Mal wieder ein paar Ideen, in Richtung Recycling

Nicht ganz „aus Alt mach Neu“. Kleine diebische Freuden bringt es aber doch, wenn man Gebrauchtes aufwerten kann.

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Ein brustfleckiges Shirt und ein altes Häkeldeckchen = Trendoberteil für Teenies. Diesen Sommer habe ich mich definitiv an Spitzenoberteilen sattgesehen. In der Schule war das applizierte Häkeldeckchen aber der Hit: „Was, das hat deine Mutter selbst gemacht? Kann die sowas? Boha.“  Zwar habe ich das Deckchen nicht selbst gehäkelt, hätte ich aber selbstredend gekonnt. Soviel nur zum schlechten Image des häkelnden Hausmütterchens.  Habt ein bisschen Geduld, die kommende Generation wird uns auf Händen tragen!

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Vielleicht gilt dann so ein Kurzam/Stehkragenhemd auch als Geniestreich? Es litt in seinem früheren Leben an abgestoßenen Kragenspitzen und Manschettenrändern. Dabei lassen sich die schadhaften Teile leicht abtrennen, die offenen Kanten wieder zunähen.  (Handelt es sich bei den so schnell abgescheuerten Stellen eventuell um „geplante Obsolenz„?)

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Kein Geniestreich, aber ganz lustig ist so eine Unterhose, nein, „Hüftslip“, aus T-Shirt und Stretchstoff. Dazu kann man alte Shirts, Badeanzüge, Sporttricots, Unterwäsche zerschnippeln. Die „Gummis“ an den Ausschnitten sind zum Teil gedehnte Streifen aus Stretch. Den Schnitt habe ich von einer gut sitzenden Unterhose abgenommen, die Teile wie bei der Vorlage mit Zickzackstich aneinandergenäht. Es ging auch ohne Overlock, sieht nur nicht so professionell aus. Ich weiß, das Teil hat noch ein bisschen Windelhosencharakter, aber ich hoffe doch sehr, dass mein Nähkränzchen sich jetzt ein bisschen ärgert. Mein Vorschlag „Unterhosennähen“ für unser Treffen wurde nämlich nur verzagt angenommen, mehr als zwei angebliche „Schlafshorts“ sind nicht entstanden. Die Prahlerei meines Kränzchen wegen ihrer tollen Hightechmaschinen hat mich im übrigen zu einer Erfindung angespornt:

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Ein Fadenschneider an meiner Maschine, hehe. Dafür brauchte ich nur einen Fadenschneider in Ringform (ähnlich diesem) etwas aufbiegen und in den Schlitz oberhalb des Einfädlers auf der Rückseite der Maschine stecken. Nun muss ich zum Abschneiden der Fäden nicht mehr nach einer Schere tasten!  Und muss auch keine neue Maschine kaufen!

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Eine weitere Idee, auf Pinterest gesehen, betrifft die Fruchtfliegen in unserer Küche.

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Solche Szenen gibt es seitdem bei uns nicht mehr:

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Nachtrag: Zu dem Oberhemdfoto habe ich gerade noch diesen passenden Tweet gefunden:

15 Gedanken zu “Mal wieder ein paar Ideen, in Richtung Recycling

  1. Das Hemd scheint tatsächlich oben gut auszuschauen- ein ähnlicher Versuch hier vor ein paar Jahren ist fehlgeschlagen- da ist wohl einen schöner Steg als Stehkragen wichtig.
    Beim Aufbereiten alter Sachen braucht es oft viel mehr Kreativität als beim Vernähen teurer Stoffe mit hippen Schnitten.
    Und unsere Pfaff kann alles, sogar Unterhosen :)

    (An meiner Maschine ist eine fadenschrere an einer Gummischnur festgebunden, das hat den Vorteil, dass die Kinder die Schere nicht wegnehmen können, das Ding nicht runterfällt oder gar verschwindet. Aber natürlich hat das nicht den Charme deines Anbaus…)

  2. Hehehe. Für alles. Besonders für die letzte Bemerkung. Ich darf verraten, dass das Unterhose-Nähen (ja, ich hab das auch schon probiert) hier auch mit sehr großem Misstrauen kommentiert wird. Als würde das zu weit gehen. Warum? Feinstrumpfhosen selber stricken, ja, das würde ich auch als „zu weit gehend“ ansehen, aber Unterhosen? Naja. Ich habe auf dem Markt schöne elastische Spitze für die Abschlüsse gekauft, und ich werde sie benutzen!
    Schön zu lesen, wie energiegeladen du bist.

  3. Eine Ideenschwemme, die hier bei dir gerade auf mich einsprudelt. Womit soll ich anfangen? Vielleicht die Fruchtfliegenfalle….An die Stehkragen (krägen??) durch das Entfernen des Kragens kenne ich aus meiner Jugend, da war das mal ganz „in“ (so wie das Engernähen von Schlaghosen, an das du mich demletzt auch wieder erinnert hast)
    Ich kann auch das Nähen von Männerunterhosen empfehlen, hatte hier -trotz geblümten Jerseyrests- großen Erfolg.
    LG
    Wiebke

  4. Haha, wenn die Omis gewusst hätten, was mit ihren Häkeldeckchen passiert! Für alles andere mache ich mir eine geistige Notiz und Unterhosennähen find ich auch definitiv gut, wobei es bislang nur für den Mann gereicht hat. Der war immerhin sehr dankbar. (Leichtes Opfer.)
    Das mit dem Fadenabschneider ist eine perfekte Idee, fast schon schade dass die alte Pfaff meiner Mutter nicht mehr in Gebrauch ist.
    Fruchtfliegen loswerden ist also ab jetzt ganz trivial… ;)

    Und du verdaddelst jetzt deine Zeit bei twitter? Ich bin entsetzt.
    Pinterest ist definitiv eine schrecklichschöne Erfindung, wie so vieles im Internet.
    Liebe Grüße und wie Lucy sagt: schön zu sehen, wie fleißig du wieder bist!

  5. Ja, die Stehkragen. Die stehen und fallen (haha) mit der oberen Abschlussnaht. Hier hatte ich es ganz gut hinbekommen, die „Nacharbeitung“ fällt kaum auf.
    Meine Jeans hatte ich auch enger genäht, damals. Da drehte sich dann die Seitennaht immer nach vorn, wusste noch nichts von verschiedenen Breiten vorn und hinten.
    Männerunterhosen, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Hm. Stimmt eigentlich. Aber ich glaub mit Blümchen bräuchte ich nicht zu kommen. Sowas wirkt ja auch nicht bei jedem witzig.
    Twitter: Ich lese gern Lieblingstweets-Listen in Blogs. Mangels Smartphone habe ich keinen direkten Zugang, aber die Auslese in den Blogs reicht auch schon, sehr amüsant.
    Ja, die Energie, die ist ganz Vielen zu verdanken.

  6. Hier sprudelt es ja, schön zu lesen! finde eigentlich.ich wunderbar wie viele Umnutzungen von Häkeldeckchen ich bereist gesehen habe, das zeigt doch aufs Feinste wie sehr die Arbeit doch geschätzt wird, auch wenn nicht mehr zum eigentlichen Zweck gebraucht.
    Bei Hemden habe ich mich auch schon geärgert und ich habe den Eindruck, je teurer, um so eher scheuert es durch. Seitdem ich aber bei einer Amerikanerin einen wunderbaren Oberhemdenqullt gesehen habe, gräme ich mich nicht mehr und hebe artig auf, 7 stück brauchte man.Muß also noch einen Weile sammeln.
    wir haben auch eine Fruchtfliegenfalle, aber anders. ! Teil Fit, 1 Teil Essig, 1 Teil Apfelsaft. Genial.
    Hm, zu Unterhosen habe ich gar keine Meinung.
    Bunte Grüße von Karen

  7. Hoho, da meldet sich aber gleich mal Eine aus dem Nähkranz. Der neu genähte Schlafshort fand eigentlich reißenden Absatz, z. B. bei der Nachbarin, die einen Blinddarm in der Klinik abgeben musste. WEnn es der nicht so eilig gehabt hätte, wäre sie bestimmt gerne mit diesem modischem Teil gut angezogen in die Anstalt. Und der Gatte meldete ebenfalls Interesse für einen nächsten künstlerischen Auftritt? ICh wähnte ihn in so einer Art Klezmer-Band. Habe ich da was falsch verstanden?
    Also zusammenfassend: Mehr Schlafshorts braucht das Land!
    Lg Carmen

  8. In den 80ern gab es mal den Trend, Opas Stehkragenhemden (möglichst weiß oder blau-weiß gestreift) zu tragen, gerne ergänzend Opas Weste. Je nach Material könnte ich es mir auch fransig vorstellen (nur abschneiden).
    Spitzendeckchen muss ich Second Hand zwanghaft retten, hab‘ gerade welche dunkelblau gefärbt. Genau genommen sind es ja Ornamente aus Garn.
    Fadenschneiderideen finde ich auch gut, mal sehen, wann unsere Zahnseide alle ist.

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