Stoffspielerei im August: Dachbodenfund gerettet

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Lange gesucht und gefunden: Eine stockfleckige Kiste, die meine Eltern freundlicherweise seit meiner Schulzeit auf ihrem Dachboden gelagert hatten. Meine Mutter beschriftete sie wohl nach meinem Auszug.  Den Karton brauchte ich für die Aktion Stoffspielerei, denn  Lucy  hatte  für diesen Monat „Weben“ vorgeschlagen.

Als ich die Kiste aufklappte, war ich überrascht: Auf meinem Schulwebrahmen ruhte noch mein letztes Projekt.

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Die Kettfäden, offensichtlich aus Nähgarn, hatte ich sehr lang angelegt. Wahrscheinlich wollte ich einen Schal machen. An die wie ein Pfauenauge schillernde Wolle kann ich mich noch erinnern.  Für meine Verhältnisse war alles überraschend sauber gearbeitet, den Rand hatte ich ziemlich gleichmäßig hinbekommen.

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Da ich inzwischen weder passende Wolle hatte noch einen Pfauenaugeschal wollte, schnitt ich die Kettfäden ab. Und das 40 cm lange Stück?  Stoffspielerei sei Dank ist es nicht wieder auf einem Dachboden gelandet. Es wurde zu einer gefütterten Tasche.

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Das Verarbeiten des lockeren Webstücks war gar nicht so einfach, es hat beim Annähen des Reißverschlusses ziemlich gelitten. Besser wäre es gewesen, alles vor dem Nähen zu hinterfüttern und nur Handnähte zu verwenden.

Nun freue ich mich, dass mir unser Sonntagstermin einen Kick gegeben hat, das Webstück zu retten. Auf dem Webrahmen ist auch noch genug Kettfaden zum Weiterweben vorbereitet.   Wer noch ein bisschen zum Thema lesen möchte: Hier erzählt eine Paramentenweberin, was sie so macht.

Danke an die ganze Runde und besonders an Lucy, die heute auf ihrem Blog die Links sammelt.

Schönen Sonntag noch und viel Freude beim Anschauen anderer Gewebe!

9 Gedanken zu “Stoffspielerei im August: Dachbodenfund gerettet

  1. Was für eine Überrschung! Mit den sehr dünnen Kettfäden und der unregelmäßigen Wolle ergibt sich eine sehr interessante Struktur, das erinnert an Chanel-Tweed. Sind da vorne sogar ein paar Bügelperlen eingewebt, oder sind das Noppen im Garn? Und könnte man sich so z. B. ein paar Taschen weben, die man auf eine Strickjacke aufsetzt?

  2. Ja, ich mußt auch an Chanel denken, ist schon verrückt. Aus der Nähe würde ich wohl eher grübeln, was es für eine Technik ist, denn auf Weben kommt man nicht gleich durch die vielen Verdickungen der Wolle. schön, wenn etwas doch nich genutzt werden kann, auch wenn man das Eigentliche nicht mehr verfolgt.

  3. Ja, eindeutig chanellig. Schön, dass du dieses Webstück wieder beleben konntest. Das zeigt auch, dass man hier und da beim Wegwerfen vorsichtig sein sollte.
    LG
    Siebensachen (die gerade mit gemischten Gefühlen ausmistet)

  4. Dein Webstück gefällt mir unglaublich gut! Schön, daß du daraus noch etwas machen konntest. Vielen Dank auch für den sehr interessanten Link, den hätte ich ohne dich bestimmt nicht gefunden.
    Liebe Grüße
    Marlene

  5. Oh, auch ich finde die Tasche wirklich toll, eine schöne Struktur (und ja, Bügelperlen?) und nun auch der perfekte Nutzen dafür gefunden… Man sollte wirklich nicht immer alles entsorgen. Und ist das eine versteckte Buchempfehlung?
    Den Link fand ich schon bei twitter ganz großartig, nochmals danke an dieser Stelle.
    Liebe Grüße!

  6. Hehe, so eine Wolle fand sich damals wohl in fast jedem handarbeitsaffinen Haushalt. Ich hatte da einen Pullunder draus- mit V-Ausschnitt oversized…..
    Schön das du das so gerettet hast, möge es dich noch lange begleiten.

  7. Ja, das sind kleine Perlen. Aber keine Bügelperlen, das habe ich damals irgendwie gar nicht gemacht – es sind eigentlich ganz schöne Glasperlen. Damals hatte ich wohl mal getestet, wie das aussieht. Wie Griselda sagt, das ist so eine typische Nach-Siebzigerästhetik, die geht aber mit dem ganzen Retrosmidcenturyusw jetzt wieder. Daher wären Noppentweettaschen a la Chanel auch eine gute Idee gewesen. Schade, aber könnte ich eigentlich immer noch draus umachen. Ich war so im Stress, dass ich nicht über den Tellerrand geschaut habe. Z.B. wäre eine Kombi mit einem Pinkton ganz gut gewesen, daher vielleicht auf dem Bild auch das Buch, das ich noch gar nicht gelesen habe. Aber der Titel ist schon o.k., so als Blogmitteilung.

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