Shwe Shwe, Felder und die Stadt Sra

Neue Maschinenstickereien und Teil 2 zum Thema afrikanische Stoffe (Teil 1 hier).

Am Wochenende sind wir viel Zug gefahren, stundenlang zogen die brandenburgischen Felder mit ihren Schneefurchen und kahlen Bäumen vorbei.

Zuhause wollte ich die Eindrücke verarbeiten. Und endlich hatten meine indigoblauen ShweShwe-Stoffstücke  ihren Einsatz.  Wie geschaffen, um Furchen oder Wellen abzubilden.

Die kleingemusterten ShweShwe-Stoffe kommen aus Südafrika. Laut Pamoja, wo ich die Stoffe gekauft habe, werden die Stoffe auch German Prints genannt – nach den strapazierfähigen kleingemusterten Schürzenstoffen, die die ersten deutschen Siedlerfrauen im 17. Jahrhundert mit nach Südafrika brachten. Kein Wunder also, dass die Stoffe an Blaudruck denken lassen.  Hier und hier findet ihr noch mehr Informationen.

Mich zieht es schon lange zu solchen feinen Mustern, die mich an die Kittel der alten Frauen in Südeuropa und an die Schürzen meiner Groß- und Urgroßmütter  erinnern.  Eine dieser Schürzen habe ich sogar noch.

Zurück zu den Maschinenstickereien: Am Ende hat sich dann auch noch eine Phantasie-Landschaft unter meiner Nadel hervor gewunden, was mal wieder an den Illustrationen im derzeitigen Vorlese-Buch lag.  Geschildert wird ein Berg voller Häuser, Treppen, Türme, Terrassen.

„Tante Julie meinte, das Ganze sei mit einer Zaubernadel auf den Fels gestickt worden. Aber der Schmetterling wisperte: ‚Dies, meine sehr verehrten Herrschaften, ist die Stadt Sra am Berg Aquitna. Wir wollen sie durchwandern!'“

(Aus:  James Krüss, Die Glücklichen Inseln hinter dem Winde, Zweiter Band )

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20 Gedanken zu “Shwe Shwe, Felder und die Stadt Sra

  1. Schön wie die Stoffe sich dem Lanschaftseindruck fügen. Du hast ein Faible für Nadelbilder und ein Händchen dazu. Danke auch für die Infos drumherum.
    Sehr spannend wie etwas etwas beeinflußt.
    Ich weiß genau welche Art Schürzen Du meinst. Meine Oma hatte immer schürzen und die waren meist dunkelbau gemustert. Ich habe voriges jahr eine erworben auf dem Flomarkt, die noch unbenutzt als Aussteuer in einem alten Wäscheschrank lag. Die ist so toll, schon allein vom Nähen. Das wollte ich immer mal posten.
    Blaue Grüße von Karen

    • Ja, ein Nähwunder! Meine Schürze ist sehr tailliert und hat feine schwarz-weiß gestreifte Biesen in den Nähten – so viel Arbeit für ein „Arbeitsutensil“. Aber da wird auch klar, wie wichtig die Schürze war. Ich wollte auch erst mehr davon zeigen, aber das hätte den Beitrag gesprengt. Zeig doch mal deine Schürze, du kannst bestimmt viel dazu sagen – das würde mich sehr interssieren.

  2. Oh, Suschna. Jetzt weiß ich was wir Tauschen können. die Stadt Stra ist toll! Aber mir gefällt auch ein kleiner Maschinen gestickter Gräser Halm in Schwarz auf weiß.

  3. Diese Stoffe als Ackerfurchen – das ist unheimlich stimmig. Das kann gar nicht anders sein. Ich bin begeistert.
    Vor einiger Zeit habe ich ja einen Stoff-Fundus von einer fränkischen Schneidermeisterin übernommen – da war auch ein großer Teil der Stoffe als „Schürze“ verplant. Seltsamerweise erinnerten mich einige Stoffe auch gleich an Afrika, allerdings an diese bunte Pseudo-Wachsbatik (die ja eigentlich aus Holland stammt). Das muss ich mal zeigen. Und gerne lese ich noch mehr Schhürzengeschichten, bei Karen oder bei dir.

    viele Grüße!

  4. Diese Stickereien auf den Taschen sind einfach rund.
    Die geerdete dunkle Basis aus bodenständigem Schürzenstoff und dann filigran drüber die Stickereien, die so leicht und skizzenhaft wirken.
    Und dann verarbeitest du das auch noch gleich ganz konsequent….

    Die Schürzen meiner Kindheit sind übrigens eher aus quietschbuntem Polydings, bügelfrei und immer statisch aufgeladen. Grausig. Meine Patin stand wohl eher auf „modern“ und sonst trug niemand sowas.
    Wohl außer der älteren Generation, aber die hab ich damals nicht so genau beobachtet :)

  5. das ist so schön!
    Die Ackerfurchen…verbunden mit den afrikanischen Stoffen, vielleicht gerade diese Verbindung ist so besonders!
    …und diese Geschichte von James Krüss macht mich sehrrrrr neugierig!
    Superbe!

  6. Deine Art mit der Nähmaschine zu sticken ist wirklich höchst inspiriert und höchst inspirierend und wunderschön.
    Mir gefallen fast alle gleich gut aber mein Favorit ist die Stickerei auf dem zweiten Bild.
    Liebe Grüße
    Teresa

  7. Gestern bin ich diese Bahnstrecke gefahren und habe an die Bilder gedacht : genauso sieht es aus. Das Blau fängt den Winter und das Licht sehr gut ein.

  8. Du schaffst es, selbst aus so drögen Landschaftsbildern etwas zauberhaftes, ganz eigenes zu schaffen.
    Vielleicht weil du dich eingelassen hast auf stundenlanges Schauen statt in Zeitungen zu blättern, etc. ?

    Grüße aus dem Tiefschnee (noch bei Hamburg)
    Tally

  9. Pingback: Taschengalerie für Spendenshop « Suschna

  10. Sie können den Artikel zitieren Sie? [can I quote the article from you? Thank you ]

    [= I die Google-Übersetzung Deutsch Chinesisch verwendet]

    yi yi From Taiwan

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