Kurzgefasst, na ja, nicht ganz

Kopf,  Archiv und Entwurfsordner quellen hier über von textilen Themen, über die ich gern berichten würden. Viel zu viel, um dem in Blogform gerecht zu werden. Also wollte ich mal lernen, mich kurz zu fassen, und meldete mich bei Twitter an. Dort muss man sich ja auf 140 Zeichen beschränken.

Meine Idee war, dass ich dann die Tweets gesammelt auch immer hier einbinde,  für diejenigen, die nur im Blog lesen. Zack und fertig, dachte ich,  aber leider schaffe ich es so kurz und knapp nicht. Die Sorgfalt (oder das Belehrende?) in mir müsste zu allem und jedem etwas erklären, zum Beispiel die Quellen angeben, den Kontext schildern, aus fremden Sprachen übersetzen. Tja, und dann wird es doch wieder aufwendig und vielleicht auch zu schulmeisterlich.  Davon abgesehen gefällt mir der aufdringliche Look der eingebetteten Tweets  nicht, mal sehen. Statt Funkstille versuchsweise nun erstmal Kurznachrichten von dieser Woche und etwas Zusatzinfo, die in die 140 Zeichen nicht gepasst haben. —————————————————————————- Der folgende Tweet verkündet die Rückgabe der ersten einer ganzen Reihe von seltenen 2000 bis 2500 Jahre alten Paracas-Textilien nach Peru. 2500 Jahre! Das finde ich gigantisch.

Die durch den trockenen und salzigen Wüstensand konservierten Grabbeigaben aus Wolle wurden in mehr als 200 verschiedenen Farbtönen eingefärbt und mithilfe von Kaktusstacheln kunstvoll bestickt.  Das Tuch auf dem Foto ist über und über mit Maschenstich gearbeitet, so dass es optisch wirkt wie gestrickt. (Auch wenn es auf dem Foto eher nach Perlen aussieht). Mehr dazu in diesem BBC-News Beitrag und auf der Seite des schwedischen Museums, das die Textilien zurückgibt. Wie sorgsam die empfindlichen Textilien behandelt werden müssen, das lässt sich im Historyblog nachlesen. Und wie modern manche Muster sind! 1935.32.0118 Quelle 1935.32.0190Quelle ———————————————————————————————— Wäre auch ein sehr interessantes Thema für einen Blogartikel: Die Umstände, unter denen in der DDR Textilien für den Westen hergestellt wurden.

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Ein Lesetipp zu einem ewigen Thema

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Als Nachtrag zu den roten Männersohlen aus dem letzten Blogeintrag hier noch die Antwort auf die Frage, warum der letzte Papst rote Schuhe trug.

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Zum Schluss für alle Gleichgesinnten ein Tipp, wo man in Berlin während eines Deutschlandspiels nur Desinteressierte (sprich: andere nette Frauen) findet:

Rund ums neue Bikini-Berlin. Zuerst gute Basics in endlich mal leeren Umkleidekabinen bei Uniqlo am Tauentzien anprobieren. Dann ohne Probleme einen Platz im gehypten Neni hoch über den Wipfeln des Tiergartens finden und lecker orientalische Kleinigkeiten essen. Danach ein ganzes Kino bester Qualität für sich allein haben, den neuen Zoo-Palast.

Empfohlen von einer, bei der zuhause jedes, aber auch wirklich jedes Spiel von Anfang bis Ende geguckt wird. Und die jetzt nicht mehr in das Café am Waldrand mit dem leckeren Kuchen gehen mag, weil um die halbe Fassade (ungelogen) eine Deutschlandfahne gewickelt ist.  Zum Glück kann ich nähen. Wenn das so weiter geht, werde ich mich mit einem Riesenquilt an der Hauswand rächen, vielleicht ja im Stile der Paracas.

Dann mal viel Spaß allen Fans beim Milchbubigucken, ich mach was anderes. Bis bald!

13 Gedanken zu “Kurzgefasst, na ja, nicht ganz

  1. Haha, ich stelle hier zuhause auch einen gewissen Fußballüberhang fest, seitdem wir den dvbt-Stick haben und zuhause geguckt werden kann – zum ersten Mal seit 2006. Muss gleich mal nachgucken, ob die nächsten Deutschlandspiele zufällig um 18.00 uhr laufen, dann fahre ich solange zu Ikea.
    Deine Textil-Tweets fand ich übrigens klasse.

    • Also, nächsten Donnerstag könntest du dann gut zu Ikea gehen (vorausgesetzt, die machen jetzt nicht Public Viewing in der Möbelausstellung). Ausgerechnet an dem Tag probt mein Frauenchor bei mir und will auch gucken – da gibt es für mich dann kein Entkommen.

  2. Ich finde es super, dass du zwar jetzt bei twitter bist und man so ein paar textile Schnitzelchen bei dir auflesen kann ;) aber genauso schön, dass du noch längere Blogbeiträge schreibst, die ich eben auch gerne lese. Und dann auch eher kommentiere, als nur zu positiv „abzunicken“ (denn so kommt das vermutlich an, selbst wenn man die Artikel dann liest und vielleicht sogar was dazu zu sagen hätte, aber die Zeit… die fehlende Zeit… gefühlt). Twitter ist halt eher was zum kurz Schnacken.
    Diese Paracas Textilien sind ja wirklich unglaublich. In Zeiten von Primark kann man sich das kaum noch vorstellen. Ich finde, du solltest wirklich einen Quilt nähen, das ist dann auch was für die halbe Ewigkeit (zumindest in der eigenen Familiengeschichte) sowohl beim Nähen, als auch beim Nutzen.

    Ich kann dem Fußball dieses Jahr vermutlich mehr abgewinnen, weil ich die Einzige bin, die überhaupt guckt. Die Tochter noch, aber die ist grade nicht da und guckt fremd. Von daher alles sehr entspannt, und nur wenn ich will. Milchbubigucken, ts! :D

    Den Post zu den roten Sohlen fand ich übrigens auch sehr lesenswert!
    Liebe Grüße, frifris

    PS: Ich schaffe es wahrscheinlich nicht, etwas zum Thema Monogramme zu machen. Bei mir lungert noch Chanin rum, ein Geburtstagsgeschenk muss noch genäht werden (verspätet) und überhaupt…seufz.

    • Eigentlich schwebte mir so etwas wie bei den #twitterstorians vor, die aus der Vergangenheit berichten, z.B. @9Nov38, @RealTimeWWII oder @1814now. Nur eben mit Textilgeschichte über alle Epochen. Kleine Bonbons für Textilnerds quasi.
      Wegen Sonntag: Bei mir sieht es auch nicht gerade gut aus, Experiment hat bisher nicht geklappt. Vielleicht einfach irgendwas zeigen?

  3. Hmmmh, Twitter erschließt sich mir bisher gar nicht. Außerdem ist es *mir persönlich* mittlerweile fast zu sehr durcheinander mit wem ich auf welchen Medien kommuniziere. Erlebe ich selbst im „echten“ Bekanntenkreis. Mail-sms-whatsapp-fb. Online dann blog-pinterest-ravelry-fb–flickr-twitter. Oh je!

    So wie du es in diesem Post gemacht hast, finde ich es eigentlich ganz reizvoll. Du kannst deine Gedanken wenigstens in Spittern weitergeben, eine Leserin wie kann, muss aber nicht, tweets folgen.
    Wenn du dann mal mehr Zeit und Muße hast, spricht ja nichts dagegegen, den Faden aufzunehmen und einen tweets ausfühlicher mit Blogleben zu füllen.

    Herzliche Grüße
    Tally

    • Danke! Bastel gerade herum, mal sehen, ob es so bleibt. Bei den kostenlosen Themes ist gar nicht so viel mir passendes dabei.

  4. Ehrlich bin ich sehr froh, dass du das dort nicht unter bekommst. denn ich hätte gelitten, wenn ich deinen textilen Resumés nur noch dort hätte abgreifen dürfen. Mir geht es so wie tally. Ich möchte nicht auf allen Kanälen mitmischen . wenn ich das täte, bliebe mir für das Leben keine Zeit mehr und oft genug hat man eh schon das Gefühl, die Hände können dem Hirn nicht mehr folgen.
    Diese Zeichenreglement dort ist für mich auch echt eine weitere Verstümmelung der Sprache.
    So wie du Vergangenes, Aktuelles, unter den Händen..zeigst, ist es wirklich gut. ich komme öfter mal und lese etwas nach.
    Freue mich über jeden Post und die gedanken stapeln sich soweiso immer schneller!!!!!!!!!!!!!!Lieben Gruß

    • Danke, Karen, keine Sorge, Twitter benutze ich eher gerade als Experiment (und um das Zeichenreglement zu lernen…) Auf englisch gibt es da sehr spezialisierte Kanäle, über die man sich sehr schnell und ohne Aufwand vernetzen kann. Das wäre so, als hätten wir einen Emailverteiler mit allen Textil(geschichts)affinen und würden uns da kurz und knapp austauschen, wenn mal eine Frage oder ein Hinweis auftaucht. Aber über den Blog geht es ja auch, muss mich vielleicht nur davon verabschieden, hier immer alles schön und rund haben zu wollen.

  5. Eine kurzzufassende Plattform ist vielleicht eher, um neugierig zu machen und bleibt eher oberflächlich. Freut mich, dass Du damit nicht zufrieden bist und Alternativen testest/kombinierst.
    Alle von Dir gezeigten Kurzmeldungen finde ich als Thema spannend.
    Planet-Bettwäsche wurde von weiblichen Häftlingen genäht. Einige Bekannte haben mir erzählt, dass sie ihre nagelneue Damast-Wäsche entsorgt haben …
    Ich lese immer mal ein paar Seiten in „Kunst und Mode“ von H. Brost. U.a. geht es dort um den Zusammenhang von arbeitenden und nicht arbeitenden Schichten zur Mode. Auch die roten Schuhe vom Papst lassen sich einordnen.
    LG Ute

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