Kurzwaren: Linksammlung Nr. 10 und ein Englischproblem

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Neue Links aus der Kurzwarenhandlung

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Meine weiteren Linkempfehlungen gehen zu englischsprachigen Seiten, und dafür möchte ich vorher eine grundsätzliche Sache klären: Wie viele von euch kommen rundum gut mit Englisch klar? Ich versuche ja, Anglizismen zu vermeiden und fremdsprachige Zitate  zu übersetzen. Aber ist das hier überhaupt nötig? Vielleicht ist Englisch ja selbstverständlich für euch. Oder sind englische Texte, Videos und Audios für euch komplett uninteressant, weil ihr sie ohnehin nicht versteht?

Darüber grüble ich, seit mir eine Freundin von ihrem Englischproblem erzählt hat.  Sie erlebte den Mauerfall als Jugendliche im Ostteil Berlins und hatte in der Nachwendezeit nicht die geringste Lust, zur hastig eingerichteten Englisch-AG in ihrer Schule zu gehen. Bis heute spricht und versteht sie die Sprache gar nicht. Sie mogelt sich beruflich irgendwie durch. Auch auf Reisen und in der Freizeit ist es schwierig. Ein Karaoke-Abend? Der totale Stress für sie. Sie schämt sich eigentlich, aber hat weder Zeit noch Mut, nach all den Jahren nun einen Sprachkurs zu machen.  Erst vor kurzem hat sie mich eingeweiht und ich war für mein Teil dann sehr beschämt. Wieso gehen wir – vor allem im Internetbereich – davon aus, dass Nutzer selbstverständlich mit englischen Ausdrücken klar kommen? Wie viele  40jährige gibt es noch, die in der Schule oder danach nie die Gelegenheit hatten, die Sprache sicher zu lernen? Einer Statistik zufolge sagen rund 63 % der Deutschen von sich, sie verstünden einigermaßen gut Englisch.  Und wie ist das bei euch? Über eine Teilnahme an der Umfrage würde ich mich freuen.

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In der Hoffnung, dass es nützt, hier eine Reihe Linkempfehlungen zu englischsprachigen Seiten:

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Soweit meine Tipps für heute. (Sonst mehr bei  Suschnas Twitter-Kurzwarenhandlung).

Bin gespannt auf eure Stimme zum Thema Englisch!

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12 Kommentare

  1. Danke der Nachfrage! Ich verstehe und spreche ganz gut Englisch und lese und höre seit einiger Zeit vermehrt um das Level zu verbessern. Daher wäre ich sehr dankbar für englischsprachige Links. Und wie herrlich diese Seite zu den James-Bond-Anzügen! Wie bist du nur darauf gestoßen? Und die Interviews mit den Schneidern der Savile Row ziehe ich mir auch nach und nach rein. Vielen Dank!!
    Liebe Grüße,
    N

    • Sieh mal, an den Aspekt, dass man Audios/Videos auch als Übung sehen kann, habe ich gar nicht gedacht. Aber es stimmt, wenn man sich für das Thema wirklich interessiert bleibt man auch dran und quält sich nicht. Da müsste ich mal eine Extra-Liste machen und alles zum Zuhören sammeln.

  2. Ich bin dir immer undendlich dankbar, was du alles findest. Von „Dior und ich“ hatte ich noch nichts gehört. Zeitlich bin gerade zu so etwas nicht in der Lage, weil Familie mich im Griff hat.Und ich freue mich riesig über deine gefunden Dinge in deutsch oder die, die ich per Bild verstehe. Ich gehöre nämlich auch zu der Sorte Individuum, die gar kein Englisch können.Ich habe drei Fremdsprachen bis zum Abi gehabt, aber englisch war nicht dabei. Manchmal macht es mich echt wütend, wie selbstverständlich so etwas bei uns benutzt wird, weil ich die deutsche Sprache selbst sehr schön finde und sie es wert ist, aber ich merke auch zunehmend, dass ich in der Minderheit bin. Bei englische Witzen und Ansagen auf der Bühne lachen zwei Drittel, ich leider nicht. Man fühlt sich einfach ausgeschlossen.Ich kämpfe mich tapfer durch englische Strickanleitugen, damit kann ich leben, aber ein kulturhistorischer Text des V&A – Museums z.B. geht natürlich nicht. Und da reicht dann auch kein Volkshochschulkurs mehr, den ich auch schon in Betracht gezogen habe.
    Das Buch mit dem teuersten Mantel habe ich übrigens verschlungen und ohne dich nicht gefunden!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Liebe Grüße karen

    • Ich bin dir sehr dankbar darum, dass du das ansprichst. Tatsächlich finde ich es eher anstrengend (und ein wenig bemüht), wenn unnötig viel auf Englisch kommuniziert wird, denn ich glaube, dass viele die Feinheiten der englischen Sprache und Ausdrücke oft gar nicht so gut verstehen*. Es ist eine Sache, Dinge zusätzlich auf Englisch zu übersetzen, damit Nicht-Deutsch-Sprachige es besser verstehen (erfreulich! und schön, wenn man das kann und die Zeit und Mühe auf sich nimmt), und eine andere, es auf Englisch zu formulieren, damit es vielleicht moderner wirkt. Mir passiert das auch oft genug und eigentlich ist das sehr schade! Gar nicht, weil ich jetzt die deutsche Sprache hochhalten möchte, aber weil so viele Feinheiten in der Muttersprache leichter zu verstehen sind. Wir müssen uns doch gegenseitig nicht beweisen, wie geschickt wir im Umgang mit fremdsprachigen Ausdrücken sind, wir wollen doch voneinander lernen und uns verstehen.

      Allerdings wünsche ich mir natürlich weiterhin auch fremdsprachige links, denn auch wenn man nicht alles versteht, schön zu angucken sind sie ja allemal ;)
      Ich habe doch auch immerhin zwei Folgen der französische Variante des Great British Sewing-Bee angeschaut, obwohl ich kein Wort verstanden habe (zugegeben, das war schon sehr anstrengend).

      Liebe Grüße,
      frifris

      *Seit Jahren gibt es auf dem MMM Blog das (vielleicht ohnehin fragwürdige, aber das sei mal dahingestellt) Emblem „Hold the MMM clean“ und das ist sprachlich so falsch, dass es mir immer mal wieder die Zehennägel hochrollt. Wenn hier jemand aus dem MMM-Team mitliest, bitte tut das weg! ;) Haut mich jetzt nicht, ich wollte das schon lange mal vorschlagen, und hier ist eigentlich nicht der richtige Ort, aber jetzt denke ich mal daran.

      • Ja, diese Anglizismen aus purer Coolness nerven mich auch – und sie werden ja gerade als Abgrenzung eingesetzt, um ein ältliches und spießiges Image zu vermeiden. Andererseits gibt es eben Marken und Begriffe, die aus der englischen Kultur kommen, dann muss man es schon beibehalten. So wie MMM oder Modern Quilt Group, da hängt man sich ja an englischsprachige Vorbilder dran. Solche Namen in coolem (=auch kaum einzudeutschen) Deutsch fände ich schon noch schöner, aber such is life :-)

    • Danke für deine Worte. Hoffentlich melden sich hier noch andere Stimmen, die schildern, wie ausgeschlossen man sich fühlt. Ich würde auch gern meiner Freundin sagen, dass sie nicht allein dasteht. Oft denke ich, wo ich jetzt wohl wäre, wenn alles umgekehrt gelaufen wäre, und z.B. nun Russisch können müsste.

  3. Ich hatte Englisch in der Schule, und einige Reisen ins Ausland. Und mit den Kindern habe ich das aufgefrischt.Ich glaube ich kanns ganz gut verstehen, aber schreiben eher nicht so, vorallem diese Feinheiten , hab ich einfach nicht drauf. Ich lese eigentlich einiges auf Englisch, habe aber auch immer meinen kleinen Duden zu Hand.Wobei Nähbegrifflichkeiten da ja aussen vor sind..Durch craftsy kommt man aber echt vorwärts finde ich..und weiss jetzt dank anderer amiblogs was chafing ist ! Ich find das ja toll !
    Ich überlege ja auch immer ob ich in englisch schreiben soll, aber es sind ja auch schon viele über ihre Großkotzigkeit gestolpert…von dem her, bevor ich mich zum Honk mache..lass ich es lieber bleiben..Ich mag alle deine Links, und kann manchmal garnicht so schnell denken..

    Und diesen Dior Film kommt unbdeingt auf meine Kinoliste, die ja eh gerade leer ist…Ich kann mir ja auch Hundertmal die Chanel Videos angucken, zur Haute-couture…Fantastisch !
    Wenn ich doch alles besser könnte und er Tag 365 Stunden hätte !

    Liebe Grüße
    Stella

  4. Ich schreibe hier ja nicht zum ersten Mal wie gerne ich hier mitlese, ich folge fast allen Links und sehe mir die Bilder an weil, leider, Englisch verstehe ich wenig. Ich glaube aber es ist auch eine Generationenfrage wie gut man Englisch spricht oder wie schlecht. Ich gehöre der 50+ Generation an und bin in Österreich in die Schule gegangen. Ich hatte in der Hauptschule, zwischen 10 – 14 Jahren, 4 Jahre Englischunterricht danach habe ich in eine Fachschule für Bekleidung gewechselt. Dort gab es in den vier Jahren nur Französichunterricht. Französisch ist die Sprache der Mode, war damals die Auffassung. Und der Unterricht war keinesfalls so wie heute der Sprachunterricht in den Schulen ist, der Unterricht war einfach schlecht. Ich spreche also schlecht Englisch und schlecht Französisch. Wobei sich mein Verständnis deutlich gebessert hat seit ich im Internet auch englischen Links folge. Da Englisch so präsent ist fällt mir das deutlich leichter als französischen Links zu folgen, das ist mühsam.
    Meine Tochter spricht viel besser Englisch als ich obwohl sie keinerelei Sprachtalent hat :) aber der Unterricht war zu ihrer Zeit einfach besser und begann schon im Kindergarten und dauerte bis zur Matura. In meiner Schulzeit glaubten die Lehrer selber nicht, dass wir jemals im Leben eine Fremdsprache wirklich brauchen würden. Mein Mann wurde so durch die Englischmatura gewinkt und muss heute Fachvorträge in Englisch halten. Das hätte sich sein damaliger Englischlehrer und mein Mann selber nicht träumen lassen.
    Im Österreichischen Fernsehen gab es in den 7oer Jahren einen Russisch Sprachkurs. :) nein, Russisch kann ich trotzdem nicht.
    Ich werde weiterhin allen Links folgen. Es ändert sich übrigens auch das Deutsche, ich habe mich unlängst belehren lassen es heißt „folgen“ und nicht „verfolgen“. Früher sagte man doch auch ich verfolge dies oder das (Fernsehsendung, Diskussion ) mit Spannung. Heute sagt man ich folge …
    Ich werde mich bemühen allem zu folgen….
    Ganz liebe Grüße aus Wien
    Teresa

  5. Liebe Suschna,
    ich hatte in der Buchhandlung eine sehr nette Kollegin mit ähnlicher Biografie. Schulzeit in der DDR und somit kein Englischunterricht. Da war schon das Recherchieren von englischsprachigen Autoren eine Qual, weil sie logischerweise nicht wusste, wie die Namen geschrieben werden. Mein Respekt vor ihrem Durchhaltevermögen ist noch gestiegen seit ich in einer Buchhandlung mit vielen türkischen Kunden arbeite. So ein Name ist ganz schnell vorbei und ich musste mir oft den Namen aufschreiben lassen, um die bestellten Bücher zu finden.
    In meiner Situation geht das, als Buchhändlerin sich englische Namen buchstabieren zu lassen geht meist nicht.
    LG,
    Claudia

  6. Interessante Frage, die Du da stellst.

    Ich kann mich ganz schlecht einordnen, ob ich gut englisch spreche oder nicht. Langsam gesprochenem Oxford-Englisch zu folgen geht ganz passabel, Texte übersetzen recht gut (ich hatte in der Schule nicht nur Englisch, sondern auch Latein, bei dem man zum Übersetzen Satzglied für Satzglied auseinandernahm – war nicht nur für Englisch eine gute Übung; leider nur für’s Texte Übersetzen, nicht für’s Sprechen). Und obwohl ich mit englischen Links und Texten gut zurechtkomme, würde ich mich selbst niemals als fließend oder gut Englischsprechende verkaufen. Denn sobald das nicht mehr Schul-Englisch ist, beißt’s echt aus; das merke ich v.a. bei Schriftstücken aus den USA oder Australien.

    Nichts desto trotz freue ich mich über englische Links. Ich finde, die sind im Näh-, Stick- und Strickbereich deutlich besser aufgestellt, was Anleitungen oder Tipps und Tricks betrifft, als wir hier in Deutschland. Das kommt erst so allmählich, finde ich.
    Also, bitte nur her damit – und wie oben schon jemand erwähnte: Eine gute Übung, die noch dazu Spaß macht und interessant (zumindest für mich) ist!

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