Badematten – sprechend und schweigend

Anlässlich meines letzten Eintrags habe ich gestern abend diese Badematte bekommen – ein Unikat von Carmen. Ich kann allen nur raten, die Kommentare zu den letzten beiden Einträgen hier im Blog zu lesen.  So viele gute Gedanken! Es ging um die Frage, ob man es lernen kann, Stoffe auf eine gute Art zusammen zu stellen. Carmen sprach von Patchwork, das stumm ist, und von Zusammenstellungen, die die ganze Zeit schwätzen.

Meine neue Badematte quatscht mich nicht fortwährend an, aber sie leuchtet quasi beredt. Und sie trägt auch die notwendige Geschichte in sich. Im Osten die Planwirtschaft,

im Westen der Kapitalismus.

Schön flauschig ist sie zudem.

All das kann man von der Badematte, die ich mir vor Kurzem selbst gemacht hatte, nicht behaupten. Floh hat das Projekt „Badematten“ unseres Nähtreffs ja schon einmal vorgestellt.

Ich hatte viele kleine Blümchenmuster zusammengestellt, und es ist das passiert, was ihr in den Kommentaren schon beschrieben habt:  Es reicht nicht, nur in einer Farb- und Designlinie zu bleiben, es gehört noch etwas anderes dazu, um Spannung zu erzeugen. Meine eigene Badematte jedenfalls ist komplett nichtssagend. (Das ist jetzt kein fishing for compliments sondern ein fachlicher Beitrag!)

Ich möchte mich generell bedanken für eure Rückmeldungen. Ihr trefft immer den Nagel auf den Kopf und drückt aus, was mir noch nicht so ganz klar war!  Die Hoffnung, mit meinen Überlegungen nicht allein zu bleiben, ist mein Antrieb.

Antrieb ist auch so ein Lob bzw. Award, mit dem mich Danyeela  vor einiger Zeit bedacht hat – das Lob kann ich mit den gleichen Worten zurückgeben! Ich kann den Preis aber schlecht weitergeben, weil ihr alle Blogs, die ich auszeichnen würde, ohnehin schon kennt.  Zu einem Punkt kann ich aber etwas sagen. Unter anderem soll man bei dem Award Dinge über sich erzählen, die anderen noch nicht bekannt sind. Auf Danyeelas Geständnis, dass sie mal einzelne Streichhölzer gesammelt hat (die verschiedenen Farben der Köpfe haben sie interessiert) kann ich noch eins draufsetzen: Ich sammle abgebrannte Streichhölzer.

Aus ihnen kann man nämlich so schön Miniaturspargel schnitzen!

Ein sonniges Spargel-und-Erdbeeren-mit-Sahne – Wochenende wünsche ich euch. Wenn ihr könnt, seid ihr bestimmt schon draußen. Ich gehe dann auch mal in die Hängematte (und denke darüber nach, wie ich mir eine patchen könnte).

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15 Gedanken zu “Badematten – sprechend und schweigend

  1. Was für ein schönes Badematten-Geschenk! Die Kommentare habe ich bislang noch nicht gelesen. Ich hätte mir ja denken können, dass man hier etwas verpasst, wenn man einen Post mal nicht liest und ständig reinklickt, um neue Kommentare zu entdecken… Das wird jetzt nachgeholt!

  2. Den letzten Post mit allen Kommentaren habe ich verfolgt, alle anderen haben alles gesagt, da blieb nicht mehr viel. Ich habe schon oft Hedis Können bei der Stoffauswahl bewundert und mir ja auch von ihr deshalb bei meinem Teekannenwärmer helfen lassen. Carmens Badematte finde ich super – genau wie ihr erstes Modell! Ich finde viele entwickeln in der Zusammenstellung der Stoffe und Farben etwas ganz Individuelles, ich denke auch ein Griff zum Stoff hat auch ein klein wenig mit dem Charakter der kreativen Person zu tun.

  3. Ich bedanke mich ganz genauso für deine Artikel! Über die Gabe der Stoffkombination denke ich nämlich immer noch nach. Hat das etwas mit Lockerheit und Verkrampfung zu tun? Ich bin so eine Materialhorterin – und wenn ich Stoff „verbrauche“(er ist dann ja nicht wirklich weg, aber mir kommt es so vor), dann soll, ja muss das Ergebnis auch gut werden. Nichts blockiert mich mehr als der Gedanke“ es muss aber gut werden!“ In anderen Lebensbereichen habe ich das glücklicherweise abgelegt.

  4. Ich habe ja schon eure erste Bademattenaktion mit erfreutem Staunen bewundert und habe mir das auch fest vorgenommen, aber meine baustellen sind arg viel ezur Zeit, also muß es noch warten. Die Idee alte Waschlappen und Handtücher zu verwenden ist so prima, dass ich jetzt fast traurig bin von diesengeblümten Monstren viele zu Farb.und Putztüchern gemacht zu haben.
    Sie sieht jedebfalls oberprima aus!
    Ach ja, kennst Du übrigens den Film “ Ein amerikanischer Quilt“ ? Das paßt so wunderbar zu Deinem vorgestellten Buch. Du wirst ihn lieben.

    Badezimmergrüße, Karen

    Ich glaube Farben sprechen zu Menschen, die da eine besondere Beziehung zu haben. Zu mir reden nur Linien. Tja ist halt so.

  5. Also, Suschna, ich bin gedanklich am Rotieren, sowohl über das, was ich eben nochmal zum letzten Post schrieb, als auch beim Nachdenken, was ich wie schreibe hier bei den Matten.
    Carmens Matte mag intuitiv zusammengestellt sein, willkürlich aber ganz sicher nicht. Da ist eine gehörige Farbharmonie drin; Farben wiederholen sich immer wieder zumindest in kleinem Anteil.
    Deine eigene Matte finde ich weniger durch die gewählten Stoffe „nichtssagend“ als durch Anordnung. Schau dir mal die Verteilung der dunklen Stoffe an.

    Kazes Bemerkung ist auch schon wieder nachspürenswert. Was redet zu mir? Die Farben, die Linien, oder etwas ganz anderes? Das Material?

    • bin auch manchmal miniaturenmacherin. spargel kommt in mini-kaufladen. (kann nur mit einer hand tippen. brotmesser ausgerutscht. schon besser heute.)

  6. nachmachen na klar. bunte handtücher findet man im asia-import (tip von lucy).
    film american quilt kenne ich. muss nochmal gucken.
    ja, bei mir auch angst, stoffe zu „versauen“. lockerheit und sicherheit bzw urvertrauen wichtig. zu mir sprechen glaube ich auch farben. kann aber immer nur probieren, bis ich merke, ob es stimmt.

  7. hallo Suschna, das ist ja mal wieder ein prima Beitrag über Baden, Duschen und Matten und Mitteilungen. Da fühle ich mich gleich gut verstanden. Sollen wir uns jetzt die – BadeteppichflüsterInnen- nennen oder sind wir nur RomatikerInnen, frei nach „..es klingt ein Lied in allen Dingen…“hihi
    Carmen
    P.S. die Spargelzeit (hhmm) geht nur bis zum 24. Juni. Danach sind wir lange Monate auf Suschna´s Streichholzspargel angewiesen. Danke dafür.

  8. Bitte, bitte ich würde gerne den Miniatur Kaufmannsladen sehen. Ich liebe solche mini Sachen.
    Ich hatte als Kind ein Puppenhaus aber davon fange ich jetzt nicht an :), nur so viel: „ich habe es geliebt“.
    Liebe Grüße
    Teresa

  9. Meine Form der Miniaturisierung war, im Wald kleine Figuren in die Natur zu entlassen und zu versuchen, die Welt aus ihren Augen zu sehen: die Steine wurden Felsen, der Schachtelhalm zu Sequoien, Käfer zu Reittieren.
    Ist dein Spargel vielleicht ein wenig holzig?? :)
    Die Quiltgeschichten sind wunderbar und eine wahre Sinnesschule.
    Ich glaube der Kontrast ist das Stichwort:
    feine Linien, grobe Blöcke
    Pastell und Blockfarben
    Muster und Monochromes.
    Ich habe inzwischen keine Skrupel mehr, Papier zu „versauen“ um Dinge in vielen Varianten malend auszuprobieren. Das würde dann auch den Stoff retten.
    Ich glaube, meist ist uns der Kopf im Weg.
    Klar, zum Planen und Überlegen sehr nützlich,
    aber schlussendlich brauchts dann den Bauch…

    Gute Besserung fürs Pfötchen!!

  10. Miniaturspargel – ich komm nicht drüber weg :-) Aber einleuchtend, dank des Links zu diesen fantastischen Modellen. Ein selbstgestalteter Badezimmerteppich würde mich auch reizen. Habe gerade eine Art „Holzpatchwork“ gemacht (Tischchen aus Reststücken) und der Prozess des Findens, wie alles liegen soll, ist wirklich das Beste daran. Für mich ist es meistens so – wenns schnell geht (also das Muster spontan aus dem Bauch kommt), siehts auch meistens gut aus.

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