Wunderbar grotesk

Für alle, die gestern Spaß am Karofoto aus dem Großen Handarbeitslexikon  von 1973  hatten, hier noch zwei Kostproben.

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Dieses Foto gehört zu einer Anleitung für eine selbstgenähte  Strandmatte.  Man beachte die Inszenierung, die Verteilung der Gegenstände, die Fußstapfen.  Das geht über die übliche altbackene Retrokomik hinaus. Fast bedrohlich. Wer war da am Werk? Absicht oder Zufall? Ich könnte mir das Foto auch groß an die Wand hängen.

Oder hier, bei diesem umhäkelten Bett. Der Teddy!

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Beim Karofoto muss ich noch auf ein Detail hinweisen. Über dem Foto steht klein gedruckt der Hinweis: „Das Gemälde von Nattier stellt Louise von Frankreich dar. (Reproduktion Braun).“

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Ich finds ja auch echt skurril.

Aber das Buch als Nachschlagewerk an sich ist gut. Ich hatte es bei unserer Stadtbibliothek vom Verschenktisch mitgenommen und seitdem schon oft genutzt.

Dann kommt mal ohne Albträume durch den Rest des Tages!

Nachschlag 28.5.2013 „Ein ausgefallener Christbaum“

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17 Kommentare

  1. Bild 1: Mord oder Entführung
    Bild 2: Chucky, der Killerteddy
    Bild 3: da war jemandem das Bild aber sehr wichtig :-)

    Danke fürs Zeigen!

    Grüße, Ralf

  2. Ich muss lachen, so witzig eure Assoziationen…, es war meine Zeit ;-), 1972 war ich 18…, muss direkt mal sehen, ob ich noch alte Zeitschriften habe. „Guter Rat“ und „Kultur im Heim“ waren damals „in“ („DDR-Bückware“) und boten manch verwertbare Anleitung, aus bescheidenen Möglichkeiten was (damals…) Pfiffiges zu machen. Strandmatten brauchten wir aber nicht, wir lagen im Sand, und das Karozimmer hätte ich damals schon scheußlich gefunden, aber „Handwerkszeug“ gab’s alle mal zu lernen, wobei das mit dem Häkeln nicht wirklich geklappt hat, muss ich als Luftmaschenhäklerin mal sagen… Lieben Gruß Ghislana

  3. Herrlich! Vor allem wenn man die Bilder – wie hier – im Zusammenhang betrachtet und dann unwillkürlich auch einen inhaltlichen Zusammenhang herstellen will. Eins ist sicher: im vierten Bild wird das Gewehr benutzt, das gebietet die innere Logik. (Und wer kommt bloß auf die Idee, ein Bett so einzuhäkeln? Und wie viele Kilo Garn braucht man dafür wohl?)

  4. Oh, wie wunderbar, vielen vielen Dank!
    Die Bilder sind einfach toll. Die könnten genau so im Frieder Burda Museum hängen, und keinem würde es auffallen, dass sie aus einem Handarbeitsbuch stammen, behaupte ich. Ich Kunstbanause.
    Schade, dieser Fotograf hat so ein bisschen seine Berufung verfehlt ;)

    Alle haben so einen leicht bedrohlichen Zug, und sind sehr eigenartig inszeniert. Dieser Teddy! Dazu dieses Bild an der Wand plus Tapete… Das ist doch eher Deko für „Shining“ oder so was in der Art. Das erste sieht sehr nach „Vermisst“ aus. Für das dritte fehlen mir immer noch die Worte.
    Louise von Frankreich, aha.

    Das es hier eigentlich um Handarbeiten gehen soll, mag man gar nicht glauben.
    Vielen Dank, das hat mir heute den Abend sehr verschönert!

  5. Habe gerade noch nachgelegt, vielleicht fällt euch ja noch ein Kapitel zu der Fortsetzungsgechichte ein?
    Mein Buch nennt weder Autor noch Abbildungsnachweise oder sonstige Namen und Adressen. Nur eine Druckerei in Frankreich ist angegeben. Vielleicht sind die Fotos ja tatsächlich subversiv inszeniert? Wer weiß.

    • Es gibt einen neuseeländischen (?) Horrorfilm, bei dem der Wald ins Haus kommt, ein Klassiker des Genres – leider komme ich nicht auf den Titel. Der Weihnachtsbaum und die ganze Lichtstimmung des Fotos erinnert an die mordenden Bäume in diesem Film.
      Das Buch gabs glücklicherweise auf der Büchertauschplattform (buchticket), deshalb werde ich es auch bald haben – freue mich sehr darauf, und Danke für diesen großartigen Literaturtipp.

  6. Ich musste ja ohne Anlass an Stephen King denken. (Vermutlich wg. Kinder – Clowns („Es“)… Weihnachten…) Diese Treppe ins Nichts, hervorragend, und dann dieser seltsame Teich? im Vordergrund. Alles sehr absonderlich.
    Dass jedes Kind was sich bückt, um ein Geschenk aufzuheben, sofort ins Wasser hinabgezogen wird, ist ja ganz klar! Oder es kommt jemand aus diesem undurchsichtigen Nichts an Hintergrund herangeschwebt. Selbst die Pompoms wirken unheimlich, das ist schon eine Leistung.

    Ha, ich gebs zu: ich hab mir das Buch auch antiquarisch bestellt, das kann einfach kein Fehlgriff sein.

    (Tanz der Teufel, irgendwie sagt mir der Name was, aber gesehen habe ich den nicht. Man soll es ja nicht glauben, aber ich bin zu zartbesaitet für Horrorfilme. Echt.)

    • Ich habe den Film auch nur teilweise gesehen – er kam einmal im TV im sehr späten Spätprogramm, war aber wegen Jugendschutz so stark geschnitten, dass er nach einiger Zeit überhaupt keinen Sinn ergab, daraufhin bin ich schlafen gegangen.

  7. das buch ist der hammer!!! unvergessen auch die lustigen würfel-sitzkissen und die scary „puppe mit dem dicken bauch“. ich wünschte ich könnte meine oma noch fragen, wie diese bilder auf sie gewirkt haben als sie das buch damals gekauft hat…

    • Oh, eine Insiderin. Inzwischen frage ich mich auch, ob dieses Kind in hellblauem Strick mit dem Ball nicht ein schmerzverzerrtes Gesicht hat.
      Wir sollten unsere Exemplare hüten, denn wie es aussieht zieht die Nachfrage nach dem Buch gerade enomr an.

      • genau, der hellblaue junge…man könnte aber bei jedem der bilder was finden, was definitif verdächtig aussieht!
        ich lese deinen blog sehr gerne und den von lucy auch!

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