Baustellenrückschau

Im letzten Eintrag habe ich ja beklagt, daß ich nicht bei einer Sache bleibe. Heute zeige ich einfach mal eine meiner mitten im Rohbau verlassenen Baustellen, lehrreich ist es ja vielleicht trotzdem.  Das Projekt fing letztes Jahr mit dem Kauf eines japanischen Patchwork-Buches an, das ich im Netz gesehen hatte und toll fand.

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„Machine Made Patchworks“ heißt es, hier und hier gibt es daraus Bilder zu sehen.  Es ging mir um die Abbildungen dieser Projekte, vor allem um die Stoff- und Farbzusammenstellungen und die Tatsache, daß ich hier – so meinte ich – ganz frei arbeiten konnte. Ich wollte einfach und ungeplant Stoffstreifen an Stoffstreifen in einer Log-Cabin-Technik zusammenfügen.  Vom traditionellen Patchworken habe ich ja keine Ahnung, aber das hier schien mir machbar.

Vor allem wollte ich unbedingt so einen Bettüberwurf:

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Na, und dann legte ich einfach los. Griffe in die Restekiste, nähen, nähen, nähen. Das Ganze hatte Suchtfaktor. Schnell merkte ich, daß ich doch ein bißchen auf die Farben achten mußte, und dann noch später merke ich, daß da wohl noch andere Geheimnisse gab.  Auf dem Vorbild im Buch zum Beispiel waren die Streifen offenbar viel schmaler als bei mir, bei Fingerbreite fängt es dort an.  Außerdem sind wohl doch besondere Stoffe nötig (z.B. mit Schrift und Zahlen bedruckt – habe ich nicht).  Dann scheint es ein – zum Teil sehr subtiles – Farbkonzept zu geben (z. B.  Außen hell, innen Dunkel oder umgekehrt).  Meine Zusammenstellung war  jedenfalls Meilen von dem entfernt, was ich gern gehabt hätte.

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Ich habe genug Quadrate genäht, um einen Bettüberwurf zu machen und dabei auch viele Stoffe mit Erinnerungswert verarbeitet. Aber aus Enttäuschung hatte ich dann einfach keine Lust mehr. Seit einem halben Jahr liegen die Stücke irgendwo in einer Tüte.

Ganz aufgeben wollte ich noch nicht und versuchte mich danach an kleineren Stücken, die ich zu Täschchen verarbeitete. Sie gefallen mir schon besser, aber für einen Bettüberwurf wäre mir die Vorgehensweise zu aufwendig.

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Nun las ich vor Kurzem, daß es dieses Buch inzwischen auch auf Englisch gibt, es heißt „Patchwork Style“ und ist bei Amazon Deutschland für einen Preis zu haben, der viel günstiger ist als das, was ich damals in einer japanischen Buchhandlung bezahlt habe. Wenn ihr also auch Fans dieses Stils seid, kann ich euch das Buch empfehlen. Und vielleicht kommt hier ja  jemand vorbei, der schon etwas nach dem Buch probiert hat und von seinen Erfahrungen berichten kann.   

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9 Gedanken zu “Baustellenrückschau

  1. Ich kann nachvollziehen, das Dir Dein Ergebnis der Decke nicht gefällt, weil Du eine andere Vorstellung im Kopf hast. Wenn ich mir das Bild im Buch betrachte, gefällt mir Deine Decke sehr – besser als die „Vorlage“ – es ist Dein Stil, ich erkenne Dich darin wieder. Ich hoffe Du machst sie irgendwann fertig, denn dann wird sie dir sicher auch gefallen.

  2. Hallo Suschna,
    Ich kenne das mit den Baustellen leider auch viel zu gut.
    Hatte ich mir doch für den Urlaub so viel vorgenommen…
    Nun sind schon fast dreu Wochen um, täglich geahnt der Stoffschatz an die Verarbeitung.
    Ich hatte Dir ja auch versprochen mich zu melden.
    Aber, es gibt viele Ausreden.
    Im Moment sticke ich viele schöne Kleinigkeiten von Hand, ruhe mich als,
    Schmuse mit dem Kater und mache einen großen Bogen
    um den Zeitkiller (computer). Wenigstens habe ich es geschafft
    Auf den letzten Drucker ein Geburtstagsgeschenk zu nähen.

    Jetzt habe ich soviel kommentiert, das könnte ich auch gleich bloggen.

    Deine kleinen Patchworktaschen gefallen mir ausnehmen gut.
    Ich finde sie einmalig (im Gegensatz zu anderen, die gerade in den Bloß gezeigt werden.)
    Ich werde bestimmt bald ein Stoffpäckchen für Dich packen.

    Liebe Grüße
    Frauke

  3. Die Täschchen finde ich absolut bezaubernd! Und vor deiner Decken-Baustelle ziehe ich den Hut – so viel Arbeit hast du da schon reingesteckt! Ich bin absolut nicht für Patchwork gemacht. Ich bekomme mit Rollschneider und Lineal noch nicht einmal gerade Streifen geschnitten, wie ich immer wieder feststellen muss. Akurates Arbeiten liegt mir anscheinend nicht…
    Lieben Gruß
    Katharina

    • Oh, Miss Akurat bin ich auf keinen Fall, Rollenschneider hab ich gar nicht. Diese Arbeitsweise ist für Mrs. Unakurat wie geschaffen, denn dazu braucht man weder Rollenschneider noch Lineal. Man näht einfach immer nur irgendwelche Stoffstreifen aneinander, rundum oder nebeneinander. Kann ruhig krumm sein. Macht wirklich Spaß.

  4. Die Taschen sehen sehr gut aus, finde ich! Und auch die Stoffkombination sieht dafür einfach klasse aus.
    Ich habe bisher noch nie etwas von dieser Patchworkart gehört, sie klingt aber spannend und sehr frei (und damit sehr kreativ:)).

  5. Ich finde Floh hat recht – die Decke sieht sehr nach „Dir“ aus, also ich erkenne eine Linie zwischen der Decke und den anderen Sachen, die du bisher gezeigt hast. Diese Schwierigkeiten beim scheinbar so „freien“ Zusammensetzen von „irgendwelchen “ Stoffstreifen kommen mir bekannt vor. Bisher habe ich es nahezu unmöglich gefunden, ältere und neue Stoffe gemeinsam zu verarbeiten, die Farben sehen nur ähnlich aus, harmonieren aber in meinen Augen nicht miteinander. Mir kommt es so vor, als wären ältere Stoffe alle eher blaustichig – irgendein Grundton ist anders, daher passt es mit heutigen nicht.
    Aber noch etwas anderes: du schreibst da von einer japanischen Buchhandlung – gibt es sowas etwa in Berlin?! (Wo, wo??)
    viele Grüße,
    Lucy

    • Liebe Lucy, ich war in Berlin schon in einer japanischen Buchhandlung, in der Pestalozzistraße in Charlottenburg. Da gab es aber keine trendigen Handarbeitsbücher. Mein Buch habe ich letztes Jahr in Paris gekauft, dort gab es allerdings eine Riesenauswahl, nur eben alles ziemlich teuer.
      Anderes Thema: Ich hab schon mal getestet, neue Stoffe auf alt zu trimmen, mit Chlor (auch aus Frankreich). Eins von den Themen, die ich irgendwann mal bloggen wollte, rücke ich vielleicht auf der Liste mal nach oben.

  6. Pingback: Geschafft « Suschna

  7. Pingback: Voll geklaut « Suschna

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