25 Farben

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25 Farben, 25 Kästchen zufällig verteilt in 5×5 Reihen.  Frei nach Gerhard Richters „25 Farben„.

Auf der DVD „Richter Painting“ erzählt Richter einiges dazu,  das hat mich neugierig gemacht. Er fragt sich unter anderem, wann bei den zufällig generierten Verteilungen auch einmal gegenständliche Motive auftauchen.  Ihn fasziniert die Vorstellung, dass z.B. ein Hakenkreuz entstehen könnte.

Na, das musste ich probieren. Aber mit 25 Kästchen kommt man da nicht hin.

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Ein harmloses Häuschen, Baum, Himmel und Sonne ist auch kaum zu erkennen.

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Dann habe ich alles zusammengenäht, rein zufällig. Und weil es so schön lief gleich noch drei weitere gemacht, am Ende  alles zu einem großen Quadrat verbunden. Richter hätte vermutlich nichts gegen seine Farbtafeln als Patchwork. Dem Film habe ich entnommen, dass er mit der Mystifizierung seiner Person und seines Werks nicht so ganz glücklich ist.

(Der Film ist im übrigen ganz wunderbar und spannend.)

Nun noch ein paar technische Anmerkungen:

Für ein Spendenprojekt unserer Quiltgruppe habe ich auch zwei Blöcke „Scrappy Trips around the World“ genäht.

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Dabei scheiterte ich mal wieder daran, die Ecken genau aufeinander zu bekommen. Inchlineale und Rollschneider sind einfach nichts für mich. Bei den 25 Farbquadraten habe ich lieber eine Schablone benutzt, in der einmal Spielkarten gesteckt haben, und den Stoff mit der Schere ausgeschnitten. Das fabriziert zwar auch noch nicht perfekte Ecken, ist mir aber sympathischer.

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Ein Problem bleibt: Bei Stoffschnitten nach dem Nähen (wie auch beim Scrappy Trip around the World) geht bei mir sehr leicht die Naht wieder auf, obwohl die Stichlänge klein war. Dadurch wird das erneute Zusammennähen nur nach mühevoller Nachbesserungen möglich. Bei unserer Quiltgruppe habe ich mit dem Problem verständnislose Mienen geerntet. Bin ich die einzige, der das passiert? Liegt es an meiner Maschine? Hoffentlich weiß jemand etwas dazu.

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11 Gedanken zu “25 Farben

  1. Richter painting fand ich auch sehenswert. Habe es im Kino genossen, da kommt die Größe der Flächen natürlich nochmal eindrucksvoller.Was mich zusätzlich beschäftigt hat, dass man sich Personal für Vorarbeiten leisten kann, wenn man diese Sphären erreicht hat.ist zwar logisch, kam aber vorher in meinen Gedanken nicht vor.
    So ein Quadrat aus 2 Farben mit Abmischungen aufeinander zu war im Studium ein Aufgabe.
    Die Möglichkeiten zu legen….ich finde deines gut und denke so ein Thema kann eine Lebensaufgabe sein!
    Vielleicht ist deine Fadenspannung für das Material zu locker? Kann mir vorstellen, dass das nervt. Zwischendämpfen würde das auch verhindern.

    Vielfarbige Grüße karen

  2. Ja, verrückt, das die Assistenten sogar die Farbe anrühren. Andererseits ist die ganze Organisation incl Büro offenbar nötig, damit er überhaupt noch zur Arbeit kommt. Die Internetseite ist auch sehr gut gemacht.
    Er hat ja für die Farben auch ein Konzept, mit Tonwerten u.ä.. Ich habe einfach alle Unistoffe gesucht, die ich habe. Und das ist leider gar nicht so viel. Zu dumm, dass ich in den letzten Jahren so eine Menge Gemustertes angeschafft habe.

  3. Hm, ich erkenne auch nichts (halbwegs Gegenständlich/Symbolisches), aber die Fläche ist halt schon sehr klein. Aber irgendwie wäre es ja auch schrecklich, man würde plötzlich ein Hakenkreuz sehen, oder nicht? Die ganze Arbeit für sowas!! Das erkläre dann mal jemandem…

    Komisch, dass bei dir die Nähte wieder aufgehen, vielleicht vergleichst du mal die Fadenspannung an einer anderen Maschine. Oder du nähst halt vor und zurück am Anfang und Ende, probier mal ob es dann viel Geknubbel gibt.
    Spätestens nach dem Bügeln hast du dann ja sowieso Ruhe, dann sollte ja nichts mehr aufgehen.

    Ich hab das ja für meine Quadrate (für meinen, hust, einzigen Quilt) damals genau umgekehrt gemacht: ein Quadrat aus festem Papier inkl. NZ, dann immer mit einem kleinen (!) Lineal und einem kleinen Rollschneider drumherum geschnitten, am besten immer gleich drei+ im Stapel. Dazu habe ich so eine ganz kleine Schneidematte (28 auf 20cm), das wurde sehr genau. Anzeichnen muss man so gar nichts. Und wenn man die Quadrate zuerst vor dem Nähen rechts auf rechts mit Dampf zusammenbügelt, rutschen sie auch gar nicht, finde ich, das wird dann sehr genau.

    Jetzt geh ich mal deine links nachverfolgen, das klingt sehr spannend.

    Deine Monogramme fand ich übrigens auch ganz toll, kam nur nicht zum Kommentieren. Die Idee, Unterschriften nachzusticken, ist super.

  4. Deine Methode „drumherum“ mit kleinem Werkzeug und gleich mehrmals klingt auch gut. In der Quiltgruppe hatten sie sogar mal eine Stanzmaschine dafür.
    Die Nähte sind mir auch mit einer fremden Maschine aufgegangen, ist mir eingefallen. Das Problem tritt ja vor allem bei solchen Mustern auf, bei denen man erst lange Streifen aneinandernäht, die dann zerschneidet und neu zusammen setzt. Da ist ja nicht Sinn der Sache, dass man an jedem möglichen Schneidpunkt rückwärts nähen muss. Aber in Zukunft werde ich es wohl so machen müssen. Oder ich nähe einfach jede Naht zweifach. Komisch, dass keiner das Problem kennt.

  5. Ich kenne das Problem nur deshalb nicht, weil ich selten bis gar nicht so rationell nähe ;-) Die Nahtzugaben sind ja bei dieser Methode auch so knapp – wenn sich das dann auflöst, geht das ganz schnell bis zu der Stelle, wo die nächste Naht kreuzen würde. Bügeln sorgt möglicherweise dafür, dass das Garn ein bißchen in den Stoff eingebettet wird, aber man darf nach dem Schneiden wohl nicht mehr großartig überlegen und Teile umsortieren – sondern besser nichts mehr bewegen und nur noch zusammennähen. Von der Firma Alterfil gibt es Nähgarn, das beim Bügeln etwas zusammenschmilzt, das wäre ideal für Patchwork – leider hab ich das noch nirgends im Laden gesehen, nur zum Bestellen.

    In der verkleinerten Vorschau dachte ich übrigens, das Quadratepatchwork hättest du gemalt. Und ich überlege, ob und wie sich zufälliges Zusammennähen unter scheidet von pseudo-zufälligem Zusammennähen, wenn man versucht, eine ansprechende, aber unregelmäßige, scheinbar zufällige Anordnung zu erreichen. Und ob man nur lange genug Quadrate zufällig zusammennähen muss, um dann mal ein Stück mit Hakenkreuz oder etwas ähnliches Erkennbares zu bekommen, ist wirklich eine interessante Frage – könnte daraus bitte jemand sein Lebenswerk machen?

  6. Hmm- deine Maschine ist ja die Schwestermeiner Pfaff. Und das mit dem Nähteauflösen kenne ich nicht.
    Aber vielleicht liegt es auch am Garn? Ist das vielleicht zu glitschig?
    Ansonsten hast du die Sticklänge reduziert, das ist gut.
    Und Nahtzugaben von mindestens einem dreiviertel Zentimeter sind schon wichtig, auch später für´s Bügeln.

    So ein Quilt aus einfarbigen Stoffen hat was, aber ich stelle es mir einfach sehr langweilg vor, immer nur diese klitzekleinen gleichen Nähte zu machen. Diese Zufallsverteilung funktioniert halt wirklich nur, wenn man mit kleinen Teilen arbeitet und nicht mit auseinandergeschnittenen Streifen schummelt.

  7. Was ihr hier schreibt bringt immer alles so auf den Punkt. Könntet ihr nicht eine Akademie für Onlineberatung im Textilsektor gründen?

  8. Habe durch Zufall gesehen, dass „Richter Painting“ am 17.04. auf arte kommt. Die Uhrzeit weiß ich jetzt nicht mehr und auf deren Internetseite steht es noch nicht. Nur so zur Info und Ergänzung.

    Liebe Grüße

    mei

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