Schulter zum Anlehnen

Liebes Nähkränzchen,

ich weiß, ich wollte mich gestern abend bei unserem Treffen bemühen, ein eifriges Zugpferd für Näherfolge zu sein. Aber dummerweise hatte ja C den neuesten Katalog der modernen Hausfrau mitgebracht.  Und dann konnte ich ja nicht aufhören, daraus vorzulesen.

Da waren so schöne Sachen drin wie dieses Kissen, mit so schönen Beschreibungen. (Nie mehr allein im Bett! Was wie der „Lockruf“ einer Partnervermittlung klingen könnte, erfüllt sich mit dem Umarm-mich-Kissen garantiert ohne „Blind Date“).  Manufactum für … (ich sag jetzt nicht wieder Spandauer, das tut mir auch sehr leid, dass ich das gesagt habe).

Jedenfalls habe ich zuhause dann doch noch fleißig gearbeitet und eben so ein Kissen hergestellt, natürlich ohne die Horror-Hand. Euch tat ja die einsame Dame mit dem Kissen leid, ich aber kann nur sagen: In Zeiten wie diesen, zu denen immer noch an JEDEM Abend aus mir unerklärlichen Gründen Fußball im Fernsehen läuft, da braucht frau Ersatz.

Allerdings ist bei meiner Version etwas schiefgelaufen. Meine Schulter zum Anlehnen legte sich schnurstracks ebenfalls vor den Fernseher.

Ich habe zwar kein Verbot, das Fußballfernsehzimmer zu betreten, weil das Amalgam in meinen Zähnen den DVBT-Empfang stören könnte (wie eine gewisse Steffi). Aber der Sinn der Sache war das ja nicht.

Vielleicht nehme ich mir  lieber den Schwiegermutter-Schocker vor, der ließe sich mit Farbe und einer Nylon-Strumpfhose auch ganz gut umsetzen.

Nun hoffe ich, dass ihr mir für diesmal verzeiht. Nächstes Mal gebe ich eine Runde Klebeblüten (Bester Schutz vor bohrenden Blicken!) aus.

Eure Suschna

25 Kommentare

  1. Hahaha, ich lache gleich weiter, wo ich gestern Abend aufgehört habe!!!!! Du kannst gerne auch beim nächsten Kränzchen aus dem Katalög vorlesen!

  2. Hey,
    das ist ja ein herrlicher Katalog!!!
    Trotz Irritation, das Klebeblütenpflaster wäre etwas für einen Marathonlaufenden Bekannten gewesen, er hatte sich die Brustwarzen beim Berlinmarathon durch die Reibung des Shirts wundgelaufen.
    Zu spät, vielleicht für andere Langstreckenläufer interessant.

    LG
    Hala

  3. *pruust*
    Die moderne Hausfrau darf dann bei einem Dummie Ersatz suchen während der Ehemann so männlichen Beschäftigungen nachgeht wie Fußballgucken…..
    Großartig!
    Und so schnell umgesetzt!
    Respekt!!

    (Hier in Schwaben sollte sich die brave Ehefrau um den Haushalt kümmern während der Herr des Hauses so wichtige Dinge tut.
    Nix da mit faul fläzen. Das größte Kompliment am Abend ist dann “ Du schaust aber heut g´schafft aus“…… )

    • Aaaha – DIESEN Blick muss ich noch ueben! :-D

      Ansonsten muss ich sagen, dass ich den Trick mit ‚dieser Schulter‘ schon etliche Jahre frueher gebrauchen haette koennen; dann waer‘ ich waehrend seiner Dienstreisen nicht des oefteren auf seiner Seite (auf der Suche nach ihm und am Hinterherkrabbeln :-o ! ) aus dem Bett gefallen.
      Jaaaa, es darf hierueber – auch bei Euch – gelacht werden; u/Freundeskreis tat das ja auch immer. Fuehrte dann zu folgenden Kommentaren: Frage des Gastes an meinen GoeGa „warst Du diese oder letzte Woche wieder auf Dienstreise?“ Antwort: „ja, wieso weisst Du das; hat Gerlinde dir das erzaehlt?“ Retour-Antwort: „Nein, aber ich hab‘ gerade ihre blauen Flecken gesehen, gezaehlt und mir dazu gedacht, dass sie diese nicht alle von ihrer leicht temperamentvollen Gartenarbeit kriegen kann, ergo muss sie – wieder mal – aufgrund einer Dienstreise von Dir auf der falschen Seite aus dem Bett gefallen sein!“ (‚Frau Liese‘ und noch ein paar Andere koennen sich denken, welche ‚Freindin‘ dies wohl am oeftesten von sich gab!!! Ab und an kommt sie mir schon so vor, als ob sie das ‚r‘ mitunter auch AUS diesem Wort herausnimmt, diese ‚Schlingeline‘!

      • kurze Pause im Haus zum ‚was holen‘ und dann noch schnell hierher:

        Ist mir bei den Gartenarbeiten eingefallen, dass das mit dem dtsch./schwaebischen (?) Lob von „… geschafft aus“ hier in Australien wohl nicht funktionieren wird. Hier ist das naemlich viel mehr amerikanisch: man ‚fletscht‘ kurz die Zaehne zu einem angeblichen freundlichen Lachen und hofft, dass damit die ganze Schufterei ‚easy‘ und ‚mit links erledigt‘ aussieht (wie in den TV-Werbungen!).

        PS: die ‚Nippel-Cover‘ sind hier Gang und Gaebe und ‚fast Pflicht‘; wenn man sich erdreisten sollte keinen BH (Staerke 1 inch) zu tragen!
        Da dreht man ja hierzulande fast ‚muslimisch‘ durch vor …. Angst? „Vor dem Wippen auf den weiblichen Rippen – weil man nicht mehr verhaengt, was die Sonne verbrennt“ ?! (Ausschnitt aus ‚oben ohne‘ einer oesterr. mundart Musikgruppe von ‚einst‘ meiner Zeit) ;-) :-D

  4. Das ist ja der Wahnsinn: ganz ist sie selbst ist die Nähbloggerin. Das sind schlicht neue Zeiten, die anbrechen. Ob das die Macher von der „Modernen und Klugen Hausfrau“ damit auslösen wollten? Die Hauptsache, das Lachen und das Nähen vergeht uns nicht und das ist nun ja gewiss.
    lg Carmen

  5. Ich vergaß zu danken. Gut, dass hier an dieser Stelle für die internationale Verbreitung solch umwälzender Journallje gesorgt wird…
    Grüße von der noch lachenden Bürokraft C.

  6. Was ist das bloß für ein verrückter Katalog? In Spandau gibt es ja Abgründe, von denen ich nicht die geringste Ahnung hatte! das ist sehr, sehr lustig (und ein bißchen gruselig).

    viele Grüße

  7. Nach erneuten Protesten weise ich nochmals darauf hin, dass dieser Katalog nichts, aber auch GAR NICHTS mit Spandau zu tun hat.

  8. Oh, genial!

    Die perfekte Hausfrau war schon in den 80ern in unserer Familie DER Hit. Meine Mutter war da de treibende Kraft. Wir haben manchmal den größten Quatsch bestellt, weil wirs nicht glauben konnten, den haben meine Eltern dann Freunden zum Geburtstag geschenkt. Z.B. Die Brille die innen Spiegel hat, damit man am Strand nakte Frauen beobachten kann ohne dass die was merken. Der Schwiegermutterschreck wär bei uns bestimmt auch in die engere Wahl gekommen!

    Dein Kissen ist herrlich!

  9. …wie ich schon einmal im kleinen Kränzchen berichtete, bekam meine Mutter von ihrem Schwiegervater (mein Opa) zu Weihnachten immer ein Geschenk aus diesem Katalog. Sie hat sich NATÜRLICH immer riesig gefreut…. und meinem Opa hätte man eigentlich eher Manufactum zu getraut!

  10. Jetzt weiß ich endlich, für wen diese bescheuerte Knetmännchen-Sportschau-Werbung gedacht ist!
    Mein Gott, das ist doch nicht wirklich echt. (Leider, ich weiß…) Danke fürs Vorstellen – ich habe soooo gelacht…

  11. Hervorragend! Ich wusste gar nicht dass es diesen Katalog noch gibt, wir haben uns als Kinder auch schön köstlich amüsiert. Offensichtlich haben sie ihr Angebot sogar erweitert und sind modisch auf dem ganz neuesten Stand. Mit dem Schwiegermutter-Schocker könntest du deine selbstgenähte Kleidung natürlich noch eindrücklicher präsentieren, also das ist doch schon fast ein Muss.
    (Wobei man sich natürlich auch fragen kann, wozu noch Kleidung, wenn es so tolle Klebeblüten gibt.)
    Dieses halbe Hemd macht „in echt“ sogar richtig was her. Gerade die Gestaltung mit Weinflasche, sehr gelungen. Eigentlich sollte er auf der Couch bleiben dürfen, er ist so schön dadaistisch. Den würde ich gern häufiger sehen auf Fotos ab jetzt, bitte :)
    (Ich glaube ich näh so was für die Aussteuer meiner Tochter.)

    Ah, und das mit dem Amalgam kannte ich noch nicht. Als minderprivilegierte Süddeutsche muss ich mir die Sendungen ja extra hochladen, das schaff ich nicht immer.

  12. Wie g***!! Ich Lach mich tot!!! Grad neulich hab ich mich gefragt, ob es diese wunderbaren Kataloge noch gibt, die haben mich als Teenie schon immer abwechselnd zum lachen und gruseln gebracht. Und immer diese Attribute: „praktisch, platzsparend und zusammenklappbar.“ noch heute kaufe ich NICHTS, was diese Umschreibung verdienen würde. Ich muss sofort so nen Katalog bestellen…*g*
    Und das Kissen ist der oberknaller!!!
    Danke für diesen Post! Katharina

  13. Da hab hab ich ja maechtig was verpasst waehrend ich mit Jet Lag am Sofa lag. Haette ich doch bloss so eine weiche und waermende Schulter zum Anlehnen gehabt. Fantastisch. Ich hatte ja keine Ahnung, was die moderne Hausfrau so alles in petto hat. Waere bestimmt auch was fuer’s Gaesteschlafzimmer.

  14. Oh, wie konnte dieses Standardwerk der modernen Hausfrau bisher von mir unbemerkt bleiben?!! Vermutlich, da ich ein anachronistischer Hausarbeits-Dummie bin… aber vielen Dank für das Vorstellen der anregenden Geschenkideen.

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