Nachts nähen

Irgendwo da draußen in der Blogwelt, ich weiß nicht mehr wo, hat eine Bloggerin einmal beschrieben, daß sie meist abends näht. Wenn sie dann spätnachts ganz begeistert über ihre Werke ins Bett sinkt, legt  sie sich ihre Nähergebnisse in Bettnähe, so daß sie sich am nächsten Morgen gleich wieder darüber freuen kann.  Leider sehen die Dinge dann bei Tageslicht betrachtet manchmal doch recht ernüchternd aus, Katerstimmung nach dem Kreativrausch.

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Bei mir läuft es genauso. Wenn mich die Nählaune packt, dann abends bis spätnachts, mit gelegentlicher Ernüchterung am Morgen.  Gestern zum Beispiel habe ich dieses Stoffblumenbild für ein wegen hartnäckiger Brustflecken ausgesondertes T-Shirt gemacht. Doch nicht nur ich frage mich jetzt: Was ist das für eine graue Gurke da in der Mitte? Und diese kleine blaue Tüte mit dem rosa Wurm unten links, was soll das sein?  Und natürlich fransen die unversäuberten Stoffkanten schon nach kurzem Tragen aus, wäre ja auch zu einfach gewesen.

Zuerst ging es darum, für meine Maiblumen-Seite zu experimentieren, bin dann aber abgedriftet. Die Stoff bzw. Wollstücke habe ich erst mit Kleber  etwas fixiert (ehrlich gesagt nehme ich da Holzleim)  und dann mit der Maschine im Geradstich darüber genäht.  Ein bißchen erinnert das Beet ja an die Sachen von Syko, deren Seite ich gerade mal wieder angesehen hatte.

Ein weiteres Nachtwerk ist dieses Geburtstagsgeschenk. Eigentlich wollte ich ja aufhören, alle um mich herum mit Nähgeschenken zu bedenken. (Gerade kürzlich hatte ich wieder das Erlebnis, daß ein Ehepaar die Notwendigkeit von Taschentüchertaschen gar nicht einsehen wollte, obwohl sie von mir eine Spezialanfertigung erhalten hatten. Sie nehmen sie jetzt als Handyhüllen). Aber irgendwie habe ich gar keine Lust, etwas zu kaufen, wenn ich es selber machen könnte.

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Na, und es gefällt mir eben, in Gedanken an jemanden etwas herzustellen. Daher habe ich jetzt auch Anhänger gedruckt: „Handgemacht speziell  für Dich“ steht da drauf.  Diesmal ist mein Geschenk gut angekommen. Die Empfängerin sah die Notwendigkeit einer hübschen Kosmetiktasche sofort ein, zum Glück!

7 Kommentare

  1. Ich finde deine Blumengarten echt witzig und dafür, dass das Shirt doch sonst nicht mehr getragen würde, stört das Fusseln vielleicht doch nicht so.
    Dünnes Vlies vorher aufbügeln ist sicher günstig bei offenen Schnittkanten.

    Freue mich auf deine Mai-seite!

  2. Meine Liebe, da muss ich als Nutznießerin deiner nächtlichen Aktivitäten doch mal etwas klar stellen: ICH freue mich über alles, was du selbst gemacht hast! Meine Tochter auch. Der Kulturbeutel von dir wird bei uns nicht nur regelmäßig genutzt sondern auch gebührend bewundert! Jawohl.
    Ich für meinen Teil habe nicht so viel damit zu kämpfen, dass mir das Ergebnis meiner Arbeit nicht gefällt (ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass manche Sachen eben einfach mal liegen bleiben müssen, dann überarbeitet, vervollständigt…) nein, ich mache erst gar nichts. Den Kopf voller Möglichkeiten, kann ich mich nicht entscheiden, was ich machen soll und verlege mich dann auch das naheliegendste. Wäsche waschen, Einkaufen, Fahrrad flicken… Ich bin wirklich dankbar, heute in einem meiner Kreativitätbücher etwas darüber gelesen zu haben. Man soll sich in kleinen Schritten da ranwagen. Immer nur ein bisschen. Und deswegen gebe ich jetzt meiner Kinderbuchgeschichte den letzten Schliff. Auf bald C

    • Na, da setze ich euch auf meiner Geschenkopfer-Liste mal ganz nach oben.
      Kleine Schritte sind gut, aber besser in Richtung Geschichten als in Richtung Waschkeller.

  3. Die Strategie der kleinen Schritte kann ich nur unterstützen – mir gehts auch so, dass ich bei größeren Nähprojekten etwas vor dem Anfangen zurückschrecke. Nächtliches Marathonnähen habe ich früher oft gemacht, aber anscheinend werde ich alt – muss zu früh aufstehen und bin abends zu müde. Eigentlich schade, zwar gabs auch öfter ernüchternde Erlebnisse, aber es stellt sich dann so ein Näh-Flow ein, der sich mit einer Stunde Nähen am Nachmittag zwischen Arbeit und Abendessen nicht erreichen lässt.

    viele Grüße, Lucy

    • Ja, Flow ist genau das, was ich gern beschrieben hätte. Vielen Dank, das bringt es auf den Punkt. Bei mir ist es übrigens senile Bettflucht. Wenn ich zu früh ins Bett gehe, wache ich nachts zwischendurch auf. Stoffe (und Blogs) sind meine Schlaftherapie.

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