Stoffspielerei im September: Bunt auf Schwarz

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Armband oder Anhänger. Dieses bestickte Gebilde verdanke ich der Aktion Stoffspielerei, für die Lucy  in diesem Monat das Thema „Sticken“ vorgeschlagen hatte.

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Schon lange wollte ich etwas auf einem dunklen Untergrund sticken. Ich begann mit schwarzem Leinen und in Zwiebelsud gefärbten Fäden.

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Bei meinen Färbeversuchen mit Zwiebeln und Seidenfäden erreichte ich nur verschiedene Brauntöne, während die Baumwolle, die mir Dindin gegeben hatte, in wunderbaren Gelbtönen durch (gelbe?) Zwiebeln leuchtete. Eigentlich wollte ich mit den Gelb-, Beige- und Braunabstufungen auskommen. Naja, hat nicht ganz geklappt.

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Ein bisschen Stoff,  Leder,  grünes Stickgarn und etwas Violett von einer Brombeere kam dazu.  Im Stickwahn zog ich irgendwann einfach Fäden aus einem Seidenstoff, drillte sie etwas mit dem Fadenspuler der Nähmaschine und zog das Garn dann direkt vor dem Einfädeln durch eine Brombeere aus dem Garten. Instant-Stickgarnfarbe, sozusagen.  Wenn ich nicht gerade so zerstochene Finger hätte, würde ich weitere Versuche z.B. mit Holunder, Karotte, rote Beete, Johannisbeermarmelade, Nuss, Spinat, was auch immer, machen. Man könnte sich eine hübsche vegetarische Palette neben den Stickrahmen legen.

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Zur Zeit trage ich mein kleines Gebinde auf einem Armband befestigt, aber als Kettenanhänger finde ich es vielleicht besser, mal sehen.

Es hat sich mal wieder bewahrheitet: Ohne den Termin der Stoffspielerei am letzten Sonntag im Monat hätte ich dieses Projekt nicht mit Energie zu Ende geführt. Und jetzt freue ich mich! Danke also an die ganze Runde und diesmal besonders an Lucy, die heute auf ihrem Blog die Links sammelt. Ich bin gespannt, was die anderen aus dem Themenvorschlag gemacht haben.  Im Oktober bin ich mal wieder dran, ein Motto vorzuschlagen und Links zu sammeln. Ich weiß schon, was ich mir wünsche, aber das kommt dann später.

Schönen Sonntag noch und viel Freude beim Anschauen anderer Stick- und Stoffspielereien!

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12 Kommentare

  1. Das ist wirklich eine kunstvolle Miniatur- und durch die selbstgefärbten Garne bekommt das noch einmal einen ganz anderen Bezug. Schön finde ich auch den Einbezug vom roten Leder, das gibt dem kleinen Obkekt nochmal Tiefe.
    (Irgendwie würdest du auch im 18 Jahrhundert zurechtkommen- so rein handarbeitstechnisch. Oder täuscht das?)

    Ich habe die letzten zwei Wochen Baumwolle gefärbt- das sind rein Mengenmäßig ganz andere Dimensionen. Als ich der Familie erzählt habe, dass ich Blaubeeren für einen Farbton bräuchte kam ein klares Veto: „Die werden gegessen.“ Du mit deiner einzelnen Brombeere hast da bessere Karten.
    Ich habe bei meinen Versuchen übrigens hauptsächlich gelb herausbekommen, bei Gelegenheit werde ich mal berichten.

  2. Oh, das sieht so wunderbar zart aus, ganz wunderschön gestickt! Du musst eine Elfenhand haben…(hab ich das schon mal gesagt? Ich glaube.)
    Und die Farben sind wirklich wunderschön! Ich sehe schon, dein nächster Gemüseeintopf wird nach Farben ausgesucht und die Fäden liegen neben dem Herd (da darf dir dann nur nicht die Nadel in die Suppe fallen).

    Ich könnte mir das ja auch wunderschön auf schwarzem Samt vorstellen (aber ich bin grade auch so ein bisschen Tracht – süddeutsche – beeinflusst).
    Sehr schön. Als Armband oder Anhänger.

  3. Mit dem dunklen Untergrund mutet es gleich historisch an, warum kann ich gar nicht sagen. Wunderbar stimmig die Farben, so angenehm. über den Werdeprozeß habe ich sehr gelacht, weil ich eine Frau vor mir sehe, die aus allen rumliegen Früchten um sie herum die Fäden zieht.
    Tragbar in jeder Form! Fruchtbarbene Grüße Karen

  4. Das ist so schön und zart geworden, das könnte 500 Jahre alt sein und irgendwo im Museum liegen. Die Lederstücke gefallen mir auch besonders gut. Ob sich die Instant-Stickgarnfarben mit der Zeit an der Luft noch verändern? Dindin hatte zum Färben vor allem rote Zwiebelschalen verwendet, glaube ich.

  5. Wunderschön als Anhänger oder Armband, zeitlich ohne hier gelesen zu haben schwer einzuordnen.
    Färben mit Naturmaterialien finde ich sehr interessant und Dein Beispiel gibt interessante Anregungen für kleine Färbe-Tests.
    LG Ute

  6. Danke für eure Kommentare! Vielleicht ist ja in die Stickerei hineingeraten, dass ich gerade einen zweibändigen Historienwälzer aus dem 18. Jhd ausgelesen habe. Oder es sind die Farben. Oder mein ursprüngliches Vorhaben, ein historisches Stück nachzusticken, ist durchgekommen? Und so ein bisschen Tracht spukte mir auch im Kopf herum.
    Ich gehe davon aus, dass die Naturfarben mit der Zeit verblassen, aber das ist relativ egal bzw. vielleicht ja ganz interessant.

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