Basteln an der Uni

Doch ja, man kann Basteln auch an der Uni studieren. Beweisfotos kommen hier aus einem meiner Lieblingsorte im Berliner Westen, aus der Unibibliothek der TU und der UdK.  Die sogenannte Volkswagen-Bibliothek liegt hinter dem Bahnhof Zoo an der Fasanenstrasse.

In der Bibliothek sitzt man schön, hat eine gute Arbeitsatmosphäre und einen weiten Blick über die Stadt.

Eigentlich flüchte ich mich hier meist in den Bereich der Kunstbände, aber für meine Druckversuche habe ich auch mal einen Abstecher in den praktischen Teil gemacht: Basteln und Werken!

Und ich fand sehr viel Interessantes. Die Anleitungsbücher der 50er bis 70er Jahre scheinen mir sehr viel freier und ausführlicher als die heutigen. Noch dazu entsprechen sie inzwischen natürlich schön dem  Retrotrend.

Auf dem Foto: Scherenschnitte, auch für Schablonenarbeiten geeignet.

Im Designbereich findet man außer Problemen auch Bücher zu Textil- , Mode- und Schmuckdesign. In einem Buch über nordische Stickereien lag noch ein Werbezettel aus den fünfziger Jahren:

Frauen im Laufgitter“ – ein feministisches Manifest aus dem Jahre 1958.  Erst belustigte mich dieser Titel, aber nachdem ich inzwischen auch dem  Mad Men – Fieber verfallen bin, sehe ich das etwas anders. Diese Serie aus den USA (die erste Staffel gibt es als DVD jetzt auch auf Deutsch) zeigt die damaligen Geschlechterrollen ziemlich schonungslos, so dass ich doch etwas ins Nachdenken geraten bin über die – von mir nicht selbst erlebten und daher vielleicht etwas verklärten – 50er und 60er Jahre.

Die Serie kann ich empfehlen, die Bibliothek auch – das nächste Mal schaue ich dann mal, ob ich etwas zu  Lucies Spitzendecken-Rätsel  finde.

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4 Gedanken zu “Basteln an der Uni

  1. Iris von Roten war Schweizerin und da bekamen die Frauen das Stimmrecht erst in den 70er Jahren.
    Sicher spannend so eine gut bestückte Bibliothek.
    Liebe Grüsse, Allerleirauh

  2. Sehr interessant – ich habe gar nicht daran gedacht, dass eine Unibibliothek auch etwas übers Basteln haben könnte („meine“ in Leipzig hatte das nämlich nicht). Danke für den Tipp! Bisher habe ich dafür nur einige Stadtbibliothek-Filialen ausprobiert – die haben auch ganz interessante Bestände übers Handarbeiten und Basteln, viel aus den Achtzigern und frühen Neunzigern, als noch Geld für Bücher da war. Mir kommt es so vor, als hätten ältere Bücher eine andere Zielsetzung gehabt: Es geht nicht darum, etwas 1:1 nachzuarbeiten, sondern Herkunft und Grundlagen einer Technik zu vermitteln, so dass der Bastelwillige selbst etwas entwerfen kann.

    viele Grüße, Lucy

  3. Das ist auch meine Beobachtung, damals war es eine Anleitung zur Ausübung eines Handwerks bzw. Technik im weitesten Sinne. Man drufte Kopf und Sinne noch selbst benutzen. Heute hat man oft Hefte und Bücher, die einem jedes klitzekleine Detail vorkauen. Mungerecht sozusagen.Leider wird es so aber auch oft in Schulen und Horten praktiziert. Da rostet einfach die Phantasie ein und die Fingerfertigkeiten auch.
    Und es muß immer im Waschzettel stehen, superleicht nachzuarbeiten, sonst kauft es keiner. Hat man mir mal in einem Hobbyverlag gesagt. Aber es gibt ja auch inzwischen schon wieder zahlreicheLiteratu, die einfach eine Anregeung der Sinne ist. Sicher muß so etwas zweigleisig laufen.

    Phantasiegrüße von Karen

  4. Ich muss noch etwas nachtragen: Neuerdings braucht man ein eigenes Schloss, um seine Sachen einzuschließen (Taschen und Jacken darf man nicht mit hinein nehmen). Das ist etwas nervig, ich muss mir nun erstmal ein Schloss besorgen.
    Das mit den Bastelbüchern sehe ich genauso! Kopf und Sinne durfte man damals noch selbst benutzen, ja. Aber das kommt hoffentlich wieder.

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