Lieber mit Lücken?

Fürs Maschinensticken hatte ich mir inzwischen ein größeres Projekt vorgenommen. Ich wollte den Inhalt meines Skizzbuchs auf Stoff übertragen.

Mit viel Disziplin habe ich drei Lagen Stoff und Füllung geheftet, ein Raster markiert und genäht.

Das mit dem Raster war vielleicht ein Fehler. Nach dem ersten „Hineinzeichnen“ gefällt mir das Stück gar nicht.  Am Ende werde ich nur ein irres Gewirr von Bildchen haben, der Skizzbucheffekt stellt sich gar nicht ein. Außerdem wird natürlich alles bretthart durch die vielen Stiche, vor allem auch die Versuche, Flächen zu schraffieren.

Schade um die beiden alten Kopfkissen, die ich dafür zerschnitten habe. Die Idee war ja, dass ich mein heutiges Leben auf der Stelle verewige, auf der meine Vorfahren ihre Köpfe gebettet haben. 

Schon umgesetzt ist ein japanisches Mittagessen:

Die Bento-Box gibt es im Daruma in der Uhlandstraße, nahe dem U-Bahnhof Hohenzollernplatz. Diese japanische Lunchbox mit vielen kleinen Fächern ist auch der Name für ein Quiltmuster. Floh hat dieses Muster gerade in einer sehenswerten Decke umgesetzt.

Die Ferienzeit wird meine kreativen Tätigkeiten leider etwas ausbremsen. Danach fällt mir vielleicht  etwas ein, um das Projekt Skizzendecke zu retten.  Auf jeden Fall wünsche ich allen, die hier mitlesen, einen schönen Sommer!

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12 Gedanken zu “Lieber mit Lücken?

  1. Ich finde es ein ganz tolles und spannendes Projekt. Es ist natürlich definitiv ein Schauobjekt. Kopf darauf betten, klappt aus mehreren Gründen schlecht.
    Für mich eindeutig Textilkunst. Eine Wand habt Ihr sicher nooh frei!?
    Mach es zu Ende, nicht aufhören! allein die Umsetzung vom Strich, den man absetzt zum Faden, den man weiterführen will oder muß, ist spannend und bekommt eine eigene Sprache. Es könnte ja auch ein Riesenkissen fürs Sofa werden, welches dann doch eher beguckt als beschlafen wird. Ich sehe es aber eher an der Wand.

    Fortsetzungsgrüße, karen

  2. Also, ich finde das hochinteressant + bestechend… – das Raster eigentlich auch, aber die Problematik leuchtet ein (so ein Kastenraster ist wohl immer Stütze + Gefängnis zugleich…) – vielleicht wären einzelne Rechtecke besser, später zu einem großen Ganzen zusammengefügt…?!

  3. Ich stelle es mir vor allem unglaublich mühsam vor, auf einer je so kleinen Fläche mit der Maschine zu sticken.
    Von hier aus sieht es nicht so wirr aus. Eine Idee wäre, manches Feld leer zu lassen ???

    Übrigens ist das wieder mal ein gutes Beispiel für die gleiche Idee an verschiedenen Orten. Ich habe im Sommer vor 2 Jahren für meine beiden Reisen solche Skizzen-Seiten angefangen. Genau in so einem Raster wie dein Kissen. Gezeichnet mit meinem geliebten Pitt Fineliner. Entstanden ist meine Idee daraus, dass ich eigentlich nicht zeichnen kann und wenn ich es mache, brauche ich sehr, sehr lange. Nix mit schnellem Skizzieren. Ich dachte, solche kleinen Felder würden mich nicht überfordern.
    Aber wie so vieles, ist auch dieses ein angefangenes Projekt (die Seiten schaue ich mir trotzdem gerne an). Jetzt nach Korsika werde ich das gleiche Material mitnehmen und wieder eine Seite anfangen.

    Ich wünsche dir den Mut und die Lust zum Weitermachen. Auch ich finde, dass es sich lohnen würde.
    Herzlich
    Tally

  4. Bitte mach weiter!
    Die genähte/gestickte „Idee eines Skizzenbuchs“ ist total interessant: ich suche und forsche im einzelnen Bildchen, was das sein mag… und Deine Ausführung lässt meiner Fantasie noch ein wenig Platz…
    Ich kann mir vorstellen, dass die kleinen Rechtecke mühsam zu bearbeiten sind, aber die Umsetzung ist fantastisch! Da ist so viel Rhythmus drin!
    Viele sommerliche Grüße, Sabine

  5. Die Rechtecke sind ca. postkartengroß, damit komme ich gut zurecht – überhaupt nicht mühsam, das geht in einem Fluss. Kleinere Bereiche wären vielleicht noch besser. Das hätte dann neben größerer Abstraktion auch den von Tally erwähnten Vorteil, dass das Zeichnen immer leichter und schneller wird, weil man den kleinen Raum besser im Griff hat.
    Die Raumaufteilung ist das Problem, sowohl innerhalb des Rechtecks als auch die Gesamtwirkung. Das lässt sich hier über Fotos auch kaum richtig darstellen, ihr müsstet alle mal rüber kommen und dann die Gesamtwirkung (auch incl. Haptik) beurteilen. Ja, ich lasse wohl entweder Lücken oder löse das Rastergefängnis auf. Ger hat recht, was mir eine Stütze sein sollte nahm dem Vorhaben die Leichtigkeit und Unbekümmertheit. (Letztere Begriffe stammen aus der Berichterstattung über die deutsche Mannschaft, pardon).

  6. Ich find die Idee auch sehr schön, so etwas Ähnliches möchte ich diesen Sommer auch machen. Über die Umsetzung bin ich mir aber auch noch nicht im Klaren. Bin auch der Meinung du solltest es zu Ende machen :)

    Liebste Grüße, Niki

  7. Dein Skizzenkissen sieht schon schön aus – ich kann Deine Unzufriedenheit nachvollziehen – hier jedoch nicht teilen – da es mir im Prozess einer längeren Näharbeit auch oft so geht. Meist gefällt mir mein Produkt erst, wenn es ganz fertig ist – Zwischendurch finde ich es doof, da meine Vorstellungen andere waren und die Umsetzung nicht so wird wie gewünscht. Mache weiter – bitte – wenn es fertig ist wird es schön und einzigartig.

  8. Bitte unbedingt fertig machen, das wird sehr schön. Als Polster für das Sofa oder Wandbehang (ich habe normalerweise keinen Zugang zu so kleinen Wandbehängen) aber dieser würde sicher toll aussehen. Ich liebe Deie Maschinstickereien.
    Liebe Grüße
    Teresa

  9. Ich plädiere auch unbedingt für weitermachen, wirklich mit leeren Feldern oder mehr Weiß dazwischen. Die Skizzenbuchseite würde ja auch ganz anders wirken, wenn du sie in ein 5*5-Raster eingeteilt hättest. Ich glaube das Stück würde mit einer nicht so rigiden Aufteilung gewinnen, die quadratische Grundform macht es auch eher schwierig, was die Aufteilung betrifft. Als Wandbehang kann ich mir mir die Skizzen sehr gut vorstellen (oder als Umschlag für ein Skizzenbuch, wenn wir gerade dabei sind). Dass es in Wirklichkeit nochmal ganz anders wirkt, ist mir natürlich auch klar, die Haptik finde ich auch wichtig, wenn es zu steif wird, ist es auch an der Wand nicht mehr schön.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall einen schönen Urlaub und eine Eingebung, wie es hiermit weitergeht!

  10. ich hab jetzt gar nicht alle Kommentare gelesen, vielleicht wurde das schon gesagt:
    -fertig machen würd ich es auch auf alle Fälle, um zu sehen, welche Gesamtwirkung es später hat.
    -die Kästchenverteilung auf deinem Skizzenblatt gefällt mir deshalb besser, weil die Rechtecke unregelmäßig gezeichnet, unregelmäßig groß und ebenso unregelmäßig verteilt sind.
    – wir wäre es, wenn du durch das Rahmensetzen auf dem Kissen kleine Kammer schaffst, die du nach dem Besticken ( also durch eine zusätzliche hintere Lage) noch ausstopfen kannst. Das gibt dann so eine Art kontrollierten Hügeleffekt ( hihi!) und wirkt vielleicht nicht mehr so brettig…

    Diese Idee ist unglaublich schön….

  11. Das ist ja eine wunderbare Idee. Ich sag mal auch: Auf alle Fälle fertig machen bzw. durch weiße Felder „unfertig“ aussehen lassen. Sollte es dir am Ende gar nicht gefallen, kannst du vielleicht kleinere Flächen wieder ausschneiden (ob einzelne Kästchen oder Gruppen müsstest du sehen) und diese andersweitig nutzen.
    … würde vielleicht eine andere Füllung helfen. Die könntest du ja evtl. oben und unten noch tauschen? Ich weiß viel zusätzliche Arbeit, aber vielleicht gefällt es dir dann besser.

  12. Pingback: Stoffspielerei im September: Nähfuß für Minimalismus | Suschna - Textile Geschichten

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