Blick zurück im Mai

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Ganz schnelles Knospenhäkeln diese Jahr.  (Links Pflanze, rechts Baumwolle).  Hier blüht es mit einer Rasanz – nach zwei Tagen Blühbaum fliegt schon alles wieder durch die Luft.

Bis in mein Dach, das umgeben ist von uralten Kastanien.

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Deswegen ist es unten im Haus auch ganz dunkel, nur hier oben, wie im Turm, ist es hell.

Und schon vor drei Jahren habe ich mit dem Thema Kastanienrispe beschäftigt, oder mit der Blüte.

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Beruhigend, dass ich diese Dinge, das Machen und das Zeigen, noch nicht über habe. Inzwischen bin ich im 6. Jahr Jahr Bloggerin, 18 Jahre bin ich „drin“ im Internet. Damals musste T-Online noch wie Bildschirmtext bedient werden und man hatte knisternde und knackende Modems. Die Wunderwelt der (damals eher englischsprachigen) Blogs habe ich erst spät entdeckt, und dann noch später selbst angefangen. Wenn ich die älteren Sachen ansehe, fand ich meinen Blog damals schöner.  Ich war freier. Vielleicht sollte ich Ballast abwerfen. Weniger Mission und Austausch,  mehr Wunderkiste? Nur so ein Gefühl. Und nun steht mein Unwohlsein in Worte gefasst,  bei Heimat von andreaffm:

„Vielleicht sind diese Orte, von denen wir, wir von früher, mit soviel Zartheit und Behutsamkeit reden, das Wertvollste, was wir haben, weil es die Orte sind, an denen wir uns kurz entspannen können und atmen können und Text sein dürfen.“

Text nicht so sehr, Bild will ich gern sein. Und mich hier entspannen und atmen. Und nicht denken: Interessiert das jemanden, kann man das verstehen, ist das wichtig, ist das nützlich? Wird mir jemand antworten?

„Kunst ist immer sauasozial, weil da einer allein dahockt und auf Tasten tippt und um ihn herum ist nichts als Nacht und vielleicht was zu trinken und er redet mit sich selbst und alle anderen reden auch mit sich selbst und das ist überhaupt nicht traurig, nein: das ist wunderschön.“   (wieder von hier, via)

Also, vielleicht klappt es ja mit mehr Wunderkiste.

Und falls jemand eine Maikäfersichtungsmeldestelle kennt: Hier war einer.

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16 Kommentare

  1. Mehr Wunderkiste, ja das wäre auch schön, wenn ich das schaffen würde. Weniger Reden und Zer-reden.

    Toll, deine Original und Fälschung Projekte. Beim letzten hat es mir besonders der Infusionsschlauch und die Verbindung zum Krieg angetan. Den Film hab ich aber noch nicht länger als 5 min gesehen, dazu brauch ich besseres Wetter.
    Kastanien sind tolle Bäume, wunderschöne Blüten und die Früchte sowieso…Ach. (Komisch, warum möchte ich jetzt ein Radler trinken?).

    Heute abend stelle ich auch noch meine, *hust*, Stoffmanipulation ein. Kannst mich ja noch verlinken, wenn das nicht zu peinlich ist.

  2. Ich finde, Selbstzweifel in gesundem Maß bringen einen voran… Manchmal mit zwei Schritten zurück, um dann vier vorwärts zu kommen. Bin auf Deine Wunderkiste gespannt, alles liebe über die große Strasse rüber…

  3. Früher (und so lange bin ich ja noch nicht dabei, trotzdem war es früher anders), früher war Bloggen so, wie in einer hübschen, altmodischen, rumpeligen Buchhandlung sitzen und 3-4 Leuten etwas vorlesen und sich über das Vorgelesene unterhalten. Eine nette kleine Nische mit Gleichgesinnten. Jeder konnte ausreden. Jetzt fühlt es sich für mich an, als sei man in ein Buchkaufhaus verpflanzt, die Zuhörer laufen rein und raus, reden dazwischen oder telefonieren nebenbei, es gibt zwar viel mehr Bücher, dafür überall Geplapper. Ich denke auch manchmal, dass es früher nicht nur anders, sondern besser war, und ich merke an mir, dass ich mittlerweile rigoroser aussortiere, was ich lese und anschaue, und was nicht. Und weil das eine allgemeine Tendenz ist, ist man selbst auch versucht, „relevanter“ zu bloggen, weniger spielerisch. Man nimmt die sache vielleicht zu ernst? Dabei ist es eigentlich nicht wichtig, ob ein Artikel 100 oder 1000 Leser hat – die Qualität des Austauschs in den Kommentaren ändert sich nach meiner Erfahrung nicht so sehr.

    • Eine sehr schöne Umschreibung, liebe Lucy. Vom Cafehaus zu Tschibo (oder Starbucks).
      Die Leichtigkeit im Schreiben (und weglassen) hätte ich auch gern zurück. Wobei ich am Niveau des Austausches in den Kommentaren der für mich (!) „wertvollen“ blogs nichts zu mäkeln habe. Immerhin. Man findet ja so seine Nischen ;)

    • So ein schönes Bild, spielerisch in den Kommentaren versteckt.
      Eigentlich sind wir hier doch unser kleines Kommentiercafé, mit vertrauten Gästen. Es wäre gar nicht Platz für alle, die durch die Scheibe schauen, oder nur schnell vorbeilaufen.

  4. Bin jetzt selbst baff, das wir uns schon so lange besuchen. Habe gleich in deine Anfänge geschaut und festgestellt, bin von Anfang bei dir dabei und darüber freue ich mich noch immer.Für mich ist es nach wie vor ein herrlicher Austausch Gleichgesinnter, die ich so im realen Leben ungleich seltener getroffen hätte. Ich empfinde, dass was lucy beschreibt im Forum der Glasperlemacher und bin deshalb dort selten , weil das Gefühl, als das Forum in den Kinderschuhen steckte, persönlich und einfach anders war. Beim Bloggen geht es mir nicht so, aber mein Kreis ist auch überschaubar. Ich genieß den Ruf ins Nichts und freue, wenn einer kukuckt, der genauso tickt. Ich muß mich nicht beweisen.
    Vielleicht ist es so wie mit dem Merken und Entscheiden für den Augenblick beim Menschen, mehr als sieben Dinge und wir sind überfordert.

    Ich hoffe du bist hier weiter aktiv nach eigenem Lustempfinden.
    Vielen Dank für das zweite Zitat!!!!!!
    Üppig grüne Grüße Karen

    • Hattest Du mich schon 2008 entdeckt? Ich Dich nicht, schade, da war ich mir nämlich zeitweise doch ein bisschen sehr allein.
      Wahrscheinlich hat man weniger „Blogdruck“, wenn man sich inzwischen mit vielen Gleichgesinnten in echt oder per Mail austauschen kann. Und das ist ja ohnehin altmodisch. Wenn mich Facebook- und Twitterkanäle auch noch befluten würden, müsste ich untergehen.

      • Erst mit diesem Erscheingsbild 2009 habe ich dich gefunden, wie weiß ich nicht mehr, man hüpft ja oft ziemlich kreuz und quer. das wrede ich jetzt ma durchsehen.Selbst habe ich im Sept. 2008 angefangen. Facebook und Twitter habe ich abgewählt für mich, Das empfinde es als oberflächlich und anstrengend. Vor lauter Kommunikation vergessen die Leute zu leben, aber wissen wer irgendwo ein Pup gemacht hat. Beifallheischenden Kommentare und schnelle Verletzungen sind dort viel eher möglich.Um Kontakt zu halten mit weit entfernten Personen ist es ein tolles Medium, keine Frage.

  5. Liebe Suschna, da sprichst Du mir aus vollem Herzen, in der Tat waren das exakt die Voraussetzungen und Beweggründe meiner „Wunderkiste“, die noch nicht mal die Kommentarfunktion preisgibt…eben „asozial“ ;)
    Ich verwende meinen Blog eigentlich wie ein großes Notizbuch in erster Linie, um für mich Inspirierendes festzuhalten, manchmal auch, um eine Nachricht zu hinterlassen für Leser, die ich Leser weiss…
    und wirklich nur dann, wenn ich etwas notizwürdiges finde, also ohne Zeitdruck…
    und dann gibt es da ja auch so „wunderschöne“ Plätze wie hier, die ausserordentlich „Wunderkammer“ sind!!
    Liebe Grüße
    Stefanie

    • Vielen Dank! Hab auch schon öfter überlegt, die Kommentare abzuschalten, um freier zu werden. Aber meine kleine Kommentierrunde hier hat über die Jahre viele Schätze hinterlassen, die müsste man mal extra würdigen. Vielleicht schaffe ich es ja in Zukunft wirklich, weniger zu plappern und nur Bilder zu zeigen. Dann gibt es meist auch nix groß zu reden. (Aber vielleicht zu machen. Dieser Halsbandentwurf von Meret Oppenheim bei Dir bringt mich gleich auf Ideen..)

  6. Auf den ersten Blick war mir garnicht aufgefallen, daß die Blüten gehäkelt sind…super Idee, gefällt mir sehr gut.
    Tja, Kommentare abschalten, das würde freier machen. Da wir aber unserem Kreativsein alleín im stillen Kämmerlein nachgehen , ist die Kommentarfunktion vielleicht doch wichtig. man will das Schöne doch teilen und auch anderen zeigen.
    In erster Linie ist doch ein Blog eine Art Tagebuch. Man kann andere schon mal drin blättern lassen, finde ich.
    Das ist allemal besser als die vielgepriesenen sozialen Netzwerke…da bin ich auf jeden Fall NICHT dabei. Schade um die Zeit, die man dort verliert.
    Ich wünsch dir weiterhin viel Freude mit deinem Blog,
    herzlich
    Susan

  7. Die Kastanien haben wir heute auch bewundert und uns in der leichten Brise blütenberegnen lassen… sehr schön, Deine haltbare Variante davon! Und vielen Dank für das Maikäferbild. Ich habe seit Jahren keinen mehr im analogen Leben gesehen…

    Kommentare abschalten fänd ich schade. Gerade bei Dir wird es doch manchmal richtig „poetisch“ in unserer kleinen Plauschecke. Und/oder informativ. Gelangweilt habe ich mich hier noch nie, diese Sorge scheint mir unbegründet. Aber ich als Bloglose sollte mich da vielleicht besser gar nicht äußern…
    LG, Bele

  8. Aus dem sächsischen Hagel schickt eine Brandenburgerin den Wunsch: Wunderkiste mit Kommentarfunktion, wo ich „junge Bloggerin“ dich doch gerade erst entdeckt habe – für mich ist Bloggen auch eine Mischung von Notiz- und Tagebuch und Freude über Menschen, die manchmal ähnlich ticken, wenn man selber schon fast meint nicht ganz richtig zu ticken ;-) Liebe Grüße Ghislana

  9. Liebe Suschna,
    ich bin durch Tally vor einem Jahr Bloggerin geworden und über ihre Stoffmanipulationen habe ich Deinen wunderbaren Blog gefunden und staune über Deine Kunstwerke. Seit meiner Schulter-OP nutzte ich die Welt der Blogs zum Wegbeamen der Schmerzen, sauge Dinge in mich auf, die ich ausprobieren will, wenn es wieder geht. Du hast so tolle Ideen, z.B. den Schal in Himmelsfarben und eben Deine nachgemachten Pflanzen, das hebt sich vom Einheitsbrei ab.
    Sortieren und eine Auswahl muß jede für sich treffen. Schau Dir mal den Stoff von Ghislana an, den sie gestern zeigte, vermute der gefällt Dir.
    herzlich Judika

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