Liebling, ich hab die Socken verhäkelt

Wir haben hier nun bald sechs Wochen ununterbrochen Schnee, ein Ende ist nicht abzusehen. Zeit, sich endlich auf den Zustand einzustellen,  zum Beispiel mit dieser Schneestiefel-Abtropfstation.  Aus meinem Fundus einsamer, löchriger Socken habe ich die Blautöne herausgesucht, schöne lange Streifenspiralen geschnitten und dann mit festen Maschen eine Matte gehäkelt. Ein blaues T-Shirt konnte ich auch noch verwerten.

Dabei ist zu bedenken, dass das Spiralenschneiden länger dauert als das Häkeln, aber ganz meditativ ist.   Die Enden der Streifen habe ich jeweils wie bei einem Weberknoten verbunden (in ein Ende eine  Öse geschnitten, das andere Ende darum geschlungen).  Die Häkelnadel trägt die Nummer 8.  Natürlich habe ich noch viel mehr Socken und andere schwer verwertbare Textilreste, so dass ich nun noch Körbe und Stuhlauflagen häkeln will, aber erst einmal muss sich mein Arm vom Schneiden erholen.

Zum Glück sind wir in den Schulferien in Berlin geblieben. Den Teufelsberg bei uns um die Ecke haben wir nun fast für uns allein und können in Ruhe mit dem Schlitten losziehen.  Die Menschen sind entspannt und freundlich, man kommt leicht ins Gespräch.  Und hinterher können wir unsere Schneestiefel nun ganz sorglos ins Haus bringen.

 

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14 Gedanken zu “Liebling, ich hab die Socken verhäkelt

  1. Die Socken hast du sehr erfolgreich in etwas Schönes verwandelt. Ich hätte nicht gedacht, dass eine Stoffstreifenhäkelei so gut aussehen kann. Wenn das bisher irgendwo als Anleitung thematisiert wurde, war das Ergebnis immer derartig unansehnlich, dass es mir nicht der Mühe wert gewesen wäre. Aber jetzt betrachte ich unser Sockenwaisenhaus mit ganz anderen Augen – das hat doch noch Potential!

    viele Grüße, Lucy

  2. Die bisher ungewöhnlichste Möglichkeit, die einsamen Socken zu verwenden. :)
    Wetten, dass ab übermorgen die Gegenparts aus allen Ritzen quellen? Aus den Laschen der Spannbettücher, dem Flusensieb und überallher- auf der Suche nach Vergeltung. Dann bleibt dir nichts anderes überig als die auch zu zerschneiden. Statt Sockenpaaren dann ein paar Teppiche. Auch nicht schlecht. Bei den Schneemassen!

    • Also ich bin da ja Anhängerin der „Frag doch mal die Maus“-Theorie: Die Socken geraten ins Innere der Waschmaschine und zerfallen da zu Staub! Nix Vergeltung. Es sei denn, über eine Staubinvasion.

  3. Die Vereinsamten sind hier immer Schuhputzlappen geworden. Eine feine Idee! Bei uns übernimmt die Aufgabe ein schnöder teppichrest. Sowas darfst Du mir nicht zeigen, dann hebe ich noch mehr auf für ein zweites Leben!
    Ganz heftig mußte ich mich an einen Teppich aus Stoffresten erinnern, den eine Komilitonin von ihrer Mutter hatte. den fand ich toll, der war aber so dick, dass ich denke, der war mit Kochlöffeln gehäkelt.
    In Holland gibt es eine Frau, die mit irre fetten Nadeln reinwollene Teppiche strickt!
    Sockengrüße von Karen

    • Ja, ja, und nachher muss ich dann gleich wieder eine Pille „Never compare, never compete“ einnehmen.
      Aber mit der Pille geht es, Danke für den Link! Die Korallenhäkeleien finde ich auch sooo schön, hatte ich bisher nur aus dem Augenwinkel wahrgenommen (eigene Ideen sollen frisch bleiben). Plastiktüten habe ich irgendwie nicht so viele wie Socken, sonst wären die auch schon dran gewesen, aber erstmal sammeln kann ja auch nicht schaden…

  4. Hallo Susanne,

    Socken war bisher das einzige was ich bedenkenlos entsorge, oder höchstens noch zum Putzen nehme. Das man die auch noch verhäkeln kann….Irre!!

    Lg. Christine

  5. Aaaah! Dass es nicht um selbstgestrickte Socken geht, verstehe ich erst jetzt nach dem Lesen der Kommentare! Und ich grüble seit gestern Abend, was du denn da bitte wie genau spiralt hast…
    Das ist wirklich eine super Idee! Unsere Schuhdreck-Auffang-Plastikschale von Aldi kommt da jedenfalls nicht dran…
    Liebe Grüße!

    • Stell dir vor, du schälst einen Apfel so, dass die Schale in einem Stück bleibt, also in Spiralen. Genauso machst du es mit der Socke oder dem T-Shirt, immer den Stoff rundherum abschneiden, so lange wie möglich.

  6. Leider muss ich berichten, dass sich die Matte im Alltagsgebrauch zusammenrollt – sie hätte dicker sein müssen! Nun überlege ich, mir aus Kochlöffeln oder Zweigen aus dem Garten riesige Häkelnadeln zu schnitzen und es mit breiteren Streifen nochmals zu versuchen, mal sehen.

  7. dank dir muss ich mich also nicht mehr ärgern, wenn nur noch eine
    Socke aus der Waschmaschine kommt oder meine Tochter gar behauptet, sie habe nie zwei besessen … diese eine übriggebliebene wäre zukünftig keine traurige Einzelgängerin sondern Teil einer neuen kreativen Resteverwertung – Willkommen im Club: Sockensammeln für eine Matte – ein Bettvorleger, wie wäre es damit?
    liebe Grüße, Friederike

  8. Hallo!

    Bin heute von einem Link zum nächsten auf deinem Blog gelandet.
    Finde die Sockenidee einfach spitze.
    Ab jetzt werd ich auch alle alten Socken sammeln.

    lg, bbee

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