Stoffspielerei im November: Akzeptabler Schurz

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Für die Stoffspielerei in diesem Monat hatte Griselda das Motto ausgegeben: „Nähbücher nicht nur bestaunen, sondern auch etwas daraus machen“. Mein Werk ist inspiriert vom Buch „Patchwork Style„, aus dem ich auch früher schon Dinge probiert habe. Der kleine Schurz im Buch sollte es sein, nachdem mich ja, wie berichtet, das Schürzenthema umtrieb. Er bietet wenig Schutz vor Schmutz, hat eher eine Taschenfunktion.

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(Das Licht bitte ich zu entschuldigen. Es handelt sich bei diesem Projekt um eine Nachtaktion in letzter Minute).  Nachdem Karen uns in den Kommentaren darauf gebracht hatte, dass die Jeans eigentlich die heutige Schürze ist, wollte ich einen Schurz aus Jeans. Er sollte etwas länger sein und vorn geschlitzt, damit er mich nicht stört.  Da ich Jeans so gut wie nie trage, aber eine Sammlung davon habe, bot sich Recycling an.

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Zwei aufgeschnittene Hosenbeine (Innenseite), eine gepatchte Tasche. Leider hatte ich im japanischen Anleitungsbuch übersehen, dass das Patchwork wattiert sein sollte, vielleicht wäre das etwas schöner gewesen. Die Bänder sind aus der Bespannung eines kaputten Regenschirms zusammengesetzt. Vorn können sie durch eine aufgesetzte Gürtelschnalle  gezogen werden.

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Hinter das Bindeband kann man ein Handtuch klemmen, das ist mir eigentlich am wichtigsten, zum Händeabwischen. Am Haken in der Küche macht sich die Schürze erstmal ganz gut.

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Ob ich wie wirklich benutzen werde? Mal sehen. Durch den Jeansstoff ist sie ziemlich schwer. Und ohne die gepatchte Tasche sah sie eigentlich fast besser aus. Ganz schön fand ich dieses Detail im Patchwork, das durch Zufall entstanden ist. Es erinnert mich an eine Landschaft:

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Und zu guter letzt noch ein Zufall. Eigentlich wollte ich schon die ganze Zeit die Spinnweben/Sonnenschirme von Louise Bourgeois ausprobieren. Die Vorsehung will das wohl auch. Denn der Rest des Regenschirms weist mir den Weg:

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So, nun will ich diesen Beitrag abschicken. Und freue mich auf andere Werke, die Griselda von Machwerke heute freundlicherweise sammelt. Vielen Dank!

10 Gedanken zu “Stoffspielerei im November: Akzeptabler Schurz

  1. Ich werde mein Verhältnis zu Schürzen jetzt nochmal überdenken. Ich finde nämlich – ganz ehrlich – dass die Schürze auf dem Bild, wo du sie trägst, wie ein raffiniertes modisches Accessoire rüberkommt. Das kommt durch den Schlitz im Vorderteil, glaube ich. Das könnte sich auch ein Berliner Jungdesigner ausgedacht haben. Die Patchworktasche bräuchte es vielleicht wirklich nicht, aber sonst… Meike von Crafteln hatte mal erzählt, dass ihre Designerfreundin auch mal so eine Art Schürzen im Programm hatte, die frau dann z. B. zum Hosenanzug getragen hat. Konnte ich mir bisher nicht so richitg vorstellen – aber so schon.

  2. Ehrlich gesagt bin ich aus Kindertagen von Schürzen im Umfeld traumatisiert und mich interessiert an einer Schürze ansonsten nur das Stoffpotential.
    Deine Version ist sehr interessant und andersartig insbesondere durch den Schlitz. Auch das Umkehren des Jeansstoffes werde ich mir für eigene Nähereien merken.
    Schürzen für kleine Kinder finde ich sehr praktisch, da weiß man wohin mit dem Tuch das man ununterbrochen benötigt.
    LG Ute

  3. Mit meinem Schürzentrauma habe ich beim Titel gezuckt, aber hier beim besten Willen keine Schürze entdecken können.
    Dein Teil ist mit dem Schlitz und dem Verkehrtherum-Material weit weg vom Bistrodingsda und noch weiter von Kittelschürzen. Das ist völlig eigenständig und hat mit der Schutzfunktion doch gar nichts mehr zu tun. Ich würde lieber den Rock schmutzigmachen als dieses Schmuckstückchen.
    Schürze verkehrt.
    Großartig!!

  4. Finde ich großartig wie sich alles so gefügt hat und Neues entsteht! es sieht wirklich wie ein hippes Rockteilchen aus, aber es könnte sich durchaus als praktikabel erweisen. Was so Nacht-und Nebelaktionen so aller hervorbringen, tsss! Herrlich.

  5. Ja, dein Schurz ist eher ein modisches Accessoire als eine Schürze, wie man sie zu kennen glaubt. Wenn ich bei Küchenarbeit zum Schutz eine Schürze brauche, benötige ich sie jedoch auch oberhalb der Taille – vielleicht hast du da noch eine Idee für mich …?
    LG
    Siebensachen

  6. Da kriegt doch die Schürze für mich eine ganz andere Bedeutung. Selbst ich, die mit Schürzen nichts am Hut hat, kann mich mit diesem Teil anfreunden. Alte Jeans gibt es genügend im Haus, es könnte also schon bald zur Tat geschritten werden. Tolle Idee und hat mit der gemeinen Schürze überhaupt nichts zu tun.

  7. Ich finde die Schürze toll (und bin immer wieder überrascht wie schön und kreativ deine Ergebnisse unter Zeitdruck sind).
    Auf jeden Fall eine sehr gute Verwendung von alten Jeans, das werde ich mir merken, vor allem den Schlitz finde ich genial – das sieht wie ein besonderes Designelement aus.
    Die Tasche finde ich auch gut, dass ist ja fast das wichtigste an der Schürze. Ich finde auch, dass das Gepatchte ganz gut passt, aber das ist ja immer so eine Geschmacksfrage.
    Ich bin gespannt, ob du jetzt zur Schürzenträgerin wirst und ob das irgendwie dein Denken und Tun beeinflusst ;)

  8. Der Schurz bleibt offenbar am Haken, trotz Koch- und Backaktionen habe ich sie nicht angerührt. Dafür ist die Teenager-Tochter damit schon zweimal verschwunden, sie ist angetan.
    Einen anderen Erfolg kann ich aber berichten: Bei Boesner habe ich mir diese Schürze http://www.boesner.com/shop/farben/malhilfsmittel/zubehoer-zu-malhilfsmitteln/schuerzen#14933
    gekauft und trage sie beim Werkeln auf dem Dachboden – und tatsächlich, es stellt sich ein Arbeitsgefühl ein. Man bleibt bei der Sache, denn wenn man in den Keller geht umd die Wäsche zu machen wird man durch die Schürze immer daran erinnert, dass man ja eigentlich auf dem Dachboden werkeln will. Die Schürze nun noch in Töpferschürzenblau mit Schlitz vorn, das wäre es. Auch zum Backen!

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