Stoffquälerei im August: Mikro-Makramee

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Einzige Ausbeute nach zwei Tagen fleißigem Makramee-Knüpfen: Die Rippentechnik kann ich jetzt.  Aber auch nur einigermaßen. Ansonsten habe ich die Nase voll von dieser Zuppelei, ja ich habe mein improvisiertes Knüpfbrettchen aus Frust in die Ecke geworfen. Nichts hat so geklappt wie erhofft. Also in diesem Monat kein vorzeigbares Werk für die Aktion Stoffspielerei.  Karen hatte das Thema „Im Fadenkreuz“ ausgerufen.  Statt Fadenkreuz bei mir nur Voodoo-Wutkreuz.

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Ich war ursprünglich fest entschlossen, diesmal Lucy auf ihrem Macramee-Pfad zu folgen. Am liebsten wollte ich etwas in die Richtung der Werke von Ed Bing Lee versuchen, die unter dem Begriff „Micro-Macrame“, oder auch „Cavandoli-Macrame“ laufen. Eigentlich ist das auch ganz einfach, immer nur Rippenknoten, Rippenknoten, Rippenknoten.  (Wobei man sich da auch keinen Fehler erlauben darf. Einmal einen Faden falsch gelegt und schon sieht es nicht mehr regelmäßig aus).  Es soll ja sehr meditativ sein, dieses Knüpfen, aber mich machte es nur schnell nervös und ich wollte andere Muster probieren. Die Handarbeitsbücher rauf und runter habe ich einiges versucht, um am Ende festzustellen: Das ist nichts für mich. Wie bei Occhi muss man sehr exakt arbeiten, kann nichts wieder rückgängig machen und ist, einmal angefangen, in einem festen Korsett.

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Die Kugelformen haben mir am besten gefallen, wenn man das richtig drauf hat, könnte man sich solche Armbänder  machen. Ansonsten habe ich im Internet kaum schöne Vorbilder gefunden, das ist schon seltsam. Potential hätte die Technik ja.

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Die meisten Effekte, auch solche Kügelchen, könnte man mit Häkeln ähnlich erzielen. So war die Scherenquaste auf den Fotos keine Posamentenknüpferei, sondern bloßes freies Häkeln.

Da habe ich dann lieber wieder zur Häkelnadel gegriffen. Mir fiel  Jung Jung ein, die – auch aus Japan –  mit allerfeinstem Garn hauptsächlich Gemüse häkelt. Eine Spielfilmlänge habe ich an filigranem Karottengrün gearbeitet. Heute morgen war der Hauch Häkelei verschwunden – vermutlich einfach weggeweht. Also auch da nichts zu zeigen.

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Bei Karen, die in diesem Monat die Links sammelt, könnt ihr erfolgreichere Spielereien finden. Zum Beispiel echte Fadenkreuze.

Mal sehen, ob meine Macrameeübungen nicht am Ende doch noch für etwas gut waren. Ansonsten kann ich es auf der To-Do-Liste abhaken, und das ist dann ja auch einiges wert.

Vielen Dank Dir, liebe Karen, und allen, die mitmachen!

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11 Kommentare

  1. Oh, schade, dass es dich nicht überzeugt hat, gerade bei Dir (der ich geistig wesentlich mehr Geduld als mir zuordne – keine Schwierigkeit, übrigens) hätte ich mir gut vorstellen können, dass dir die feinknotige Arbeit liegt.
    Ich hätte mir mal das Buch aus der Bücherei aufschreiben sollen, welches verschiedene Knoten verwendet hat – aber bei uns ist es ja auch nur eingestaubt. Für mehr als Freundschaftsbändchen im langweiligen Unterricht (den es ja womöglich gar nicht mehr so gibt wie früher) ist das also vielleicht doch nicht tauglich…

    Am besten hat mir natürlich die Scherenquaste gefallen – tja, gehäkelt… vielleicht sollte ich doch auch mal noch das Häkeln lernen.
    Ich glaube, ich wäre für Makramee auch nicht ausdauernd genug. Ist das vielleicht der Grund, warum man in den 70ern diese rauen, dicken Seile genommen hat, damit man schneller Ergebnisse sieht? (Übrigens auch heute noch, zumindest in der Grundschule meiner Tochter).

    Die japanischen links sind beeindruckend, was für eine Geduld!

    Das Gemüse fand ich ja schon immer toll. Da muss ich jetzt natürlich wieder an deine Blumen- und Pflanzenkopien denken – das passt doch ganz gut zusammen.

  2. Ich bin ganz erleichtert, dass du die Knoterei auch so anstrengend fandest, hatte mir nämlich schon überlegt, ob das an mir liegt, und ob das ein Symptom der allgemeinen Degeneration ist, wenn um 1900 hingebungsvoll Handtuchfransen geknüpft wurden, und 1970 wenigstens noch Eulen aus Paketband, und heute kann ich mich nicht mal genug zusammenreißen, um mehr als ein Armband auszuprobieren. Die jungen Leute heutzutage, nur noch schnell-schnell usw. Dass die Technik, wenn es nicht gerade um Fransen geht, nicht so viel bietet, was man nicht auch mit anderen Mitteln erzielen könnte, dachte ich auch. Bzw. sind die möglichen Formen doch relativ begrenzt, die Variation kommt vor allem durch Farben und Material – aber wenigstens das sehe ich jetzt, wo ich mich mit der Technik beschäftigt habe, wenn ich die Bilder im Netz so durchforste.

    • Also, was ich mit dem letzten Satz sagen wollte: dadurch, dass ich die Technik jetzt besser kenne, kann ich einsortieren, was ich sehe, also ganz deutlich was gelernt.

  3. Das erste Ergebnis gefällt mir am Besten, schön ist der direkte Vergleich neben der Pflanze, eine Alternative zu Häkelblumen ;-))
    Danke, dass Du uns an Deinem ganzen Entstehungsprozess teilhaben lässt. Alles, was uns täglich inspiriert kann man sowieso nicht schaffen, so ist es gut zu wissen, was eigenhändig möglich ist und was lieber nicht.
    Auch mein Beispiel ist Makramee. Die schlichten Drehungen der entstandenen Seile finde ich am schönsten.
    LG Ute

  4. Von Winde verwehtes Karottengrün und die vergeblichen Versuche, zarte Bande zu knüpfen…
    Das zu lesen hat mich aber gerade prächtig unterhalten.

    Vermutlich braucht es neben der notwendigen Geduld auch sehr viel Übung. Die Knoten dürfen ja auch nicht zu fest gezogen werden. Auf jeden Fall weißt du jetzt theoretisch und praktisch wie das geht.
    Vielleicht lässt sich das Wiisen ja mal irgendwo anders einbauen.

  5. Schade, dass deine verschiedenen Knoten nicht das gewünschte Ergebnis gebracht haben, meine Techniken schlummern seit der Schulzeit auch. In der Schule konnten es nicht genug Freundschaftsbändchen sein. Diese Gemüsehäkelei find ich sehr spannend.
    LG Mirella

  6. Schön zu lesen dein Bericht, auch wenn du dich etwas grämst. Na, dann eben nicht auf diese Weise, es gibt noch so vile andere. und scnell mal gehet da eben nichst, weil man schon einiges gemacht haben muß, ehe man richtig etwas sieht. Aber das ist beim Kunstricken ja genauso oder beim Origami. Da wunderte mich nun gar nicht, dass es ein japanischer link war mit den so exakten Teilen. Da wird die Ausdauer wohl frühzeitig antrainiert und gehört zur Erziehung?! Wir sehen aber auch nur Einzelerscheinungen und denken alle können das. stimmt so auch nicht.

    Aus deinem Karottengrün hat sich vielleicht jemand einen Schlafplatz gebaut. Der gehäkelte Ring halt übrigens immer noch super.

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