nippon Fabric Town (Straße mit Stoffgeschäften in Tokio) scheint das Paradies zu sein.

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Ich habe natürlich Stücke abbekommen.

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Dann noch ein Rätsel – das weiße Rechteck mit dem roten Rand sind gefaltete Papiere. Wurde mir mitgebracht als Tasche, die man im Kimono trägt? Das ist wohl ein Missverständnis. Hoffentlich liest hier jemand mit Spezialkenntnissen und kann das erklären.

Gebrauchte Kimonos gab es für rund 30 Euro.

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Drei davon sind inzwischen in Berlin, einen will ich mir zum Kleid umarbeiten. Der Kimono links ist im Futter ganz wunderbar fliederfarben eingefärbt.

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Passt doch glatt zum Buch!!!

Was ich 20161119_082433-603x640kurios fand: Auf vielen Fotos sind Menschen mit Mundschutz zu sehen, das scheint ganz normal zu sein. Da komme ich beim Thema Niqab (mit dem ich ja meine Probleme habe) und Gesicht zeigen auf ganz neue Gedanken. So kann man gut seine Vorurteile überprüfen – würden wir verlangen, dass diese Japanerin ihren Mundschutz abnimmt? Hätte ich weniger Angst vor ihr als vor einer komplett schwarz verhüllten Muslima, weil mir die Kultur der Japanerin berechenbarer und nahestehender scheint? Wenn man aus gesundheitlichen Gründen das Gesicht verhüllen darf, muss das dann auch aus religiösen Gründen erlaubt sein? Welche Rolle spielt es, dass nur Mund und Nase verdeckt sind, der restliche Körper aber „normal“ gekleidet und nicht unter schwarzem Tuch versteckt ist?

Der Mann hat sich mit der Frau trotz Mundschutz jedenfalls sehr gut unterhalten.

Auch kurios: Edel-Taxi mit Spitzenüberzug auf den Sitzen. Eine Übernahme westlicher Dekovorstellungen? Wenn man „Japan“ und „Spitze“ googelt, kommen nur Hunde, die Japanspitze heißen.

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Die meisten Fotomitbringsel drehen sich ums Essen – eine Mahlzeit schöner als die andere.

Nun habe ich Hunger und werde mit einem profanen Käsetoastbrot neben dem PC leben müssen.  Guten Appetit allen!  Falls ihr zu den Fragen oder sonst etwas wisst, freue ich mich über Rückmeldungen.

Stoffspielerei und Goldstickerei mit Herbstblättern

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Den heutigen Sonnentag habe ich zum Sticken genutzt – passend zu Griseldas Stoffspielereithema „Blätter“.  Inspiration sollten die bunten Hamamelisblätter in meinem Garten sein, die sich in diesem Jahr besonders schön verfärbten. Früher waren sie schon einmal Teil der Serie Echt und Falsch mit dem Ratespiel, welches das echte Blatt ist, und welches aus Stoff und Farbe nachgemacht.

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Diesmal wollte ich aber auch gern das Thema Bouillondraht von der letzten Stoffspielerei wieder aufnehmen, denn inzwischen habe ich online Goldkantille zum Sticken mit einem Durchmesser von weniger als 1mm gefunden. Die ersten Versuche mit dem besseren Material waren nicht sehr befriedigend.

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Also lieber nicht flächig, sondern sparsam einsetzen:

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Das war der Stand der Dinge, als ich noch gutes Licht hatte:

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Später werde ich das Blatt ausschneiden und zu einer Brosche verarbeiten, das Ergebnis füge ich dann hier ein. (Anmerkung: In dem Blatt sind nicht nur Halbedelsteine verstickt, sondern auch Schnecken, eine halbe Bohne und zwei gefärbte Maiskörner).

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Nachtrag 15.11: So sieht es nun am Ende aus, die Bohne ist wieder rausgeflogen:

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Andere Blätterexperimente sind bei Machwerke zu sehen, vielen Dank für das Sammeln! Nächstes Mal, am 27. November,  ist Lucy/Nahtzugabe dran, sie hat das Thema „Stoffreste“ ausgesucht. Vielleicht sind ja Ideen für Weihnachtsgeschenke aus Stoffresten dabei?

Goldstickerei habe ich in New York bei Dolce&Gabbana auf einem Rock entdeckt, die ist auch nicht so kunstvoll wie die historischen Vorlagen und macht Mut, es weiter zu probieren.

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Ein ZiffernBLATT wäre ja auch ein gutes Thema für heute gewesen :)

Außerdem hier noch ein Foto von einer Zara-Jacke, die in Kapitänsmanier mit golden gestickten Sternen und Streifen benäht ist, Beweis für den Modetrend. (Aus der Haute Couture auch noch bei z.B. Burberry)

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Das nächste Mal melde ich mich wahrscheinlich mit dem druckfrischen neuen Buch – im Moment kämpfe ich noch damit, dass bei Amazon ein falschen Coverbild eingestellt ist. Also, falls alles gut geht, könnt ihr in wenigen Tagen das hier erwerben, so sollte es aussehen:

Am Rockzipfel

Drückt mir die Daumen! Alles sehr aufregend.

 

Stickversuche mit Bouillon – Stoffspielerei September

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Nein, hier geht es nicht um Brühe. Bouillon heißt auch eine Spirale aus Metalldraht, meist gold- oder silberfarben, die zum heutigen Stoffspielereithema* „Metallstickerei“ passt.

Vorbild für mein Projekt waren die Broschen von Macon et Lesquoy,  die sehr witzig und besonders sind.

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Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich wusste, wie diese Broschen gemacht sind. Bouillon, auch Kantille genannt, kennt man zum einen von Kirchenstickereien, zum anderen auch von Uniformabzeichen oder goldbestickten Fahnen. Auf Deutsch muss man dazu nach „Klosterarbeiten“ suchen, findet aber nicht viel. Eher wird man auf Englisch unter dem Stichwort „Goldwork“aufgeklärt. Bouillon ist nur eine von vielen Möglichkeiten in der Goldstickerei. An das originale Material heranzukommen ist ziemlich schwierig und kostspielig. Online gibt es unter dem Stichwort „Klosterarbeiten“ nur wenig Lieferquellen, und wenn man keine Ahnung hat, will man auch nicht blind irgendetwas bestellen.

In Sachen Bouillon entschied ich mich also lieber, beim Bastelkaufhaus Idee in der Floristenabteilung zuzugreifen, getreu dem Motto „If in doubt, try it out“, war auch nicht so teuer. (Entschuldigung an alle echten Klostersticker, die gerade schwer atmen). Laut Website soll man mit dem Spiraldraht wohl Blumen umwinden, naja.  Auf dem Foto scheint der Draht auseinandergezogen, in meiner Packung sieht er wie eine geschlossene Schnur aus.

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Was man sonst braucht (verfilzter schwarzer Wollrest, gold/silbergraues Garn, Stickrahmen), hatte ich hier. Besonders hilfreich war der Teppich als Unterlage, da rollt nichts weg, alles lässt sich gut mit der Nadel aufnehmen. Zuerst legt man die Umrandung an (bei mir Kettenstich), danach füllt man die Fläche mit kleinen Abschnitten des Spiraldrahts. Jeder Abschnitt sollte genau die richtige Länge haben, da gibt es sicher Tricks. Ich schnitt mit der Schere nach Augenmaß, was nicht so gut ist. Dann muss man die Spiralen nur noch über einen Nadel fädeln und wie eine Stabperle aufnähen. Geht ziemlich schnell und macht Spaß. Eigentlich muss das natürlich ganz fein und regelmäßig sein, mit meinem Blumendraht unmöglich. Besonders schlimm war der Silberdraht, der kam schon gequetscht und verzogen aus der Packung.

Später erinnerte ich mich an einen Weihnachtsanhänger aus London mit Goldstickerei. Im Vergleich kann man schön sehen, wie viel kleiner und dünner echter Bouillondraht ist. Der Schriftzug „St-Martins“ zum Beispiel besteht auch nur aus Spiralabschnitten.

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Meine zwei Anstecker finde ich so naja, wirken doch noch etwas militärisch bzw. baumschmuckmäßig. Sie landen wohl in der Verkleiden-Kiste. Die silberne Amöbe sollte eigentlich ein Mund mit Perlzähnen werden.

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Im Idee-Kaufhaus fiel mir auf, wie viele Stick- und Bastelpackungen (mit gar nicht mal so schlechten Projekten) es dort zu kaufen gab, das hat wirklich zugenommen. Ich kann das auch verstehen. Hätte es eine Stickpackung mit allem gegeben, was man für eine Brosche a la Macon et Lesquoy braucht, hätte ich sie gekauft. So aber scheue ich die Investition für das Grundmaterial. Bleibt dennoch im Hinterkopf! Diese Mütze von Schiaparelli hätte ich nämlich auch gern.

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Nun bin ich gespannt, wer noch etwas probiert hat (vielleicht auch mit Bouillon?) und freue mich, euch hier mit euren heutigen Beiträgen zu verlinken.

  • Nähzimmerplaudereien ist mit einem gekupferten Oktopus dabei
  • Bei Machwerk biegen Drähte warmen Filz zu einer sympathischen Ablage
  • Die Galerie der Handarbeiten präsentiert Kronkorken statt Shisha-Spiegelchen, sehenswert!
  • Karen häkelt mit Goldgarn und weiß noch viel mehr zur Geschichte der goldglänzenden Stickerei, Bouillon kommt auch vor!
  • 123-Nadelei hat sich vom Steampunk für einen Kragen inspirieren lassen und -wie andere – ziemlich mit dem Metallic Garn gekämpft.
  • Nahtzugabe zeigt, wie man Goldgarn auch ganz modern und effektvoll einsetzen kann

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Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Der Plan für die nächsten beiden Monate:

Sonntag 30. Oktober    Griselda / Machwerke zum Thema  „Blätter“
Sonntag 27. November   Lucy / Nahtzugabe, Thema folgt noch

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Stoffspielerei im Juni: Rundkissen mit Wechselrahmen

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Heute ist wieder Stoffspielerei* und Frifris  hat das Thema Löcher vorgeschlagen. Bei mir gibt es einen Kissenbezug mit Guckloch zu sehen. Dafür habe ich einen großen ‚Stoffbeutel‘ mit Tunnelzug genäht und ein altes rundes Daunenkissen hineingelegt.  Wird die Kordel im Tunnelzug  so eng wie möglich zugezogen, entsteht eine Art Bilderrahmen, hinter den man sehr gut andere Stoffwerke legen kann. Oben seht ihr als ‚Bild‘ das bestickte Tuch von der letzten Stoffspielerei, unten andere Ergebnisse früherer Stoffspielereien.

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Gestickte Würmer von 2013, unten pflanzengefärbten Stoffe von 2015.

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Weil alles so eng gestopft ist, verrutscht das Bild hinter dem Faltenrahmen auch nicht so leicht, aber ein Alltagsknuddelkissen ist es natürlich auch nicht, eher ein Rückenstütze. Ich mag es gern und freue mich über den Wechselrahmen.

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So sieht die Rückseite aus.

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Nun schicke ich den Beitrag schnell ab. Durch die lähmende Hitze hier in Berlin und die ganze Brexit-Misere war ich eigentlich zu nichts in der Lage, aber heute ist es wieder frisch und schön und alles wird besser.

Ich bin gespannt, was  Frifris und anderen zum Thema Löcher eingefallen ist. Vielen Dank für das Sammeln der Links, liebe Frifris!

Im Juli und August machen wir mit den Stoffspielereien Sommerpause. Wiederaufnahme ist dann am 25. September bei mir, Thema: Von Gold bis Blech – Metallstickerei. Wie immer ist das nur eine Inspiration, die ihr nicht so eng sehen müsst.   Wir freuen uns über jede Teilnahme!

Nachtrag: Made with Blümchen plant, in der Sommerpause  zwei ihrer offenen Stoffspielerei-Projekte fertigzustellen, sie würde sie an den letzten Sonntagen (am 31. Juli und 28. August) posten. Wollt ihr mitmachen? Dann meldet euch bei Made with Blümchen.

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SOMMERPAUSE

 

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Stoffspielerei im Mai: Spruchtuch für den Rechner

Karen hat für die heutige Stoffspielerei* das Thema “Schrift auf Textil” vorgeschlagen. Eine gute Gelegenheit, mal wieder Wörter auf Stoff zu sticken. Mein uraltes Notebook brauchte dringend ein Abdecktuch zum Schutz vor dem ganzen Blütenstaub, und auch als Pausenzeichen für mich, weil ich viel zu lang daran sitze.

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Da mein Bildschirm das Tor zur Welt des Wissens ist, saugt sich hier ein blauer Wasserfleck in den virtuellen Datenozean. Der Spruch von Ralph W. Sockman lautet

The larger the island of knowledge, the longer the shoreline of wonder

Auf deutsch „Je größer die Insel des Wissens, desto länger die Küste des Fragens“ hört sich blöd an, außerdem ist ‚wonder‘  noch mehr als Fragen, es ist auch Neugier, Staunen, sich wundern…  Also bleibt es bei der englischen Weisheit, die ich nur bestätigen kann. Je länger man Dinge recherchiert, desto klarer wird: Man kann nicht viel wirklich sicher wissen.

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Den Spruch verdanke ich einem Twitterfund

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Dazu muss man wissen, dass die Wendung ‚lasse ich mir auf ein Kissen sticken‘ im Internetsprech nicht wörtlich gemeint ist.  Hier ist vielmehr eine neue Redensart entstanden, die zwar eine Aussage betonen will, gleichzeitig aber auch eine ironische Distanz zu eventuell gefährlich seichten Sinnsprüchen ausdrücken soll.

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Die gestickten Volksweiheiten, die vor hundert Jahren in vielen Haushalten auf Kissen und Tüchern als Deko drapiert wurden, gelten auch heute noch als Ausdruck von Biederkeit und Spießigkeit, ihre Herstellung als Symbol der Frauenunterdrückung. In den letzten Jahren haben sich mehrere Ausstellungen  (gerade vorbei in Unna, früher im Frauenmuseum Hitisau)  diesen Tüchern gewidmet. Gleichzeitig haben subversive Versionen einer jungen Stickereiszene  vor allem im englischsprachigen Ausland mit dem Bieder-Image gespielt.  In dem Fahrwasser ist ja vielleicht möglich, heute mal wieder ganz unideologisch seinen Arbeitsplatz zu verschönern.

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Zum Technischen: Gestickt habe ich mit Sashikofaden in Steppstich, wie immer lässig-fahrlässig unregelmäßig.  Und wie immer beim Sticken von Buchstaben ist das Problem die Vorlage. Der Kreidestift hielt natürlich auf dem Stoff nicht gut und eine Fixierung mit Haarspray machte die Schriftzüge noch unsichtbarer. Am Ende musste dann eine handschriftliche Vorlage auf Papier als grobe Orientierung ausreichen. Bei soviel Freiheit war es natürlich leicht, sich zu verschreiben – auf dem Foto steht noch coastline, aber shoreline ist schöner, also musste der Faden wieder raus. Die Bienenwachskerze (Grundschulweihnachtsfeierbastelei) dient zum Wachsen des Stickfadens, damit er sich nicht so leicht verknotet.

Schmucktücher zum Verdecken habe ich auch geerbt. Eins hängt bei uns in der Küche über den Kühlschrankzetteln. Ich finde es sehr schön, auch wenn der Spruch nicht das geringste mit der Kochweise in diesem Hause zu tun hat. (Beim Anblick der leeren Flensburger-Alkoholfrei Flasche möchte ich übrigens anprangern, dass hier in Berlin immer weniger Geschäfte dieses einzige – neben Jever Fun – genießbare alkoholfreie Bier führen. Was soll das? Das geht nicht.)

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Wer noch ältere Stoffspielereien mit Schrift auf Stoff  sehen will, kann ja unten in den früheren Beiträgen weiterklicken.

Ansonsten nun schnell weiter zu Karen, die poetisch mit Bleiche experimentiert und am Ende ganz wunderbar mit Klebstoff geschrieben hat, das müsst ihr euch ansehen. Vielen Dank  für das Linksammeln, liebe Karen !

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Stoffspielerei im Dezember: Gequiltete Schrift

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Gästebuch auf Tuch bei Monogramme und Namen sticken

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Stoffspielerei: Spruchtuch kinderleicht?

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Vormerken: Der nächste Termin für die Stoffspielerei ist Sonntag, der 26. Juni 2016 bei Frifris, Thema „Löcher“

danach ist SOMMERPAUSE

Wiederaufnahme voraussichtlich am 25. September bei mir, Thema: Von Gold bis Blech – Metallstickerei

 

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Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

 

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Wien nicht gesehen

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Durch die Litaturpassage beim Wiener Museumsquartier konnte ich noch flanieren – dann warf mich eine Art Balkangrippe um, und die Reise Berlin-Prag-Wien endete in einem Hotelbett. Schade, denn ich wollte mit ganz vielen Tipps zu textilen Adressen zurückkommen.

Ich habe es zwar irgendwie nach Berlin zurückgeschafft und bin hustend auf dem Weg der Besserung (unter Mithilfe vieler Kostümfilme à la Sissi). Aber ich weiß nicht, was ich verpasst habe. Deshalb brauche ich nun eure Hilfe! Wer kennt sich in der Wiener Museen- und Textilszene aus? Was hätte sich gelohnt? Auf meinem Plan stand:

1.

MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst

Der Webseite nach zu urteilen gibt es Schaussammlungen, in denen wohl auch Textilien enthalten sind. Dann existiert noch eine Studiensammlung Textil, aber da wird wohl nur temporär ausgestellt?

Auf die aktuelle Ausstellung zu Josef Frank hatte ich mich ganz besonders gefreut. Bis 12. Juni 2016 läuft die Show über das Werk des österreichischen Architekten und Designers, der vor den Nazis nach Schweden emigrierte. Die Stockholmer Firma Svenskt Tenn vertreibt heute noch Produkte nach den Vorgaben Josef Franks.

Ich bin selbst stolze Besitzerin eines Teppichs nach Franks Entwurf  „Bows“ von 1929. Angeblich sind die geometrischen Elemente von Wegen und Hecken in einer Wohnsiedlung inspiriert.  Der Teppich gefällt mir auch nach vielen vielen Jahren immer noch sehr.

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Weiter im textilen Wien-Programm:

2.

Wien Museum

Laut Webseite umfasst die Modesammlung 22.000 Objekte, aber sind die überhaupt ausgestellt? Wohl nur im Rahmen von temporären Ausstellungen? Wir waren schon auf dem Weg dorthin und sind dann aber im ganz wunderbaren Café Sperl hängengeblieben. Ist mir womöglich eine Enttäuschung erspart geblieben? Ich würde mich freuen, wenn jemand mehr darüber berichten kann.

Mich stört immer wieder, dass auf den den Webseiten der Museen von Sammlungen gesprochen wird, ohne deutlich zu erklären, dass diese nicht öffentlich sind. Für Insider ist das vielleicht selbstverständlich, aber für den Laien, der so etwas auf der Webseite findet und deshalb einen Besuch startet, ist Enttäuschung vorprogrammiert.

3.

Sisi Museum in der Hofburg

Hier vermute ich eher eine Touri-Attraktion im Stile von Madame Toussaud, aber wahrscheinlich tue ich dem Museum unrecht? Die ausgestellten Kleider sind offenbar Reproduktionen, gilt das auch für die Accessoires? Gibt es für ernsthaft an Textilien (und nicht vorrangig an Sisi) Interessierte genug zu sehen?

4. Wiener Werkstätte – Museum

So ein Museum soll es laut Tripadvisor und Wikipedia bei der Firma Backhausen geben? Auch andere berichteten mir davon, dass bei der Weberei, die in langer Tradition die Stoffe der WW herstellt,  ein Ausstellungsraum sei. Auf der Webseite ist nichts darüber zu finden. Wer weiß mehr?

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Das wären nun meine vier Adressen gewesen. Fehlt etwas in der Liste? Mir ist aufgefallen, dass in der Stadt das textile Handwerk an vielen Stellen präsent ist. In der Stadt waren viele alte Schriftzüge für Schneidereien, Textil- und Ledermanufakturen waren noch erhalten.

Nahe der Hofburg fand ich dieses Spezialgeschäft für klitzekleinen Kreuzstich, eine Mode aus der Kaiserzeit Maria Theresias. Kunden scheinen hauptsächlich Russen und Japaner zu sein.

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Der Webseite eines anderen Geschäfts zufolge wird das Petit Point auf Seidengaze mit Halbkreuzstich gestickt. Es braucht eine Lupe, um 11 bis 22 Stiche auf einen Laufzentimeter zu setzen, 361 Stiche pro Quadratzentimeter. Die Preise für die Taschen, Börsen und Schmuckstücke reichen von 20 bis Tausende Euro.

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Viel mehr habe ich nicht zu berichten.  Ich hätte auch so gern noch andere Kaffeehäuser wie das schon erwähnte Sperl probiert, in denen jeden Moment meine Großmutter durch die Schwingtür kommen könnte. Eine schöne Erinnerung bleibt mir an das Restaurant Skopik + Lohn vom ersten Abend, wegen des Innendesigns und des Essens. Und an unsere Unterkunft. Urbanauts wandelt ehemalige Gewerbeflächen zu Hotelzimmern um. Sehr instagramtauglich, zur Freude der mitreisenden Jugend.

Auf jeden Fall eine gute Erfahrung war die Anreise mit dem Bus Berlin-Prag. Ich bin eigentlich schon mein Leben lang Bahnfan, aber in den letzten Jahren ist für mich keine Bahnreise mehr nach Plan verlaufen und ich habe komplett das Vertrauen verloren. Verspätungen, Ausfälle, verpasste Anschlüsse, falsche Auskünfte, verfallene Reservierungen – es war nur noch Stress. Wie viel einfacher ist es nun, hier in Berlin in einen Fernbus zu steigen (den man super bequem per PC buchen kann) und direkt zum Ziel gefahren zu werden, mit Sitzplatz, WLan, Filmen, Musikangebot, netten und entspannten Mitreisenden. Nicht zu vergessen zu einem Bruchteil des Bahnpreises. Keine Ahnung, wie das für die Bahn enden soll, da wird sich sicher noch einiges bewegen.

Soweit meine Wien-Schnipsel, nun hoffe ich sehr, dass ihr Tipps für meinen nächsten Wien-Besuch habt!

 

Stoffspielerei im August: Von Schiaparelli stranguliert

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„Sieht aus, als würdest du stranguliert.“ Der Kommentar aus dem Familienkreis beschreibt meinen Seelenzustand ganz gut, meint aber nur diesen Kragen. Mit dem Werk will ich nach der Sommerpause die monatliche Stoffspielerei* wieder aufnehmen. Heute bin ich dran,  Links zu sammeln. Das Thema ist „Es war einmal ein Oberhemd.“

Zunächst mein eigener Beitrag, weiter unten dann die Links zu den anderen Teilnehmerinnen.

Der Strangulationskragen geht auf die Modemacherin  Elsa Schiaparelli zurück, die in den 30er Jahren ein Faible für den Surrealismus hatte. Sie ließ  immer wieder Hände in ihren Entwürfen auftauchen, so wie bei diesem Gürtel.

Seit 2014 gibt es die Marke Maison Schiaparelli wieder. In diesem Making-Of Video entdeckte ich Hände an einem Rückenausschnitt.

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Und dann sah ich bei der italienischen Marke Vivetta lauter Kragen mit Fingern. Die fand ich so toll, dass ich sie ganz schnöde nachmachte .

Man braucht nur einen sauber  von einem Oberhemd abgeschnittenen Kragen und ein bisschen Hemdenstoff. Den Stoff mit Vlieseline verstärken, anhand einer Schablone die Linien vorzeichnen, mit der Maschine in feinem Zickzachstich umsticken , ausschneiden, rote Fingernägel mit Stoffstift malen. (Bunt besticken wäre natürlich schöner. Nagellack auf Stoff geht nicht gut, probiert).

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Dann Finger versuchsweise auf den Kragen stecken.

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Strangulationskommentar bekommen. Als nächstes einen Blusenausschnitt verzieren. Diese Version wird von meiner Familie deutlich bevorzugt.

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Ich finde die Variante auch ganz lustig.

Nur  ist mir die Bluse leider einen Tick zu eng. Sie war auch einmal ein Oberhemd.

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Das Hemd habe ich bis auf die Knopfleiste und die Seiten/Ärmelnähte komplett auseinandergenommen und nach einem selbstgebastelten Schnitt mit Prinzessnähten wieder zusammengesetzt. Dabei machte ich mir zunutze, dass Herrenhemden meist oben breiter sind als unten und ich das Verhältnis umgekehrt brauchte. Hier eine grobe Zeichnung dazu.

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Weil der Stoff in den Seitenteilen dann leider zu kurz war, habe ich noch die Ärmelbündchen eingefügt. Sieht auch etwas surrealistisch aus.

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Das Hemd ist so fast komplett verwertet, sitzt aber oben etwas zu knapp und ich ziehe es ungern an. Fazit: Für genügend Spielraum nimmt man am besten XXL-Hemden, oder gleich mehrere, aber mit der Erkenntnis bin ich nicht die Erste, wie man in den folgenden Links sehen wird. Das Thema stößt offenbar auf viel Resonanz, daher hier für alle schon mal ein Tipp: Im Oktober erscheint „Mach Mit! Neues Leben für alte Kleider„, das zweite Buch von Lucy/Nahtzugabe . Die Vorschau verrät, dass dort auch Oberhemden eine Rolle spielen.

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Hier nun alle anderen Stoffspielereien (Links werden im Laufe des Tages ergänzt):

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  1. Griselda ist schon vor einem Monat freundlicherweise in Vorleistung getreten und hat mit einem vorzüglichen Patchworkkleid aus drei Hemden die Marge sehr hoch gesetzt.
  2. Und nun steuert sie gleich noch zwei Zugaben bei, eine an den Körper modellierte Bluse und einen Rock mit Kapellenschlitz-Zitat (was das wohl ist? das google ich nach einem Kaffee)
  3. Eike von Rosalie und Me hüpft schon eine ganze Weile im skandinavisch-puristischen  Männerhemd-Kleid mit Gummizug durchs Wasser.
  4. Ines von den Nähzimmerplaudereien hat zwei Hemden harmonisch aufgeteilt und in eine luftige ärmellose Bluse verwandelt.
  5. Karen benutzt genialerweise die Armschlitze und Manschetten eines großen Hemdes als Verschluss für einen glockigen Rock.
  6. Frau Nähkästchen meldet sich als Spezialistin für Oberhemdenverwertung mit ihren verschiedenen Projekten, incl. Knopfleiste als Kissenverschluss – man sollte Knopfleisten und Brusttaschen generell aufheben!
  7. 123-Nadelei hat auch Kissen gemacht und jede Menge Patchworkmuster probiert.
  8. Ohne Blog, daher ist Barbara mit zwei PDFs dabei:  Herrenhemden zu Kleid und Herrenhemd zur Bluse
  9. Mirellchen hat für ihr weißes Sommeroberteil auch den Weg über ein Schnittmuster genommen.
  10. AnniLu hat sich zum Glück überzeugen lassen, einen neuen großen Logcabin-Quilt aus 12 Hemden zu zeigen (der als Geschenk an den Hemdenspender zurückgehen soll), plus Kissen und mehr.
  11. Bei Lucy von Nahtzugabe könnt sehen, wie ein  „Arm-in-arm Skirt“ aus zwei Oberhemden entsteht.
  12. Eine virtuose Verwerterin ist auch Lila und Gelb. Seht selbst ihre cleveren Taschen und gepatchten Buchhüllen.
  13. Ein Blüschen im Japan-Style und mehr ist bei Malou zu sehen, sie nutzt bei durchgewebtem Stoff auch mal die Rückseite, wenn die besser in Schuss ist.

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Vormerken: Der nächste Termin für die Stoffspielerei ist Sonntag, der 27.  September 2015.   Griselda von Machwerke wird dann Beiträge zum Thema Falten sammeln.

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Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Der vorläufige Plan für die nächsten Monate, kurzfristige Terminänderungen sind möglich:

27. September – Machwerke – Thema Falten
25. Oktober – Karen – Thema Spitze
29. November  – Nahtzugabe
27. Dezember – WINTERPAUSE

Stoffspielerei im Juni: Knöpfe selbstgemacht

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Für die heutige Stoffspielerei*  hat  Frifris das Thema „Knöpfe“ vorgeschlagen.

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Dafür habe ich ein paar Varianten probiert, Knöpfe selbst zu machen.

1.

Knöpfe, für die man nur Garn und Sticknadel braucht, nach der Anleitung für Birds Eye Buttons.

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Die grauen Kugeln sind solche „Vogelaugen“, aber unten zusammen gezogen. Es ist nicht so einfach, auf diese Art regelmäßige Knöpfe herzustellen, da muss ich mehr üben.

2.

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Übung ist auch nötig, um Plastikringe sauber zu umhäkeln, Vorgehensweise ungefähr wie hier.

3.

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Die Ringe (gibt es in Berlin z.B. am Perlenstand Maybachmarkt) mit Stoff überzogen und ein bisschen bestickt, siehe hier.

4.

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Wollquadrate/Kreise zusammengezogen. Das kann auch viel besser und fester aussehen, wie bei diesen Mittelalter-Stoffknöpfen.

5.

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Bei einer früheren Stoffspielerei hatte ich diese Knöpfe mit irischer Häkelei gezeigt. Sie warten noch auf einen Einsatz an prominenter Stelle.

6.

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Ein weiterer Schmuckknopf, aus einem bestickten Kreis gefertigt. Viel schöner und inspirierender sind aber die Stickerei-Knöpfe dieser Flickr-Serie.

Am Ende konnte ich es nicht lassen, auch noch ein Armband mit Perlmuttknöpfen zu probieren. Man benötigt nur mehrere Knöpfe und Häkelgarn + feine Häkelnadel. Ich bin ohne Anleitung vorgegangen, aber es gibt Tutorials für ähnliche Armbänder hier,  oder auch hier.

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Nun bin ich gespannt, was  Frifris und andere mit Knöpfen probiert haben. Vielen Dank für das Thema und das Sammeln der Links, liebe Frifris!

Im Juli machen wir mit den Stoffspielereien Sommerpause . Ende August sehen wir uns hier bei mir wieder. Thema ist „Es war einmal ein Oberhemd“. Das ist nur eine Inspiration, die ihr nicht so eng sehen müsst. Vielleicht reicht es euch ja, nur den Knopf eines Oberhemds verarbeiten. Wir freuen uns über jede Teilnahme!

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Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Der vorläufige Plan für die nächsten Monate, kurzfristige Terminänderungen sind möglich:

26. Juli         SOMMERPAUSE
30. August – Suschna – Thema “Es war einmal ein Oberhemd”
27. September – Machwerke – Thema Falten
25. Oktober – Karen – Thema Spitze
29. November  – Nahtzugabe
27. Dezember – WINTERPAUSE

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Stoffspielerei März: Stickstiche aus den Anden

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„Punto Crespo“ aus Peru goes Wiener Werkstätte

Heute werden hier wieder Links zur Stoffspielerei* gesammelt, Thema „seltene Techniken“. Mein eigener Beitrag ist ein Stickstich, den ich in keinem Stickbuch gefunden habe und über den sich auch im Internet kaum etwas herausfinden lässt.  Ich erkläre die Stickerei daher für selten, aber ich lasse mich gern eines besseren belehren.

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Die Vorgeschichte beginnt im letzten Sommer mit einem wunderschön bestickten Gürtel an der Jeans meiner Schwester. Der Gürtel von Smitten ist laut Firmeninfo  Kunsthandwerk aus Peru und in fairer Zusammenarbeit hergestellt. Wie immer dachte ich „och, kann ich auch selber machen“ und versuchte, den auf dem Gürtel hauptsächlich verwendeten Stickstich herauszufinden. (Die anderen beiden sind Wickel- und Knötchenstich, s.u.)

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Mit Handarbeitsbüchern, Onlineseiten und vielen Testreihen bin ich zunächst kläglich gescheitert. Erst als ich die passende Andenregion – Ayacucho – und das spanische Wort für Stickstich – punto de bordado – herausgefunden hatte, stieß ich auf dieses Youtube-Video . Daraus erschließt sich, wie der „punto crespo“ gemacht wird, eigentlich eine Kombination aus Knötchen- und Schlingstich.

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Gar nicht schwer, aber nirgendwo aufgeschrieben. Ich hätte geglaubt, dass Stickstiche universell sind. Sind sie aber offenbar nicht. Das ist ein eigenes Fachgebiet und wenn man anfängt bei Anne Wanners Textiles in History herumzuklicken, bekommt man einen Eindruck davon, wie wenig erschlossen das Thema ist.

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Jedenfalls finde ich den Stich, der effektiv größere Flächen abdeckt und sehr plastisch ist, ganz wunderbar. Er funktioniert am besten mit Wollfaden auf einem locker gewebten Untergrund. Für meine Version habe ich mich von den floralen Mustern der Wiener Werkstätte inspirieren lassen. Entstanden ist wieder eine kleine Decke, die Kruschelhaufen oder Polster abdeckt.

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Diese kleine Fläche zu arbeiten hat schon sehr viel Zeit gekostet, und in Gedanken war ich bei den Stickern und Stickerinnen, die die Gürtel herstellen. Wie lange sie wohl dafür brauchen? Eine Fotostrecke  über eine Web- und Stickwerkstatt zeigt die große Armut, in der die indigene Bevölkerung in der Region Ayacucho lebt. Ich hoffe mal, dass die Einnahmen über das Weben und Sticken die Lebenssituation verbessert. Die 89 Euro, die die Gürtel im Onlineshop kosten sind jedenfalls ein Minimalpreis für diese aufwendige Handwerkskunst.

Falls jemand von euch den Stich aus anderem Zusammenhang kennt, bitte melden, ich kann wirklich nicht glauben, dass er nur in der Andenregion bekannt sein soll.

Aber nun zu allen anderen Stoffspielereien.

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Claudia aus Basel (ohne Blog) hat mir schon zwei Bilder geschickt. Sie zeigen Materialstudien mit Occhi und Angelschnur. Tolle Idee (und auch gut, um Occhi zu lernen, weil sich die Angelschnur nicht so leicht verdreht wie Garn).

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Technik: Occhi/Tatting
Material: Angelschnur, Baumwollgarn. Zusammen verarbeitet.

Weitere Beiträge liste ich dann hier auf. Meldet euch auch gern in den Kommentaren,  damit ich euch finde.

Ines stickt mit der Maschine und wasserlöslischem Vlies filigrane Osterkörbchen – und zeigt seltene Näh- und Klöppelarbeiten.

Bei Griselda wird ein besonderer Lederrand geflochten – auch mithilfe überraschender Spezialwerkzeuge.

Siebensachen hat nun passend zu ihren Cocotten Sets mit Hohlsaum.

Katharina hat extra für heute einen Webbkurs gemacht ;-) und tatsächlich einen wunderschönen Teppich mit nach Haus gebracht.

123-Nadelei nutzt transparenten Stoff, um Fäden einzunähen.

Siebenschön hat sich tatsächlich in die Steinzeit zurückversetzt und Nadelbinden gelernt!

Bei Karen sind hunderte Perlen als Muster in Stulpen verstrickt, wunderbar.

Sabine hat in verschiedene Wachsarten geritzt und entfärbt – Stoffgraffitti ist entstanden.

Lila und Gelb nimmt statt Faden ganz feinen Draht und zeigt so, wie toller Schmuck entstehen kann.

Jetzt ist auch noch Klöppeln dazu gekommen: Mirellchens Bortenstücke zeigen, dass man auch schlicht und grafisch klöppeln kann.

Die Linkshänderin muss noch 13.706 Mal Erbensuppengarn verknüpfen, aber dann hat sie einen Teppich.

Malou fügt den Techniken aus der Jungsteinzeit auch noch Sprang hinzu, kombiniert  mit Weben.

Gabelhäkeln ist bei Nahtzugabe das Thema – gar nicht so einfach, aber optisch sehr interessant.

Nachzügler Frifris verdient unbedingt einen Besuch: Plastische Persianer-Kopfhörer gestickt!

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Vormerken: Der nächste Termin für die Stoffspielerei ist Sonntag, der 26. April 2015.  Lucy wird dann Beiträge zum Thema „Stoff und Farbe sammeln.

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Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Der vorläufige Plan für die nächsten Monate, kurzfristige Terminänderungen sind möglich:

26. April           Lucy,    Thema Stoff und Farbe
31. Mai             KaZe,    Thema Inspiration Kunst (mit Quellenangabe)
28. Juni            Frifris   Thema Knöpfe
26. Juli         SOMMERPAUSE