Du kriegst die Motten?

Wie man Kleidung vor Motten schützen kann, wie man die Motten wieder los wird und wie man Mottenlöcher doch noch retten kann.

motten

Gerade ist wieder die Zeit, in der eingelagerte Winterkleidung besonders vor Motten mit Vermehrungsdrang geschützt werden muss. Auf Leserinnenwunsch hin habe ich mich mal ein bisschen in Mottenkisten umgesehen.

1. Feindanalyse

Um sich zu schützen, muss man sich mit dem Feind beschäftigen.  Analysieren wir also mal die Spielzüge des Gegners.
 kleidermottestadien

Was fressen Kleidermotten?

Natürlich nagen nicht die unscheinbaren Falter die Löcher in die Wolle, sondern deren Larven. Die grausilbrigen Falter der Kleidermotte, miniklein, unter 1 cm (!), bekommt man selten zu Gesicht.  Das Weibchen versteckt sich lieber, bevor es seine Eier auf der passenden Nahrungsquelle ablegt. Eigentlich geht es ihr nur um ein Protein, das Keratin. Keratin haben Menschen und Tiere in Haare und Haut, besonders gefährdet sind also Wolle und Felle. Rein pflanzliche Fasern und Kunststoffe frisst die Raupe aber auch, quasi nebenher, besonders bei Mischgewebe.

Wann fressen Kleidermotten?

Die Flugzeit, in der die Eier für die Larven gelegt werden, kann schon vor Mai beginnen und dauert bis September. Motten lieben  Dunkelheit. Es ist aber nicht so wahrscheinlich, dass Kleidermotten von draußen in Haus fliegen, meist werden sie durch infizierte Textilien eingeschleppt. Ein Weibchen legt 100 bis 250 Eier.  Die Larven schlüpfen nach etwa zwei Wochen und fressen sich dann zügig durch Kleidung, Teppiche oder Polster, bis sie sich verpuppen. Am Ende hinterlassen sie die kleine Gespinströhre, die man in seinem zerfressenen Wollvorrat oft noch gut erkennt. Diese Entwicklung dauert 2 oder mehr Monate, je nach Umweltbedingungen.
 mottensicherdachboden

Was mögen Kleidermotten nicht?

Abgeschlossene Schränke und Kleidersäcke
Saubere Kleidung
Unruhe
Kälte
Licht
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass zum Beispiel eine offene Kleiderstange auf einem warmen Zwischenboden das Paradies für Kleidermotten ist.  Schränke in einem trockenen, ungeheizten Keller scheinen aber ziemlich gut vor Befall zu schützen. Ungereinigte Kleidung ist wegen menschlicher Hautschuppen, Haaren und Schweißresten doppelt lecker.
Zu Chemie kann ich nicht viel sagen. Ich kaufe manchmal  schon diese langen grünen Klappstreifen aus dem Drogeriemarkt und hänge sie in den Schrank, ebenso wie Lavendel- oder Zedernduft. Aber ob das wirklich abschreckt?  Ich habe jedenfalls keine schlechten Erfahrungen seitdem gemacht. Mangels Lavendel im Garten werde ich es noch mit Waldmeister probieren, er soll auch wirken.
(Zusatzinfo Kommentar Bele:  Wirksamkeit Lavendel und andere Dufstoffe bisher nicht erwiesen)
 mottenspray

2. Die Motten waren da – wie werde ich sie wieder los?

Am besten alles ausräumen, Schrank gut saubermachen. Kleidung waschen und, je nach Leidensdruck, in der Tiefkühltruhe durchfrieren. Bemerkt man die Löcher im Winter, kann man die befallene Garderobe auch eine Weile auf dem Balkon oder im Garten bei Minusgraden  lagern. (Zusatzinfo Kommentar Bele: Das bringt nur etwas bei -20Grad und sehr plötzlichem Temperaturwechsel.)    Offenbar gibt es Leute, die ihren Lieblingspulli in die Mikrowelle legen, um eventuellen Eibefall durchzugaren. Allerdings habe ich da Bedenken, denn je nach Trockenheit können Textilien in der Mikrowelle auch schnell zu schmoren anfangen.
Mit chemischen Mitteln kenne ich mich leider nicht genug aus, um kompetent Auskunft zu geben. Helfen sollen auch Schlupfwespen. Pherhormonfallen sind nur dazu gut, den Mottenbefall anzuzeigen, den Schaden verhindern können sie nicht. Vielleicht melden sich hierzu ja Fachstimmen in den Kommentaren. Bei den Recherchen habe ich gemerkt, dass es mit dem Thema Motten wie bei Läusen und Zecken ist: In Detailfragen wird es kompliziert und Hörensagen dominiert.

3. Kann ich meinen Lieblingspulli irgendwie retten?

Auf jeden Fall. Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

Den Makel verstecken

Kunststopfereien können ein Gewebe manchmal so reparieren, dass nichts auffällt.  Warum sollte man das nicht auch einmal selbst versuchen. Allerdings ist ist sehr sorgfältiges Arbeiten angesagt, und, sehr wichtig: Das Stopfgarn stammt am besten vom Kleidungsstück selbst, zum Beispiel aus dem Saum oder einer Seitennaht. Für Stricksachen erklärt diese Youtube-Anleitung „How to darn socks“ ganz gut die Strategie. Es gibt kein Schluren, jede Reihe muss gezählt und exakt nachgearbeitet werden! Das gilt genauso für Webstoffe. Es ist möglich,  Löcher unsichtbar zu reparieren,  der Stoff wird quasi nachgewebt. Früher wurde das auch noch in der Schule an Mustertüchern unterrichtet. Die fast verlorene Kunst zeigt  Parisian Gentleman – das hier war einmal ein Zigarettenloch!

Der Colette-Blog hat einen ganz guten Überblick über Kleidungsreparaturen,  „Make Do and Mend“, mit weiteren Links in den Kommentaren. In vielen alten Büchern gibt es noch Abschnitte dazu, zum Beispiel in The New Dressmaker.

Gröberes Vorgehen geht jedenfalls auch. Ich habe bei einem Neu aus Alt-Post vor einigen Jahren schon einmal gezeigt, wie ich  ein Loch von unten mit Vlieseline sichere und darübersticke, es fällt kaum auf.

Den Makel schmücken

Man kann die Löcher extra betonen, indem man sie bestickt, mit Nadelfilzen bearbeitet (Konfettiflicken über Mottenlöcher)  oder Stoff appliziert. Das funktioniert aber nur, wenn die Löcher entweder an einer optisch passenden Stelle sitzen, oder man die Reparatur über einen größeren Teil des Kleidungsstücks verteilt damit es nicht willkürlich aussieht.
Einen  ganzen Blog zum Thema „visual mending“  betreibt Tom of Holland, mit Anleitungen und Inspirationen. Das offensichtliche Stopfen kann auch zur Kunst werden.

Etwas Neues daraus machen

Wollwaren lassen sich gut weiterverwerten, Wenn möglich, kann man die Wolle aufribbeln und wiederverwenden. Oder man näht daraus Mützen, Handschuhen, Stulpen, Kissen und filzt die Teile vorher noch  in der Waschmaschine.  Wolldecken aus bunten Stücken können sehr gut aussehen. Diese hier hat im 19. Jahrhundert ein Soldat aus 10.000 Uniformteilen gefertigt:

uniformteilevia twitter

Andere Überwürfe zeigte ich bei Liebling, ich hab die Pullover geschrumpft. Ebenfalls aus Wollresten hat Nahtzugabe eine schöne Decke gemacht – und in ihrem letzten Buch sind natürlich noch mehr Weiterverwertungsideen.
Gern könnt ihr nun eure Erfahrungen dazu geben und euch auch therapeutisch ausheulen – ich bin selbst gerade wieder Betroffene, weil ich vor einigen Wochen zwei Mäntel fahrlässigerweise in der Garage hängen gelassen hatte.

Mit diesem Beitrag habe ich übrigens zwei Motten mit einer Klappe geschlagen (aaaaaah, sorry) und sowohl „Du kriegst die Motten“ als auch die „Mottenkiste“ für das neue Buch recherchiert.  Wo das herkommt? Da müsst ihr wohl auf den Herbst warten…    :)

Leider finden einige Mottenzitate keinen Platz im Buch , die hänge ich nun einfach hier an. (Und nicht vergessen, in einer Woche ist wieder Stoffspielerei bei Karen,  Ende Juni dann bei Frifris mit dem passenden Thema „Löcher“).
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motten

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Aus „Der moderne Knigge“, 1902:

In vielen Familien wird von den Hausfrauen das Eintreffen des Sommers durch eine beliebte Ceremonie , genannt das Einmotten, gefeiert. Dieses besteht darin, daß die Damen-, Herren- und Kindergarderoben und andere Textilgegenstände des Hauses mit scharfriechendem Pulver vollgestreut werden, wodurch, wenn das Pulver nicht ganz frisch und obenein nicht echt ist, den Motten verraten wird, wo ihr Futterplatz sich befindet.

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Die Motte spinnt sich auch in seidnen Zeug mit ein
Und Purpur weis sich nicht zu schützen.
Hofmannswaldau, 1703

wann man diese blumen bei die kleider leget,
verjagen sie die motten und schaben.
Tabernaemont, 1687

Denn wie ein Kleid wird sie verzehren die Motte, und wie Wolle sie verzehren die Schabe;
aber meine Gerechtigkeit wird in Ewigkeit sein, und mein Heil durch alle Geschlechter hindurch.
Bibel,  Jesaja, 51,8

20 Kommentare

  1. Das ging aber schnell , hui .Einige von den Anregungen habe ich schon gemacht . Weitere habe ich gefunden und zwar : Nicht nur Waldmeister , auch Holunderblüten, Rainfarn ,Lavendel sowieso , Salbeiblätter, Walnusblätter , Steinklee und getrocknete Apfelsinenschalen sollen helfen die Geister wieder zu vertreiben . Dann hat man mir geraten Vakuumbeutel zu kaufen . Die Luft wird abgesaugt . Keine Luft , kein Leben . Vakuumbeutel gibt es in verschiedenen Größen . Ich habe meine bei Ebay besorgt .

    • Ja Doris die kann ich nur empfehlen. Seit ich einmal im Schrank im Abstellzimmer verstaute Winter Sachen komplett zerfressen wiedergefunden hab kommt das alles bei mir in Vakuum-beutel, vor allem diese Saisonkleidung.
      Wir hatten jetzt auch noch Probleme mit diesen Pelzkäfern http://www.vakuumbeutel-vergleich.de/schaedlinge/#Pelzkaefer_Befall
      Die haben so kleinen blöde Raupen die auch überall drangehen und dann sieht man die später nur, wenn die an der tapete hängen. Die zerfressen mir auch meine ganz normale Baumwollkleidung *grrr*

  2. Leider habe ich mit Mottenschaden auch einige traurige Erfahrungen gemacht, sogar bei neuen, unverarbeiteten Kleiderstoffen. Lavendel und Zedernholz haben „meine“ Motten nicht beeindruckt! Bei einem sehr aufwendig handgestrickten Pulli aus edlem Material fand ich die Mottenlöcher schön rund herum um das eingelegte Lavendelkissen! Jetzt verpacke ich unsere Winterkleidung sehr sorgfältig mit Zeitungspapier umhüllt oder ausstaffiert in Vakuumsbeuteln. Vorher wird alles ausgebürstet, gewaschen oder chemisch gereinigt. Das ist teuer und macht viel Arbeit, alleine zum Verstauen der Wintergarderobe brauche ich 8-10 Stunden. Unser Kleiderschrank ist unter einer Dachschräge eingebaut, die Tiefe beträgt 2 m.
    Und da verstaue ich dann unsere Vakuum-Winterkleidung, hinein zu krabbeln macht mir keinen Spaß. Für max. 4 Monate, dann wird sie wieder gebraucht.
    Auf jeden Fall müssen die Sachen sauber sein, und man sollte jedes Kleidungsstück getrennt verpacken, damit bei einem Mottenbefall nicht mehrere Kleidungsstücke beschädigt werden.
    Zeitungspapier hat in den letzten 4 Jahren bei mir geholfen, wir haben jedoch auch keine Bäume in unmittelbarer Wohnungsnähe wie bei unserer vorherigen Wohnung.
    Das Zeitungspapier soll so richtig fies nach Druckerschwärze riechen, wird empfohlen.
    Liebe Grüße
    Tyche

  3. Leider haben wir uns die Motten mit einem von den Großeltern geerbten Spielzeugbären auf Rollen eingeschleppt, der nicht nur brummen konnte, sondern leider auch belebt war. Sah man allerdings erst, als sich die Viecher vom holzstrohgefüllten Inneren durch die Ledersohlen nach Außen durchgefressen hatten. Seitdem könnte ich verzweifeln, immer wenn ich ein Nest ausgeräuchert habe, finde ich in einem anderen Eck ein weiteres. Und nichts ist vor ihnen sicher. Selbst Federn lieben sie (Ade Federboa. Ade Großteil Kissen…). Bin also für alle Tips dankbar. Lavendel und Zedernholz hilft nur bedingt. Werde jetzt also mal den Versuch mit Zeitungspapier zumindest bei den Wollpullovern starten. sieht sicher sehr interessant aus im Kleiderschrank :)
    lg heike

    • Ich habe auch das Problem das bei mir die Motten vermutlich in meinen 70 Teddybären sind. Im Winter habe ich jeden einzelnen abgebürstet, abgesaugt und mit feuchtem Lappen abgerieben. Ich habe im Herbst schon Klebetafeln aufgestellt . Die Teddys auf Mottenpapier gesetzt. Jetzt da es wieder wärmer ist kommen die Viecher wieder.
      Ich habe ja in meiner Wohnung sehr viel Naturstoffe, Teppiche aus Wolle .
      Vorige Woche fand ich in der Abdeckung aus LEINEN ein kleines Loch, darunter ein Gespinst :(

  4. Ach so, was ich noch schreiben wollte. Durch die Duftstoffe der Pflanzen kann man vermutlich Motten nicht vertreiben , , Man kann nur vorbeugend die Pflanzen in der Wohnung verteilen damit Motten erst gar nicht hereinkommen.

  5. Also ich hatte mal einen so argen Befall, dass ich meine richtig schönen Alpakapullis bei einer Freundin in ihre Riesengefriertruhe getan habe. Ich hatte nichts mehr ohne Löcher. Das einzige was da geholfen hat war Chemie, ich habe den ganzen Schrank ausgeräumt, jedes Stück nach Larven untersucht, alle Zwischenbretter ab geschraubt und jede Fläche und jede Ritze eingesprüht. Das war echt unangenehm und man brauchte einen Atemschutz, aber dann waren die Mistviecher weg. Ich habe das danach einmal jährlich gemacht und sehe mir jedes Flohmarkt-Stück und Geschenk sehr genau an. Ist halt schwieriger wenn man den Schrank im Schlafzimmer hat.

    • Oje, das hört sich ja bei euch allen schlimm an. Ich glaube, in solchen Fällen würde ich auch alles ausräuchern. (Gerade las ich auch einen Tipp von vor 100 Jahren: Einen Spaten über dem Feuer glühend heiß werden lassen, zum befallenen Schrank tragen, darin Essig über den Spaten gießen :) – das gehört dann wohl in die Lavendel-Legende

      • oh, die spaten-und-essig-version klingt mir aber nicht nach legende, sondern nach „töten durch verdampfte essigsäure“. meiner meinung nach dürfte das zwar nicht ganz so wirkungsvoll sein wie die richtig giftige chemische keule, die man heutzutage verwenden kann. aber hilfreicher als lavendel&co ist es sehr wahrscheinlich.
        meine idee für heutzutage wäre entweder so ein ultraschall-kaltvernebler mit essigessenz im (leergeräumten!) schrank (wobei der halt auch einige ml feuchtigkeit abgibt) oder ein verdampfer mit hitze, wobei man den ununterbrochen bewachen müsste. und verdampfende essigsäure STINKT!! und brennt in den augen. also bitte, bitte vorsicht walten lassen!

      • Dank für den Hinweis! Dann hier das ganze Rezept:
        „To get rid of moths in closets, bureau drawers,
        trunks, etc., remove the contents and thoroughly freshen
        by airing, then fumigate with burned vinegar. This will
        soon exterminate the pests. A shovel should be heated
        red hot, set in an old tin pan, and carried to the closet;
        then pour vinegar upon it. The steam and fumes pene-
        trate into every crack and crevice, with disastrous effect
        to the moths. The smell of burning vinegar is not at
        all unpleasant, and passes away quickly. “
        aus HOME AND HEALTH, 1907

  6. Ach ja, mein Thema…
    Normalerweise lassen sich die „Nützlinge am falschen Ort“ ohne den Einsatz von Chemikalien in den Griff bekommen. Der Einsatz von wie auch immer gearteten Duftstoffen zur Abschreckung konnte durch Versuche nicht bestätigt werden. Vermutlich ist es eher die Unruhe und Kontrolle beim regelmäßigen Auswechseln der duftenden Kräuter oder Papiere, die Effekt zeigen.

    Um einem Befall zu erschweren hilft tatsächlich gutes Verpacken der sauberen (!) Textilien. Falls man in Kunststoff verpacken möchte, sollte man darauf achten, dass die Textilien selbst trocken sind (also auch die Luftfeuchtigkeit an diesem Tag nicht zu hoch ist) und die Schwankungen am Lagerort nicht zu hoch sind. Sonst hat man zwar die Textilschädlinge überlistet, aber Probleme mit Mikroorganismen (Stockflecken, Schimmel…). Regelmäßige Kontrolle ist wichtig. Sonst geht es einem nämlich wie mir kürzlich, als ich in einem glücklicherweise sehr abgelegenen Raum an meinem Arbeitsplatz ein paar herren- und heimatlose Polster gezeigt bekam und beim genaueren Inspizieren des vermeintlichen Bouclestoffes derselbe begann, sich zu bewegen. Urgs. Da konnten wir dann den Einsatz von Schlupfwespen testen… Funktioniert übrigens super, um einen Befall einzudämmen.

    Bei vorliegendem oder vermutetem Befall (oder auch, wenn man wie ich gerne Sachen Second-Hand kauft, zur Prävention) ist Einfrieren das Mittel der Wahl. Dabei sollte aber eine deutlich niedrige Temperatur (-20 °C bis -25°C) vorhanden sein, was eine normale Tiefkühltruhe schafft. Dafür die Sachen in eine Tüte packen. Der Trick ist, dass die Temperatur sich für die Organismen sehr schnell verändern muss, weswegen das „nach draussen Hängen“ nur bei echt extremen Temperaturen funktioniert. Bei langsamen Übergängen sind die Eier und Larven erstaunlich resistent und anpassungsfähig. Eine trockene Umgebung verlangsamt übrigens die Entwicklungszyklen der Insekten; die Beobachtung wurde oben ja von einigen schon beschrieben.

    Übrigens haben ganz viele Haushalte gar nicht unbedingt Kleidermotten als Schädlinge, sondern die unauffälligen Teppich- oder Speckkäfer. Falls man also Löcher findet, aber nie etwas flattert, sollte man nach kleinen, dunklen Käfern Ausschau halten, die (zu Fuß) an Fussbodenleiste und Wand unterwegs zum Fenster sind.

    Bei allem Ärger, der einen überfällt, wenn wieder etwas Geliebtes angefressen wurde: Motten und Käfer sind durchaus nützlicher Teil des Werdens und Vergehens. Sie können nicht ahnen, dass die Federboa nicht der tote Vogelbalg in der Natur ist, bei dem die „Entsorgung“ gewünscht ist.(Sprach sie, um im nächsten Moment hysterisch einen dunklen Fleck an der Wand zu kontrollieren, ob es sich nicht doch um einen Teppichkäfer handelt… Nun ja, es ist ein Prozess ;)

    Liebe Grüße, Bele

    • Tausend Dank für deine kompetente Stimme, ich füge das auch gleich oben ein. Ich hatte Zweifel bei dem Thema, weil es schon so viele Seiten dazu gibt, die alle dasselbe wiederholen. Aber nun schaffst du hier ja zum Glück ein bisschen Klarheit mit deiner Erfahrung – und wirbst auch noch um Verständnis. Vielleicht lege ich die angefressenen Mäntel in die Garage zurück, für die nächste Mottengeneration :)
      Im Modemuseum Meyenburg krabbelten die Falter auf den Kleidern an den Puppen herum, da sollte man vielleicht noch einmal hingehen, bevor alles zerfallen ist. Solche Ausstellungen sind ja eigentlich gar nicht zu machen, wenn man keine Mittel für die aufwendige Konservierung hat, andererseits war es toll für uns, so eine Fülle so nah begutachten zu können.
      Danke für die Info, und viel Glück bei Motten- und Käferfreiheit!

      • Motten füttern?! Das ginge dann auch mir zu weit… die sind ja ziemlich selbstständig bei der Futtersuche,
        Das mit Meyenburg klingt fürchterlich. Gerade in kleinen Museen ohne Etat ist das, was wir IPM (Integrated Pest Management) nennen besonders wichtig, um die Schäden von vornherein zu vermeiden. Die Kontrollen ließen sich auch leicht von Laien durchführen… Bedauerlich, wenn einer Sammlung so wenig Lebenszeit eingeräumt wird.

    • die larvenhüllen (keine ahnung, wie die biologisch korrekt heißen) der teppich- oder pelzkäfer sind übrigens gut zu erkennen: etwa 1 cm lange, schmale, schwarz-weiß geringelte röhrchen.

  7. D.h. des stete Wechsel von Sommer- und Winterkleidung ist von Nutzen, zumindest bei Motten, wegen der Unruhe. Und weil man guterzogen nur saubere Sachen wegpackt. In Plastik einschweissen ist leider keine Option, unser Haus hat klimatisch gewisse Eigenheiten (habe gerade eben meine 1989 noch vor der Wende bei meinem ersten Berlinbesuch auf dem Flohmarkt erstandene alte schwarze Militärjacke nach Abtrennen sämtlicher wiederverwertbarer Metallknöpfe und -haken, die offen an der Wäscheschrankseite im Hellen Trockenen hing, entsorgt. Das, was die Motten trotz konstanter Unruhe durch tägliche Schrankbenützung übrigließen, war voll Stockflecken, trotz beheizt. Weiß mir gerade keinen Rat mehr…). Teppichkäfer hab ich dann zum Glück noch keine entdeckt (auf Holz klopf ;-), es sind definitiv Motten, die auch gerne mal rumflattern. Also doch Chemie :( und ein konstantes Ausklopfen und Kontrollieren aller Textilien. Und bei Gelegenheit einfrieren. Na, zumindest der Stoffvorrat ist in konstanter Unruhe, da beim Zusammenstellen des Patchwork regelmäßig ziemlich alles durchgewühlt wird ;-) lg heike

    • Du Arme, das klingt ja wirklich massiv und so, als gäbe es diverse „Herde“, von denen aus sich die Motten verbreiten. Hast Du schon einmal einen Profi gefragt? Es gibt einige gute Leute, die nicht direkt zur Chemiekeule greifen (finde ich im Wohnraum schwierig), sondern Alternativen zumindest in Erwägung ziehen. In richtig schwierigen Fällen (wie dem oben beschriebenen) ziehe ich auch lieber erfahrene Experten zu Rate.

  8. Deine Beiträge lese ich gerne mit etwas Muse, sie haben wirklich etwas von Pralinen für Textil-Selbermacher. Mottenerfahrung habe ich bisher zum Glück nicht, aber gut dass ich nun weiß, was man tun kann. Ich hoffe, Deine beiden Mäntel waren in der Garage „alleine“ und haben nicht Motten in Deine restliche Garderobe eingeschleppt.
    Textile Schäden habe ich in letzter Zeit mit Reverse Applikationen weg dekoriert und als ich letztens ein Stück hatte, bei dem Nadel und Faden schwer durch ging musste ich an Deine Sammlung denken und ob die Redewendung „Ich zieh‘ das durch!“ womöglich auch aus dem Textilbereich kommt.
    LG Ute

  9. Ah ja die Motten ich glauba das es ein bekanntes Problem bei vielen sind, Schöner Beitrag , man muss echt wießen wie wir uns von Motten befreien, sie könne echt Schaden enrichten.

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