Verwertung im Februar

Lucy organisiert heute wieder den „Neues Leben für alte Kleider“-Tag.  Diesmal bin ich mit der Kamera durchs Haus gegangen und habe ein Sammelsurium anzubieten, vielleicht ist ja für jemanden eine Idee dabei.

Den Anfang macht eine Kinderstickmütze in Matrosenform, die ich vor Jahren in Frankreich gekauft hatte. Damals war ich noch in dem Glauben, meine Tochter ließe sich als eine Art Madita aus Lindgren-Land einkleiden.

Die Mütze wurde nie getragen und war für mich viel zu eng. Die Grundform entspricht der Annekata-Mütze. Ich habe sie hinten aufgeschnitten und die offenen Kanten mit dem Schleifenband versäubert.

Die Mütze hat zwar jetzt etwas von Marlene Jaschke, aber ich trage sie.

Der Mantel auf dem Bild unten lag jahrelang im Keller in einem Kleiderberg, weil der Reißverschluss kaputt war.

Ich hatte es irgendwann geschafft, einen neuen Reißverschluss zu besorgen, aber zum Einnähen konnte ich mich nicht aufraffen.

Eigentlich eine Sache von vielleicht einer Stunde – aber ich habe sie zwei Jahre vor mir hergeschoben. Für mich gehören solche „Flickarbeiten“ auch zur Wiederverwertung von Kleidung. Lästig aber nützlich.

Diese Handschuhe sind völlig in Ordnung, nur störten mich die 80er-Jahre Goldtaler – die ohne Brachialgewalt nicht zu entfernen waren. Ich habe sie daher mit einer gehäkelten Kappe aus schwarzem Garn versehen.

Nun zu einem der aufgeschnittenen Pullover von hier. Ichhatte ja den Fehler gemacht, gleich zu schneiden, ohne vorher links und rechts der geplanten Schnittlinie die Maschen mit einer Nähmaschinennaht zu sichern. So lagen die Kanten offen, und mir bliebt nur, sie mit der Hand und einem gehäkelten Luftmaschenband zu versäubern.

Eine etwas ausdrucksstärkere Borte wäre vielleicht besser gewesen, aber ich war schon froh, zufällig Wolle in der Farbe des Pullovers in meinem Fundus zu haben.

Zum Schluss noch ein Kissen, das ich bestimmt schon 15 Jahre besitze.  Es ist aus einem Zopfpullover genäht, den ich noch während meiner Schulzeit gestrickt hatte. Er sah an mir unmöglich aus. Deshalb stricke ich auch nicht mehr – man weiß ja immer erst, was man fabriziert hat, wenn das Teil von der Nadel kommt.

Lucy hat sich heute einen Pullover vorgenommen, der kunstvoll gerettet wurde. Vielen Dank an Lucy für das Verlinken!

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5 Gedanken zu “Verwertung im Februar

  1. Für solche Schöner-Wohnen-Strickkissen bezahlt man im Laden sehr viel Geld – hätte ich daran nur rechtzeitig gedacht! Vor dem letzten Umzug hatte ich eine Zopfmusterjacke aussortiert und gespendet – ich mag solche schrecklich schweren Stricksachen einfach nicht tragen, aber sie wäre als Sofakissen sehr schick gewesen.

  2. diese idee, aus alt mach neu interessiert mich sehr.
    Ich habe wie die meisten viele klamotten die ich nicht mehr trage und werde sie alle umändern.
    Ende des monats darf ich teilhaben an einem workshop mit Marina Yee, eine belgische modedesignerin. Ich werde darüber auf mein blog berichten.
    XXXm

  3. Marlene Jaschke….. von wegen. Todschick! Zieht nach 20er Jahren aus, und passt hervorragend zu deinem Haarschnitt! Ich hab naemlich auch so eine, die ich nicht gerne aufsetze, weil sie ein bischen eng ist. Da hab ich das Gefuehl, meine Gedanken werden ganz klein. Die Fantasie, meine Tochter im schwedischen Stil (oder in japanischen kleine Tuniken mit leggings) zu kleiden, hatte ich auch, aber nichts da. Sweat pants und t-shirts in blau, gruen oder schwarz. Hah! Das Zopfkissen find ich auch toll und wuerde auch hervorragend zum nicht endenden Winter hier passen.

  4. Die Mütze steht dir supergut, ich konnte sie live sehen. Die Hhandschuhgeschgichte gefällt mir besonders, weil ich auch so ein Gruselgefühl bei diesen Protzgoldknöpfen habe.
    Kann dich gut verstehen, ich schiebe solche Arbeiten wie RV oder ä. auch ewig vor mir her. es gibt ja so vieles, wasman lieber tut.
    aufgearbeitete Grüße von Karen

  5. Pingback: Stoffmanipulation: Hortensienpelz « Suschna

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