Virtuelle Skizzen

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Mit dem Finger skizziert auf einem Android-Tablet. Das macht Spaß, weil man außer dem Gerät nichts braucht.

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Malen ist ebenso möglich. Ein Manko ist noch, dass mir die Farben zu grell sind. Mischen in echt fällt mir viel leichter.

David Hockney hat kein Problem mit grellen Farben. Er malt schon seit längerem auf seinem IPad und IPhone.  Ein wenig kann man ihm dabei hier  zusehen. Er benutzt zum Teil auch einen digitalen Stift.

Hockney mal mit dem Programm „Brushes“, aber das gibt es für Android nicht. Ich habe verschiedene Apps probiert und benutze im Moment „Fresco“. Da ich leider schon immer sehr geizig mit meinem Material war, kommt mir das virtuelle Zeichnen entgegen. Keine Angst mehr, teure Farben oder Papiere zu verderben oder  durch den nächsten Pinselstrich alles zu verschlimmbessern. Virtuell gibt es den Rückgängig-Knopf oder die gespeicherte Vorversion. Das befreit ungemein und nimmt vielleicht auch die Hemmungen, später „in echt“ frei loszulegen.

Loslassen lernt man außerdem dadurch, dass beim Zeichnen auf dem Bildschirm der Finger so ungenau ist. Die Ergebnisse lassen sich nicht 100% kontrollieren.

Noch ein Vorteil: Man kann im Dunkeln arbeiten. Und Fotos immer neu übermalen, wie man Lust hat.

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Natürlich ersetzt das Computermalen nicht die realen Bilder. Aber eine zusätzliche neue Ausdrucksform ist doch ganz schön.

11 Kommentare

  1. Gibt es eine Möglichkeit die Bilder zu exportieren und auszudrucken? Oder hast du das gar nicht vor? Ist vielleicht auch gar nicht sinnvoll, denn die Auflösung eines solchen Tablets vermutlich nur für kleine Ausdrucke. Ich frage nur, weil ich schon ganz gern meine Fotos auch mal in der Hand halte, als Buch oder einfacher Abzug.

      • Nein, das lasse ich als Datei. Kann man ja ganz nett herumschicken. Mehr soll es nicht sein, nur Übungen. Außerdem leuchtet es auf dem Bildschirm so schön, das fällt auf Papier weg. Hockney druckt PC-Bilder zwar auch aus, aber die IPad-Bilder wurden auch auf Bildschirmen ausgestellt. Ich hab ohnehin gar keinen Farbdrucker mehr (geplante Obsolenz).
        Wegen der Tippfehler: Ich mache inzwischen so viele Fehler, merke ich gar nicht mehr. Weder bei mir noch bei anderen.

  2. Die digitalen Medien haben das Textildesign der letzten Jahre total verändert. Man merkt den Stoffen an, dass sie am Bildschirm entwickelt wurden. Die meisten malerischen Elemente fallen da leider raus. Das Haptische fehlt irgendwie.
    Sicher ist das auch ein Stückweit die Mode, aber da geht wohl beides Hand in Hand.

    Wenn das jetzt auch noch im größeren Umfang auf die Malerei übergreift, na danke. Mit Videoinstallationen komme ich persönlich überhaupt nicht klar. Flimmernde dunkle Museumsräume sind beim ersten mal sicher ein AHA-Effekt, aber auf Dauer sehr ermüdend.
    Und ich habe ehrlichgesagt auch keine Lust drüber nachzudenken.

    Suschna, es ist toll, was du da auf dem Tablet zauberst, das ist sicher eine gute Alternative für Fingerübungen auf dem Sofa. Und wie du schreibst: Es kann die Hemmungen nehmen, später auch mal auf Papier loszulegen.
    (Mein aktuelles Hörbuch spielt im 12 Jahrhundert- damals war Pergament so teuer, dass nur Endfassungen verewigt wurden. Für Vorstufen gab es Wachstafeln. Heute ist Papier billig und für Skizzen gibt es das Tablet…)

    • Ja, jetzt erst seit dieser Tablet-Malerei fällt mir auf, wieviele Designs offenbar komplett am PC gemacht wurden. Oder etwas ist zwar per Hand gezeichnet, aber dann digital koloriert. Die Grenzen der digitalen Möglichkeiten interessieren mich, z.B. die Tatsache, dass ich zwar ein digitales komplettes Farbspektrum zur Verfügung habe, aber dennoch das leuchtende blaustichige Rot einer bestimmten Tulpe eben nicht dabei ist – dafür hätte ich es als Acryl- oder Aquarellfarbe gehabt.

  3. Von den neuen Möglichkeiten der Technik bin ich begeistert! Ansonsten schließe ich mich den anderen an: ich brauche was zum Anfassen. Ich mag z. B. auch nicht gerne viel am PC lesen, da drucke ich mir die Seiten lieber aus.

  4. Schön, dass du wieder zum Pinsel greifst, auch wenn es ein digitaler ist!!!
    Ich sehe diese Dinge auch mit sehr gespaltenem Verhältnis. Es macht einen Riesenunterschied in meinen Augen, ob jemand, der schon handwerklich ursprünglich gearbeitet hat mit diesem Medium umgeht oder jemand der sozusagen ohne Stift und Pinsel großgeworden ist ,so etwas benutzt. Mit Sicherheit entstehen auch Dinge, die neu sind, aber ich kann es nur gut heißen, wenn man auf das Handwerk dieser „Branche“ trotzdem viel Wert legt bzw. das die Grundlage bleibt.
    Wenn alles auf die Ökonomie der schnellen Umsetzbarkeit reduziert wird, verflachen viele Dinge oder werden einseitig.
    Ich werde jetzt ganz traurig, wenn ich sehe, wie dort dran arbeitest und mit einem Klick kannst du alles löschen . Hast du auch Skizzenbücher aus Papier?
    VG Karen

    • Keine Sorge, das mit dem Computer ist gerade nur eine Spielerei, weil ich gern neue Dinge ausprobiere. Ich mache daneben auch noch das alte Handwerk. Ich habe ganze Regale voller Skizzenbücher aus Papier. Aber ist das nun eigentlich so viel besser? Wer guckt das schon an oder wird später Lust und Platz haben, das alles zu behalten. Ganz zu schweigen von all den bemalten Leinwänden. Aber das ist ein weites Feld und nicht so in ein paar Sätzen abzuhandeln.

  5. Ja kann gut ich verstehen, die Massen, die uns umgeben und die wir selbst mit uns rumschleppen, läßt die Sinnfrage immer wieder aufkommen.Wahrschienlich kommt bei mir dann auch so eine Sammlergen durch und siegt immer über Radikaltät.Irgendwann komme ich gucken, du wirst schon sehen!

  6. Das ist nützlich – und die Beispiele schön… Ich hatte selbst herumgesucht + nichts gefunden, das mir zusagte – jetzt also Fresco probieren – Dank + Gruß H.

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