Die See in Falten

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Zum Glück, zum Glück habe ich mir rechtzeitig diese Stranderinnerung festgehalten, heute ist es in Berlin schon dunkel, grau, es regnet.

Die „Wasserfalten“ habe ich in dem schon erwähnten Buch „Manipulating Fabric“ von Colette Wolff gefunden. Man braucht einen festen Stoff als Untergrund, auf diesem wird dünnerer Stoff mit ganz kleinen Handstichen so befestigt, daß unregelmäßige Falten entstehen.   Eigentlich hatte ich das Stück umgedreht geplant, also unten Sand, oben Wasser, aber nun gefällt es mir so besser.

Oder vielleicht doch so?

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Mit der Maschine bekommt man solche Falten nicht hin. Den mißgückten Versuch mit der Maschine habe ich aber noch genutzt, um eine weitere Blume in Szene zu setzen. Inspiriert von dem Film „Chéri“, den wir gestern gesehen haben. Der Film hat mich ziemlich kalt gelassen, nur die vielen (gerafften) Kostüme, vor allem die von Michelle Pfeiffer, fand ich wunderschön. In einem anderen Leben wäre ich gern Kostümbildnerin für solche Filme gewesen.

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Oben links das verblühte Sonnenauge ist echt, unten die Blume  ist wieder gehäkelt, gefaltet und ein bißchen angebrannt.

Für den Film haben wir übrigens die „Astor Film-Lounge“  am Kudamm ausprobiert. Der frühere Filmpalast ist nun in eine „Kino-Lounge“ mit gehobenen Preisen umgewandelt. Es gibt viel Beinfreiheit, bequeme verstellbaren Sitze, Getränke-  und Speisebedienung am Platz. Auf die Bedienung hätte ich verzichten können,  schön ist vor allem aber die Werbefreiheit (nur Werbung für andere Filme), dafür gab es einen sehr netten Kurzfilm als Vorfilm.

10 Gedanken zu “Die See in Falten

  1. Ich stimme dir zu – unten Falten, oben glatt gefällt mir auch besser, wobei ich das Glatte allerdings als Himmel wahrnehme. Falten oben wirkt auf mich so, als könnte das Wasser jeden Moment herunterfallen.
    Deine Blumen sind so schrecklich schön herbstlich-morbide – mit duftigen Falten in hellblau sehr passend für das 18. Jahrhundert, das in meinen Augen immer so etwas Angekränkeltes hat. Erinnert mich an das Kostümfilm-Gucken früher an verregneten Sonntagnachmittagen.

    viele Grüße, Lucy

  2. Ein Übergang zur Malerei zeigt sich – textile Bildgestaltung , der Stich dient der Darstellung und nicht der Stoffverbindung . Er verändert durch den Faltenwurf auch den Lichteinfall des Stoffes.
    Viele Grüße Isi

  3. Unten Wasser gefällt mir auch besser. Auch ich habe den Eindruck – wie Lucy- das Wasser könnte runterfallen, wenn es anders herum wäre. Du beeindruckst mich immer wieder mit Deiner Kreativität und ich schaue jeden Tag in Deinen Blog um einen neuen Post nicht zu verpassen!

  4. Auf jeden Fall oben Sand, unten Meer… – die Blume ist klasse, ich habe gelegentlich selbst ein stilles Verlangen nach Stoff-Zündeln, aber schrecke irgendwie davor zurück… – danke für den netten Kommentar (es freut mich, öfter mal ein paar deutsche Sätze zu lesen, das Englische, so sehr ich ich es mag, ist ja letztlich nur eine Hilfskonstruktion, um sich international austauschen zu können…)

    • Erst kam mir das mit dem Zündeln auch komisch vor, aber jetzt kann ich gar nicht mehr aufhören. Hoffentlich fackel ich hier nicht noch etwas anderes ab.
      Ja, der Austausch mit dem Rest der Welt, der fehlt eben, wenn man auf Deutsch bloggt bzw. auf Deutsch kommentiert. Eine vertrackte Situation, mit der ich auch immer wieder hadere.

  5. zu Astor-Filmlounge.
    Ich fand es dort auch sehr nett, viel Platz und gute Sitze. Als ich letzten Winter dort war, gab es noch ein Freigetränk je Billett ( das ist genehmigt, denn wir sind strenge Gegner von Essen und Trinken während des Films, ( popcornfressende Hühner und ähnliches wird dann lautstark geäußert). Dazu konnte man den Autoschlüssel abgeben und das Auto wurde ins Parkhaus gebracht. Ich war dummerweise mit dem Rad, trotz Glatteis, hingefahren und dann vergaß ich auch noch den Schlüssel abzugeben….haha
    Chéri fand ich einen Augenschmausfilm, wegen KLeidern, Tapeten und Gärten. Aber auch die Dialoge fand ich sehr trocken und amüsant.
    lg C.

    • Einen Begrüßungstrunk umsonst gibt es immer noch. Das mit dem Autoservice soll es auch immer noch geben, aber wir sind lieber direkt ins Parkhaus gefahren. Die angebliche Preisreduktion für das Parkhaus hat bei uns am Ende nicht geklappt, da war es uns dann auch wieder zu lästig, zu reklamieren. Fahrrad ist doch immer noch am besten.
      Stimmt, die Dialoge sind witzig und intelligent. Gar nicht erwähnt haben wir den hübschen jungen Mann…

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