Stoffspielerei im Oktober: Spitzenplastik

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KaZe ist heute Gastgeberin der Stoffspielerei*.  Als Thema hatte sie sich Spitze überlegt. Mein Beitrag dazu ist Spitze aus Kunststoff in zwei Varianten.

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Wenn man Spitze+Plastik in die Suchmaschine eingibt, dann kommt der Vorschlag „spitze, plastikgabel verschluckt„. Versucht man es mit Spitze+Plastiktüte wird ein Artikel zum Thema Müll angezeigt, bei dem die „Plastiktüte nur die Spitze des Eisbergs“ ist. Ansonsten: Nichts. Auf Englisch landet man aber irgendwann bei Laura Ann Marsden, die mit einer secret technique wunderschön filigrane Gebilde aus Plastiktüten herstellt.

Geheime Techniken herauszufinden reizt besonders, finde ich. Also nahm ich eine dünne weiße Plastiktüte vom Wochenmarkt (die heißen in der Fachsprache übrigens Hemdchentragetasche und kosten 0,01 Cent prot Stück im Großeinkauf). Den Beutel schnitt ich in ca. 1 cm breite Streifen und knüpfte aus den Streifen ein einfaches Maschennetz.

Anschließend zwischen Backpapier vorsichtig bei mittlerer Hitze mit dem Bügeleisen ein bisschen schmelzen lassen, das war alles.

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Beim Vorbild ist natürlich alles unendlich viel feiner, da ist enormer Raum nach oben. Aber fürs Erste ist mein Forscherdrang gestillt.

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Mein zweiter Beitrag ist ein weiterer Versuch, Kunst mit Kunststoff nachzumachen.

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Bei der schon erwähnten Ausstellung Proportio im venezianischen Palazzo Fortuny sah ich einen wunderbaren Streifen  Gitternetz (Aldo Grazzi), in dem mit einer Schere das Muster fein säuberlich herausgeschnitten worden war.

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Also nahm ich ein Mückennetz von unserem Fenster und setzte mich mit einer Stickschere hin. Die Idee war, ein Kreuzstichmuster als Vorbild zu nehmen. Aber, oje, was dauert das furchtbar lang. Jedes kleine Gitterchen muss herausgetrennt werden. In allerkürzester Zeit verlor ich die Lust, wie man bei der Blume unten rechts sehen kann, die ist frei geschnitten, ohne Berücksichtigung der Quadrate.

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Das Mückennetz ist hin. Vielleicht mache ich es nächstes Jahr lieber wie diese Dame auf dem Bild The Mosquito Net von John Singer Sargent.

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Soweit meine zwei nicht übermäßig erfolgreiche Versuche. Gleich schaue ich mir in Ruhe an, was die anderen aus dem Spitzenthema gemacht haben. Die Links sind bei  Karen zu finden, die heute Spitzendeckchen unter Druck setzt.

Vielen Dank!

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Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Der weitere Plan bis Jahresende:
29. November  – Nahtzugabe – Thema Folklore
27. Dezember – WINTERPAUSE

12 Kommentare

  1. Wieder sehr schön von deinen Exeperimenten zu lesen.ich glaube wir müssen das Thema weiterverfolgen, weil es so zeitintensiv ist! die Fliegennetztidee ist genial und sollte doch ausgeführt werden.Meditataiv darf jeder in der Familie mal ran!?Man muß es nur als belobigung anpreisen! Krazt das Tütenarmband?
    viele Grüße karen

  2. Das mit dem Mückennetz finde ich super, wäre das nicht ein Adventsprojekt? Das Ganze in 24 Teile aufteilen und dann jeden Tag das Muster wachsen lassen. Bis zum weihnachtlichen Finale?
    Und das Armband ist wieder ein ganz typisches Suschnateil- etwas morbide und sehr filigran. Toll!

  3. Ich liebe deine Experimente jedes Mal aufs Neue. Plastiktüten zu Spitzenherstellung, Mückengitter zu zerschneiden: Und jedes Mal kommt etwas genials raus und motiviert zum Nachmachen, wenn auch leider nie die Zeit für alle ideen reicht.
    Liebe Grüße
    Ines

  4. da hast du schön experimentiert. wahrscheinlich hätte ich mich an plastik nicht herangetraut und das zerschneiden so eines netzes kann ganz schön frustrierend sein, wenn es so lange dauert. beide versuche sind allerdings sehr vielversprechend. solltest du bei gelegenheit und zeit weiter verfolgen :)
    liebe grüße
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  5. Ein interessantes Experiment wie Du die Hemdchentasche verwandelt hast, sehr originell und filigran.
    Bestimmt danken Dir die „Moskitos“ für die Öffnungen ;-)) nichtsdestotrotz eine interessante Anregung, umgekehrt fallen mir Stickereien auf Maschengrund ein.
    LG Ute

  6. Echt unglaublich, wie viele unterschiedliche „Spitzen“-Zugänge die Frauen alle bei der Aktion gefunden haben. Deine Experimente hier sind für mich die ausgefallensten, eine ganz andere Sichtweise, sehr spannend. lg, Gabi

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