Stoffspielerei Juni: Monogramme und mehr

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Heute sammle ich hier Links zur monatlichen Stoffspielerei. Statt Monogramm gibt es bei mir hier nur ein schnell geschossenes Bild von einer maschinengestickten Zahl auf einer Ehrenplakette. Mit solchen selbstgemachten Ansteckern als Geburtstagsgeschenk werde ich mich in diesem Jahr wohl noch oft auf den Weg machen. Danke an Kreuzberger Nähte für die Idee!

Die Ziffer 50 habe ich mit Bleistift vorgezeichnet. Wie es dazu kam ist eine längere Geschichte. Da sollten jetzt vielleicht nur Spezialinteressierte weiterlesen. Die anderen können gleich ganz nach unten springen, da liste ich andere Stoffspielereien auf.

Mit meiner angekündigten Schablonenstickerei bin ich leider ziemlich gescheitert. Und zwar habe ich bisher keine geeignete Farbe zum Übertragen gefunden.

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Ursprünglich gehörte zu den Kupferschablonen wohl eine Näpfchen blauer Farbe, das war bei mir aber nicht dabei. Also stupfte ich zunächst eine Mischung aus farbiger Kreide und Wasser auf. Das klappte zwar, nutzte sich beim Sticken aber zu schnell ab. Zweiter Versuch mit Tuschkastenblau: Ging gut, aber wusch sich nach einer und auch nach einer zweiten Maschinenwäsche nicht aus.

Dann entschloss ich mich genervt zu einer Testreihe.  Ergebnis: Tuschkastenfarbe, Aquarellnäpfchen, Lidschatten und Frixion-Stift sind nach einer 30 Grad-Wäsche noch zu sehen. Der Lidschatten aber so minimal, dass er zum Übersticken geeignet wäre. (In der Mitte seht ihr in Weißstickerei das unsichere Monogramm nach Kreidemarkierung und ein – von der Tuschkastenfarbe endgültig gebläutes – gesticktes B)

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Nach der Wäsche spurlos verschwunden sind Bleistiftstriche in Stärke F und 5B und Aquarellstift. Zum Durchstupfen einer Motivschablone sind sie aber nicht nützlich. Zu diesen Fragen gibt es im Hobbyschneiderinnenforum einen ganz interessanten Thread.

Inzwischen hatte ich über Antique Pattern Library noch Monogrammvorlagen gefunden und wollte die gern nutzen. Und zwar am liebsten direkt vom Bildschirm des Tablets.

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Da habe ich dann auch ganz schön herumprobiert. Damit der Bildschirm nicht mehr auf meine Finger reagiert versuchte ich u.a. verschiedene Acryl- und Glasplatten, ging nicht. Um es kurz zu machen: Es gibt Apps, die die Touchfunktion blockieren. Nachdem ich das endlich geklärt hatte, war mein Bildschirm nicht hell genug, um direkt auf den Stoff abzupausen. Also den Umweg über Transparentpapier genommen, dann alles am Fenster (mit Bleistift)  auf den Stoff übertragen. (Der Bügelmusterstift,  hier benutzt, hätte die Sache auch nicht erleichtert).

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Durch dieses zweimalige Abpausen wird alles ungenauer. Und die Deadline für das Hochzeitsgeschenk, das ich mit Monogrammen versehen wollte, war ohnehin schon abgelaufen. Meine Ebayfunde – Serviettenringe mit „Vati“Gravur, passend für ein Männerpaar – bekamen dann Servietten ohne Stickerei.

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Für die Zukunft merke ich mir, dass ich für Vorzeichnungen mit weichem Bleistiften arbeite und bei Schablonen mit angefeuchtetem Puderlidschatten. Die nächste 50er-Rosette bestickte ich dann mit Ziffern von der Kupferschablone. Aufgegeben habe ich noch nicht.

Nun hoffe ich, dass andere mit dem Thema ein bisschen weiter gekommen sind als ich.  Und dass jemand noch Tipps hat, vor allem für die Schablonen?

Eure Blogbeiträge liste ich dann heute abend weiter auf. Meldet euch auch gern in den Kommentaren,  damit ich euch finde.

Karen zeigt gleich mehrere Monogramme, hat noch viele Ideen und spricht auch den historischen Hintergrund an.

Griselda hat sich auf einem Rock genial ausgetobt und zusätzlich auch Geschichten von früher.

Bei Stoffknopf dann auch ein Kupferschablone – schön schlicht umgesetzt.

Und wenn ihr nun noch Fragen offen habt, dann geht ihr zu 123-Nadelei und findet sie alle beantwortet, eine Wissensschatzkiste!

Auf zwei Arten applizierte Mongramme findet ihr bei Siebenschön-Design, und auch noch ein Kreuzstichalphabet, das eine Fleißarbeit war.

 

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Vormerken: Der nächste Termin für die Stoffspielerei ist Sonntag, der 27.  Juli 2014.  Frifris wird ein Thema bestimmen und die Links sammeln.

18 Kommentare

  1. Deine Versuchsreihe finde ich ziemlich interessant- Dokumentationen der Herangehensweise sind oft spannender als das Ergebnis selbst- genau das schätze ich so an den Stoffspielereien.
    Ich bin sicher da folgt bei dir noch etwas.
    (Und dein Hochzeitsgeschenk mit den zwei unterschiedlichen Vati-Serviettenringen finde ich grandios, auch ohne Stickerei.)

  2. Hi, vielleicht funktionieren Kinderfilzstifte. Ich habe welche aus Lebensmittelfarbe, die lassen sich in kaltem Wasser ganz leicht auswaschen. Ich habe sowohl einen etwas dickeren, teureren (2-3 €) als auch sehr günstige von Farber Castell, 1 € für 10 Farben. Aus Baumwolle, Viskose, Polyamid und Elasthan ist bis jetzt anstandslos alles raus gegangen.
    LG, Annemarie

    PS: die Idee ist von Tilly: http://www.tillyandthebuttons.com/2013/01/marking-cutting-fabric.html, die Filzstifte kann man nämlich auch gut verwenden um dünnen Jersey tupfend zu markieren ohne in zu verziehen.

    • Oder ganz normale Wasserfarben? Damit kannst du doch tupfen, und die müssten sich kalt oder lauwarm auswaschen lassen. Oder nicht? Die Filzstifte gehen auch, habe ich auch schon genommen.

      • Qualitätvolle Wasserfarben lassen sich leider nicht herauswaschen, auch nicht streng nach Herstellerangaben (die leider auch keine anderen Tipps als „kaltes Wasser“ für mich hatten). Ich verwende inzwischen für vieles gerne die radierbaren Frictionstifte, die wegzubügeln sind, aber leider auf dunklen Stoffen nicht decken und eine nicht besonders feine Spitze haben (d.h. nicht gut für feine Schablonen).
        LG, Bele

    • Ja das stimmt, das war eigentlich die beste Tuschkastenfarbe die ich kenne von Pelikan, hat mich gewundert. Danke für die Info. Die Frixion fand ich auch erst toll, aber habe sie dann teilweise doch nicht wegbekommen – ich glaube, man darf sie nicht zu lang auf dem Stoff lassen.

  3. Auch ich finde Deine Übertragungsversuche interessant, vor Jahren habe auch ich mir mit Bleistift und kleinen Löchern in Schablonen geholfen.
    Bei mir gibt es Hinweise zu Monogramm-Vorlagen, eher theoretisch; ich hoffe es passt trotzdem.
    LG Ute

  4. Liebe Sushna,
    Die Idee der Serviettenringe mit Servietten auch unbestickt finde ich sehr toll! Ich bin eine Patchworkerin, Quilterin und Stickerin. Auf hellen Stoffen gebrauche ich zum quilten und zum sticken den „Aqua-Trickmarker“ von Prym: ich zeichne mit diesem Stift mein Muster auf dem hellen Stoff, sticke darauf und entferne dann den blauen Strich mit ein in Wasser eingetauchten Wattestäbchen. Eventuell wiederhole ich das abwaschen des Striches mehrere Male. Der Stiftsttich geht wirklich sehr gut weg, am Schluss sieht mann gar nichts mehr. Auf dunklen Stoffen gebrauche ich einen Stift in dem eine sehr dünne Schneiderkreide eingebaut ist (zB. von Bohin, France). Das sieht man auf dunklen Stoffen sehr gut. Der Stift hat ein „Radiergummi“ mit dem man die Striche nachher radieren kann. Alle diese Stifte findest du in gut sortierten Patchworkläden.
    Ich hoffe ich konnte Dir ein bisschen weiterhelfen. Viel Spass beim Sticken
    Sabine

    • Ja, da werde ich wohl noch einmal investieren, auch in einen Kreidestift. Den blauen Stift von Prym hatte ich auch schon einmal, er ist nur ziemlich schnell leer gewesen. Ich decke mich mal neu ein. Danke!

  5. Hallo Suscha,

    meine Grossmutter hat „Appenzeller Weissstickerei “ für reiche Leute gemacht. Die Kupferschablonen waren damals sehr teuer, daher hat sie von einem Grafiker Papierschablonen machen lassen, die sie mit feinen Löchlein versehen hat. Zum Übertragen hat sie dann feinen Grafitstaub verwendet, der in einem Flakon mit Gummiball war. (so etwas ähnliches gibt es vielleicht in einer Parfumerieabteilung). Vielleicht hilft diese Beobachtung von mir, als ich noch ein kleiner Stöpsel war und bei meiner Grossi zugeschaut habe.

    Liebe Grüsse Ruth

    • Das ist ja ein tolle Erinnerung, vielen Dank! Ich hatte mir auch schon überlegt, Graphit vom Bleistift abzuschaben fürs Stupfen. Und die Sache mit den kleinen Punkten ist ein guter Tip für die Papiervorlagen.
      Falls du noch mehr Erinnerung an die Arbeit einer Weißstickerin hast, schreib sie mir gern per Email, ich sammle solche Geschichten.

  6. Deine selbstentworfenen Monogrammvorlagen finde ich so gut!!! ich habe jetzt etwas von B nach D. geschleppt für dich. Ein Rest der alte blauen Vorlagenfarbe, auf der Textil-Art gefunden.schreib noch was dazu.LG

  7. Spannend, spannend, und komplizierter als man denkt, und dabei ist das Übertragen nur die Vorarbeit. Ich bin gespannt, was Karen über die mysteriöse blaue Farbe herausgefunden hat. Blauen Frixion-Stift habe ich mit Handwäsche in lauwarmen Wasser mit etwas Reiben entfernen können – aber wenn die Vorzeichnung überstickt ist, kommt da vielleicht nicht genug Wasser hin bzw. die Reibung fehlt und es wäscht sich nicht raus…

    Ich trage die nächsten Tage aber zur Technik des Übertragens auch noch was bei (ganz theoretisch), habe da noch eine Idee!

  8. Deine Versuchsreihe ist ja spannend! Weil ich kürzlich damit gearbeitet habe, fällt mir dazu noch ein, die Schablone mit Bleistift auf Soluvlies zu übertagen und das dann zusammen mit dem Stoff in den Stickrahmen zu spannen, das läßt sich nachher gut auswaschen. Ist aber vielleicht etwas umständlich und entspricht auch nicht wirklich der traditionellen Methode…

    Ich habe es am Sonntag nicht geschafft, aber wenn es noch nicht zu spät ist, hier ist mein Beitrag:
    http://siebenschoen-design.blogspot.de/2014/06/stoffspielereien-monogramme.html

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Marlene

  9. Was für ein schönes Blog. Habe Sie über die Kaltmamsell gefunden.

    Ein Tipp vielleicht noch: wenn man beim ipad auf die beiden Schalter ( an-aus, Tonstärke) gleichzeitig drückt, wird das Bild, so wie es zu sehen ist, als Foto gespeichert. Das kann man dann bearbeiten und ausdrucken. Abpausen ist also nicht nötig.
    Ich freu mich sehr auf weitere Beiträge in Ihrem Blog.

  10. Der Blog ist toll, bin gerade *hüstel* vor einigen Stunden darauf gestossen und kann mich garnicht losreissen. Falls du es noch brauchst:
    Hier findest du noch mehr Tips zum Übertragen von Mustern. Für deine Idee wäre vielleicht Prick&Pounce möglich:
    http://www.needlenthread.com/2011/05/prick-pounce-embroidery-design-transfer.html

    Mary Corbet fixiert oft sehr schnell wieder verschwindende Kreide oder Pulver-markierungen mit etwas Sprühstärke. Die scheint die Farbe festzuhalten, geht aber beim ersten Waschen ohne Probleme mit raus.
    Aber vorsicht auf ihrem Blog kann man gaaaaanz schnell „versinken“ und merkt garnicht, wie die Stunden vergehen ;)

    • Vielen Dank! Die vielen Anleitungen bei Needlenthread habe ich ich erst viel später gefunden und das mit der Stärke auch schon probiert (Irgendwo geht das auch darum, evtl. bei Lucy?). Komisch, wie man manchmal dann doch vom Zufall abhängt. Oder von Kommtartipps :-)

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